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Der Israelit · 1934-02-15 · Heft 7 (15.2.1934) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
75 (1934)
Issue
Heft 7 (15.2.1934)
Date
1934-02-15
Page
– (sequence 15)
Language
German
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"15,; Februar 1934 Der Israelit Keren H a j i s c h u w - B 1 ä 11 e r Nr. 2 Seite 3 Erscheinen vor dem Schlichter oder der Schlichtungskommission entziehen oder sich der Entscheidung der Kommission der Zentrale nicht unterwerfen, werden aus der Organisation ausgeschlossen. Sind Schlichter oder^Schlichtungsausschuß.'an der Sache interessiert, so ernennt die Zentrale andere Schlichter an Stelle der interessierten. . ■ " ■■ § 14. Wenigstens' einmal im Jahre findet eine Lahdesversammlung statt, zu der jede .Gruppe einen Delegierten schickt. Gruppen jedoch, die mehr als 20 Mitglieder haben, schicken für je 20 Mitglieder einen Delegierten. ■ Die Wahlen finden statt auf Grund von §' 8 Absatz 1. '! § 15. Zu jeder Landesversammlung ist der Waad hapoel der Welt-Agudo eingeladen. Seine Delegierten haben jedoch nur beratende Stimme. f . . § 16.; - j ■ , : .: Die Landesversammlung wählt eine Organisationszentralo von wenigstens 15 Mitgliedern. Der Vorsitzende der Zentrale wird von der. Landesversammlung gewählt und er leitet die nächste Ländesyersammlung, die auf seine Wahl erfolgt. ■ § 17. ■. j: . Die Zentrale erstattet der Landesversammlüng einen Bericht über ihre Tätigkeit. § 18. Außergewöhnliche Landes Versammlungen: können von der Zentrale nach Ermessen einberufen und,, müssen einberufen werden, wenn bereits; die Mehr-1 heit der Gruppen es schriftlich unter Eingabe der Tagesordnung fordern. : '•' § 19. . Ii', Der Ort der Landesversammlung wird von der Zentrale bestimmt. § 20. Die Zentrale hat das Recht, sich bis zu drei Mitgliedern zu kooptieren, sofern dieser Beschluß mit vier Fünftel Mehrheit! der gewählten Mitglieder gefaßt wird. §21. i' Die Zentrale wählt aus ihrer Mitte einen Exekutivausschuß von höchstens 9 Mitgliedern,; 1 der die Geschäfte der Zentrale führt* nach Bedürfnis durch einen Sekretär oder mehrere Sekretäre. : - ' : § 22. ,: =;,; . : Die oberste religiöse Instanz, welche für die HPAJ. entscheidet, ist der Mauezez Gedaule Hathaüro von Erez Jisroel und der Mauezes Gedaule Hathauro der Welt-Agudo. § 23. Es ist Pflicht der Organisationszentrale, sich mit den gesetzlichen und anerkannten Organen der Agudo in, jeder Frage zu beraten, welche mit der allgemeinen Bewegung der Agudo in Zusammenhang steht, oder welche Konsequenzen haben für diese Bewegung. U e b e r g a n g s b e s t i m, m u n g e n. Sofort nach Beendigung der Reorganisation der allgemeinen Landesorganisation der Agudas Jisroel in Erez Jisroel werden die Beziehungen der HPAJ. zu dieser Landesorganisation geklärt und geregelt werden. Z u s a t z b e s t i m m u n g e n. Der mit der Erwirkung der Bestätigung dieser Satzungen bei der Regierung beauftragte Rechtsvertreter ist ermächtigt, formal-technische Aenderungen,. welche aus gesetzlichen Gründen von der Regierung gefordert werden sollten, vorzunehmen.. Agudistische Hachscharah. iReferajti von t)r. med;!'Siegfried Oppenheimer < ': ■ in' Frankfurt" a. M.' Wenn wir die hinte'r uns liegende slebenmonatige Periode seit der Gründung unserer Hachscharoth überblicken, so geschieht dies keineswegs mit einem Gefühl dse Stolzes über das bisher Geleistete, sondern dieser Rückblick dient lediglich dazu, um uns Rechenschaft 2u geben, welche Fehler sich vor unseren Augen zeigen und welche Möglichkeiten^ dieselben auszumerzen, sibh uns ergeben. Geinessen an den Erfordernissen ist das bisher Geleistete auf dem Gebiet der Hachscharoth durchaus nicht viel und wir sind uns . klar, daß das alles bisher für uns nur einen Anfang ibildet und daß der bisherige durchaus nicht große Erfolg uns ein Ansporn sein muß. Größeres und Vollkommeneres in der nächsten Zukunft zu Wege zu bringen. . Ich möchte zunächst betonen, daß das Hauptverdienst bezüglich der Beschaffung von fiachscharaheinrichtüngen dem Wirtschaftsamt der Agudas Jisroel in Berlin zukommt, das diese Aufgabe unter Leitung unserer altbewährten Freunde, der Herren Wolf Jacobson und Willi Guggenheim, mit großem Geschick in Angriff nahmen und trotz anderweitiger Arbeitsbelastung unermüdlich sich ihr widmete. ( Infolge der allgemeinen Schwierigkeiten, welche sich hinsichtlich der Errichtung von Ausbildungsstätten für unsere1 nach Erez Jisroel drängende Jugend hier in Deutschland entgegenstellten, richtete sich unser Augenmerk naturgemäß auf die Nachbarländer, welche mit Rücksicht auf ihre unvergleichlich bessere finanzielle Lage, als auch mit Rücksicht auf die dortigen politischen Verhältnisse weniger Schwierigkeiten begegnen mußten. Zunächst richtete die, polnische Landes-Organisation bei Mläwa eine landwirtschaftliche Hachscharah ein, welche , nach kurzer Zeit nach Nowo Miasto verlegt wurde. Eine Gruppe von 10 jungen Leuten, zum Teil frühere Zöglinge der Frankfurter Jeschjwah, fanden in dieser Hachscharah Aufnahme und verstanden es in musterhafter; Weise, neb4n;: ihrer landwirtschaftlichen Tätig-', keil genügend Zeit für die Beschäftigung mit GemÖrph und Schulchan: Oruch zu finden. Aus ^äußeren Gründen; mußte;diese Gruppe mit Beginn des Herbstes ihre Arbeit einstellen. Es gelang uns jedoch, für 8 dieser jungen Leute alsbald Zertifikate zu erhalten, so daß dieselben bereits vor einigen Wochen nach Erez Jisroel übersiedeln kannten. Die zwei anderen jungen;: Leute müssen zunächst noch einige Monate in Deutschland bleiben, da sie das 18. Lebensjahr noch nicht zurückgelegt hatten. Die erste westliche Hachscharah, welche unseren agudistischen Olim zur Verfügung stand, war die elsässische, welche in der Umgebung von Straßburg und Colmar von der unseren Gesinnungsgenossen nahestehenden Association des. Amis de la Tradition Juive im Mai d. J. gegründet wurde. An der Spitze der Association steht das Mitglied . des rabbinischen Rates, Grandräbbin Dr. Ernest Weill, Colmar, in dessen Gemeindebezirk die Hachscharah Grussenheim liegt. Unter Mitwirkung des Advokaten Schnurmann und der aus der Beth Jakqb-Bewegung rühmlichst bekannten Frau Dij.: Grünfeld-Rosenbaum wurden .nacheinander in verschiedenen' kleine-'. ren Städten und Dörfern der Straßburger Umge-: büng (Fegersheim, Grussenheim, Imbsheim, Buxwiler, Oberney) Zentren gegründet, in welchen eine größere Zahl religiöser junger Leute Aufnahme fand. Die Leitung der. Association hatte absichtlich eine Gruppierung .nach der politischen Richtung der jungen Leute in den einzelnen Zentren nicht vorgenommen. Es waren im Großen und Ganzen etwa gleichviele Agudisten und Misrachisten in den Hachscharah-Zentren verteilt.1 Es stellte sich jedoch, heraus, daß in Grussenheim,'; wo hauptsächlich aus der Nürnberger Gegend stammende junge ■jieu^e Unterkunft gefunden hatten, fast ausschließlich. Agurdisten arbeiteten,« so daß .diese Gruppe ,idurch Austausch einzelner Mitglieder sich bald. als.rein agudistische Hachscharah konstituieren konnte. Etwa gleichzeitig beschloß die holländische Agudas Jisroel unter Mithilfe des holländischen Flüchtlingskomitees in Enschede, einem Städtchen nahe der deutschen Westgrenze, eine Hachscharah für landwirtschaftliche Ausbildung zu erlichten. Den eifrigen Bemühungen des holländischen Agudakomitees gelang es, in Enschede selbst ein Häuschen zu inieten und einzurichten, so daß Anfang Juni die Hachscharah eröffnet, werden konnte. Sowohl die elsässische als auch die holländische Hachscharah dienen nur der landwirtschaftlichen Ausbildung, wozu sie nach ihrer Lage : besonders prädestiniert erscheinen. Die elsässischen Hachscharoth befinden sich sämtlich in Dörfern, in denen überall kleine jüdische Gemeinden existieren. Die jungen Leute wurden bei 'nichtjüdischen Bauern einquartiert, welche sich im allgemeinen nur zu Naturalienleistungen an die Hachscharah verpflichten brauchten. Die Muchschorim kamen gerade zur Heuernte dort an und wurden von vornherein in die praktische Arbeit gut eingeführt, da die Bauern sie vollständig in den landwirtschaftlichen Dienst einspannten. Im Elsaß wird hauptsächlich Getreide, Wein und Tabak angebaut, während Vieh- und Geflügelzucht nur in einzelnen Orten Bedeutung haben. In jeder der Ortschaften wurde ein kleines Bauernhäuschen gemietet' undin,diesem durch zwei junge Mädchen ein Küchenbetrieb eingerichtet, so daß die Muchschorim hier ein wenn auch primitives Heim fanden. Die finanziellen Lasten trug in erster Linie die Association des Amis de la Tradition Juiye, außerdem aber wurden die von den Bauern zu leistenden Naturalabgaben zur Sicherung des Haushaltes herangezogen. Etwas anders lagen die Verhältnisse in Holland. Wie bereits gesagt, hätte dort das Flüchtlingskomitee Amsterdam der Aguda einen gewissen Betrag zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus gelang es den Bemühungen unserer holländischen Gesinnungsgenossen, erhebliche Mittel von Freunden und Gönnern zu beschaffen, so daß die Einrichtung und der Beistand der Hachscharah in Enschede hieraus zum größten Teil bestritten werden konnte. Außerdem (mußten sich die Bauern der Umgebung von Enschede, denen die jungen Leute zur Ausbildung überwiesen wurden, zu Näturalienleistungen verpflichten, ferner die Muchschorim selbst je hfl. 10.— monatlich zur Bestreitung des Haushaltes der Hachscharah abliefern. Das Haus ,.der . Hachscharah befindet sich mitten in der Stadt und dient nicht nur zur Einnahme der Mahlzeit und als Zentrum für die jungen Leute, sondern die jungen Leute sind auch dort in mehreren einfach ausgestatteten Zimmern des Hauses einquartiert, Sie verlassen am frühen Morgen die Hachscharah und fahren mit dem Fahrrad zu den in der Umgebung wohnenden Bauern,, wo sie mit Ausnahme einer zweistündigen Mittagspause bis zum Abend beschäftigt sind. Es handelt sich hier größtenteils um wohlhabende Bauern, welche über große Bauernhöfe verfügen und außer Getreidewirtschaft auch reichlich Vieh- und Geflügelzucht betreiben. Die Ausbildung erscheint daher auch vielseitig und bietet wohl für unsere nach Erez Jisroel strebende Jugend eine besonders gute :Au?jbildungsgelege.nheit. Auch hier werden die jungen Leute nicht als Eleven, sondern als vollwertige Arbeitskräfte betrachtet und es werden ' an ihren Arbeitswillen und ihre Arbeitsfähigkeit erhebliche Anforderungen gestellt. Im Laufe des Sommers wurde, Dank den Bemühungen unseres Freundes Harry Goodman in London, auch inEngland eine landwirtschaftliche Hachscharah errichtet. In St. Albans, einige Stunden von London, befindet sich eine landwirtschaftliche Schule, in deren Nähe ein Hach- •scharahzentrum unter Leitung eines vertrauenswürdigen Ehepaares errichtet wurde. Eine Anzahl von Agudisten, die zum Teil schon vorher nach1;Englandj gekommen waren^j zum j Teil auch von-'uns aiäcji dort gesätl'd^^)!^ur|(ie^f,'• sind durch Vermittlung1 des Herrn 'Goodman dort untergebracht worden. Außerdem befindet sich eine große Zahl unserer Gesinnungsgenossen in London, welche bei verschiedenen Handwerkern in London ausgebildet werden. Die Kosten hierfür trägt bis jetzt das englische Hilfskomitee. Leider ist die landwirtschaftliche Hachscharah vollkommen besetzt, außerdem die Entsendung von jungen, Leuten nach England mit Schwierigkeiten verknüpft. Wie uns berichtet wird, besteht die Aussicht, daß eine zweite landwirtschaftliche Hachscharah in England gegründet wird; der Zeitpunkt hierfür ist noch nicht bekannt geworden. Inzwischen war es uns gelungen, auch in Deutschland eine agudistische Hachscharah zu gründen. Durch das Entgegenkommen von Frau Dr. Goldschrnidt in Bad Homburg konnten wir im Sanatorium Dr. Goldschmidt Bad Homburg im

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