Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 75 (1934)
- Issue
- Heft 34 (23.8.1934)
- Date
- 1934-08-23
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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23. August, 1934!! I i t Nr. 33 Seite 13 Personalien. Friedberg (Hessen), 18. Aug. Am 25. August begeht Herr Julius Kann, Mitinhaber der Firma Emil Reis Nachf., seinen 7 5. Geburtstag in voller körperlicher und geistiger Frische. Herr Kann hat dem Worstande der hiesigen Gemeinde als stellvertretender Vorsitzender 29 Jahre lang angehört. Noch heute ist Herr Kann als Vorsitzender der Darlehenskasse in der Wohlfahrtspflege tätig. Wir wünschen dem verdienstvollen und aufrichtigen Menschen .einen recht gesegneten Lebensabend. Lorsch (Hessen), 20. Aug. Am mn 's rav beging Herr Abraham Abraham in seltener körperlicher und geistiger Frische, geehrt von der jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerung, im Kreise seiner Familie, den 8 0. Geburtstag. Herr Abraham übt noch heute — ehrenamtlich — die Funktion des „Bai Kaure" aus, und hält allsabbatlich den Gemeinde-Schiur ab. Zur Feier des Tages prangte die Synagoge sowie der Platz des Gefeierten in festlichem Blumenschmuck. Nach dem Einheben brachte der Vorstarid der Gemeinde, Herr Alfred Lorch, in warmen Worten den besonderen Dank der Gemeinde zum Ausdruck und überreichte in deren Auftrag ein Geschenk. Herr Rabbiner Dr. Merzbach, Darmstadt, gratulierte in einem herzlichen Schreiben von der Urlaubsreise, unter Verleihung des Ehrentitel „Chower". Möge es Herrn Abraham vergönnt sein, diese heiligen Funktionen in gleicher Jugendfrische und Gesundheit auszuüben.'. Vermischtes. Berlin, 20. Aug. Ein Mieter, der bei seinem Wirt einen Fleischerladen gemietet hatte, war von diesem auf Zahlung der Miete verklagt worden. Gegen die Klage wurde von dem Beklagten Fleischer eine Herabsetzung des Mietzinses geltend gemacht und zur Begründung auf das von der Regierung erlassene Schächtverbot Bezug genommen. Das Kammergericht hat diesen 'Minderungsanspruch;nicht anerkannt, da die Voraussetzungen des § 537 BGB. nach Ansicht des Kammergerichts nicht erfüllt sind. Nahe § 1 des Gesetzes vom 21. April 1933 über das Schlachten warmblütiger Tiere, in Kraft seit dem 1. Mai 1933, sind warmblütige Tiere beim Schlachten vor Beginn der Blutentziehung zu betäuben. Damit ist das jüdischen Vorschriften entsprechende Schlachten ohne vorherige Betäubung im ganzen Reichsgebiet verboten und die Zuwiderhandlung unter Strafe gestellt. Das Verbot richtet sich somit gegen einen bestimmten Kreis von Personen, nämlich die nach jüdischen Vorschriften schlachtenden Schlächter in ganz Deutschland. Ob durch das Verbot ein Mangel der Mieträume im Sinne des § 537 BGB. herbeigeführt werden kann, kann dahingestellt bleiben. Denn im vorliegenden Fall ist vor allem deswegen ein Mangel nicht entstanden, weil die Beklagte in den Mieträumen gar nicht schachten, sondern nur geschächtetes Fleisch verkaufen sollte und verkauft hat. Der Verkauf geschächteten Fleisches ist der Beklagten aber nach wie vor nach ihren eigenen Angaben möglich, indem sie derartiges Fleisch aus dem Ausland einführt. Daß der Preis des Fleisches infolge der Belastung mit Zöllen und Abgaben verteuert wird, ist unerheblich und stellt jedenfalls einen Mangel im Sinne des § 537 BGB. nicht dar. Die Verminderung des Umsatzes der Beklagten beruht nicht auf einem die Tauglichkeit der Mietsache mindernden Fehler, Der von dem beklagten Fleischer gemietete Laden kann nach wie vor dem Erlaß des Gesetzes über das Schächtverbot zum Betrieb rituellen Fleischverkaufs benutzt werden. Das Schächtverbot befreit den Beklagten also nicht von der Zahlung des Mietzinses oder eines: Teils des Mietzinses. TeLAwiw, 13J;!Aug. Die religiös-nationale Vereinigung „J e.h u d", veranstaltete .am Sabbat Nachamu zum ersten Male ein Minjän. Etwa 200 Menschen waren anwesend, wohl durchweg Einwanderer aus Deutschland. Im Laufe der nächsten Monate wird sich der Verein konsolidieren, besonders, nach-: dem Dr. Emil Levy aus Berlin sein Amt als Rabbiner des Vereins angetreten haben wird. Andere Kreise können in dieser konservativen Richtung keineswegs ihr Genüge finden; sie streben daher nach einer ausgesprochen orthodoxen Thora- Kapazität. Da Tel Awiw heute mindestens zehntausend deutsche Juden zählt, so gibt es darunter sicher auch eine bemerkenswerte Anzahl von streng positiver Thora-Einstellung in Theorie und Praxis, S. G, Famiii enna chri chten. Barmizwoh: Erich Max, Sohn d. Herrn David Sommer, Windeckeh (Landkreis Hanau a. M.) r-iaff KJfn 'S- Akiba, Sohn des Herrn Rafael Erlanger, Luzern, Bruchstr. 5. axn'3 nat?« — Herbert, Sohn der; j Unserer werten Kundschaft wünscht ♦ |ö" nrtawi mw na*nm nrnin* ♦ Adolf Hirschmann & Co. ♦ ♦ Frankfurt a. M., Gwinnerstr. 6 J Frau Ella Rosemann, Berlin NW. 87, Solingerstr. 5. Kinn '3 mv, Synagoge Siegmundshof 11. Verlobte: Margot Pfifferling, Marburg (L,) mit Raymond Weil, Marly le Roi—Paris. Yermählte: . Hildegard Steckelmacher, Gailingen, mit Jizchok Foister, Haifa. 28. 8. 34. Silberne Hochzeit: Benjamin Löb u. Frau, Birkenau i. O., 26. Aug. 34. — Lazar Hamburg und Frau Rahel geb. Sulzbach;-Hamburg 13, Rutschbahn 5. 21. Elul. Louis Strauß u. Frau Ida geb. Frank, Schöllkrippen. 31. 8. 34. 25jährige s' Jubiläum: Lehrer A. Freund, Delmenhorst, feiert :am 1, September sein 25jähriges Amts- und Ortsjubiläum. Glückwunsch- Inserate für rttt2?n tpin in drei Größen zum Sondertarif | Allen Ib. Verwandten u. Freund, herzl. ♦ s naio nnv.m mvo i J Josef Kaufmann, Berlin N. Ohmstr. 2 t i mm 2 sp. 4.50 J Allen Verwandten, Freunden und Be- ± I kannten nur auf diesem Wege die herzl. J \ trtTO-Wüasche l 20mmj.p. IS. Feldstein und Frau, Regina» t geb. Lichter ♦ X Frankfurt a. M. Sandweg 56 J Die Beträge wolle man auf Postscheckkonto t Nr. 19 802 überweisen, den Text durch Postj karte einsenden. Texte, die bis zum 5, September in unserem Besitze sind, werden in der' Rosch-ha-schono-Nummer, später eintreffende in der darauffolgenden veröffentlicht. Frankfurt a. M. Die Anzeigen-Verwaltung des Israelit Sammelinserat Ablösung für Erez Jisroel. Wet seine Glückwünsche zu Gunsten von1; Erez Jisroel abzulösen und keine Anzeige zu veröffentlichen wünscht, wolle dem nach Belieben festzusetzenden Ablösungsbetrag eine Gebühr von 1.50 Mark für die Veröffentlichung von Namen und Wohnort im Sammelinserat beifügen. Die Frankfurter Woche. Adolf Steinberger V'^T« In den Tagen der rmn: trugen wir Adolf.Steinb e r g e r im vollendeten 78. Lebensjahre zu Grabe. Ein Leben der Arbeit, Genügsamkeit und Zufriedenheit, durchsonnt von tiefer Frömmigkeit und Herzlichkeit, fand ein harmonisches Ende. Ein volles Vierteljahrhundert wohnte er in Frankfurt, wo ihn im Jahre 1920 die gleichgesinnte Gattin im Tode voranging. Er lebte seitdem bei seinen Kindern, die voll rührender Liebe zum Vater hirfaufsahen und ihm den Lebensabend taadh Möglichkeit zu verschönen, suchten. Aber sein Leben kannte im Grunde keinen Feierabend, denn unermüdlich tätig blieb er im Geschäfte und bewahrte reges Interesse für alle Anliegen des Lebens bis zuletzt. Bei den Lernschiurim des Mekor Chajim war er stets der "Aufmerksamsten einer und im Geiste von nawsi mwi. ierzog er auch seine Kinder. Sein msr wird ihnen beistehen. n»3!»n- Verein Mekor Chajim E. V. Mit Schulbeginn werden die durch die Ferien teilweise unterbrochenen Schiurim wieder in vollem Umfange durchgeführt und an anderer Stelle dieses Blattes im Vereinskalender jede Woche veröffentlicht. Wir bitten um regen Besuch dieser Veranstaltungen. Gleichzeitig machen wir unsere verehrl. Mitglieder und Freunde auf den Mussar-Vortrag des Herrn Gemeinderabbiner Jos. Horovitz über das Thema ,,Die Wahrhaftigkeit der Teschuwo" aufmerksam. Der Vortrag findet diesen Sonntag nachm. :7.30 Uhr im Vereinslokale statt und erwarten wir ein zahlreiches Publikum. Glückwunschablösungen. Glückwunsch-Ablösungen zu Rausch Haschono zu Gunsten des Keren Hajischuw in Erez Jisroel bittet die Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel (Schwarenstraße 12) bis spätestens Montag, den 4. September (24. Elul) aufzugeben. Auch in diesem Jahre ist dafür Sorge getroffen, daß am Jaum Hakipurim ah der Kosel'Maarowi für alle .diejenigen eine Tefillo gesprochen wird, welche uns bis Montag, den 12. September (3. Tischrij den eigenen hebräischen Namen und denjenigen der Mutter mitteilen und gleichzeitig Mk. 2.— auf unser Postscheckkonto 53 900 Ffm. überweisen. Kleider und Wäsche. Von^ der Jüdischen Frauenvereinigung, Schwanenstraße 22, p. wird uns geschrieben: Wir benötigen dringend noch gut erhaltene Wäsche und Kleider, besonders warmer Wintersachen. Auf telefonischen Anruf 42135 werden die Sachen durch Boten abgeholt. Jüdischer Tunaerbund E. V. Nach Beendigung der Sommerferien hat der Turnsportbetrieb in allen Abteilungen programmgemäß wieder eingesetzt. Wir eröffnen noch weitere Fußballschüler- und Herrenmannschaften und bitten Interessenten, sich mit Herrn A. Eschwege, Wittelsbacher Allee 4, in Verbindung zu setzen. — Eine Siegerehrung für die Meisterschaft unserer Knabenfußballmarinschaft findet demnächst statt. Zeitpunkt wird auf dem Turnboden bekanntgegeben, — Unsere Damenmannschaft eröffnet dje, Herbstsaison am 22. August, abends 8.45 Uhr in der Volksschule. Für die Sluzker Jeschiwa. Die „Sluzker Jeschiwa", jetzt in Kielz an der Grenze Sowjetrußlands domiziliert, ist Zufluchtsstätte für unzählige Thorajünger aus Rußland, die in der Heimat an Leib und Seele gefährdet sind. Da die Jeschiwa keine eigenen Sendboten mehr hinausschickeri kann, so hat sie Herrn Moses Formann, Ostendsträße 3,' beauftragt, ihre Interessen bei ihren deutschen und Frankfurter Freunden zu vertreten und Spenden für sie in Empfang zu nehmen. Literarische Notiz. Die Wiener Jugendgruppe schreibt uns: Im Verlag der „Jüdischen Presse" Wien II, Malzgasse 12a, erscheint demnächst aus der Feder des hervorragenden jüdischen Schriftstellers S. Schachn o w i t z ein; . , „Hinter Mauern". ' betitelter ' Roman, in welchem das erschütternde Schicksal eines jüdischen Mädchens geschildert wird. Das Buch, das nach dem heutigen Stand auf die orthodoxe Beth Jakob-Bewegung Bedacht nimmt, ist speziell für jüdische Mädchen unterhaltende, anregende und belehrende Lektüre zugleich. Subskribenten, die ihre Bestellung an den Verlag jetzt schon, richten, erhalten das Buch zu den Gestehungskosten von 'S 2.50 einschl. Porto. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr R.-A. Dr. E. Posen — 11 Uhr im Vereinslokal (ebenso Sonntag morg. 8 Uhr) Gemoro, Herr J. Soffer. — Mikroschiur des Herrn Rabbiner H. Mayer Schabbos 3/4 Stunde vor Mincho im Vereinslokal. — Eine Stunde vor Nacht, Midrasch Herr Dr. Gutmann, (Schlußvortrag). Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, nitt "n, Herr S. Schachnowitz. Sonntag vorm. 9 Uhr, im Vereinslok. „Mögen Awrohom", Herr R.-A. Dr. Schlesinger. — abends 7-30 Uhr im Vereinslokale, Mussar-Vortrag des Herrn Gemeinderabbiners Jos. Horovitz über: „Die Wahrhaftigkeit der Teschuwo." Montag morgen nach Schul (auch Donnerstag): Mischna- Mitgliederlernen, abends.-7 Uhr im Vereinslokal (auch Mittwoch) Gemoro Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. Dienstag (auch Donnerstag) abends 6 Uhr Gemoro, Herr R.-A-, Dr. E. Posen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischha. Herr R.-A- Dr. E. Posen. Jahrzeitsstiftungen. Mittwoch. 29. August: Jakob Marbürger-Stiftung..; Agudas Jisroel-Ortsgruppe, Daf Jaumi Sonntags, 11—12 Uhr, Montag bis Freitag 12—1 Uhr, Samstag 12y4 Uhr, Herr Sofer, im Vereinslokale, Schwanenstr. 12. Ortsgruppe Frankfurt a. M. des Jüdischen Frauenbundes. Donnerstag, 30. August, Hans Handwerkstraße 3,: Arbeitssitzung 4 30 Uhr.: Gebetzeiten. Ksn-^D na» Freitag abend 6.55 Samstag nnawn 6.50 Samstag morg. 8.00 Samstag nachm. 1.00 und 5.00 Samstag abend 8.15 Wochengottesdienst : , Morgens 6 30 Nachmittags 7.00 Tefillinlegen am Morgen 4.40