Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 75 (1934)
- Issue
- Heft 23 (7.6.1934)
- Date
- 1934-06-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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ww? Ein Centraiorgan, für das |orthodoxe Judentum / Begründet von Dr. Lehmann in Mainz Frankfurt a. M. 7. Juni 1934 24. Siwan 5694 Nummer 23 in Warschau. Obgleich die Zeitverhältnisse der Veranstaltung internationaler Tagungen gewiß nicht günstig sind^ünd in Polen insbesondere — was bei .Eihb.etf^ ,war — in der letzten,^che^dniriilinal^|iibiya' stattfanden, die! viele f^hrettde^Personiichk^^n! ,an ~ ihre^H^ sieh;, die am letzten Montag begonnene: "und" bis ^Öbnnejfsjtä^ tfch ausdehnende Sitzung des Zentralrates der „Agudas Jisroel"-..»docK-...eines verhältnismäßig starken Besuches zu erfreiiin. J^s^^waripjji^; Vertreter aus ist. die auf;Tei^^ . Tende irrige Mitteilung in der letzten Nummer des Blattes zu berichtigen; eine Neuwahl des; Zentralrates fand natürlich jetzt nicht statt).i-Um . «ine sachliche Arbeit z,u ermöglichen, trugen die . Sitzungenh'mit>. Ausnahme des Eröffnungsabends . ram Montag,, zu demi . die Oeffen1^chl£.eitiund die gesamte .Presse zugelassen war, - geschlossenen .Charakter. . Die Eröffnung. Die Tagung wurde am Montag Abend; um 9 Uhr durch eine Ansprache des Präsidenten des iZentraJrates^^^^ Aron Lewi'n, f&zeszow, »'mit einer kurzen Rede eröffnet, "die in Worte des Gedenkens an. die im letzten Jahre fheimgegangenen großen Führergestalten des orthodoxen Judentums, die alle ihre beste Kraft" der Agudas Jisroel gewidmet hatten, ausklang. ■. .... ' ( '-,-.-;•.' ',. Es folgtgj);jI3egr^ungen seitens, des' I^abbinijs.chen Ratenderpolnischen Agudas Jisroel, (Rabbi •'Menac^em S :'Rabbmäj;es;j (Rabbiner; iMi c h e jLs ^^jjj-l-W^ift schau); des Rabbineryerb.andeSj: iri<. .Poi.ej^!!(Rabbi-, ( : ner K'a n a 1,: Marschau); im Auftrage; der. V^ar- . .schauer GememaV richtete' Prjtsiäen£;:'$ a z iu r j warme i; Begrüßungsworte .; an . die Erschienenen;, Für die polnische Landesorganisation der Agudas Jisroel sprach deren Präses J. M. L e w in , für die Zeire Agudas Jisroel in Polen ihr temperamentvoller. Vorsitzender, der jugendliche Rabbiner H i r.s c h h o r n. , . Alsdann brachte Jacob R o s e n hei m den. Pank der,,AgudörLeitung für die Einladung nach j Warschau und für, die Aufnahme, die der Zenj iralrat' «io'rt gefunden habe, zum Ausdruck. Es bedeute, für alle, die aus den verschiedenen Ländern der Diaspora nach; Warschau kommen, , in; dieser;s.chweren Zeit; ein besonders wertvolles; , Erlebnis," die durch alle Schicksalsschläge ,.;uriger. jDrochene Lebendigkeit des jüdischen Volkes hier pulsieren zu sehen und insbesondere sicjb. der kraftvollen Entwicklung der polnischen ,,Agudas . jisroel" freuen zu dürfen.. Der Redner suchte dann die Bedeutung; des a g u \di< s t i s c h e n O rr g a n i s a t i o n s g e d a n k e n s im , Zusammenhang mit den die Zeit;ibehlerrscheridenj Kriseji; politischen,.; wirtschaftlichen und religiösen Charakters darzulegen. Kein Volk sei so sehr1 wie das jüdische daran interessiert, überalle diese Krisen hinweg, die die Völker bis zur Katastrophe auseinanderreißen, den Menschheitsfrieden gegenseitigen, Verstehens, emporwachsen zu sehenf;der die Nationen der Erde zueinander^;führt; unter - der Herrschaft des G ' 11 e s g e d a n k'e n s. Dazu aber müsse „Agüdas Jisroel';1^ das j ü d i s c.h.e. Volk organisatorisch :einen als - V e r kör p e - r u n g der' G'ttesoffenbarung. an die- Menschheit. Im Anschluß " hieran sprach Dr. 'Isaak B r e u e r über die besondere Aktualität der :E,r e z 'J i|S - roel-Arbeit im Rahmen des Agudd-Proägramms;; Zur T h o r a und zum V, p 1 k t;inüsse;:im Sinne der jüdischen Ueberlieferunjg der dritte konstituierende Faktor des jüdischen Weltbildes, das L a n d, treten, und dieses Land davor zu schützen, daß es nicht der Vergötzung der Wirtschaft auf der einen, oder der Vergötzung des N a t i o - nalismus auf der anderen Seite zum• Opfer falle, sei heute die höchste Pf licht i der organisierten Orthodoxie- (Fortsetzung siehe Seite, 5.) i Aus dem . Die Beiträgskarte des Zentralausschusses < Seite 2 Stadtratwahlen und Judenexzesse in Polen Seite 2 Der., neue Landespräsident' der ungarischen;K Orthodoxen Landeskanzlei •-.''vSeite:'l2'[' Der neue Leiter des Einwanderungsamtes , :: in Palästina . ... . . . . ' Seite 2 j Neuer Kurs in Lettland V . : V1 ' . Seite 2 tfnsere heilige Fahne und das '.■>:■■ : / Schwarze Fähnlein . . , . Seite 4; Um den Kibbuz Rodges .' . . Seite 8 Die 900-Jahrfeier in Worms ... Seite 11 Junitagung der Mandatskommission Seite 11 Arlosoroffprozeß . . . . Seite 12 &inderecke .... ... . Seite'15 und 'i6 Beilajge „Erziehung und Lehre". 1 ößecpaBBiiicp Dp. Samucf Spi^cp ^"W, fyamhuvq. Und wiederum hat der Tod in den Kreis unserer D'^nj eine Lücke gerissen, und wiederum; ist uns genommen woräen -'einer der nTinn ,*T'*TK' und wiederum ist von uns gegangen einer der riD — wiederum steht, die Judenheit in, Schn^er^ und Trauer km, .Grabe einesiähreri.gro-!;f)eW'gß^geü:(Fünre^ j\ ' ::' ii"•••• ";':;; i. Die ^eltjuderiheit ist: schwer' get^ciffieh,: aber) \ am;jschwersten die deutsche •; ^udenhe^j 'das' dr-! tho.doxe: -. deutschej Judentunli ' ' Und! | (mit ■ 'dem i^iageöa^gerj wejnt sie: ,/G^de^ke,j wasj jde|r| jpränjger'jjtiji,,unsferm Innern geta^,j,er zückte\. seih Schwert und traf unser Innerstes!''' ' i ' Uns orthodoxen deutschen Juden ist mit dem Hamburger Raw der rninmtP genommen worden* der Mann, der die nplOS roVn aussprach, mit ihm ist uns genommen worden:; das Wi s s e n undn das Gewissen! < 'i i Und lauter als die Klage, der Welt, als das- Weinen, derj deutscheni judenhejt tqnt der, Weheruf, der Juden^HambuirgsJ Alle in Schmerz und viele, in Reue; rufen zum Himmel: „Gefallen istdie KrQne unseres Hauptes, wehe uns, denn wir. haben gesündigt!" j> LJnd;,wir ringen um Fassung, wir suchen für, eine Weile jden brennenden Schmerz. zu überwinden, , um vor uns hinzustellen, rD12^ p'^S. 531; das Andenken, Bild und Leben des großen Mannes als eine Quelle des Segens für uns und alle, die da sind, Wirksamkeit und Bedeutung dieses Führers, der *)0a3 :TIK H^öV iblö TaVa als ein Kündet ' wahrer jüdischer Lebensform und höchsten jüdischen Lebenssinnes den nach Licht und Helligkeit Strebenden von; einer gütigen Vorsehung .geschenkt worden war. , . Was;machte den Hamburger Raw izüiidie- Ii;' ser großen :Persönlichkeit, was! -war''Üer Kferii' js^f-;;! opiesW^seiis,; die Größe seäe's|jGhärlä^ter^::i;:'--';:!!)(';'Pas|;Wort; mit dem einstig selber; ^ein^Rilhm51 und IdjeijBesönderheit eines"dahingegangenen^n^ k^nd!eter: Idas kennzeichnet itin; .deutlich und'scharf:'!' . k!1;': oTa niö^nviSDV.ii'a^li'b. ,ta»^k:;■■ „Heil dem, welcher hierherkömmt! : und seine Lehre ist in seiner Hand." 1. .' ■ ■"- „Seine Lehre ist in seiner Hand! " „ G roßinder T h o ra! " —;das war die e ine Seite seiner Bedeutung! . , , . . . . , Dem deutschen Judentum, dem; einst die Größten .gehörten, so daß das stolze Wort f erklang: T33W8;|?33^ W1? nwiT nnilin -- diesem Judentum hatte sich in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr das Bewußtsein getrübt, daß der einzige Gradmesser zur Beurteilung geistiger Größe judischer Menschen das Wissen in der Thora sei. . Fremde Götter stellte man auf oder doch nebien sie, neben denmin3^nj»stätt-weit unter ihn, den Mann der jüdischen Wissenschaft, den Künstler der Predigt. (Fortsetzung siehe Seite 3.)