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Der Israelit · 1934-03-22 · Heft 12 (22.3.1934) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
75 (1934)
Issue
Heft 12 (22.3.1934)
Date
1934-03-22
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
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22/März 1934 Der Israelit Nr. 11: Seite 13 In ergreifenden und packenden Ausfühurngeh wandte sich nun Herr Dr. Posen denjenigen Bachurim zu, die jetzt die Jeschiwa verlassen, um sich dem Berufsleben hier oder in Palästina zuzuwenden. In Anlehnung an eine Talmudstelle ermahnte er die Bachurim, nie im Leben, . trotz der räumlichen Entfernung der Jeschiwa, seelisch undfgeistig der Jereschiwa tremd zu werden, vielmehr ihren Stolz daranzusetzen, überall, ganz besonders in Erez Jisroel, sich als Jünger und Zöglinge ihrer Jeschiwa zu bewähren. Was ist uns Erez Jisroel? Für Sonntag, den 18. März, hatten die agudistischen Gruppen in den großen Saal der Frankfurt- Loge zu einem Abend über das Thema „Was ist uns Erez Jisroel" eingeladen. Der starke Besuch aus allen Kreisen des jüdischen Frankfurt bewies das rege Interesse, welches der agudistischen Palästina- Ideologie entgegengebracht wird. Nach kurzen Eröffnungsworten durch den Vorsitzenden der Ortsgruppe, Herrn Leopold Oppenheimer, ergriff Herr Dr. E h r m a n n das Wort zu einem großangelegten Referat, in welchem er einleitend' auf die Notwendigkeit hinwies, über die Grundlagen der agudistischen Erez Jisroel-Arbeit zu orientieren und zwar sowohl im Zusammenhang mit dem Programm der Aguda überhaupt, wie auch mit dem Ausblick auf die politischen, sozialen und kulturellen Fragen-Komplexe, die mit dem Aufbau Palästinas zusammenhängen. Der Redner wies nach, daß die agudistische Einstellung zum jüdischen Volksbegriff, zur Assimilation wie überhaupt zu den jüdischen Zeit- und Streitfragen logischerweise auch in Bezug auf Erez Jisroel zu der Erkenntnis führen, daß mit aller Hingabe Aguda verpflichtet sei, an dem Aufbau Erez Jisroels als einem territorialen Werkzeug zur Erfüllung des g'ttlichen Willens mitzuarbeiten; nicht in erster Linie der J u - d e n h e i t, sondern dem Judentum gelte es ein Kulturzentrum zu schaffen. Der Referent wies nun im einzelnen nach, inwieweit eben auch aus diesem Gedanken sich eine spezifische agudistische Einstellung zur Araberfrage, zur Frage der Beziehungen deutscher Juden zu Deutschland und zu Erez J i s r o e 1, zu den einzelnen Arbeiter-Parteien in Erez Jisroel ergebe. Besonderen Nachdruck legte der Redner auf die kulturelle Arbeit in. Erez Jisroel und wies im Zusammenhang darauf hin,- daß als erster Erfolg der erhöhten Aktivität der Aguda auf diesem Gebiete eine Gemeinschaftsfront der Aguda und des Misrachi für eine gesetzestreue Kinder-Alijah, zu buchen sei. Mit einem Appell an alle diejenigen Juden, denen Judentum ohne Religion eine untragbare Vorstellung sei, auch am agudistischen Aufbauwerk durch den Keren Hajischuw sich zu beteiligen, schloß der Redner seine Ausführungen. Als zweiter Referent schilderte Herr Jacob Rose n h e i m in. packender Weise die kulturelle Eigenart des alten Jischuw, dessen wertvolle Bedeutung für die jüdische Gesamtheit und darüber hinaus für die nach seelischen Inhalten durstende Menschheit. Die Gefahren, welchedem bisherigen Besitzstande des alten Jischuw jetzt drohen, bilden Gegenstand schwerster Sorgen der agudistischen Leitung. Mit der eindrucksvollen Bitte im Sinne des mtui'J«smnpt sich durch Aeußerlichkeiten, die dem alten Jischuw anhaften, nicht den Blick für dessen wertvolles reiches Innenleben trüben zu lassen, schloß der Redner. Der Leiter des Abends gab der Hoffnung und Ueberzeugung Ausdruck, daß der starke Eindruck sich in werktätiger Sympathie für den Keren Hajischuw auswirken möge. Agudas Jisroel-Ortsgruppe Frankfurt a. M. Die ordentliche Generalversammlung der Agudas Jisroel-Ortsgruppe findet am Sonntag, den 25. März, nachm. 4 Uhr, im Heime Schwanenstraße 12 pt. statt. Auf der Tagesordnung stehen: Bericht des Vorstandes, Kassenbericht, Wahlen, Vor Eintritt in die Tagesordnung wird der Präsident der Agudas Jisroel, Herr Jacob Rosenheim, über den gegenwärtigen Stand der: Bewegung referieren. ■■■■ Ein Kinderfest der Israelitischen Volksschule. Es ist schon so, daß in diesem festbewegten „Winter des Mißvergnügens" d i e Feste, die die Kinder sich selbst und uns geben, am meisten in Erinnerung werden haften bleiben. Nach der Samson Raphael Hirsch-Schule nun auch die Israelitische Volksschule. Die Aula vollgefüllt bis auf den letzten Stehplatz, bis zu den Gängen und Eingängen, so daß Orchester, Sängerinnenchor und Publikum ganz miteinander verschmolzen sind. Oben geht der Vorhang auf un*d entrollt eine bunte Pracht, ein schillerndes Farbenspiel in Kulisse, Kostüm und Dekoration, Eine Augen- und Ohrenweide zugleich, die ohne t.vl ermüden beinahe drei Stunden andauert. Ein Theaterspiel mit Musik, Gesang und Tanz, mit Text von Arthur Wetzig und Musik von Joachim Popelka. Wichtiger ist, daß das Spiel von Siegfried Kösterich den Kleinen geradezu auf den Leib zugeschnitten wurde und Gustav Erlebacher eine Bühnenausstattung dazu geliefert hat, die das Auge vom ersten bis zum letzten Momente im Banne hielt. Das alles aber eigentlich nur Rahmen für die Volkstänze, die den Kern des Spieles und des Abends ausmachten. Man könnte auch das Ganze eine Kleine Völkerschau nennen, für die Trude Strauß ihre ganze Kunst und, wie uns scheint, auch die ganze Liebe unseres Herzens eingesetzt hat, denn nur so läßt sich die minutiöse Präzision und die liebreizende Gewandtheit, mit denen diese Volkstänzchen durchgeführt wurden, erklären. Zwei aus der Spielerschar unternehmen im Flugzeuge eine „Reise um die Erde", und was sie dabei sehen, erleben wir in Bild und Lied; in Tanz und Taumel. Russen, Chinesen, "Japaner, Samoaner, Indianer aus Amerika, Eskimos in Grönland und Granden in Spanien feiern Volksfeste und zeigen in erster Reihe mit den Beinen, wie hier das Volk lebt und lacht. „Weltumspannend" ist das Spiel, vom afrikanischen Urwalde bis, zur Ostendstraße im lieben Frankfurt. Ein Bild packt uns ganz gewaltig und gibt c|em Ganzen die jüdische Note: Unter dem blauen Himmel Palästinas ,arbeiten Chaluzim und Chaluzoth, hebräische Lieder im Munde, mit Spaten, Rechen und Schaufel, tanzen die Horra und singen im Chore Ti bmw> ny. „Israel lebt!" Wäre über dieses prachtvollste aller prächtigen Bilder der Vorhang gefallen, wir hätten, — das soll keine Kritik sein — hochbefriedigt in gesagt. Aber die jungen Weltsegler mußten ja einmal wieder heimkehren, so sah man noch eine bunte Schlußszene, in der man Gelegenheit hatte, all die „Völkerscharen" noch einmal zusammengewürfelt auf der Bühne zu sehen und ihnen mit starkem wohlverdientem Beifall zuzujubeln. Der Beifallsdank gehörte natürlich zum guten Teile den Meistern hinter den Kulissen und auf dem Podium, Frl. Trude Strauß und den Herren Kosterich und Erl e b a c h e r. Eingeleitet wurde der Abend mit einer kurzen Ansprache des Herrn Rektor Karl Ochsemann, der insbesondere darauf hinwies, daß [ alle Produktionen des Abends Eigengewächs der Schule seien. Danach müssen wir das Spiel als große Schulleisjung bewerten. Haggadavorträge. Im Rahmen der angekündigten Haggada-Vorträge spricht diesen Sonntag, den 25. März, Herr Dozent Julius Ehrentreu über "nun*. Der Vortrag beginnt pünktlich 7 Uhr abends im Vereinslokal, Hans Handwerkstraße 18. Gäste — auch Damen — sind willkommen! In Fortsetzung seiner Haggada-Vorträge im L i wj a t h C h e n spricht diesen Samstag nachm., 4.45 Uhr im Hörsaale Friedb. Anlage Herr S, Schachnowitz u. a. auch über die Haggadalieder im zweiten Teile. Gäste willkommen. Kulturbund deutscher Juden. Der soeben in Frankfurt a. M. konstituierte Kulturbund trat am letzten Sonntag im großen Saal des Saalbaus zum ersten Male vor die jüdische Oeffentlichkeit. Eingeleitet wurde der Abend mit dem Chor „Bitte" opus 46 von Beethoven. Es folgte die Rede von Dr. Kurt Singer (Berlin), der in großen Zügen auf die Gründung des Kulturbundes und seine ferneren Aufgaben hinwies. Dann folgte Drillor aus „Athalia" von Mendelssohn-Bartholdy, Die Chöre waren von Frank Rotschild und dem Chore des Philanthropin sorgsam einstudiert. Im zweiten Teil spielten die beiden Generalmusikdirektoren Josef Rosenstock (früher Mannheim) und Hans Wilh. Steinberg (Frankfurter Oper) auf zwei Flügeln Andante und Variationen op. 46 von Schumann und Variationen und Fuge über ein Thema von Beethoven von Max Reger. Beide Künstler, Obwohl verschiedenen musikalischen Charakters und Temperamentes, schufen eine meisterliche Wiedergabe. A. K. Gesellschaft für jüdische Volksbildung E. V. Am Montag, den 26. März, 20.30 Uhr, findet im großen Saal der Frankfurt-Loge zur Vorbereitung für das Pessachfest ein Konzert der Jüdischen Chorvereinigung e. V., unter Leitung von Dr. N. Ehrenreich statt. Karten zu Mk. 1.50, 1.— und 0.50 sind in allen bekannten Vorverkaufsstellen zu haben. Die Veranstaltung „Ton und Wort". Es ist gelungen, neben Willy P r a g e r nunmehr auch den berühmten jüdischen Schauspieler und Filmstar Otto W a 11 b u r g für den am Sonntag, den 25., März unter Leitung von Max N e u m a n n stehenden großen künstlerischen Abend zu gewinnen. Eintrittskarten sind außer den Vorverkaufsstellen auch an der Abendkasse des Saalbaues erhältlich. Centraiverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubeois e. V. Ueber das Thema „Der deutsche. Jude als Angestellter und Arbeiter" spricht Dr. jur. Wolfgang S. Matzdorff, Frankfurt a. M., Syndikus des Landesverbandes Hessen-Nassau und Hessen des C. V., am Montag, den 26. März, 20.30 Uhr, in der Aula des Philanthropins, Hebelstraße 15. Unkostenbeitrag 20 Pfg. Die Bedeutung des Themas läßt zahlreichen Besuch aus Angestellten- und Arbeiterkreisen erwarten. Schiffe gehen nach Palästina. Die Vereinigten Italienischen Schiffahrtsgesellschaften teilen mit, daß im Monat April 1934 fünf Abfahr- , ten nach Palästina (Haifa) stattfinden werden, und zwar am 4., 11., 18. und 25. April von Triest, am 5. April von Genua aus. Eine Achtzigjährige. Frau Ida Simon, Herderstraße 24, beging am Dienstag, den 20. März, in voller geistiger Frische lind Rüstigkeit ihren achtzigsten Geburtstag. Wir wünschen der ehrwürdigen Greisin einen weiteren heiteren Lebensabend. vwnv Mitgliederversammlung des Israelitischen Frauenheims Bad Nauheim. Der Vorsitzende erstattet den Bericht über den Kurbetrieb des Heims im Jahre 1933. Das Heim, welches das einzige der drei israelitischen Heime in Bad Nauheim ist, das die ganze Saison 1933 im Betriebe sich befand, wurde von 80 Kurbedürftigen besucht. Der Erfolg der Kuren war durchweg ein günstiger. Das Heim steht nach wie vor allen Kurbedürftigen offen, die infolge der wirtschaftlichen Lage nicht in der Lage sind, ein Hotel in Bad Nauheim zu besuchen. Es wird daher einstimmig beschlossen, auch den Kurbetrieb für die SaisGü 1934 in vollem empfiehlt zu PeSSach Pfund S3 Pfennig! Besonderes Pessach-Geschirr 27641 9 ZEIL 9 27642 Prompter Versand nach Auswärts! Es ist ausschließlich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthalten. Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Arigaben religionsgesetzlich. : Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen 4Z.-Wohn., möbl. m. Küche nicht höher als I. Etage für 2—3 Monate ab ca. Mitte IV. im OSTEND gesuchl- Off. mit ,Preis nach TIERGARTEN 28 ptr. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Gesucht im Ostend 2-3Zimm.-WohnunQ mit Bad, evtl, Teilw. (nur m. jüd. Familie) Billigste Preisoffert, unt. 322c an die Exp. HER MO N DRUCKEREI SCHÜTZENSTRASSE 12 DRUCKT ALLES Gesucht Jüngere Tochfer in str. rit. Haushalt zu 3 erwachs. P.ers. per sofort. Familiäre Behandlung. 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