Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1934-07-12 · Heft 28 (12.7.1934) · page 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
75 (1934)
Issue
Heft 28 (12.7.1934)
Date
1934-07-12
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2450807-2450834--80568-2538407
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

12. Juli 1934 Der Israelit Nr. 28 Seite 15 Vermischtes. Leipzig, 8. Juli. Am Sonntag, den 17. Juni hielt die Jugendgruppe der A. J. in der reichlich besuchten Aula der Höheren Israelitischen Schule einen Vortragsabend mit dem Thema „Unsere Zeitwende und Erez Jisroel" ab. Mit warmen Worten begrüßte der Vorsitzende den Redner, Herrn Rabb. Dr. Ans bacjier, Wiesbaden, und betonte hierbei, daß die Erez Jisroel-Frage, deren Lösung neben anderen Aufgaben stets das Ziel der Organisation war, heute nun mehr mit in den Vordergrund der Gesamtarbeit getreten sei. Mit der Verlesung der Resolution, die in der Zentralratssitzung der A. J. gefaßt wurde, kam in einmütiger und klarer Form ihre Stellungnahme zu Erez Jisroel zum Ausdruck. Der Redner des Abends ging von der Tatsache aus, daß Jisroel ein anderes Volk wie alle anderen und Erez Jisroel ein anderes Land wie alle anderen sei, und dies nun zur Folge habe, daß der Aufbau dieses Landes für dieses Volk auch ein anderer sein müsse wie jeder andere; Die Annahme, man könne Erez Jisroel, für dessen Besitzanspruch einzig und allein die Thora geltend gemacht werden kann, nun ohne sie aufbauen, sei gleichsam ein Widerspruch in sich. Bei aller Würdigung der nationalen Tat des Aufbauwerkes sei zu sagen, daß dieses erst dann zu einem wahrhaft jü dischen werden kann, wenn es seine geistige Untermauerung in der Thora gefunden haben wird. Hand in Hand mit der für andere Kreise im Vordergrund stehenden körperlichen Hachscharah muß von uns die noch viel wichtigere geistige Hachscharah ausgehen, uns würdig zu machen, Pioniere für Erez hakdauscho zu werden. Es gäbe auch gegen die heute gegen das Judentum erhobene Anklage keine bessere Widerlegung, als auf dem Boden unserer Geschichte ein ethisches, religiös vorbildliches Gemeinwesen zu errichten. Dieses letztere Ziel zu erstreben, sei die vornehmste Aufgabe der A. J., und sie müsse die Parole der Gesamtorthodoxie werden, die über alle Parteien und sonstiges Trennende hinweg hierin die großeeinigende Aufgabe erblicken sollte. Die Tatsache, daß das agudistische Schulwerk in Palästina ca. 2000 Kinder umfaßt und agudistische Chaluzim dort jüdischen Boden bearbeiten, sowie das Vorhandensein von Hachscharoth in fast allen Ländern können beweisen, daß es der A. J. ernst ist mit der Lösung dieser Aufgabe. Redner schloß seine Ausführungen mit dem Wunsche, daß der T'schuwoh-Mahnruf der Zeit, der in der Forderung nach Kiddusch Haschern seinen Ausdruck findet, nicht unverstanden bleiben möge. Der reichlich gespendete Beifall, der diesen Ausführungen folgte, bewies, daß die Worte des Redners, die aus tiefstem Herzen kamen, den Weg zu den Herzen der Zuhörer gefunden haben. Schweinfurt, 4. Juli. Hier wurde zur Linderung der Not in Stadt und Land die Bezirkswirtschaftshilfe gegründet und dem Bezirksrabbinate angeschlossen. In der Bezirksgemeindevertreterversammlung am 24. Juni 1934 legte Bezirksrabbiner Dr. Köhler in einer ausführlichen Rede die Grundsätze fest, nach denen er die soziale Arbeit leiten Wolle, Kein Jude, axich im kleinsten Dorfe, solle vergessen bleiben und Not leiden. Der Vorstand der Kultusgemeinde, ein Vertreter der Lehrerschaft und der Wohlfahrtsvereine erklärten sich bereit, nur im Rahmen der Wirtschaftshilfe zur Hilfe bei der Heranbildung der jungen Generation und zur Linderung der Not beizutragen. Jede Familie in der Stadt und auf dem Lande muß durch Monatsbeiträge nach der Kraft des Vermögens zur Erhaltung der Wirtschaftshilfe beitragen. Die praktische Arbeit hat bereits mit dem 1. Juli 1934 begonnen. Auch die bereits bestehende Darlehenskasse wird eingegliedert. Die Frankfurter Woche. Jahrzeitsveranstaltung für Rabbiner Dr. Salomon Breuer V'^T« Am kommenden Dienstag, abends 8.30 Uhr, findet, wie alljährlich, im großen Hörsaal der Jeschiwa eine Jahrzeitsveranstaltung für den Gründer der Jeschiwa b"XT statt. — Herr Rabbiner Dr. Josef Breuer wird die Ansprache halten, Eine Liste jüdischer Firmen. Der „Deutsche Mittelstand", offizielles Mitteilungsblatt der amtlichen Berufsvertretungen des gewerblichen Mittelstandes im rhein-mainischen Wirtschaftsgebiet, veröffentlicht in Nr. 13 vom Juli 1934 eine umfangreiche Liste unter der Ueberschrift: „Jüdische Firmen im Bereiche der Ortsgruppe Altstadt Frankfurt a. M." Neben den Namen und Anschriften von Firmen werden auch die von A e r z t e n und Rechtsanwälten mitgeteilt. Ein Kommentar zu dieser Aufzählung, die mehr als eine ganze Seite in Anspruch nimmt, wird von dem Blatt nicht gegeben. Hirsch Rubinstein y'XT« (Zur ersten Jahrzeit.) Am Sonntag, den 3. Aw (15. Juli), rundet sich ein Jahr, daß wir in den Tagen der Volkstrauer im idyl lischen Baden in der Schweiz Hirsch Rubinstein, gar zu früh, zur ewigen Ruhe gebettet haben. Er war in gleichem Maße ein Frankfurter Kind, wie er zu den Besten in der derzeitigen schweizer sehen Judenheit gehörte! Aeltester Sohn von Rabbi Elijahu Rubinstein Irxi, Frankfurt a. M., wurde er buchstäblich rrnnn '3"in bv „auf den Knieen der Thora" großgezogen. Lernmelodien umrauschten seine Kindheit, und die Jünglingsjahre waren getaucht ir G'ttesfurcht, in Menschenliebe und in den Seelenadel, den die Familie vor 70 Jahren aus der Stadt des Wilnaer Gaon, (dem sie verwandt war) nach Frankfurt verpflanzt hatte. Seine eminente Begabung, gepaart mit hoher Bildung und goldreinem Charakter, stellte ihn an hervorragende Stelle einer Weltfirma, aber er blieb der felsenfeste, gläubige Jude, das gute „Frankfurter Kind", auch später noch, als er sich in Baden in der Schweiz mit der würdigen Gattin ein Haus gründete und zu den angesehensten Baalebattim der Gemeinde Baden und der Schweiz zählte. Seine geschäftliche Tätigkeit führte ihn auf Reisen bis zum äußersten Norden und Süden, die frommen Traditionen des Elternhauses trug er aber mit sich wie ein Amulett, und wo er sich auch befand, in Schweden, Norwegen oder in Italien und Frankreich, das Hotelzimmer, das er bewohnte, ward m^rrfgens zum G'tteshause, am Sabbat zur geweihten Sabbatstube. Und wohin er auch fuhr und woher er kam, immer führte sein Weg nach Frankfurt, wo die alte geliebte Mutter den Sohn segnete, und wo er in der Kehilla seiner Jugend die alte Heimat wiederfand. Mit offenem Herzen und offener Hand stand er den Freunden und den Institutionen in der alten wie in der neuen Heimat bei, und Aemter wie Ehrenstellen da und dort zeigten das Maß von Liebe und Vertrauen, das seine Mitmenschen für diesen tapferen, tätigen und liebevollen Bruder und Mitkämpfer hatten. Ein Jahr ist verflossen, seitdem wir die irdischen Reste Hirsch Rubinsteins der Erde anvertraut haben, sein Andenken wird bleiben und die Liebessaaten, die er gestreut hat, werden Früchte tragen für alle, die er geliebt hat, für die Gattin und das einzige Kind, für die Geschwister in Frankfurt a. M. wie für uns alle. rrnxnn. Sie sichern sich beste und prompte Erledigung Ihrer Inserafauffträge wenn Sie dem wirklichen Fachmann diese übergeben Außer der Generalvertretung des „Israelit" für Frankf. GQSChäftsanzeigen übernehme auch Aufträge für die Frankfurter Zeitung und allen anderen Tages- und Wochenzeitungen zu Originalpreisen. ANNONCEN BÜRO JULIUS SCHMIDT FRANKFURT-M., OSTENDSTRASSE 83 TELEFON 45866. Ii Frankfurter Vereinskalender* Verein Mekor Chajim. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr R.-A. Dr. E. Posen — nachmittags 3/4 Stunde vor Mincho im Vereinslokal Mikro, "Herr Rabbiner H. Mayer — 4 Uhr im Vereinslokal (ebenso Sonntag morg. 8 Uhr) Gemoro, Herr J. Soffer. — Eine Stunde vor Nacht. Midrasch, Herr Dr. Fritz Homburg er- Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, ms "n, Herr S- Schachnowitz. Sonntag vorm 9 Uhr. im Vereinslok. „Mögen Awrohom", Herr R.-A. Dr. Schlesinger. Montag morgen nach Schul (auch Donnerstag): Mischna- Mitgliedeilernen, abends 7 Uhr im Verein^lokal (auch Mittwoch) Gemoro Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. Dienstag (auch Donnerstag) abends 6 Uhr Gemoro, Herr R.-A. Dr. E. Posen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna, Herr R.-A. Dr. E. Posen. ...... Jahrzeitsstiftungen, Schabbos, 14. Juli: Moritz Lewin-Stiftung. Schabbos, 14- Juli: Ludwig Zinkes-Stiftung. Sonntag, 15. Juli: Gertrud Moses-Stiftung. Sonntag, 15. Juli: Julius Hirsch-Stiftung. Dienstag, 17. Juli: Siegfried Weil-Stiftung. Mittwoch, 18- Juli: Rabb- Dr. Salom. Breuer W-Stift. Freitag, 20. Juli: Salomon Rosenbaum-Stiftung. Liwjath Chen. Samstag nach Mincho (574 Uhr) im Hörsaale Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn Schachnowitz. „Von Jirmejahu bis Rabbi Jochanan ben Sakkai. Agudas Jisroel-Ortsgruppe. Daf Jaumi Sonntags, 11—12 Uhr, Montag bis Freitag 12—1 Uhr. Samstag 121/4 Uhr, Herr Sofer, im Vereinslokale, Schwanenstr. 12. Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Der Geschichtskurs wird erst nach den Ferien wieder aufgenommen werden. Die Arbeitsgemeinschaft ..Mizwas Jischuw Erez Jisroel" des Herrn Jacob Rosenheim wird am Sonntag, den 15. Juli, im Heim um 20 30 Uhr fortgesetzt. Rambam, Hilchaus Tefillo : Herr Rabb. J. Horovitz Schabbos 17.30 Uhr, in der Wohnung Fichtestraße 5. Hilchaus Erez Jisroel: Herr L. Kahn, Schabbos 10.30 Uhr im Heim. Chaurew: Die Arbeitsgemeinschaft für Mädchen von Frau Dr. K. Löwenthal findet jeden Donnerstag um 19 Uhr statt. Hebräischer Sprachkurs: An dem Fortgeschrittenen-Kurs unter Leitung von Herrn Wollmann können sich noch Interessenten beteiligen. Anmeldungen an Frl. Adele Rosenheim, Königswarlerstr- 11, erbeten. (Alles andere wie üblich.) Ortsgruppe Frankfurt a. M. des Jüdischen Frauenbundes. 17. Juli, 8.30 Uhr. Unterlindau 21, Vortrag des Herrn Rabbiners Dr. Neuhaus, „Was bedeutet uns Tischo-beaw". Gesangvorträge des Herrn Oberkantor Groß. Anmeldung bei Frl Zedner, Melemstr. 22, Tel. 52229. Jüdischer Turnerbund e. V. S o.m merprogramm 193 4. Knaben : Sonntag : Sportspiele (Riederwaldwiese). Montag: 6—8 Uhr Turnen (Samson Raphael Hirsch- Schule), Mittwoch : 5—7 Uhr, Leichtathlet;1.: (Riederwaldwiese) Jugend: Sonntag: Sportspiele, Donnerstag: 8.30—10 Uhr. Turnen (S. R. H.-Schule) Mädchen : bis 7 Jahre Mittwoch : 2.30—3.45 Uhr, Gymnastik u. Turnen (S. R. H. Schule, 7—11 Jahre 5— 6 Uhr, Gymnastik u. Turnen (Isr. Volkschule) 11— 15 Jahre, 6—7 Uhr, Gymnastik u. Turnen (Isr. Volksschule) Damen: Mittwoch: 8.30—10-15 Uhr. Gymnastik und Turnen (Isr. Volksschule) Herren: Sonntag: 10—1 Uhr vorm., Sport und Spiel (Riederwaldwiese), Mittwoch: 7—9 Uhr abds. Leichtathletik, (dto.), Donnerstag: 8.30—10 Uhr, Gymnastik und Turnen (S, R. H- Schule) Frauen: Dienstag: 8 30 — 10 Uhr, Gesundheitsgymnastik (S. R. H. Schule) Im Vereinslokal Königswarterstr. 24-Z6, Samstag, Sonntag und Dienstag abend Gesellige Zusammenkünfte, TischtennisspJele, Sonntag abend 6 - 8 Uhr für Jungens und Mädels Tischtennisspiele. Anmeldungen auf dem Turnboden erwünscht. Gesellschaft für jüdische Volksbildung e. V. Montag, den 18. Juli, 8.30 Uhr vormittags, nur für Schüler und Schülerinnen von 13 Jahren ab: Besichtigung des alten Israelitischen Friedhofes am Börneplatz unter Führung des Herrn Gemeinderabbiners Dr. Jacob Horovitz. 10 Uhr vormittags, nur für Schüler und Schülerinnen von 8 bis 12 Jahren: Besichtigung des Jüdischen Museums, Fahrgasse 146, unter Führung des Herrn Dr. Hermann Gundersheimer und Frl. Ida Posen. Teilnahme bei beiden Führungen nur nach vorheriger Anmeldung bis spätestens 5. Juli bei der Geschäftsstelle Kronbergerstr. 23 pt. Tel. 78893. Gebetzeiten. 'yoa moa nntf Freitag abend 7.45 Samstag naapn 6.35 Samstag morg. 7.45 Samstag nachm. 1.00 und 5.00 Samstag abend 9.30 Wochengottesdienst: Morgens 6 30 Nachmittags 7.15 Tefillinleg&n am Morgen 3.20 Familien-Nachrichten. Barmizwoh: Siegfried, Sohn des Herrn Josef Seeberger in Ansbach (Bayern), d-usip 'q nnw, 18. Aug. 8 9. Geburtstag: Frau Kätchen Loebenberg, Wächtersbach. 16- 6. 34. Briefkasten. B. L, in S. ffs. 100.— eingegangen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.