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Der Israelit · 1934-05-24 · Heft 21 (24.5.1934) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
75 (1934)
Issue
Heft 21 (24.5.1934)
Date
1934-05-24
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
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24. Mai 1934 Der Israelit Nr. 21 Seite 11 Vermischtes. Montreux, 18 Mai. Am 22. April fand bei Anwesenheit auswärtiger Gäste, unter denen sich auch der Oberrabbiner von Klausenburg, Rabbi Akiba G1 a s n e r , befand, die feierliche Eröffnung des 15. ' Semesters statt. Auch in diesem Semester hat wieder eine stattliche Anzahl Bachurim aus 10 verschiedenen Ländern den Weg nach Montreux gefunden. Eine blühende jüdische Jugend ist in die Hallen der Jeschiwoh eingezogen. In seiner bedeutsamen, äußerst eindrucksvollen Eröffnungsrede, auf die wir gelegentlich noch einmal zurückkommen, begrüßte der Gründer und. Leiter der Jeschiwa zunächst den hohen Gast, das Oberhaupt der Gemeinde Klausenburg, in herzlicher Weise, sowie die alten und neuen Bachurim, an deren Eifer und restlose Hingabe für Thora er appellierte. Es schloß sich dem ein großangelegter Pilpul an, womit der Rosch Jeschiwa den Traktat Kiduschin eröffnete. Darauf begab man sich in den Speisesaal, um das neue Semester bei Speise und Trank zu eröffnen. Herr Oberrabbiner Akiba G1 a s n e r gab in herzlichen Worten seinem Enthusiasmus über das Montreuxer Werk und seinen Schöpfer beredten Ausdruck und wandte sich dann an die Jünger der Jeschiwoh, denen er die Schönheit ihrer Jeschiwoh in der von G'tt ausgezeichneten und wunderbaren Umgebung schilderte. Die von hohen Gedanken erfüllte Rede wurde von allen Bachurim mit Begeisterung aufgenommen. Unter Tanz und Gesang fand das 15. Semester-Eröffnungsfest in später Nachtstunde seinen würdigen Abschluß. ph.—d. Familien-Nachrichten. Geburten: Ein Sohn, Dr. S. Posen und Frau Bertha, geb. Flörsheim, Haag/Holland, Adelheidstraat 156 Barmizwoh: Bernd, Sohn des Herrn Salomon Eschwege, Hamburg, Brahmsallee 13, ^rhyn 'S rav Synagoge Bornplatz. Verlobte: Leonie Hof mann, Zeil 21, Siegfried Gans, Jul. Heymannstr. 4. — Erna Blumenthal, Fulda Pfandhausstr. 5, Rabbiner E. Tarsis, London. Vermählte: Rosi Hamburger, Lothar Frank. Lauäenhach b- Karlstadt, 27. 5. 34. Die Frankfurter Woche. Seiorim erbeten! Von der Agudas Jisroel-Jugendgruppe wird uns geschrieben: Um den thoragemäßen Aufbau Palästinas zu gewährleisten, muß sich die gesetzestreue, chaluzische 'jiV-.'.d außer der körperlichen Hachschara auch einer a r u jstens gleichwertigen geistigen Vorbereitung un-;r.:i.>hen. Daher wird in allen Kibbuzim religiöser Richtung die Freizeit eifrigst darauf verwandt, neben dem schaffenden auch den geistigen und ethisch wertvollen Menschen heranzubilden. Der einzige und zielsichere Weg hierzu ist die Erforschung des g'ttlichen Willens und seiner Forderung, wie sie in den heiligen Schriften unseres Volkes niedergelegt sind. Die Hachscharath des Noar Agudati weisen einen empfindlich spürsamen Mangel an Büchermaterial auf. In erster Linie wird u. a. benötigt: Chumoschim mit Mephorschim (nicht nur Raschi-Kommentar) und do. Tnach, Mischnajaus mit Barthenora, Schassim (komplett wie auch einzelne Exemplare.) Wieviel Seforim haben das traurige Los, nur einmal im Jahr zum Schütteln herausgenommen zu werden. Durchsehe daher jeder seinen Bücherbestand, ob nicht das eine oder andere Sefer entbehrlich ist, und prüfe jeder gewissenhaft, ob er nicht manchem Sefer zu höherer Ehre verhilft, wenn er es aus dem Schattendasein im Bücherschrank ins Leben der Chaluzim treten läßt. Denn dessen sind wir sicher und das sei auch der schönste Dank an den Spender: Es wird aus diesen Seforim gelernt werden. Wir bitten möglichst sofortige Mitteilung betreffs Spenden an Hugo Adler, Seilerstr. 10. Die Agudas Jisroel-Jugendgruppe hat sich bereit erklärt, die Spenden prompt abzuholen und weiterzuleiten. Sitzung der Gemeindevertretung der Israelitischen Gemeinde am 16. Mai 1934. In einem würdig gehaltenen, von ernstem Verantwortungsbewußtsein getragenen. Schreiben lehnt der jüngst in den Gemeindevorstand gewählte Herr Jakob Stern-Biag ab. Der Umfang seiner geschäftlichen Tätigkeit gestatte ihm zu seinem Bedauern nicht die Wahrnehmung der ihm als Vorstandsmitglied in verschiedenen Gremien und Kommissionen zugedachten Aemter. Als Zeichen seiner inneren Verbundenheit mit der Gemeinde überreiche er einen Darlehenskassenschein von Mk. 1000.—. Der Vorsitzende gibt seinem Bedauern über die Ablehnung Ausdruck und ersucht die Wahlvorschlagskommission, demnächst eine andere geeignete Persönlichkeit namhaft zu machen. Der Vorstand hat eine Abänderung der Wahlordnung in einigen Punkten beschlossen. Sie regelt im Wesentlichen die Handhabung für Ersatzmitglieder der Gemeindevertretung innerhalb der um zwei Jahre verlängerten Legislaturperiode und gibt den Fraktionen gewisse Rechte dafür. Es wird in diesem Sinne Beschluß gefaßt. — Für Juni 1934 wird ein weiteres Etatzwölftel bewilligt. — Die Jahresrechnung 1932/33 ist von den Herren Felix Meyer und Cohen geprüft und in Ordnung befunden worden. Für 1933/34 werden die Herren Cohen und Dr. Freimann zu Revisoren gewählt. Das Gemeindeblatt erscheint in einer Auflage von 8000 Exemplaren, wovon 7000 an die Mitglieder kostenlos verschickt werden. Gesetzlicher Bestimmung gemäß muß fortan ein Bezugsgeld erhoben werden. Ueber seine Höh gehen die Meinungen auseinander. Manche halten im Vierteljahre 60 Pfg., manche 50 Pfg., andere 45 Pfg. für angemessen. Das Bezugsgeld wird auf 45 Pfg. festgesetzt. Vom Erlös wird ein großer Teil durch Einzugs- und Abrechnungskosten aufgezehrt. — Der Vorsitzende spricht im Sinne der Gemeindevertretung sein lebhaftes Bedauern darüber aus, daß ihr temperamentvolles, rühriges und an allen Dingen der Gemeinde rege interessiertes Mitglied, Herr Dr. Mainzer, noch längere Zeit durch die Folgen eines Unfalls an der Teilnahme bei den Sitzungen verhindert sein werde. — Genehmigt wird für das Tagesheim Königswarterstraße aus seinem Ueberschuß — seltsam befremdliches und beglückendes Wort — die Anschaffung von zwei Hobelbänken. Ein Siebenziger. Herr David Homburger, Inhaber der Weinfirma gleichen Namens, wurde dieser Tage 70 Jahre alt. Herr Homburger, Schwiegersohn von Michael Mainz V"2tT, verlegte vor 25 Jahren seinen Wohnsitz von Karlsruhe nach Frankfurt und gehört seitdem zu den beliebtesten Männern unserer Kehilla. Ein wahrer m>-ab ainto aipöb aintf, und ein glühender Freund des Thorawortes, begnügte er sich nicht damit, Thora zu lernen und Thora zu hören, sondern ist stets bestrebt, das Gehörte und in sich Verarbeitete in weitere Kreise, zur Stärkung und Tröstung in schwerer Zeit, zu tragen. Wir hoffen, ihn noch lange bei frischer Arbeitskraft an der Seite der Seinen, aber auch in ungetrübter geistiger Regsamkeit bei unseren Lerngemeinschaften zu sehen, mer am?»! nun iy Jubiläum im Israelitischen Mädchenheim. In diesen Tagen feierte Frau Dr. B u r s t y n vom Israelitischen Mädchenheim am Taunusplatz ihr 25jähriges „Diensf'-Jubiläum als Leiterin des Heimes. Ich schreibe Dienst im eigentlichen Sinne, denn sie dient dem Haus und jedem einzelnen der früheren und jetzigen Schutzbefohlenen mit stets gleichem Interesse, sei" es in privaten oder beruflichen Fragen oder gar Berufsumschichtungen. Kommt man in eine fremde Stadt oder fremdes Land, so hat sie gewiß Adressen von „Ehemaligen", und es entwickeln sich die schönsten Freundschaften. Ihre Gastfreundschaft kennt keine Grenzen und ist sprichwörtlich, und manchem jüdischen Haus, das heute existiert, gab sie durch ihre vorbildliche, echt jüdische Gastlichkeit die Note. Was sie erst aus dem Haus gemacht hat, ist allgemein bekannt. Aus ersten Anfängen auf der Neuen Kräme zur Sternstraße und später ins eigene Haus führte sie das Heim und mit ihm die Insassinnen. Rührend, wie sie u. a. pflegebedürftige „Ehemalige" zu erfrueen sucht, sei es auch nur durch einen beigefügten Gruß. Vor fünf Jahren, anläßlich ihres 20jährigen Jubiläums gründete sie den Heimchen-Hilfsfond, zur Unterstützung abgebauter oder in der Ausbildung stehender junger Mädchne, und man kann ihr keine größere Freude machen, als wenn man bei festlichen, wie rn traurigen Anlässen sich des Heimchen-Hilfsfonds erinnert. Alle aber, es sind einige Hundert, die in aller Herren Ländern zerstreut sind, sind einig im Wunsche für ein weiteres segensreiches Schaffen und Wirken Frau Dr. Burstyns fürs Haus und jede seiner Insassinnen in ungeschwächter Kraft des Körpers und des Geistes. Dnüpi nsa nsr S—r. Erster Kulturabend des Kulturbundes deutscher Juden Bezirk Rhein-Main. Der erste Kulturabend, der in geschlossenem Rahmen für Mitglieder in der Loge Carl am Montag, den 14. Mai stattfand, wurde von dem Vorsitzenden Herrn Sanitätsrat Dr. Ettlinger, eröffnet. Nach seiner Begrüßung sprach Herr Dr. Gundersheimer in fesselnder Weise über jüdische Kunstsammler. Er analysierte die verschiedenen Typen von Sammlern, ihre Motive uud ihre inneren Beziehungen zu ihren Sammlungen an Hand einer Lichtbilddarstellung der nennenswertesten Privatsammlungen. Darauf sang Ernst Wolf mit eigener Begleitung warm und technisch vollendet synagogale Gesänge, die von den Zuhörern dankbar aufgenommen wurden. Franz Oppenheimer (Mannheim) rezitierte und leitete humorvoll die Versteigerung von Werken einheimischer jüdischer Künstler ein. Sjul. Dem Freunde! . . . Von Hermann Seckbach. Draußen blühende, grünende Frühlingslandschaft, der die Sonne, die strahlende Sonne, goldenen Glanz verleiht. Die Vöglein zwitschern ihre Liebeslieder und hüpfen frohgemut von Ast zu Ast. Ein Singen und Klingen der wieder erwachten Natur. Da flüstert uns jemand den Namen eines Freundes zu, der in diesen Tagen seinen 60. Geburtstag begehen kann. Wir sehen uns an, und ein Ausdruck der Freude geht durch aller Mienen. Paßt doch diese Nachricht so ganz in das Bild des jungen Frühlings hinein, der uns eben wieder zum Erlebnis wurde. Dieser Freund mit immer jugendlichem Feuer, dessen Seele frohbewegt, ja jauchzend sich erheben kann, wenn es gilt, G'ttes Herrlichkeiten zu schildern, dessen Auge schönheitstrunken das Bild der G'ttesnatur in sich aufnimmt, mußte wohl in den Tagen, die uns an die Gesetzgebung erinnern sollen, im Prangen der Blumen das Licht der Welt erblickt haben. Nicht des Thoragelehrten, der immer und immer wieder, schöpfend aus reichen, ihm vom Sinai her zufließenden Quellen, die Durstenden labt und ihrer Seele kraft seiner Weisheit stets aufs neue bereichernde Nahrung zuführt, wollen wir Erwähnung tun — das kommt Würdigeren zu — aber dem Schriftsteller, der viele, viele Jahre schon uns Großes, Edles und Erhabenes vor Augen führt, ihm möchten wir heute zu diesem Lebensabschnitt unsere innigsten Segenswünsche darbringen. Eine kleine Gemeinde ist es, in deren Namen ich spreche. Es sind zumeist ans Lager gefesselte Kranke und Sieche, die in ihm den Arzt ihrer Seele und den Freund ihrer Gemeinschaft erblicken. Ob sie aus seinen Büchern die historisch so lebendig erfaßten ehrwürdigen jüdischen Gestalten in sich aufnehmen, oder ob sie im Geiste durch die wundervollen Schilderungen seine Reisen miterleben, ja, so ganz und gar durchleben, immer wieder gibt er allen erfrischende und erquickende Geistesstärkung. Und wenn er gar persönlich erscheint und unmittelbar den Schatz seines Gedankenreichtums vor allen ausbreitet und auf jeden seine Persönlichkeit wirken läßt, dann sind es für diese kleine Gemeinde Höhepunkte. Und wenn nun angesichts der Zeitverhältnisse unser verehrter Freund bat, von jeder Ehrung Abstand zu nehmen, so wollen wir ihm sagen: Wer es vermag, den grauen Alltag zu bannen und mit dem Blicke des Historikers aus düsteren Wolken uns heilende Sonne zuzuführen, der hat ein Anrecht auf Dank. Dieser Dank möge in dem Wunsche Ausdruck finden, daß rrapn ihn im Kreise seiner lieben Familie gesund erhalten möge, auf daß er seine heilige Mission weiter erfüllen kann. D-nim naa ns? Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr R.-A. Dr. E. Posen — nachmittags 3/4 Stunde vor Mincho im Vereinslokal Mikro, Herr Rabbiner H. Mayer — 4 Uhr im Vereinslokal (ebenso Sonntag morg. 8 Uhr) Gemoro, Herr J. Soffer. — Eine Stunde vor Nacht spricht Herr Jakob Katz über „Das Geld" (Alles andere wie üblich.) Jahrzeitsstiftungen. Sonntag, 27. Mai: Jakob Löwenstein-Stiftung. Dienstag, 29. Mai: Nanette Isaak geb. Prager-Stiftung. Donnerstag, 31. Mai: Falk Goldschmidt-Stiftung- Freitag, 1- Juni: Benjamin Roos-Stiftung. Liwjath Chen. Samstag nach Mincho (5V4 Uhr) im Hörsaale Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz: „Die Stimme aus dem Kaporeih". (Auch etwas über Tiberias) Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Am Sonntag, den 27. Mai, findet eine Treffahrt mit dem Chawerim aus der Umgebung Frankfurts statt. Zeit und Ziel wird durch Anschlag bekanntgegeben. Die Teilnahmer werden gebeten, sich vorher bei Rieh. 'Ahrend anzumelden. — Wegen der Dringlichkeit der Sache weisen wir nochmals auf die besondere Notiz betreffs Seforim-Sammlung für den Noar Agudati hin, und bitten unsere Freunde, sich dafür einzusetzen. (Alles andere wie üblich.) Agudistische Frauen-Ortsgruppe. Montag abend 9 Uhr präzis im Hörsaale Friedberger Anlage. Beginn des Vortragszyklus von S. Schachnowitz über „Wie unser Golus begann". Diese Geschichtslehrvorträge finden 14tägig statt und erstrecken sich auf die Zeit von der Zerstörung des zweiten Tempels bis zum Beginn des Mittelalters. Gäste, Damen willkommen. Gebetzeiten. xwi narc Freitag abend 7.40 Samstag nnawn 6,35 Samstag morg. 7.45 Samstag nachm. 1.00 und 5.00 Samstag abend 9.15 Wochengottesdienst: Morgens 6-30 Nachmittags 7.15 Tefillinlegen am Morgen 3.05

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