Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 75 (1934)
- Issue
- Heft 32 (9.8.1934)
- Date
- 1934-08-09
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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9. August 1934 Der Israelit Nr. 32 Seite 13 Die Frankfurter Woche. Trauerieier um den heimgegangenen Reichspräsidenten von Hindenburg. Die Synagogengemeinde „Israelitische Religionsgesellschaft" veranstaltete am letzten Sabbat beim Vormittagsg'ttesdienste in der großen Synagoge an der Friedberger Anlage eine erhebende Trauerkundgebung um den heimgegangenen Reichspräsidenten von Hindenburg. Gemeinderabbiner Joseph H o r o - v i t z feierte im Rahmen einer groß angelegten Predigt, die sich im Anschluß an den bekannten Satz des Rabbi Simon ben Jochai mit der Kraft der Leidenserziehung für den Einzelnen und für die Völker beschäftigte, den heimgegangenen Reichspräsidenten als heldenhafte Persönlichkeit, der das jüdische Schrifttum den Ehrennamen „Mann" zuerkennen würde. Die Ueberlieferung spricht diesen Ehrentitel insbesondere solchen Persönlichkeiten zu, die eine snn Dhs, die während ihres Lebens eine „neue Welt" haben aufsteigen sehen. Dreimal hat Hindenburg den Umsturz aller Dinge, den Zusammenbruch der alten und den Aufstieg neuer Welten erlebt und immer ist er ein Vorbild heldenhafter, ausdauernder Pflichttreue und unerschütterlichen G'ttvertrauens geblieben. An seiner Bahre trauere die ganze deutsche Judenheit, die in ihm einen der Q^wn mm« 'Ton, einen Frommen der Völker beweine. An die eindrucksvolle Rede schlössen sich die Rezitation des 16. Psalms durch Oberkantor P e i s s achowitsch und der Vortrag des "pnyj *7on "]b »mar an. Die „älteste Schülerin" der S. R. Hirsch-Schule. Frau Berta Hirsch, Uhlandstraße 42, beging am 9. August in völliger körperlicher und geistiger Frische ihren 8 8. Geburtstag. Sie ist die noch allein lebende Schülerin, die die Gründung der Hirsch'schen Realschule miterlebt hat. Wieder Veröffentlichung von Listen jüdischer Firmen. In der ersten August-Ausgabe des „Deutschen Mittelstandes", des offiziellen Mitteilungsblattes des Landeshandwerksführers, der Kreishandwerkerschaften und der amtlichen Berufsvertretungen des gewerblichen Mittelstandes im rhein-mainischen Wirtschaftsgebiet, werden, nachdem das Blatt in seiner vorigen Ausgabe eine Liste der jüdischen Firmen, Aerzte und Anwälte in Frankfurt gebracht hatte, abermals Listen jüdischer Firmen veröffentlicht, diesmal für Wiesbaden und Darmstadt. Gleichzeitig bringt das Blatt auf Veranlassung der Kreisamtsleitung der NS-Hago, Frankfurt a. M., eine Berichtigung seiner „Frankfurter Judenliste", in der die Namen von 24 Firmen und Personen angeführt werden, die rein arischer Abkunft, zum Teil Mitglieder der NSDAP, sind. Die Zusendung der Berichtigung an die Zeitschrift „Deutscher Mittelstand" beweist, wie stark die Befürchtung wirtschaftlicher Schädigung durch irrtümliche Einreihung in die „Judenliste" bei den Betroffenen ist. Der Anzeigenteil der Nummer enthält über die ganzen Seiten laufende Schlagzeilen „Meidet die Juden!" und „Wer bei Juden kauft, ist ein Volksvertäter!". Dem Geist dieser Parole entsprechen zwei Aufsätze, von denen der eine sich gegen die „Tarnung" jüdischer Firmen durch die sogenannte Gleichschaltung, der andere dagegen wendet, daß nach Ausschaltung jüdischer Vertreter der schönen Literatur in den großen Verlagsanstalten noch immer Werke jüdischer Wirtschaftsschriftsteller erscheinen. „Der Nationalsozialismus", heißt es in dem Artikel, „fordert von den deutschen Verlegern, daß sie auch auf dem Gebiet der Wirtschaft eine anständige Literatur hervorbringen!" Einer der Artikel schließt: „Der Jude kennt nur eins: Profit, Prozente, Zins. Meineid und Lüge sind seine treuesten Bundesgenossen und kein Mittel ist ihm zu gemein, wenn es gilt, den Nichtjuden arm und brotlos zu machen. Schopenhauer hatte recht, wenn er die Juden die Meister der Lüge nannte." Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim* Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr R.-A. Dr. E. Posen — 11 Uhr im Vereinslokal (ebenso Sonntag morg. 8 Uhr) Gemoro, Herr J. Soffer. — Mikroschiur des Herrn Rabbiner H. Mayer Schabbos 3/4 Stunde vor Mincho im Vereinslokal. — Eine Stunde vor Nacht, Midrasch Herr Leopold Oppenheimer. Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, an« "n, Sonntag vorm. 9 Uhr, im Vereinslok. „Mögen Awrohom", Herr R.-A. Dr. Schlesinger. Montag morgen nach Schul (auch Donnerstag): Mischna- Mitgliederlernen, abends 7 Uhr im Vereinslokal (auch Mittwoch) Gemoro Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. Dienstag (auch Donnerstag) abends 6 Uhr Gemoro, Herr R.-A. Dr. E. Posen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna. Herr R.-A. Dr. E. Posen. Jahrzeitsstiftungen. Montag, 13. August: Moritz Hirschberg-Stiftung. Gebetzeiten. ntn nap Freitag abend 7.20 Samstag naawn 6.35 Samstag morg. 7.45 Samstag nachm. 1.00 und 5.00 Samstag abend 8.45 Wochengottesdienst: Morgens 6 30 Nachmittags 7.15 Tefillinlegen am Morgen 4.15 Wochenkalender. Vom 11. - - 18. Aug. 1934 / Vom 30. Ab bis 7. Elul 5694 '»V Samstag 11 3K 30 TD vnh era-n 'X nm Sonntag 12 1 no cnn ptm '3 Montag 13 2 eo Dienstag Aug. 14 3 y Mittwoch 15 4 «y Donnerstag 16 5 ay Freitag 17 6 yy Samstag 18 7 IV D'ÖSP 11 JAHRZEIT-TABELLE DES ISRAELIT Vielfachen Anregungen aus unserem Leserkreise folgend, haben wir uns entschlossen, versuchsweise im Rahmen unseres Inseratenteiles eine JAHRZEIT-TABELLE einzurichten, die Kindern und Anverwandten heimgegangener Männer und Frauen Gelegenheit bieten soll, den Jahrzeitstag ihrer Lieben dem weiteren Kreise ihrer Freunde, Verwandten, Schüler und Verehrer bekannt zu geben, damit diese dann den Tag in traditioneller Weise in treuem jüdischem Gedenken zu begehen in der Lage sind. Veröffentlicht wird ä) das jüdische und deutsche Datum der Jahrzeit, b) der Vor- und Zuname des Heimgegangenen, ferner nur auf besonderen Wunsch c) der unp OlP des Heimgegangenen und derjenige seiner Mutter, d);der Name dessen, der die Veröffentlichung veranlaßt, in folgender Form: „Betrauert von ..." Jede Aufnahme in die Jahrzeittabelle kostet für Rubrik a) und b) einheitlich Mk. 3__, wenn auch Rubrik c) oder d) hinzukommt, Mk. 4__. Die Einsendungen müssen spätestens 14 Tage vor dem Datum der Jahrzeit im Besitze der Expedition sein. Die Jahrzeittabelle soll erstmals in der ersten Elulwoche erscheinen und wir bitten diejenigen unserer Leser, die sich für die Einrückung interessieren, uns rechtzeitig Manuskript zu übersenden. Die Gebühren sind im voraus auf Postscheckkonto 19 802 Frankfurt a. M,, einzuzahlen, im Auslande auf die betreffenden Postscheckkonten. Frankfurt a. M. Anzeigenabteilung, der Verlag des Israelit und Hermon GmbH. L Der Jarxrzeilslag beginnt am Vorabend des angegebenen Termins mil Eintritt der Nacfal Datum Voru. Zuname Hebr. Name Betrauert von p'ix ,V/V nb^v idtV m