Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 75 (1934)
- Issue
- Heft 25 (21.6.1934)
- Date
- 1934-06-21
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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21. Juni 1934 Der Israelit Nr. 25 Seite 11 Vermischtes. London, 17. Juni. Auf die in London 16 83 Lordship Park neueröffnete Pension der Mrs. Lisa Wechsler ist hinzuweisen. Das erstklassige Haus, das unter Aufsicht von Rabb. Schönfeld (Adath Jisroel) steht, ist Sammelpunkt aller besonders aus Deutschland. Sprechsaal. Zur Klarstellung über Kibbuz Rodges. An die Redaktion des „Israelit" Frankfurt a. M. In Nr. 24 Ihrer Zeitschrift sagen Sie, daß erst die „ungeheuerliche Beschuldigung" der Verleumdung durch mich Sie veranlaßt hätte, die Angelegenheit des Kibbuz Rodges weiter auszuführen. Ich möchte dazu nur ganz kurz folgendes bemerken: Ich hatte in meiner Zuschrift an Sie, um deren ungekürzte Wiedergabe ich ersucht hatte, aus der Sie aber nur ein einziges Wort herausgegriffen haben, gesagt, daß die öffentliche Diffamierung der einzigen gesetzestreuen Ausbildungsstätte in '"R, falls nicht konkrete,Tatsachen angegeben Werden können, als y no^ und Verleumdung bezeichnet werden müsse. Ueber diese Tatsachen selbst können sich ja die sachkundigen Leser nach den letzten Ausführungen des „Israelit" ihr eigenes Urteil bilden. Hochachtungsvoll Rabb. Dr. Unna. Die Frankfurter Woche. Frau Paula Blumenthal f\»y. In kurzem Zeiträume haben wir — nach dem Heimgange der Frau Westheim — leider den zweiten tragischen Fall zu verzeichnen, daß eine junge Frau von der Seite des Gatten, eine Mutter von ihren kleinen Kindern weggerissen wurde. Frau Paula B 1 u - m e n t h a 1 rry, die wir am Freitag im Alter von erst 36 Jahren zur ewigen Ruhe geleiteten, war eine Frohnatur, die Leben und Freude ausstrahlte. Aus der bayrischen Pfalz kommend, hatte sie sich mit ihrem Gatten Herrn Simon Blumenthal, in das religiöse Leben unserer Stadt so rasch hineingefunden, als hätte sie von je dazu gehört. Die rührige, tatenfrohe und lebenskluge Frau fand hier die geistige Heimat, die sie wohl immer schon mit der Seele gesucht hatte. Als ahnte sie, daß ihrem Leben ein rasches Ziel gesetzt war, warf sie sich mit glühender Begeisterung auf alle Mizwohtaten, die ihrem liebevollen Herzen lagen. Ob es galt, sich in der Sozialen Kommission der Jüdischen Frau'envereinig u n g zu betätigen, oder in anderen Wohlfahrtsvereinen zu wirken, oder private Wohltätigkeit in ihrer vornehmen schönen Art, in der Form von "tfioa wn zu üben, oder ob sie auch im Schomer Mizwoh Stunden der Weihe im Sterbezimmer verbrachte, immer war sie mit ganzem Herzen dabei. Sie, die ganz ihrem Hause und ihren Kindern lebte sie hatte Zeit für alles, was edel, schön und gut war. Ein langwieriges schweres Leiden setzte ihrer Tatkraft und nun auch ihrem Erdenwallen ein Ende. Aber mit Ruhe und Geduld trug sie ihre Leiden, auch auf dem Krankenbette noch besorgt um Andere, bedacht, Liebeswerke nach ihren Kräften zu üben. Ihr starkes G'ttvertrauen ließ sie immer wieder hoffen, bald wieder in gewohnter Weise ihrem Hause vorzustehen. Ein höherer Ratschluß rief sie ins ewige Heim, getreu dem Psalmworte: /"fl 'D1 ■'3131T' TOTTI 310 "JK „Nur Güte und Liebe begleiteten sie alle Tage ihres Lebens D-,n-> "psV "i ir»aa tdüt und so kehrte sie in das Haus G'ttes ein für die Dauer der Tage." Möge ihr riWT dem Gatten und den jungen Kindern beistehen, daß ihnen, wo menschlicher Trost versagt, der himmlische Trost in vollem Maße erblüht. n-asan Frau Clara Blumenthal Am Montag bettete man Frau Clara Blumenthal rry. zur ewigen Ruhe. In Litauen geboren und einer dortigen angesehenen rrn -Familie entstammend, kam sie vor fünfzig Jahren als ganz junges Mädchen hierher und fand hier ihre zweite Heimat, auch ihre geistige Heimat in der Gemeinde von Samson Raphael Hirsch. An der Seite ihres Mannes, der als redlicher, fleißiger Mann, der sich von seiner Hände Arbeit ernährte, allen noch gut in Erinnerung ist, errichtete sie hier das Heiligtum ihres Hauses, wurde dem Manne Stütze seines Alters und pflegte ihn in seiner langen Krankheit mit hingebender Treue. Als sie aber nach Verlust des Gatten auf eigenen Verdienst angew esen war, wandte sie sich der Arbeit zu, die ihrem Herzen am nächsten lag, dem n"na nnR W' um letzten Liebes- und Wachdienst an toten Schwestern zu üben. Und wer einmal gesehen hatte, mit welcher Weihe und Würde sie diesen Dienst verrichtete, der wußte, daß sie es nicht allein des Erwerbes wegen tat, sondern aus dem inneren Chessedempfinden in ihrem Herzen heraus. In stillen Nächten an der Bahre, die das Endziel alles Seins zeigt, reiften ihre letzten Entschlüsse, die uns in Erstaunen setzten, da wurde ihr Wanderbrunnen sogar zu einer Quelle der Mütterlichkeit, obwohl ihr eigener Kindersegen versagt blieb. Mit welch rührender und mütterlicher Liebe betreute sie ihre vaterlosen Nichten. Wie sparte sie sich jeden Pfennig vom Munde ab, sie, die wortwörtlich vom Brot und Wasser lebte, wie legte sie jeden Groschen zurück für ihre Kinder — es waren die Kinder des Waisenhauses, denen sie ihre ganze letzte kleine Habe vermachte, damit aus reinem Kindermunde das Kaddisch zur Hebung ihrer Seele ertöne. Und hier in stillen Nächten im Sterbezimmer reifte wohl auch ihr Entschluß, ganz in Erez Israel- Erde gebettet zu sein. Sie wollte nach Erez Israel übersiedeln, alleVorhereitungen waren getroffen, esfehlte noch die Einreiseerlaubnis. Da rief sie G'tt in sein höheres Jerusalem hinüber. Abgelöst ist die Wächter!» der Nacht! Möge sie, die im Leben über die Toten gewacht hat, nun aus der Ewigkeit über die Lebenden wachen, segnend ihre Hand ausgebreitet halten über alle, die ihr nahestanden iT"3XJ/i Vortrag im Beshamidrasch, Rechneigrabenstraße 12. Herr Rabbiner Awrohom Izchok Kohn aus Ungvar hält am Sabbat, 6 Uhr nachm. im Beshamidrasch, Rechneigrabenstr. 12, 2. eine Droscho. Herr Rabbiner Kohn, ein direkter Nachkomme von Rabbi Schmuel Schotten b""Si' gibt zur Zeit eine größere Predigtensammlung unter dem Titel DmatiV lon heraus und man darf hoffen, daß er die Unterstützung aller Thorafreunde findet. Familien-Nachrichten. Geburten: Einen Sohn, Gaby Jacobs u. Frau Alice geb- Marcus, Haarlem, Molenaerstr. 23. Barmizwoh: Leo, Sohn des Herrn Jakob Blumensohn, Obermainstr. 15, p^>a natt, Synagoge Friedb.- Anlage. — Curt, Sohn des Herrn Emil Grünewald, Frankfurt a. M-. Wittelsbacher Allee 2, J?Va '3 nv. — Erich, Sohn des Herrn Jacob Gradmann, Ichenhausen, pi?a '3. — Adolf Schleien aus Coburg, npn '3 mv, Günter Hermann aus Reckendorf, j?Va 'S na?, Talmud-Tora- Bürgerschule, Burgpreppach (Ufr.). — Erich, Sohn des Herrn Salli Gans, Frankfurt a. M., Karl-Fleschstr. 13, Synagoge Niederaula b. Hersfeld, p>Va raff. Verlobte: Lotte Adler, Ffm.. Ostendstr. 10 mit Sally Zunz, Karlstadt a. Main. Vermählte: Yonny und Betty Ullmann geb, Gutmann, Jerusalem (Würzburg—Fulda. Das seit 26 Jahren altbekannte Kaufhaus Wilhelm E d i n g e r , Bergerstraße 152, ist in Händen seines Sohnes Heinrich Edinger übergegangen und wird in alter Tradition reell und preiswert weitergeführt und ausgebaut. Auch bleibt das Geschäft wie bisher Schabbos und Jomtow streng geschlossen. Wir machen unsere gesch. Leser darauf aufmerksam, daß die hiesige bekannte Kohlenhandlung S. Moses u. Co., Sandweg 30, schon fast 60 Jahre hier ansässig und handelsgerichtlich eingetragen ist. Ihre reichen Erfahrungen stellt dieselbe gerne in den Dienst ihrer Kundschaft, so daß deren Einkauf erleichtert wird. Die Firma erfreut sich des Rufes größter Leistungsfähigkeit sowie guter und reeller Bedienung. An Samstagen und israelitischen Feiertagen hat dieselbe streng geschlossen. Machen Sie Ihre Bestellungen bei der Firma S. Moses u. Co., Sandweg 30, Tel. 46990. Dieselbe empfiehlt besonders den Bezug in den Sommermonaten, in welchen Sie am billigsten und sorgfältigsten bedient werden können. Siehe Inserat im Inseratenteil. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr R.-A. Dr. E. Posen — nachmittags ZU Stunde vor Mincho im Vereinslokal Mikro, Herr Rabbiner H. Mayer — 4 Uhr im Vereinslokal (ebenso Sonntag morg. 8 Uhr) Gemoro, Herr J. Soffer. — Eine Stunde vor Nacht. Midrasch, Herr Dr. R. Rothschild. (Alles andere wie üblich.) Liwjath Chen. Samstag nach Mincho (574 Uhr) im Hörsaale Friedberger Anlage,. Vortrag des Herrn S. Schachnowitz: „Von den Spruchdichtern der Sidra". Agudas Jisroel-Ortsgruppe. Daf Jaumi Sonntags, 11—12 Uhr, Montag bis Freitag 12—1 Uhr. Samstag 12«/4 Uhr. Herr Sofer, im Vereinslokale des Mekor Chajim, Langestr. Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Hebräischer Sprachkurs: An dem Fortgeschrittenen-Kurs unter Leitung von Herrn Wollmann können zieh noch Interessenten beteiligen. Anmeldungen an Frl. Adele Rosenheim. Königswarterstr. 11, erbeten. Am Mittwoch, den 27. 6., findet eine Gesellschaftsfahrt nach Darmstadt zum Vortrag des Herrn Dr. J. Breuer statt. Anmeldung: Sonntag von 12—13 Uhr im Heim. Soeben erschien die neueste Nummer,des Hameaged Zu beziehen durch Rainhold Oppenheimer, Bockenkeimer Anlage 12. (Alles andere wie üblich.) Agudistische Frauen-Ortsgruppe. Am Montag, den 25. Juni, abends 8.45 Uhr wird im Hörsaal Friedberger Anlage, Herr S. Schachnowitz seinen Geschichtskurs über „Wie unser Golus begann" fortsetzen. (Die babylonischen Schulen bis zu Mohammed). Gäste. Damen willkommen. Vereinigung Jüdischer Akademiker. Unser nächster Konvent findet Donnerstag, den 28. Juni, 20.30 c t. im Hause von Bbr- Dr. Freimann, Friedberger Anlage 13 statt. Bbr. Emil Klein spricht über das Thema „Probleme und Orientierung der jüdischen Erziehung". Gebetzeiten. np>n rat? Freitag abend 7.45 Samstag nnaffn 6.35 Samstag morg. 7.45 <■ Samstag nachm. 1.00 und 5.00 Samstag abend 9.40 Wochengottesdienst; Morgens 6 30 Nachmittags 7.15 Tefillinlegen am Morgen 2.55 Jeder Grossist und Detaillist verlanoe kostenlos Original-Gratismuster in: Ia weiße Kernseife, Schmierseife, Seifensand in Streudosen, Scheuersand, Victors flüss. Mefallpuiz, Rasierpräparale in bekannter Qualität, direkt ab Fabrik zu den bekannt bityigen Preisen. Unter Aufsicht der Jsrael. Rel. Gesellsch. Victor Victor, Chem. u. Seifenfabrik Frankfurt/M. Für Verwandte 43 J alt aus gut. Fam. m 5000 M. Barverm., Möbel, Wcrtgegenst. u. gut. Ausst., tücht. i. Haush. m. Herzensbil w. fromm. Mann ges., d. jap hält. Lehrer o. H. i. ges. Posit Witw. mit Kind angenehm. Off u. 564c a. d Exp. Für Verw. Ärztin 25 Jahre alt aus sehr guter Familie suche Lebensgefährten. Zuschriften unt. 598c a. d. 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