Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 75 (1934)
- Issue
- Heft 42 (18.10.1934)
- Date
- 1934-10-18
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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18. Oktober 1934 D e r I s r a e I i t Nr. 42 Seite 15 Die Frankfurter Woche. Die Einweihung des Seier in der Israelitischen Religionsgesellschaft. Ein Fest, auf das die Gemeinde schon lange gekartet und sich gefreut hat, fand am Sonntag, den 14. Oktober, in der Aula der S. R. Hirsch-Schule unter Beteiligung so ziemlich aller Männer der Kehillo statt. Das neue Sefer ist eine Dankesspende der Gemeinde an ihre Synagoge, die vor zwei Jahren ihr fünfundzwanzigjähriges Jubiläum begehen konnte. Aus kleinen und größeren Spenden aller sollte dieses heilige Denkmal entstehen, darum mußte man sich einige Zeit lassen, bis das Werk zu Ende geführt werden konnte. Die Freudigkeit und Opferbereitschaft, die die Mitglieder voriges Jahr schon mit ihrem Obolus beim Mitschreiben bekundeten, fand an dem Festnachmittag noch einmal ihren Niederschlag in einer msn nnn» seltener Art. In musterhafter Ordnung, für die die Herren Fritz Stern und Michel Grünebaum nicht nur verantwortlich zeichneten, sondern mit Energie und Geschick auch die Verantwortung trugen, wickelte sich das Fest nach Programm ab, ohne daß die herrliche Stimmung nur für eine Minute in Stockung geriet. Herr Ries lieferte in bewährter Güte ein einfaches, aber gutes und reichliches Essen zu einem Preise, der jedem Mitglied die Anteilnahme an der Festlichkeit ermöglichte. Ueber den "Verlauf des Festes geht uns folgender Bericht zu; Nachdem noch die letzten fälligen Buchstaben durch den Herrn Rabbiner, den Rosch Jeschiwah, die Dajanim und die Herren vom Vorstande fertig geschrieben waren, setzte man sich an die festlich gedeckten Tafeln. Herr Hugo Bondi, in dessen Händen die Ausführung des Werkes wie auch die oberste Leitung des Festabends lag, gab in seiner Begrüßungsrede einen kurzen Ueberblick über Entstehen und Geschichte des neuen Sefer, dankte allen, die sich am Werke beteiligten, und hieß sie auf gut jüdische Art mit Thoraworten willkommen. Darauf jhielt Herr Rabbiner J. Horowitz eine tiefe und J eindrucksvolle Rede über die Pflicht der .Trtmaö na»W> Herr Jacob Rosenheim im Namen der Gemeindeverwaltung begeisterte die Festversammlung mit an Thoraerklärungen sich reihenden Worten des Grußes, auch des tiefen Dankes an den Initiator und Organisator des Ganzen, der mit jugendlicher Kraft am Werke blieb bis zur Lösung dieser anfänglich etwas schwierig erscheinenden Aufgabe, Herrn Hugo Bondi. Es folgten geistvolle Gedanken in packender Ausführung von Herrn R>A. Dr. E. Posen. Herr Direktor Dr. Elias sprach gewissermaßen als Hausherr und zeichnete die erzieherische Bedeutung der Stiftung und der Feier für die Jugend (die übrigens sehr eifrig bei der Sache war und später den Abend unter bewährter Führung noch mit einer kleinen Nachfeier fortsetzte.) Zuletzt erfreute Herr Redakteur S. .Schachnowitz die Festversammlung mit einer Rede voll strahfenden Humors, hinter dem sich auch manches tiefernste Wort verbarg. Darauf konnte das inzwischen auf dem Wege der Versteigerung zu einem relativ ansehnlichen Preise verkaufte Benschen vor sich gehen. Erwähnt seien noch die klangvollen Sologesänge des Herrn Herzog, ebenso ein Solovortrag des Herrn Walter Wohlf a r t h (Herr Wohlfarth und Herr Max Löwenthal waren auch die Verfasser der schönen Tischlieder), der mit Hilfe eines jugendlichen Sängers den Anlaß in guten Reimen feierte. Ein Freudenfest wurde der Thora gefeiert, es wird mit einer. Einführungsfeier am kommenden Freitagabend in der Synagoge seine Fortsetzung finden. —r. Vom Liwjath Chen. Die Sabbatvorträge im Liwjath Chen finden jetzt, da man 4 Uhr zu Mincho geht, 4.15 (nicht 4.45) im Hörsaale Friedberger Anlage statt. Ein Sechziger. Herr Paul M. A r o n wird am Sonntag, den 12. Mareheschwan, 60 Jahre alt. Herr Aron, ein rrn und glühender min anix, der von Jugend auf gewöhnt ist, der Thora und ihren Forderungen große Opfer zu bringen, ist eine der populärsten Persönlichkeiten unserer Kehillo. In der Kffnp man ist er der Tätigsien und Eifrigsten einer, im Mekor Chajim gehört er oft zu den Lehrenden. In seinem gastlichen Hause, das von einer gleichstrebenden Gattin zu einem Heiligtum gestaltet wird, treffen sich stets Freunde und Schüler bei Schiurim. Möge der reiche Dank, tfen sich Herr Aron in Jahrzehnten bei Vielen verdient hat, sich in Segen für sein Haus und seine zum Teile in weiter Ferne, auch in Palästina weilenden Kinder auswirken. n» D'lWtfl JiK» IS- \ Die Israelitische Gemeinde fordert jüdische Organisationen zur Anmeldung von Veranstaltungen auf. Der Vorstand der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt hat einen, Prüfungsausschuß für jüdische Veranstaltungen eingesetzt und fordert alle jüdischen Vereine und Organisationen auf, ihre Versammlungen künftig spätestens 14 Tage vor ihrer Abhaltung dem Prüfungsausschuß mitzuteilen. Durch diese Maßnahme, die selbstverständlich Verpflichtungen der jüdischen Vereine gegenüber den staatlichen Behörden unberührt läßt, soll die Häufigkeit und das Zusammentreffen mehrerer Veranstaltungen an dem gleichen Abend unterbunden werden. Es soll weiterhin Form und Inhalt mancher Darbietungen darauf geprüft werden, ob sie nicht gegen das Gebot jüdischer Würde verstoßen. Die Schädigung jüdischen Ansehens aus eigenen Reihen soll auf diese Weise unterbunden werden. Jüdische Hausnaltungsschule. Die Abendkurse in der Jüdischen Haushaltungsschule, Königswarterstr. 20, beginnen in der letzten Oktoberwoche und zwar: Schneidern! Montag, den 22. Oktober, Kochen: Dienstag, den 23. Oktober, Ausbessern: Mittwoch, den 24. Oktober, Backen und Herstellen von Konfitüren: Donnerstag, den 25. Oktober. Alle Kurse beginnen um 19.45 Uhr, sind 21/*stündig und umfassen je 9 Abende. Die Nadelarbeitskurse kosten je Mk. 7.—, die Kochkurse Mk. 9.— (das hergestellte Essen kann verzehrt oder mitgenommen werden). Berufsprobleme für die jüdischen Handelsvertreter. Am Montag, den 22. Oktober, abends 8 Uhr, wird Herr Syndikus Juliusburg aus Berlin in einer Versammlung der Handelsvertreter über das Thema „Berufsprobleme für die jüdischen Handelsvertreter" sprechen. Die Versammlung ist nicht öffentlich. Einladungen, die nur persönlich gültig sind, sind schriftlich bei der Geschäftsstelle des Centraivereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens e. V., Frankfurt a. M., Steinweg 9, Zimmer 22, anzufordern. Arnold Schönberg-Feier im Kulturbund. .' Anläßlich des 60. Geburtstages von Schönberg veranstaltete der Kulturbund einen Konzertabend, bei dem ausschließlich Werke dieses Komponisten zu Gehör kamen. Schönberg steht noch heute im Brennpunkt des Kampfes. Sein Name wird In moderner Musik nie wegzudenken sein. Man hörte an diesem Abend ein Querschnitt "von Schönbergs Schaffen. Der bekannte Pianist Erich Ito Kahn spielte technisch hervorragend mehrere Klavierstücke aus den verschiedensten Schaffensperioden. Erika N o a n , eine ganz hervorragende Sopranistin, sang mit großer Einfühlungskraft und reifster Vortragskunst zwei Gesänge aus den „Gurreliedern" (1900—1901) und zwei Lieder nach den Gedichten ..Die hängenden Gärten" von Stefan George, op. 15 (1908). Zum Schluß hörte man Teile aus dem Streichquartett d-moll op. 7. Ausführende waren das neue Kulturbund-Quarettt, bestehend aus den Herren Hans Bassermann (1. Violine), Ernst Drucker (2. Violine), Richard Karp (Bratsche) und Professor Felix R. Mendelssohn (Cello), das sich an diesem Abend zum ersten Male vorstellte. Jedenfalls war der Eindruck ein sehr guter und hat man es hier mit einer Vereinigung von künstlerisch hochqualifizierten Musikern zu tun. A. K. Slavischer Abend. Der Bariton Hans Assenheim und der Geiger Theo R a t n er geben am Samstag, den 3. November 20.15 Uhr im großen Saale des Vereinshauses, Eschersheimerlandstr. 27 einen slavischen Abend. Am Flügel: Dr. Willy S a 1 o m o n. Zur Aufführung gelangen Werke von Dvorak, Gretschaninoff, Borodin, Tschaikowsky, sowie polnische, tschechische und ungarische Volkslieder. Karten von Mk. —.75 bis 2.50 in den bekannten Verkaufsstellen. Die Börnestraße in Frankfurt wird umbenannt. In einem Interview des „Frankfurter Volksblattes" hat der Frankfurter Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs zu der Frage einer etwaigen Umbenennung der Börnestraße und des Börneplatzes folgende Erklärung abgegeben: „Wir haben gar keinen Grund, das Andenken des Lob Baruch besonders hoch zu halten, der sich später (nach seiner Taufe) Ludwig Börne nannte und Vorkämpfer der jüdischen Emanzipation wurde. Mir liegt auch'bereits ein Antrag auf Aenderung des Namens vor." Die Börnestraße ist der nördlichste Teil der Jahrhunderte alten Frankfurter Judengasse, in der das Geburtshaus und ein Teil des Bankgebäudes der Rothschilds noch heute stehen. Die Umbenennung der „Judengasse" in „Börnestraße" und des früheren „Judenmarktes", wo sich der alte, nicht mehr benutzte jüdische Friedhof befindet, in „Börneplatz" erfolgte zum Andenken des hier geborenen Dichters in den achtziger Jahren. Ein Denkmal, das übrigens entfernt wurde, ist Börne von der Stadt in den Frankfurter Anlagen schon im Jahre 1877 gesetzt worden. Der neue "Name der beiden Straßen steht noch nicht fest. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim E. V. Freitag abend nach Schul: Mikro-Vortrag fällt wegen Einführungsfeier in der Synagoge aus/ Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr R.-A. Dr. E. Posen — 11 Uhr im Vereinslokal (ebenso Sonntag morg. 8 Uhr) Gemoro, Herr J. Soffer. — Mikroschiur des Herrn Rabbiner H- Mayer Schabbos 3/4 Stunde vor Mincho im Vereinslokal. Samstag abend 8.30 Uhr im Vereinslokale, Vortrag des Herrn Rabbiners H. Mayer, „Unsere Winterlektüre." Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, dik «n, Herr S. Schachnowitz. Sonntag vorm. 9 Uhr, im Vereinslok. „Mögen Awrohom" Herr R.-A. Dr. Schlesinger. Montag morgen nach Schul (auch Donnerstag): Mischna- Mitgliederlernen, abends 7 Uhr im Vereinslokal (auch Mittwoch) Gemoro Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. Dienstag (auch Donnerstag) abends 7 Uhr Gemoro, Herr R.-A. Dr. E. Posen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna. Herr R.-A. Dr. E. Posen. Jahrzeitsstiftungen. Schabbos, 20- Oktober: Gretel Gottlieb geb. Mayer- Stiftung. Montag, 22. Oktober: Jsaac Hesdörffer-Stiftung. Donnerstag, 25. Oktober: Eva■ Lob-Stiftung. Liwjat Chen. Samstag nach Mincho 4.15 Uhr im Hörsaale, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz über: „Sabbat- und Thoraweihe." Agudas Jisroel-Ortsgruppe. Daf Jaumi Sonntags, 11—12 Uhr, Montag bis Freitag 12—1 Uhr, Samstag 12i/4 Uhr, Herr Sofer, im Vereinslokale, Schwanenstr. 12. Jüdische Frauen-Vereinigung und Agudistische Frauen-Ortsgruppe. Am Montag, den 22. Oktober, abends 8 45 Uhr wird Herr Rektor Karl Ochsenmann im Hörsaale der Synagoge Friedberger Anlage 5 sprechen über: „Was man über die geologischen und geographischen Ver- . hältnisse Palästinas wissen muß." Gäste, Damen willkommen. Jüdische Frauenvereinigung E. V. Gemütliche Zusammenkünft, Diensteg, d. 23. Oktober nachm. 4 Uhr in der Jüdischen Haushaltungsschule, Königswarterstr. 20, Musikalische Darbietungen unter Mitwirkung von Frau Michaels' Frau Wohlfarth und Herrn Würzburger. Gäste herzlich willkommen. Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Nächste Veranstaltungen des Agudistischen Lehrkreises: 25. Oktober und 1- November, Herr Rektor K. Ochsenmann, „Unbekanntes aus Palästina" (Historisches nud Geographisches). Die Redaktion des „Hameaged" wird Anfang Dezember mit der Herausgabe gesammelter Lieder der P. A. J.-Gruppen beginnen. Der Preis stellt sich voraussichtlich auf M. 0-50. Liedervorschläge mit Noten an die Redaktion. Bockenheimer Anlage 12 erbeten Verein Ehemaliger Schüler der S. R. Hirsch-Schule.. Ehemalige Schüler, die Interesse am Schreinerkursus der Schule haben, mögen sich beim Herrn Direktor in der Kanzlei der Schule melden. Jüdischer Tunnerbund E. V. Programm 19 34 Herren: Sonntag 9-12 Uhr, Leichtathletik u. Sport KI. Ostparkwiese, Donnerstag 8.30-10 Uhr Gymnastik u. Turnen S. R. H.-Schule, Tiergarten 8. Jugend: wie Herrenabteilung. Knaben: Sonntag 9-12 Uhr Leichtathlethik u. Sport Kl. Ostparkwiese. Sonntag 2-5 Uhr Fußballspiele nach Bekanntgabe. Montag 6-8 Uhr und Mittwoch 5- 7 Uhr Gymnastik u. Turnen, S. R. H.-Schule. Mädchen: Gruppe 1 Mittwoch 2.30-3.30 Uhr Gymnastik und Turnen, S. R. H.-Schule. Gruppe 2 Mittwoch 5.30-6 30 Uhr Gymnastik u. Turnen, Gruppe 3 6- 30-7.30 Uhr Gymnastik u. Turnen, Isr. Volksschule. Damen: Mittwoch 8.30-10.15 Uhr, Gymnastik und Turnen dto. Gebetzeiten. "^"f? nnw Freitag abend 4.55 im Anschluß Festfeier zur Einbringung einer neuen Sefer Thora, mit Predigt und Chorgesang. Samstag n»3t»n 6.50 Samstag morg. 8.00 Samstag nachm. 1.00 und 4.00 Samstag abend 6.10 Wochengottesdienst: Morgens 6 30 Nachmittags 5.00 Tefillinlegen am Morgen 6.05 HERBST¬ NEUHEITEN V\OD\ sctt*5 nutf-wn horhSIp* HANDSCHUHE STRÜMPFE j.