Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 75 (1934)
- Issue
- Heft 26 (28.6.1934)
- Date
- 1934-06-28
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Kercn Hajischuw-Blätter Herausgegeben von der Palästina-Centrale der Agudas Jisroel Frankfurt am Main, Der Keren Haj'ischuw ist das wirtschaftliche Instrument zum Auibau Erez Jisroels im Geiste judischer Tradition. Er ruft das jüdische Volk zur Mitarbeit auf, von der Ueberzeugung durchdrungen, daß die überwiegende Mehrheit des jüdischen Volkes den wirtschaftlichen Aufbau in Erez Jisroel in einer Weise vornehmen will, daß das aufblühende Erez Jisroel zugleich ein religiöses Zentrum für das jüdische Volk wird. npy '> " nxtp mttp-iKtf nma 'K - 10, Jahrgang der A. J. Blätter 28. Juni 1934 / 15. Tammus 5694 Nummer 3 Uckfobi Chajim Oser OrodszeiiSlci Präsident des Rabbinischen Rates der Agudas Jisroel-Weltorganisation, und OberrabblnerJoseph Zwi Otasctitaslo Oberrabbiner des Waad hair Aschkenasi in Jerusalem f lir den Kc^ron. Haflscluuw. An alle yesetzestreuen Juden in den Ländern der Zerstreuung! Ist es nötig, die Größe und die Bedeutung der Mizwoh der Besiedlung unseres heiligen Landes auszusprechen? Sind doch dorthin die Augen aller Juden gewandt. In unseren Gebeten erwähnen wir es täglich dreimal und im Tischgebet sprechen wir von ihm, dem wahrhaft guten Lande Eine Reihe Mizwos sind nur im Zusammenhang mit dem Lande erfüllbar. Die ganze mündliche und schriftliche Lehre ist verknüpft mit Erez Jisroel und die Liebe zum heiligen Lande ist im Herzen eines jeden Juden tief verwurzelt. Unsere Großen haben zu allen Zeiten keine höhere Sehnsucht gekannt, als Erez Jisroel zu sehen. Unter Lebensgefahr ließen sie es sich nicht nehmen, hinaufzugehen, die Steine des mütterlichen Bodens zu küssen, den alten Jischuw zu gründen und die Ruinen wieder aufzubauen. Sie haben Erziehungsanstalten errichtet, Talmud Thora-Schulen, Jeschiwoth, Wohltätigkeitsanstalten, Spitäler, Waisenhäuser und dergleichen. Wäre nicht dieser alte Jischuw, um den unsere Großen sich so sehr gemüht haben, gewesen, nie hätte es eine Möglichkeit gegeben, einen neuen Jischuw zu schaffen. Einwohner von Jeruscholajim, die dem alten Jischuw angehörten, waren die ersten Gründer der Kolonien, und das jüdische Volk in der Diaspora kannte seine Pflicht für diesen Jischuw. Auch der ärmste Jude sparte seine armseligen Pfennige tagtäglich, um den Jischuw zu unterstützen. In außerordentlicher Freude begrüße ich daher die Stunde, da unsere Gesinnungsgenossen, da die Weltorthodoxie sich mit starker Energie einsetzt für den Jischuw im heiligen Lande, der aufgebaut ist auf den Grundlagen der Thora und der Mizwoth und nicht auf der Grundlage eines hohlen Nationalismus, der von der Welt draußen übernommen wurde. Wir wurden zum Volke, da wir die Thora anTSinai empfingen. „Unser Volkstum ist nur begründet durch Thora und Mizwoth" (Rabbi Saadia Gaon), Diese Thora ist das Rückgrat, die Lebenskraft unseres Volkes, die Grundlage, unserer mehr als zweitausendjährigen Existenz in der Diaspora. Die Verknüpfung der jüdischen Seele mit Erez Jisroel ist keineswegs bloß Ausfluß nationalen Gefühls und der Anhänglichkeit an das eigene Land, sondern die Verwurzelung in der Heiligkeit dieses Landes, die selbst das jüdische Volk als Volk konstituierte, und welche auch die Grundlage unserer Zukunft ist. In Wahrheit haben auch* die ersten Chowewe Zion schon von der Muttermilch jener Liebe zu Erez Jisroel eingesogen, die von Geschlecht zu Geschlecht überliefert war, deren Quell die Thora und die prophetischen Verheißungen war, und diese Liebe und Hingabe für Erez Jisroel war ihnen so in Fleisch und Blut übergegangen, daß sie auch unbewußt weiter wirkte bei Menschen, die später sich von der Thora entfernten. Zusammen mit den Thoragrößen, die schon vor mir einen öffentlichen Aufruf erlassen haben, der mit flammenden Worten aufruft zur Mitarbeit am Keren Hajischuw der Agudas Jisroel, rufe auch ich rrieine Brüder in jedem Ort auf, bei dieser großen Aufgabe mitzuhelfen. Alle diejenigen, die da wollen, daß der Jischuw aufgebaut und begründet sein soll auf der Grundlage der Thora und Tradition, sind verpflichtet, für den Keren Hajischuw zu arbeiten und ihm mit allen materiellen und ideellen Kräften zu dienen. Durch die Unterstützung des Keren Hajischuw werden sie auch den geistigen Jischuw in Erez Jisroel fördern, werden Thora und Jiroh. dort verbreiten, die Erziehungsstätten für Knaben und Mädchen und die Institutionen des alten Jischuw erhalten, deren Existenz gefährdet ist. Verstärkt diese Thoraiestungen, weil über dem Lande die Thora steht! Baut das Land der Väter und der Bau wird ewig sein! Der Allmächtige möge uns in Bälde erlösen und wir selbst es noch erleben, wie sein Volk in sein Land zurückkehrt. Chajim Oser Grodzenski, Wilno. An unsere Bruder in der Sola! Während der kurzen Zeit, da es mir vergönnt ist, dank der Fügung der Vorsehung, hier auf dem heiligen Boden in den Vorhöfen des G'ttesheiligtums zu weilen, hat sich mir die tiefe Erkenntnis aufgedrängt, daß es nur eine Rettung gibt für unser heiliges Land und nur eine Zukunftsgewähr dafür, daß dieses Land nicht, G'tt behüte, der Entfremdung und Entheiligung zum Opfer fällt. Die Rettung kann nur darin bestehen, daß die G'ttesfürchtigen in allen Ländern der Diaspora sich unter aktivem Einsatz all ihrer Kräfte an dem Aufbau des heiligen Landes beteiligen, daß sie die Bausteine hinzutragen, um die Söhne des jüdischen Volkes in ihr Land heimzuführen, daß sie die Bewohner des heiligen Landes, die das Heiligtum bisher hüteten, stärken und ermuntern und ihre Zahl um Vielfaches vermehren dadurch, daß G'ttgetreue Juden, eine Auslese von religiösen jüdischen Kräften, hinaufziehen, um das orthodoxe Judentum zu stärken, die Kraft G'ttes und seiner heiligen Thora zu erhöhen und die Siedlung auf die Grundlagen der Thora und der Mizwah zu stellen, wie es der Heiligkeit des Landes entspricht. Tiefer Dank und aufrichtige Anerkennung gebührt der orthodoxen Weltorganisation AGUDAS JISROEL im Lande und in der Gola für die Aufbau-Arbeit, die sie schon geleistet hat und für die weitausschauende Propaganda, die sie in den letzten Jahren durch ihren KEREN HAJISCHUW für den heiligen Zweck entfaltete. Ich sehe vor Augen die segensreichen Erstlingsfrüchte dieser Arbeit: Talmud Thora-Schulen und Erziehungsstätten für Söhne und Töchter in Jerusalem und in den anderen Städten des heiligen Landes, die durch Agudas Jisroel gestützt werden, Stätten, in denen man Thoralehre und G'ttesfurcht pflegt und Generationen wackerer Menschen herangebildet werden; die Aufrichtung der Zeire Agudas Jisroel- und Poale Agudas Jisroel-Organisation mit all ihren vielen Zweigstellen im heiligen Lande, die Sammlung von jungen Menschen, die schwere körperliche Arbeit nicht hindert, doch ihre Schiurim im Lernen und zur Aneignung heiliger Lebensvollendung abzuhalten, die bewußt den Gedanken des orthodoxen Judentums pflegen; die angestrengten Bemühungen zur Besiedlung der Kolonie Machane Jisroel und der Errichtung von Ruhe- und Erholungsstätten für die' Arbeiter, die zu Stützpunkten werden sollen für die weiter hinzukommenden Aulim. Ein guter Anfang für Siedlungsarbeit und' Aufbauarbeit ist überall gemacht. So betrachte ich es denn als meine heilige Pflicht, all dies der Oeffentlichkeit zu bekunden und unsere Brüder in der Gola von ganzem Herzen aufzurufen, die so geschaffenen Grundlagen aufzubauen, dem Keren Hajischuw mit allen Kräften zu helfen und denen, die an seiner Spitze stehen, die Kraft und die Möglichkeit zu geben, ihrer erhabenen Aufgabe gegenüber dem jüdischen Volke und .dem heiligen Lande gerecht zu werden. Dann wird die heilige Saat der Diener G'ttes den Boden des Landes zum Aufblühen bringen und die, die G'tt lieben, werden in ihm ihre ruhige Stätte finden* Mizwas Jischuw Erez Jisroel, wenn sie im Geiste der Thora erfüllt wird, sie besitzt die Kraft, die wahre Erlösung anzunähern, so daß wir alle den Trost und den Aufbau Zions und Jeruscholajim bald in unseren Tagen erleben, wie es ersehnt und erfleht Joseph Zwi Duschinski, Jerusalem.