Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 75 (1934)
- Issue
- Heft 18 (3.5.1934)
- Date
- 1934-05-03
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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3. Mai 1934 Der Israelit Nr. 18 Seite 15 übergehen. Der alte Jischmv habe manches getan und erreicht, stehe aber mit dem Leben nicht im Zusammenhange, da in Erez Israel nur die Arbeit gelte. Was uns vom Zionismus trennt, ist die Tatsache, daß das von ihm geschaffene Leben in E. I. in seiner Struktur nicht unter Vorherrschaft der Thora steht, jüdisch nur nach zionistischer Ideologie, gleichsam im völkischen Sinne ist. Daran konnte Misrachi, der durch seinen Anschluß die Berechtigung dieser Ideologie anerkannte, nicht viel ändern. Im Lande herrsche die Arbeiterorganisation. „Histadruth" mit ihren 45 000 Mitgliedern, die gewiß viel für die Arbeiter und die Hebung der hebräischen Sprache getan hat, die aber in ihrer Weltanschauung rein marxistisch, also im Grunde international ist und den Klassenkampf zwischen Unternehmer und Arbeitgeber ohne Not ins jüdische Leben hineingetragen hat. Daß „Histadruth" solche Vorherrschaft bekommen konnte, hat die zionistische Organisation zum Teil selbst verschuldet. Die der „Histadruth" feindselig gegenüberstehenden Revisionisten seien genau so unjüdisch, unterscheiden sich nur darin von den Anderen, daß sie nationale und kulturelle Assimilation vertreten. Zwischen den beiden Extremen konnte die wahrhaft jüdische Idee in Erez Israel noch nicht zum Durchbruch kommen. Bei all dem ist aber der jüdische Kern im Lande noch ganz gewaltig und nicht zu vernichten. Es wirken noch in Erez Israel und in der jüdischen Stadt Tel Awiw mehr jüdische und religiöse Kräfte, als man gemeiniglich ahnt. Ein Sabbat in Tel Awiw, ein Freitagabendg'ttesdienst in der dortigen großen Synagoge sei ein Erlebnis, wie man es in der Golah kaum haben kann. Daraus entsteht für uns die Verpflichtung, jenen Menschen zu Hilfe zu kommen, statt vom neuen Jischuw die Augen abzuwenden. Rabbi Sonnenfeld und Chofez Chajim, die prominentesten Vertreter des alten Judentums, hatten stets Auge und Sinn auch für den neuen Aufbau. Es gelte heute anzuerkennen, daß der Zionismus, den wir mit Recht bis jetzt bekämpften, von der Vorsehung ausersehen war, uns eine Basis in Erez Israel zu schaffen, auf der wir heute auch unsere Arbeit zu entfalten haben. Es wiederhole sich der gleiche historische Vorgang wie mit der Emanzipation, mit der sich das alte Judentum so lange nicht abfinden konnte, bis ein S. R. Hirsch sie als Gegebenes erkannte und dem jüdischen Leben dienstbar machte. Es muß heute der Versuch gemacht werden, Erez Israel für die Thora zu erschließen, darum weg mit dem privaten Egoismus, es gilt, unseren Kindern ein Heim zu schaffen. Hinter jedem frommen jungen Menschen, der nach Erez Israel auswandert, steht die Weltorthodoxie. Redner entflammt zum Schluß in großer hinreißender Rhetorik alle Herzen für die Aufgaben, die heute der Weltorthodoxie insgesamt wie jedes Einzelnen im thoratreuen Volke nach oder für Erez Israel rufen. Eine Diskussion war unter dem Eindruck der hald zweistündigen Rede nicht denkbar. Mit kurzem Dankesworte und der Mitteilung, daß in kleineren Zirkeln über die Gedanken des Referates noch weitere Asusprachen stattfinden sollen, schloß der Vor- ' sitzende den Abend. Der Verein Frankfurter HandelsveTtteteT hat keinen Arierparagraphen. Der Verein Frankfurter Handelsvertreter e. V. Frankfurt a. M. beschloß in seiner Hauptversammlung am Montag, den 23. April, dem neugegründeten R. D. H. G. vorerst nicht beizutreten, nachdem andere Vereine im Reiche ähnlichen Beschluß gefaßt hatten. Der Verein Frankfurter Handelsvertreter Frankfurt a. M. wird demnach, sofern keine gegenseitige Entscheidung vom Reichswirtschaftsministerium erfolgt, auch weiterhin keinen Arierparagraphen haben. Kulturbund deutscher Juden. Am Dienstag, den 17. April,» nachmittags 6.30 Uhr, hat sich im Sitzungssaal des Gemeindehauses der Vorstand zum Kulturbund Deutscher Juden, Bezirk Rhein- Main konstituieren können. Sanitätsrat E111 i n g e r konnte in seiner ausführlichen Schilderung über die Vorbereitung des hiesigen Kulturbundes in allererster Linie der Gesellschaft für jüdische Volksbildung seinen Dank ausprechen für die bedeutungsvolle. Arbeit, die in selbstloser Weise von allen der Gesellschaft zugehörigen Mitarbeitern geleistet worden ist. Eine außerordentlich wichtige Stütze sieht der Vorstand in der bereits vorhandenen und weiter auszubauenden „Gruppe der Förderer". Seit Wochen schon haben sich Persönlichkeiten des jüdischen Lebens, denen die Gründung des Kulturbundes Deutscher Juden auch in unserem Bezirk eine Forderung des Tages erschienen ist, für die Gründung eingesetzt und täglich kommen neue Förderer hinzu und zwar Förderer nicht nur nach der finanziellen Seite, sondern auch als Mitarbeiter. Es haben sich in der Vorbereitungszeit aus diesen Kreisen Arbeitskommissionen zusammengefunden, die einesteils über die Fragen der Arbeitsbeschaffung für die erwerbslosen Künstler aller Gebiete beraten, andernteils die notwendig zu lösenden künstlerischen Aufgaben vorbereiten. Es fanden und finden Veranstaltungen statt: April: Ein Abend in einem Privathaus, den der Kulturbund im Interesse der bildenden Künstler veranstaltet, mit einem Vortrag einer musikalischen Darbietung und einer amerikanischen Versteigerung der in ' der Chanukah-Ausstellung von der Künstlerhilfe angekauften Kunstwerke. Mai: Orchesterkonzert des neugegründeten Berufsorchesters des Kulturbundes Deutscher Juden, Rhein-Main, unter Leitung von Hans Wilhelm Steinberg und Schauspielaufführung der „Arbeitsgemeinschaft jüdischer Schauspieler". Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung, Von der Reichsvertretung der deutschen Juden ist unter Leitung von Professor Dr. Martin B u b e r und mit dem Sitz in Frankfurt a. M. eine Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung ins Leben gerufen worden. Sie hat vor allem die Aufgabe, den Gedankenaustausch zwischen den Einrichtungen und den Mitarbeitern der jüdischen Erwachsenenbildung in Deutschland zu fördern, neue Einrchtungen und zweckentsprechende Ausgestaltung der bestehenden anzuregen und in allen einschlägigen Fragen den Organisationen und Einzelpersönlichkeiten beratend und helfend zur Verfügung zu stehen. Um einen Ueberblick über die vorhandenen Einrichtungen zu gewinnen und einen Gedankenaustausch einzuleiten, werden die Leiter der Lehrhäuser, Volkshochschulen, Lehrkurse, Kurse der Religionsgeroeinden, Schulen der Jugned, Büchereien usw., sowie alle sonst interessierten Persönlichkeiten und Gruppen aufgefordert, möglichst umgehend Material über ihre Arbeit {Arbeitspläne, Ausbauwünsche, besondere Schwierigkeiten, gute Ansatzpunkte für die Arbeit, Art und Zahl der Besucher) an die Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung, Frankfurt a. M., Fahr-" gasse 146, einzuschicken. Jüdischer Volksliederabend. Der Bassist Heinrich Bornstein, der einen ehrenvollen Ruf als Kantor nach London erhalten hat, gibt am Montag, den 14. Mai, 20.15 Uhr in der Frankfurt-Loge einen jüdischen Volksliederabend mit einem zum großen Teil neuen Programm. Die Klavierbegleitung hat Herr D. Willi Salomon übernommen. Karten zu Mk. 1.— und 75 Pfg. sind bei den bekannten jüdischen Vorverkaufsstellen erhältlich. Arbeitsjubiläum, Am 5. Mai sind es 50 Jahre, daß sich Frl. Käthchen S p i e 1 m a n n als Stütze bei Familie Loeb-Dannenberg, Frankfurt a. M., Fichardstraße 43, befindet, Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr R.-A. Dr. E. Posen — nachmittags 3/4 Stunde vor Mincho im Vereinslokal Mikro. Herr Rabbiner H. Mayer — 4 Uhr im Vereinslokal (ebenso Sonntag morg. 8 Uhr) Gemoro, Herr J. Soffer. — Eine Stunde vor Nacht, Midrasch. Herr Paul Aron- — abends Uhr im Vereinslokal, Gemoro, Herr J. Soffer. Sonntag 9 Uhr im Vereinslokal: omax pa, Herr R.-A- Dr. Schlesinger. j Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, Q1R ""n, Herr S- Schachnowitz. Montag morgen nach Schul (auch Donnerstag): Mischna- Mitgliederlernen, abends 7 Uhr im Vereinslokal (auch Mittwoch) Gemoro Herr Ch. Jakobowitz. Dienstag (auch Donnerstag) abends 6 Uhr Gemoro, Herr R.-A- Dr. E- Posen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna. Jahrzeitsstiftungen. Montag, 7. Mai: Oberkantor Jul. Friesländer-Stiftung. Donnerstag, 10. Mai: Dr. Israel Roos-Stiftung. Freitag, 11. Mai: Abraham Fürth-Stiftung. Freitag, 11. Mai: Rosa Joseph geb. Mainz-Stiftung. Liwjath Chen. Samstag nach Mincho (51/,} Uhr) im Hörsaale Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz : „Was uns Perek heute zu sagen hat." Agudas Jisroel-Ortsgruppe. Daf Jaumi Sonntags. 11—12 Uhr, Montag bis Freitag 12—t Uhr. Samstag 12>/4 Uhr. Herr Sofer. im Vereinslokale des Mekor Chajim, Langestr.- Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Der Schiur.des Herrn Rabb. J. Horovitz findet wieder regelmäßig Schabbos um 17.30 Uhr in der Wohnung Fichtestr. 5 statt. Sudo Schlischis: Schabbos 19.30 Uhr im Heim. Chaurew: Die Arbeitsgemeinschait für Mädchen von Frau Dr. K- Löwenthal findet jeden Donnerstag um 20 30 Uhr statt. Stenographiekurs: (unentgeltlich) Für Anfänger Montag 19 Uhr, Fortgeschrittene Dienstag 19 15 Uhr im Heim Leitung Herr Lehrer Adler. Tischtennis: Jeden Dienstag, ab 20.30 Uhr, im Heim. Gäste willkommen. Stellenvermittlung: Montag 20—21 Uhr, Mittwoch 11—13 Uhr; im Heim Gebetzeiten. mv Freitag abend 7.15 Samstag .-raatra 6.35 Samstag morg. 7.45 Samstag nachm. 100 u"nd 5,00 Samstag abend 8.40 Wochengottesdienst: Morgens 630 Nachmittags 7.15 Tefillinlegen am Morgen 3.45 Es wird sicherlich von allen 'jüdischen religiösen Kreisen freudig begrüßt werden, daß die Kuranstalt für Israeliten, Bad Soden a. Taunus auch selbstzahlenden Patienten! welche als Kurgäste nach Soden zur Kur zu kommen wünschen, sich zur Verfügung stellt. Um so bemerkenswerter, als ein Aufenthalt in der Kuranstalt den Privatkrankenkassen gegenüber gleich dem in einem Krankenhaus gilt. EIN JÄHR SCHWAB fertigt Ihren ANZUG und MANTEL in Koscher-Verarbeiiung! ohne jeden Preisaufschlag an j DAS SPEZIALHAUS FÜR MASSKONFEKTION :1s ist ausschließlich 3ache der Leser, die in Inseratenteil entfalten. Empfehlungen f tuetfer Waren oder sonstige Angaben reli-, i,ionsgeset2lich. 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