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Der Israelit · 1934-09-06 · Heft 36 (6.9.1934) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
75 (1934)
Issue
Heft 36 (6.9.1934)
Date
1934-09-06
Page
– (sequence 13)
Language
German
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6. September 1934 bensende bewahrt hat. Mit herzlich-innigem Danke für das hingebend treue, segens- und erfolgreiche Wirken des Verstorbenen schloß Landrabbiner Dr. Blum. Sodann sprachen noch Dankesworte Herr Lehrer Lach.mann, der zweite Beamte der Gemeinde Aurich, und der 1. Vorsteher, Herr Jakob Wolf.f. Eingerahmt wurden die Reden durch stimmungsvolle Gesänge und Rezitatiönen. Ein unübersehbarer Zug setzte sich sodann nach dem Friedhofe in Bewegung, wo Herr Lehrer H a r t o g , Wilhelmshaven für die ehemaligen Schüler, Herr Lehrer Klein, Norden für. den Bund gesetzestreuer jüdischer Lehrer und die Freie Vereinigung und Herr Lehrer Popper, Leer für den Verein der Lehrer Ostfrieslands und Emslands Worte herzlichen Dankes und ehrenden Nachrufes sprachen. Dann senkten wir, was sterblich gewesen an Benjamin Wolff, in die Gruft. Sein Geist aber wird, weiter Segen bringend, fortleben in der Gemeinde Aurich. ^"xi. D I s r a e I i t Die Frankfurter Woche- Pinkus Klibansky V^T« Plötzlich und unerwartet hauchte am Donherstag wie durch r\p>v} nrra Pinkus Klibansky, eine bekannte und markante Persönlichkeit der Frankfurter Judenheit, seine Seele aus. Die Kunde kam so überraschend, daß sie auf den - weiten Kreis der Freunde Klibariskys geradezu betäubend wirkt. Pinkus Klibansky, ein Frankfurter Kind, dankte seine erste Bildung der S. R. Hirsch-Schule und dem Kölner Lehrerseminar unter Direktor Plato V"ST' Aber schon in ganz jungen Jahren gelang es ihm, mit außerordentlicher Energie und mittels seiner Begabung, seines Wissensdurstes und seiner Liebe zum Kinde sich noch aus eigener Kraft in höhere Geistessphären hinaufzuarbeiten und zu einem Jugendbildner von Weltruf zu werden. In seinem Knabenpensionat, verbunden mit Fortbildungsschule, erzog er in mehr als drei Jahrzehnten ganze jüdische Generationen für Thora und Wissen, für :Welt und Judentum, so daß man heute in aller Welt jüdische Menschen -antreffen kann, die die Grundlagen; ihrer Bildung und ihrer gefestigten jüdischen Welt- und Lebensanschauung im Frankfurter internationalen Klibansky-Institut erhielten. Ein Pädagoge par excellence, wußte er bei der erzieherischen Formung des heterogenen Schülermaterials aus aller Herren Länder eine Energie mit einer gütigen Liebe zuverbinden, die an den Gärtner erinnerte, der seine Blumen unter dem gleichmäßigen Einfluß von Sonne und Regen heranblühen läßt. An seiner unentwegten Tatkraft und seiner inneren Geschlossenheit könnten sich die Zöglinge emporranken, von ihm lernten sie die unverdrossene Arbeit in Liebe und Entschlossenheit, mit einem klaren Ziele vor Augen, von ihm auch den Optimismus und den Frohsinn, der die Hand nicht erschlaffen und den Geist nicht ermüden läßt. Ein glühender Freund der jüdischen Liturgie und mit einer herrlichen Stimme begabt,, fungierte er auch lange Jahrzehnte, mehr aus Neigung und innerer Berufung, als erster Kantor der Synagoge U n t e r 1 i nd a u. Es kam ihm stets mehr auf die Würde des Vortrages und auf die gesangliche Interpretation des Textes an als auf künstlerische Ausschmückung, und damit gewann er die Herzen der Beter, riß er sie zur Andacht hin. Er war ein treuer Jünger seines Meisters Frieslander, dem er auch eine im Jahre 1894 erschienene vielbeachtete Sammlung von Synagogengesängen widmete, und er hütete in Treue seine Tradition. Klibansky, in dessen J31ut gewiß die schöpferischen Impulse des Ostens mitsprachen, war ehrlich genug, um sich als treuer Freund des g e - pflegten süddeutschen Niggun und Verteidiger desselben gegen das traditionslose östliche Chasonus zu bewähren. Er schrieb und sprach viel darüber und war auch Anwalt des süddeutschen Chasonus am Omud. Vor mehreren Jahren, da seine pädagogische Lebensarbeit seine ganze Kraft beanspruchte, zog er sich von seinem Vorbeteramte zurück. Aber er blieb Freund des jüdischen Gesanges, und wenn er bei Gelegenheit seine Stimme doch noch ehrenamtlich am Vorbeterpulte ertönen ließ, so war es ein Fest für seine Gemeinde. Noch im letzten Jahre trug er am Jomkippur das Neilohgebet vor, daß die Gemeinde förmlich hingerissen war. Auch dieses Jahr war er wieder für das Schlußgebet in seiner Gemeinde vorgesehen, aber schon früher erklang ihm nach unerforschlichem Ratschlüsse das Ql\ma "»3 "VDS« der G'ttessängej: hat ausgesungen! ... Auf dem neuen Friedhofe der Israelitischen Gemeinde schilderten am Freitag vor einem überaus __ Nr. 36 Seite 13 NI$UE£S arth^tr°hellmer Einladung für Abonnement Festes Abonnement. Fester Tag und fester Platz 50°/o d- Kassenpreise. Wahlfreies Abonnement Tag und Stück wählt der Abonnent 50°/0 der Kassenpreise. Volkstümliches Abonnement Abonnementstage nur Montag u. Freitag 66%0I0 der Kassenpreise Verlangen Sie unseren reich bebilderten Abonnements - Prospekt. Erste Vorstellung Samstag abend 15. September „STR ASSENMUSIK" Lustspiel mit Musik. großen Trauergeleite die Herren Rabbiner Dr. Jakob Horovitz und Dr. J. Hoffmann die Wirksamkeit des Heimgegangenen und was wir alle weit über den Kreis der Seinen hinaus in ihm verloren haben. Einen lieben hilfreichen Menschen, einen aufrechten, mizwohfrohen Jehudi, einen teuren Freund, der stets für seine Freunde ein gutes, liebes Wort hatte, trugen wir zu Grabe; ein musterhafter Gatte wird von einer Gattin betrauert, die ihm die beste Mitarbeiterin und Wegegenossin im Aufwärtsstreben von Jahrzehnten war, es trauern um ihn zwei Söhne (Realschuldirektor Klibansky in Köln und Herr Rechtsanwalt J. Klibansky in Aschaffenburg), die den Stolz und die Freude seines Lebens ausmachten. Wir alle werden ihm ein ehrendes' liebes Angedenken bewahren, rrasan- Der Kalender der Gesellschaft für jüdische Volksbildung Frankfurt a, M. Die Gesellschaft für jüdische Volksbildung in Frankfurt a. M. bietet ihren Mitgliedern zu Roschhaschonoh einen hübsch ausgestatteten jüdischen Kalender in Taschenformat. Er ist herausgegeben von Rabb. Dr. Georg Salzberger und Professor Dr. Moritz Werner und im Verlage von M. Lehrberger u. Co., Frankfurt a. M. gedruckt. Das Kalendarium ist das übliche, von Isaak Sulzb a c h zusammengestellte, demnach genau und korrekt wie immer. Text und Asustattung stehen im Zeichen des Rambamjahres, aus Anlaß des achthundertjährigen Geburtstags von Maimonides am noD any 1935. So ist eingangs das Druckstück eines eigenhändigen Briefes des Rambam mit seiner Unterschrift veröffentlicht. Die Einleitung gibt einige Auskunft über das jüdische Mondjahr und kurze Charakterisierung der Fest- und Gedenktage.' Es folgt eine längere Arbeit zur Würdigung von Maim^mosMMm^' GEGRÜNDET 1869 AA&AS' KAISERSTRASSE 23 -^Vi£!äWl|Ä^<!aÖiiP« S^ltB E'Ri^" Ü'H RE:N."? -T^RTÄU Rl NGE ♦ um *************************** ♦ Ihrer werten Kundschaft wünschen ♦ \ nxio rinTim navn ♦ £ WOLF EHRLICH XJIW TRAU * ♦ UHRMACHER, Uhlandstr. 11 J *»tni»«<nim*»«M>u»»Mt«»»»»»«mu> i************•>***♦♦♦♦♦♦♦♦**************** .Herzlich tJ'TIlD unc? 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