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Der Israelit · 1934-09-21 · Heft 38-39 (21.9.1934) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
75 (1934)
Issue
Heft 38-39 (21.9.1934)
Date
1934-09-21
Page
– (sequence 13)
Language
German
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21. September 1934 Der Israelit Nr. 38/39 Seite 13 „Mosche olo lamoraum!" Noch einmal und wieder einmal: „Awrohcm somach besimchas toro!" usw. Wieder werden Juden aufgerufen, Leibi heißt jetzt — Arie, Berl — Dow,' Hirseh'el — Zwi, Mendl — Menachem usw. Die Thoras wandern durch ..eine [ungeheure lange [Kette von Händen. Immer rasender und feuriger steigern sich die heiligen Lobhymnen. ' Bei der Haköfo „Oser dalim" .geht es besonders, lustig und fröhlich'zu. Und. nun stellt euch bereit. Jetzt bekommt ihr alle Hakofaus. Breitet die Arme aus, umschlingt die Thoras und haltet sie fest, fest! Ihr müßt es spüren, daß ihr Thoras tragt. Die Leiden lasten, die Freuden erleichtern. Die Rolle ist schwer, ihre Gesetze zu befolgen noch schwerer, sie achten und lieben aber ist leicht.. „Kodausch wenauro hoschio no!" Marschiert, Kihder,; voran!: Drückt die Thoras ans Herz! So! „Rachum wechanun hazlicho no. Schomer habris anenu bejaum korenu!" Hillel. Von Dr. med. J. Weigl s. A. * (Fortsetzung.) Jeher ging weg; eswährte indessen nicht lange, so kehrte er; zurück und rief Hillel wie die beiden anderen Male an. Abrmals unterbrach der Weise seine Beschäftigung, empfing ihn freundlich und fragte ihn, was er wünsche. ,.Warum", begann jener, „haben die Leute in Afrika so breite Fußsohlen?" Hillel meinte, das käme davon, weil sie in sumpfigen Gegenden wohnen'u.nd daher gezwungen sind, barfuß zu gehen. ' Das stellte den Fragenden , zufrieden. „Ach," sagte er, „wie viele Fragen hätte ich noch nötig an dich zu stellen, müßte ich nicht befürchten, daß ich deine Geduld ermüde!" „Aber das ist doch keineswegs der Fall,"^ erwiderte Hillel freundlich mit unbesiegtem Gleichmut; er nahm an dessen Seite Platz und ermunterte ihn, getrost weiter zu fragen, da er gerne bereit sei, auf alle Fragen zu antworten. Nun. aber war "es mit der Geduld des Fragenden zu i Ende, so daß er ausrief:. „Bist du jener Hillel, den man den Nassi Israels nennt?" „Gewiß," entgegnete Hillel. „Dann," sagte der Andere, „möge der Himmel es geben, daß nicht viele deinesgleichen in Israel seien!" Erstaunt fragte Hillel: „Und warum denn, mein Sohn?" „Darum," antwortete jener, „weil mich deine Geduld um die Summe von 400 Sus bringt." „Sei in Zukunft vorsichtiger, mein Sohn!" sagte Hillel, ohne eine Spur von Erzürntsein. „Hillel ist es doch wohl wert, daß du 400 Sus und nochmal so viel um.: seinetwillen verlierst; denn auch in diesem Fall, kannst Du seinen Gleichmut nicht bezwingen." Ein paar andere Beispiele mögen uns Hillels1 bewunderungswürdige Sanftmut zeigen. Wie' die. vorstehende Episode entnehmen wir auch da? .,fplgenden dejr babylonischen. Q$m,ara,v dieser reichen Fundstätte: alles? Wissens; in religiösen! und:weltlichen.Dingfej«, . —. •:. •-^r-y .o; ':)Einst kam ein Nichtjüdezu Schammai, da er in 'das Judentum aufgenommen-' werden- -wollte,; undstellte die Frage, wieviel Lehien es liabe. Schämmäi antwortete: „Die schriftliche und mündliche! Thora". Der Nichtjüde sagte darauf: „Die schriftliche will ich glauben, die mündliche nicht. Nimm mich in das Judentum auf; aber unter der Bedingung will ich es, daß du nur die schriftliche Thora mich lehrest." Schammai, der* leicht erregbar war, schrie ihn an und schickte! ihn mit einem Verweis weg. Nun "ging j£ner zu Hillel und trug, ihm sein Anliegen vor. Dieser nahm ihnr freundlich auf; Am ersten Tage lehrte; er ihn die Buchstaben nach der,, gewöhnlichen! Reihenfolge: ,tfr 3' > 1 usw. Den nächsten Tag} hingegen brachte er cfie Reihenfolge gerade umgekehrt.. Da sagte der Nichtjüde: „Gestern hast du .mich aber nicht so gelehrt." Hillel erwiderte: „Wenn du dich in der Reihenfolge der Buchstaben schon zu Treu und Glauben auf mich verlassen mußt, so verlasse dich aus dem gleichen Grund auf mich auch in der Annahme der mündlichen Thora." Ein anderer Nichtjüde ging zu Schammai, um sich belehren zu lassen; er stellte diesem die eigentümliche Forderung, ihn die ganze Thora zu lehren, solange er auf einem Fuße stehend aushalten könne. Da erzürnte Schämmäi; er schlug denselben mit dem Maßstabe, den er eben zur Hand hatte. Nun suchte Jener Hillel auf. Dieser sagte zu ihm: „Was dir nicht lieb ist, das tue auch deinem Nächsten nicht! Dies ist das ganze Gesetz. Alles weitere ist Kommentar (Erläuterung), Gehe also hin und lerne ihn!" Ein dritter Nichtjüde kam zu Schammai, Er wollte Jude werden, forderte aber als Bedingung, daß man ihn später zum Hohepriester mache. Diese ungeziemende Forderung brachte Schammai derart in Aufregung, daß er. ihn mit dem Stocke wegjagte. Auch er suchte dann Hillel auf. Letzterer sprach: „Wenn man einen König einsetzt, so muß er vor allem die Formen des Benehmens, wie es zu Hofe üblich ist, kennen. Mit dem gleichen Recht kann man von dir ein ähnliches verlangen." Der Nichtjüde machte sich daran, die Thora zu lernen. Hierbei stieß er eines Tages auf den Vers: Der Laie, der sich zu nähern wagt, um den Dienst des Priesters zu verrichten, soll des Todes sein. Er erkundigte sich: Wen soll man darunter verstehen? Es ward ihm die Antwort: selbst-der König David bildet keine Ausanhme davon. Hierauf überlegte sich der Nichtjüde seine Forderung und sagte sich: Wenn dem so ist, welches Schicksal möchte einem Proselyten bevorstehen, der gegen das Gesetz handelt! Er begab sich zu Hillel und dankte ihm für dessen weise und milde Belehrung. Eines Tages nun kamen die drei zusammen und sagten; „Schammais Zornmütigkeit wollte uns aus der Welt stoßen; aber Hillels Sanftmut führte uns unter die Fittiche des Ewigen." Und der Talmud knüpft an die Erzählung dieser Episoden das mahnende Worts „Allezeit sei , der Mensch sanftmütig wie Hillel und niemals zorn- ' mütig wie Schammai!" (Fortsetzung folgt.) Auflösung des hebräischen Rätsels aus Nr. 36, nw> " V2W J,ön 01712; ,; . . m bbn Richtige Lösungen sandten ein: David Wilder, Dres-: den, Ida und Erna Langsam, Ida und Erna Adest, Frankfurt a. M.; Samson Baer, Berlin; Jakob Meierhof, Leipzig; Helene Lidzbarski, Nathan Carlebach, Frankfurt a. M.; J. H. Tempelhof, Köln; E. und Ph. Pfeffer, Dresden..; . , ,;. , i Briefkasten. Kantor M. L, in K.1 Das bedäüerliche' 'Versehen des Setzers möge für den..Betreffendenwvwbviavn. bedeuten. L. Eiterfeld. Mk. 10.— für angegebene Spende eingegangen. J. W. in Dr. Den Kalender erhielten Sie. Wegen des anderen Kalenders müssen Sie sich direkt an die Gesellschaft wenden, da. wir über ihre Erzeugnisse nicht verfügen. : Familien-Nachrichten. Barmizwoh: Fr.edi, Sohn des Herrn Karl van Dyk, Aurich, WTKn nar. — Erich, Sohn des Herrn Dr. Leo Teitz, Fürth i ,B.f Ad. Hitlerstr. 10. nsnan Virt nnw« — Raphael Benjamin, Sohn des Herrn Jonas Sänger, Ffm., Ostendstr.- 9. nwa naw;.,. .; Verlobt.e: Ruth- Benjamin,., Würzburg, Erich' Schloß, Heilbronn a. N., beide' in Tel Awiw. Vermählte: Josef Aron, Jerusalem (Ffm.) mit Bathia geb. Mottes, Jerusalem. vxm Vi^k t-> 6 0. Geburtstag: Isidor Glücksmann,'; Ffm., Wollgraben 6. 1. Oktober. Gestorben: Sigmund Sender, Wiesbaden, Rüdesheimerstr. 38. 50 Jahre alt am 5. 9, Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Lehrplan für die mao-Woche. 1. Tag (Montag) morgens nach Schul im Hörsaal Jahrzeits-Stiftungslernen, Emanuel Landau- und Nathan Homburger-Stiftung. — nachmittags 1 Stunde vor Nacht im Hörsaal: Von der Bedeutung der arm "na. Herr Dr. Fritz Homburger. 2. Tag (Dienstag) nachmittags 1 Stunde vor Nacht im Hörsaal -Unna» Herr Dozent Julius Ehrentreu. n*mn ron7 morgens nach Schul im- Hörsaal: Herr Dajan Dr. E. Posen. nachmittags 4 im Vereinslokal nman nsn (Mikro). Herr Rabbiner H. Mayer. nachmittags im Anschluß an nna» im Hörsaal: „Koheleth, das Buch unserer Zeit". Herr Dr. S. Ehrmann. Samstag »".nn abends 9 Uhr im Vereinslokal KiPPln Nan-Lernen. mxsr -wnv nachmittags im Anschluß an nrua „Das Abschiedsmahl" (im Hörsaal). Herr Rabbiner H. Mayer. nun nnnw vormittags 6.15 Uhr im Vereinslokal: naawrt- Oren. (Es ist vorgesehen, sämtliche Teilnehmer aufzurufen.} J ahr Zeitsstiftungen. Sonntag, 23. September: Dajan Gerson Posen-Stiftg. Mittwoch, 3. Oktober: Johanna Bickhardt-Stiftung. Mittwoch, 3. Oktober: Bertha Benjamin-Stiftung. Freitag, 5. Oktober: Jacob L. Sänger-Stiftung. n»»Ria rav, Freitag abend nach Schul im Hörsaal: Mikro (Eröffnungsvortrag). Herr Redakteur S. Schachnowitz. Liwjat Chen. Samstag 4.45 Uhr im Hörsaale, Vortrag des Herrn Schachnowitz: „Kraft und Freude". Agudas Jisroel-Orisgruppe. Daf Jaumi Sonntags. 11—12 Uhr. Montag bis Freitag 12—1 Uhr, Samstag 12l/4 Uhr, Herr Sofer, im Vereinslokale, Schwanenstri 12. Gebetzeiten. irran rntp Freitag abend 5.55 Samstag rmapn 6.50 Samstag morg. 8.00 Samstag nachm. 1.00 und 4.30 Samstag abend 7.10 . Wochengottesdienst: Morgens 6 30 Nachmittags 6.00 Tefillinlegen am Morgen 5.25 n 1 D 1 0 Sonntag abend 6.05 Montag und Dienstag früh 6.30 Montag und Dienstag morgens 8.00 Montag und Dienstag nachm. 1.00 u. 4.30 Montag und Dienstag abend 7.05 Tjnan "?in raw Freitag abend 5.40 Samstag n»3»n 6.50 Samstag morgens 8.00 Samstag nachm. 1.00 u. 4.30 Samstag abend 6.55 Wochengottesdienst: Morgens 6,30 * ^Nachmittags'6.00!'' Sonntag'-vorm. 6:00 : <; \ 1 v. Tefillinlegen am Morgen 5.35 ( . •mm pnaun rms? wpv Sonntag abend 5.50 ... .>■.',■. : ■, i Montag und Dienstag früh 6.50 Montag und Dienstag morgens 8.00 1 ' Montag Predigt Montag und Dienstag nachm. 1.00 u. 4.30 Montag und Dienstag abend 6.50 . Wochengottesdienst: Morgens 6.30 . Nachmittags 5.30 Tefillinlegen am Morgen 5.35 Aß^ttttottfafleurta* 4färtmcfaimH&n2 Disarteron m m Vorboten beachten, ehe es £U spät ist I Rechtzeitig vor* beugen mit DI5ARTERON I Zahlreiche Aerzte bestätigen die überaus günstigen. Erfolqe dieses »einen 4-Pflanzen« .Präparate*. .; in aUen Apotheken erh'aWcft*

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