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Der Israelit · 1934-10-05 · Heft 40 (5.10.1934) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
75 (1934)
Issue
Heft 40 (5.10.1934)
Date
1934-10-05
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
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5. Oktober 1934 D I s r a e Ii t Nr. 40 Seite 13 Landflucht: einen .festen'Wall entgegen;..und Fremde, die sich als Gäste in Brücken aufhielten, fühlten den Zauber, der solchen einheitlichen Dorfgemeinden, in denen jüdisches Leben pulsiert, anhaftet. Je älter Thal wurde, desto mehr hielt , er sich bescheiden;, im Hintergrunde. Doch entging ihm nicht die tiefe Verehrung,' die alt und jung ihm zollte, und schon diesseits genoß er, im Herzen den Vorgeschmack des Lohnes, der jenen bestimmt ist, die ihre Mitmenschen dem Guten zuführen. J Personalien« Lion Wplii Berlin, 3. Oktober. Mit Jomkippur-Ausgang hauchte Lion Wolff, 90 Jahre alt, seine Seele aus. Eine bekannte und markante Persönlichkeit war Lion Wolff, der 1845 in Emden geboren, v sein langes Leben mit Lehrarbeit ausfüllte. Er wirkte in zahlreichen Gemeinden, zuletzt in Tempe Iburg in Pommern, als Lehrer und Prediger,, kämpfte sein Lebenlang für die materiellen Interessen des Lehrerstandes, arbeitete aber auch an der geistigen! Fortbildung seiner jungen Kollegen durch populäre Lehrwerke und verschiedene Agenden, die ihnen den Weg für alle Anlässe ihrer Berufstätigkeit zeigten. Eine große Reihe von Novellen und jüdischen Erzählungen verfaßte Lion Wolff, die in verschiedenen jüdischen Zeitschriften, aber auch in Buchausgabe erschienen sind. Er arbeitete auf diese Art bis in sein hohes Alter hinein und die Verehrung und der Dank seiner Kollegen begleiten ihn in die Ewigkeit. Die Bestattung fand am 23.. ds. in Berlin auf dem Friedhof Weißensee statt. Rabb. Dr. Max W i e n e'r hielt die Gedächtnisrede und Vertreter der Gemeinde Tempelburg, wie Delegierte verschiedener Lehrerverbände sprachen heiße Worte des Dankes an ihren Senior und Wegweiser. •n'aXJn Berlin, 4. Okt. Am 6. Marcheschwan feiert unser Freund und Kollege, Lehrer i. R. S. 'Kuttner., Berlin, Jablonskistr. 24 seinen 7 0. Geburtstag. Wir wünschen ihm;einen heiteren Lebensabend. D'-ifyi mn iy. Hamburg, 3. Oktober. Am 6. Tischri verstarb hier nach langem, schwerem Krankenlager Frau Lea Lina Lewin, Gattin des Rabbiners Dr. Moses Lewin. In Posen als Tochter des. berühmten Talmid ,Chochom Mausche Ephraim Zückermann geboren, wurde sie so schon früh mit den Begriffen „Tauroh im Derech erez" bekannt. An der Seite ihres' Gatten, Rabbiners Dr. Lewin, damals in Posen, verstand sie es, obwohl damals noch recht jung, ihr Haus zum Mittelpunkt der Kehillo zu machen, wo sich Jung und Alt Rat holten. Und als der große Krieg auch das Leben im ruhigen posenschen Städtchen aufr wühlte, als Kriegslazarette und Truppensammelplätze dort errichtet wurden, wuchs sie in ihrer rastlosen Tätigkeit fast über sich selbst hinaus. Mit mütterlicher Sorgfalt umgab sie speziell die jungen Feldgrauen, eifrig bemüht, ihnen, wenn auch nur für kurze Zeit, das Elternhaus zu ersetzen. Schwer traf es diese wackere Frau, als sie durch die veränderten Verhältnisse nach dem Kriege ihren ihr so liebgewordenen Wirkungskreis' verlassen mußte. Tapfer aber wie in allen Lebenslagen auch jetzt, folgte sie ihrem Gatten an seine neue Arbeitsstätte nach Hamburg. Auch hier verstand sie es bald kraft ihrer seltenen Eigenschaften, einen großen Kreis; von Freunden um sich zu scharen. Welcher Beliebtheit und Achtung sie sich allerseits erfreute, zeigte wohl am ehesten das selten große Trauergefolge, das ihr auf ihrem letzten Wege am 7. Tischri das Geleite gab. Schlicht und bescheiden wie sie gelebt, hatte sie sich sämtliche Nachrufe verbeten. Ausschließlich ihrem Gatten gestand sie dieses Recht zu. Wer des-j sen Worte gehört, hat wohl erst; den>.richtigen Be-j griff vqn der wahren!"Größe dieser frommen Frau* erhalten. :::-mH: . ■ > - Möge: ihr fflWt't dem Gatten, der .'Familie'und uns allen; beistehen. ■>';• ' t; ";: . tv*.'- .>;•'::ifl*asjir . , ' , '., •>'■'" '■ Freiburg i. Br., 22. Sept. Eine wirklich fromme Frau ist am Mittwoch,- den 5. ^eptiember abberufen worden. Frau Ida G r e i lsa m'ef geb. Dreifuß, die; Gattin des wegen' seiner schlichten; echten Frömmigkeit und Wohltätigkeit bekannten Herrn Wilhelm Greilsamer, war eine wackere Frau im besten Sinne des Wortes. In stiller Bescheidenheit wirkte sie im Innern des Hauses, aber die Wände dieses Hauses können erzählen von der Gastfreundlichkeit, vonder Fürsorge, von der Güte der Herrin, die sie in über- , reichem Maße allen denen zuteil werden ließ, die dort ein- und ausgingen. Keiner verließ ihr Haus, ohne reichlich bedacht zu .sein und ohne daß gute Worte und Wünscne ihn begleiteten. Und was war sie dem Gatten und den Kindern: Beratende und tätige Helferin dem Ersteren und kluge, zielbewußte Erzieherin ihren. Kindern, die nun um den frischen * Grabeshügel trauernd .stehen und sie .rühmen und preisen. Sie wird an diesen heiligen Tagen ein guter Fürsprecher am Throne des Allmächtigen sein, für den tiefgebeugten Gatten und die verwaisten Kinder, die vor weiterem Ungemach bewahrt bleiben mögen. Unter ungewöhnlich großer Beteiligung aus allen Schichten der Bevölkerung fand das Begräbnis am Freitag, den 7. September, statt. Herr Bezirksrabbiner Dr. Z im e I s und der Schwiegersohn/ Herr M. Löbenberg, Hanau schilderten in ergreifenden Worten das Leben und die Verdienste der Dahingeschiedenen. n*333ri. Trier, 26. Sept. Unter außergewöhnlich starker Beteiligung der hiesigen jüdischen Gemeinde und nichtisraelitischer Bürger wurde der Kaufmann Lippmann L a z a r u s nach schwerem Leiden zu Grabe getragen. Mit ihm ist ein Mann aus dem Leben geschieden, der im besten Sinne des Wortes die Tradition der Trierer Gemeinde verkörperte. Er war eine stadtbekannte, beliebte Persönlichkeit, war stolz auf „seine Gemeinde", stand drei Jahrzehnte in ihrem Dienste, teilte mit allen Freud und Leid, gehörte mehrere Jahrzehnte als guter Berater dem Repräsentantenkollegium an, vertrat mit besonderer Liebe und durch eifrigstes Wirken die Interessen der Vereine ,, Gemilus chasodim" und „Bikkur chaulim", leistete fast Unersetzliches im selbstlosen Dienst der Armenverwaltung und der Krankenbesuche. Wie kein anderer kannte er die Geschichte der Trierer; Gemeinde, erzählte davon sehr angeregt, besonders seinen Kindern. Bei dieser Vielseitigkeit der Interessen für alles kann nicht verschwiegen werden, daß der Entschlafene ein überaus fleißiger, rechtschaffener Kaufmann war, der aus bescheidenen Anfängen sich emporgearbeitet hat und seiner Familie und seinen Geschwistern alles bedeutete. Herr Oberrabbiner Dr. AI tm1 an n zeichnete in meisterhafter Rede das Lebensbild des Entschlafenen, die einen tiefen Eindruck hinterließ. •ivnxin Lauterbach (Hessen),- 26. Sept. Nach längerem Leiden starb im 77. Lebensjahre Sigmund Strauß. Am 3"' aiy wurde er unter lebhafter Anteilnahme weiter Kreise, auch vieler nichtjüdischer Bürger, zu Grabe getragen. Mit Sigmund . Strauß verliert die hiesige Gemeinde ihren Begründer, der mit vorbildlicher Gewissenhaftigkeit und Treue, mit . seltenem Geschicke und Weitblick die religiösen Belange zu vertreten und zu befestigen verstand. Die Errichtung'des nun 26 Jahre bestehenden G'tteshauses, die Erwerbung des jüdischen Friedhofes, die Erhaltung der religiösen Institutionen waren seiner Initiative und seiner energischen, zielbewußten Führung zu verdanken. Wo es galt, für die Erhaltung jüdischen Lebens und jüdischer Einrichtungen auf dem Plane zu sein, war Sigmund Strauß der von allen Mitgliedern der Gemeinde, aber auch von den Behörden hochgeachtete und durch sein taktvolles Auftreten geschätzte Vertreter seiner Glaubensgemeinschaft. Mehr als 20 Jahre hat er alle Schwierigkeiten, die sich der Entwicklung des Gemeindelebens entgegenstellten, zu bannen gewußt, Der Dank und die Anerkennung aller bleiben ihm über das Grab hinaus erhalteVi. Sigmund Strauß war als Vertreter' der Getreidebranche bis in seine letzten Lebenstage regelmäßiger Besucher der Frankfurter Getreidebörse und war dort wie im Verkehr mit seiner Landkundschaft durch seine von strengster Gewissenhaftigkeit und Solidität getragenen Geschäftsprinzipien hochgeachtet. Die Lauterbacher Gemeinde hat einen ihrer Besten verloren, dessen Name mit der Geschichte der jüdischen Gemeinschaft für alle Zeiten eng verknüpft bleiben wird. •rraxan Vermischtes» Birkehau (Odenwald), 27. Sept. Unsere kleine Gemeinde begeht;.am' 14. Oktober, ihr 75jähriges 'S y n a g o g e 'n.-i J ub.il a u m , verbunden mit r einer Feier in der Synagoge. Allen ehemaligen Birkenauern ist Gelegenheit geboten, daran teilzunehmen. Familien-Nachrichten. Geburten: Ein Sohn, Fritz Hirsch und Frau Selma geb. Kaufmann, Ladenburg. Barmizwoh: Julius, Sohn des Herrn Moritz Klugmann, Nürnberg, Bleichstr. 12, m's MB?. Verlobte: Else Hirsch, Hersfeld mit Gerson Starkhaus, Fürth/B. Vermählte: Hetti Neumänn, Unna, Erich Jacobs Kassel, 9. lO. in Nuttlar/Westf- Silberne Hochzeit: Lion Goldschmidt und Frau, Schlüchtern- Gestorben: Julius Kaufmann IL Ladenburg, 85 Jahre alt, 2. Oktober. Frankfurter Vereinskälender. Verein Mekor Chajim. Freitag abend nach Schul: Mikro-Eröffnungsvortrag, .Herr Red. S. Schachnowitz, Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr R.-A. Dr. E. Posen — 11 Uhr im Vereinslokal (ebenso Sonntag morg. 8 Uhr) Gemoro, Herr J. Soff er. — Mikroschiur des Herrn Rabbiner H. Mayer Schabbos 3/4 Stunde vor Mincho im Vereinslokal. . Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, DTK "»n, Herr S. Schachnowitz. Sonntag vorm. 9 Uhr, im Vereinslok. „Mögen Awrohom" Herr R.-A» Dr, Schlesinger- Montag morgen nach Schul (auch Donnerstag): Mischna- Mitgliederlernen, abends 7 Uhr im Vereinslokal (auch Mittwoch) Gemoro Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. Dienstag (auch Donnerstag) abends 7 Uhr Gemoro, Herr R.-A- Dr. E- Posen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna. Herr R.-A- Dr. E. Posen. ';' ' Jahrzeitsstiftungen. Dienstag, 9- 'Oktober: Maximilian Bier-Stiftung- Donnerstag, 11. Oktober: Benny Isidor Benjamin- Stiftung- Donnerstag, 11. Oktober: Meier Selig Goldschmidt- Stiftung. Liwjat Chen. Samstag 4.45 Uhr im Hörsaale, Vortrag des Herrn Schachnowitz: „Der Winterfreitagabend und das Kind". Agudas Jisrocl-Ortsgruppe. Daf Jaumi Sonntags, 11—12 Uhr, Montag bis Freitag 12—1 Uhr, Samstag 1274 Uhr, Herr Sofer, im Vereinslokale, Schwanenstr. 12. Selbsthilfegruppen jüdischer Blinder und Körperbehinderter. Nächste Mitgliederversammlung Dienstag, den 9. Oktober, 20. Uhr pünktlim Turnsaal des Israelitischen Horts, Bleichstr. 8, Vortrag von Syndikus Dr. Matzdorff „Was muß der Laie von Recht wissen?" Freunde der Blinden und Körperbehinderten sind als Gäste herzlich willkommen. Gruppe berufstätiger Frauen. Dienstag, den 9. Oktober 20-30 Uhr im' jüdischen Mädchenheim, Hans Handwerkerstr. 3, Gemeinsames Lesen des Buches von Tendlau: „Jüdische Sprichwörter", daran anschließend Besprechung altjüdischen Kulturlebens. Leitung: Frl. Bertka Pappenheim. Gesellschaft für jüdische Volksbildung e. V. Montag, den 12- Oktober. 20.30 Uhr Vortrag von Arthur Holde über „Das jüdische Volkslied" unter Mitwirkung von Oberkantor Naumow-Fleischmann. Unkostenbeitrag M 0.30, Mitglieder M. 0.20. Karten an der Abendkasse im Gesellschaftshaus. Jüdischer Tunnerbund E. V. Programm 1934 Herren: Sonntag 9-12 Uhr, Leichtathletik u- Sport Kl. Ostparkwiese. Donnerstag 8.30-10 Uhr Gymnastik "- u. Turnen S. R. H.-Schule, Tiergarten 8. Jugend: wie Herrenabteilung. Knaben: Sonntag 9-12 Uhr Leichtathlethik u. Sport Kl. Ostparkwiese. Sonntag 2-5 Uhr Fußballspiele nach Bekanntgabe. Montag 6-8 Uhr und Mittwoch 5- 7 Uhr Gymnastik u. Turnen, S. R. H.-Schule. Mädchen: Gruppe 1 Mittwoch 2.30-3.30 Uhr Gymnastik und Turnen, S. R. H.-Schule. Gruppe 2Mitt- , woch 5-30-6 30 Uhr Gymnastik u. Turnen, Gruppe 3 6- 30-7-30 Uhr Gymnastik u. Turnen, Isr. Volksschule. D a m e n : Mittwoch 8.30-10.15 Uhr, Gymnastik und Turnen dto. Gebetzeiten; '' ■' rptwi^ftat^;'" .; - . i i. Freitag..abend 5.25 j Samstag, nnawn 6.50 . . Samstag morg. 8.00 . . ■ Samstag nachm. 1.00 und 4.30 . . Samstag abend 6.40 ' ..,,[ uvu r . .^ochengottesdienst: Morgens 6.30 Nachmittags 5.30 Tefillinlegen am Morgen 5.45 Briefkasten. ' J. W, in K. M. 5.— für Spende eingegangen. L. G. in B. Das werden vielleicht auch schon andere herausgefunden haben, daß man, wo es an iec- Gerät mangelt, auch in einer Konservenbüchse Eier kochen kann. Besten Dank- Ch. 44. Soviel uns bekannt, ist das Werk im Selbstverlag in Leipzig erschienen. ^ÖDlSCtt% ruitfwn. V

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