Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1934-02-15 · Heft 7 (15.2.1934) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
75 (1934)
Issue
Heft 7 (15.2.1934)
Date
1934-02-15
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2450807-2450814--80202-2538002
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

15, Februar 1934 Der Israelit Nr. 7 Seite 11 Personalien. 1 Sprendlingen (Kr. Offenbach), 12. 'Febr. Am 24. Januar starb nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenen Leiden im Alter von 45 Jahren der Kantor und Schochet unserer Gemeinde, Berthold Schwarz. Kaum 5 Jahre war es uns vergönnt, den Dahingeschiedenen in unserer Mitte wirken zu sehen. Mit den wunderbaren Stimmitteln, die seiner Kehle zur Verfügung standen, verstand er es, die Zuhörei begeisternd zur höchsten Andacht emporzureißen. Zu der aufsteigenden Entwicklung, in der sich unsere Gemeinde befindet, hat auch Berthold Schwarz sein Teil dazu beigetragen. Möge " n auch weiterhin die Herzen edler Frauen und Männer sich bereitfinden lassen, der jungen Witwe und den Kindern mit Rai und Hilfe zur Seite zu stehen. n~:s:p Varel i. Oldbg., 7. Febr. Am Montag, den 5. Februar (17. Schwat) wurde der Lehrer der Gemeinde Varel, David Bern heimer, zu Grabe getragen. Seine ganze Kraft als Lehrer der Volksschule, als Prediger und Chason, hat er in 48jähriger Amtstätigkeit der. Gemeinde Varel gewidmet. Bernheimer war ein Schüler des früheren Kasseler Lehrerseminars und kam als junger Lehrer .zur ersten Amtstätigkeit nach Varel hin. Generationen hat er hier gelehrt und er verwuchs im Laufe seines Lebens mit der Gemeinde, die in ihm den Führer der Gemeinde, den Freund jedes Einzelnen suchten und fanden. Ein vorzüglicher Lehrer, der jahrelang auch an christlichen Schulen unterrichtete, ausgestattet mit tiefen, klarem Wissen, ein gerader -Charakter, ein liebenswerter Mensch — das war der Inhalt seines Lebens. Der Vorsteher der Gemeinde, Herr Frank, sprach schmerzerfüllt an der Bahre den Dank der Gemeinde aus. Herr Landesrabbiner Dr. de Haas hielt im gefüllten G'tteshause die Trauerrede und brachte einer ergriffenen Trauergemeinde das Wirken und Wollen des Verewigten klagend und mahnend zu Bewußtsein. Herr Lehrer Hartog, Wilhelmshaven sprach am Grabe dem treuen Kollegen und lieben Freund im Namen des Lehrervereins Worte des Dankes aus. rraxin- Hn. Vermischtes. Berlin, 12. Febr. Gemäß einer Bekanntmachung im Deutschen Kriminalpolizeiblatt Nr. 1773 vom 7. Februar wurden auf Grund des § 7 der Verordnung des Reichspräsidenten vom 4. Februar 1933 u. a. folgende Bücher im Bereich des Freistaates Preußen beschlagnahmt und eingezogen; fast alle Werke Josef Kasteins, „Eine Geschichte der Juden", „Logo? und Pan-Melchior", ferner von Fritz Kahn, „Die Juden als Rasse und Kulturvolk" und von Franz Werfel, „Die 40 Tage des Musa Dagh". Gladbach-Rheydt, 12. Febr. Der Polizeipräsident hat sämtlichen jüdischen Vereinen Zusammenkünfte in jeder Form, außer zum G'ttesdienste in der Synagoge, bis auf weiteres verboten. Auch sportliche Veranstaltungen und Versendung von Rundschreiben sind verboten. Familien-Nachrichten. Barmizwoh: Kurt, Sohn des Herrn Max Joseph, Sandweg 7, nann 'a nap, Synagoge Friedberger- Anlage. — Hermann Tayer, Zögling der Israelitischen Waisenanstalt, Waisenhaus - Synagoge nann rav. — Ernst, Sohn des Herrn Julius Loeser, Frankfurt a. M„ Gr. Eschenheimerstrstr. 72, TOT 's mxn na», Synagoge Börneplatz. 7 0« Geburtstag: Emanuel Levi, Oberlehrer i. R., Burgpreppach. 10- März 1934. Die Woche. \-YTK ' Unter dem Gesamttitel -nnvz "paitt nx raajpn („Mit dem Eintritt von Adar steigert sich die FreudeV,) veranstalten die Agudas Jisroel-Gruppen am Samstag, den 2. Adar, 17. Februar, 8.30 Uhr abend; in der Aula der S. R. Hirsch-Schule einen Adar abend. Auf der Tagesordnung stehen neben gesanglichen Darbietungen Ansprachen und Referat der Herren Dr. S. Ehrmann und S. Schachnowitz. Letzterer spricht über „Purim in und für Erez Jisroel". Zahlreiche Beteiligung ist erwünscht und zu erwarten. Frau Adele Hochschild r"xj- Am 2; Februar 1934 entschlief sanft nach ganz kurzem Krankenlager im hohen Alter von 80 Jahren Frau Adele Hochschild geb. Feist. Die Verblichene entstammte väterlicherseits einer uralten Frankfurter Familie, deren Stammbaum sich bis 1500 in Frankfurt a. M. nachweisen lassen. Mütterlicherseits entstammte die Dahingeschiedene der hocha'ngesehenen Rabbinerfamilie Auerbach. Frau Hochschild war die Gattin des bereits 1904 heimgegangenen Salomon Hochschild r,~-, der wegen seiner Frömmigkeit, seiner strengen Redlichkeit und Rechtlichkeit wie seiner Wohltätigkeit allgemeine Achtung genoß. Die Verblichene hat ihre zwei Töch ter und ihre zwei Söhne, welche noch ganz jung waren, als sie den Gatten verlor, im Geiste der Thora erzogen, und sie konnte erleben, wie sie wetteiferten, ihrer Mutter nur Freude zu bereiten. Sie sah die beiden Töchter glücklich verheiratet und ihre beiden Enkel, von welchen der eine nach Erez Jisroel übergesiedelt ist, zu frommen Jehudim und tüchtigen Menschen heranwachsen. Noch vor vier Monaten feierte sie in voller Gesundheit mit großer Freude und innerlicher Genugtuung die Hochzeit eines ihrer Söhne. Mit dieser letzten Freude im Herzen schlummerte nun die edle, gute Frau, die bis zuletzt Krankheit in ihrem ganzen Leben nie gekannt hatte, sanft in ein besseres Jenseits hinüber. An der Bahre würdigte Herr Rabbiner Dr. Jacob Horovitz in bewegten Worten den Charakter und das echt jüdische Familienleben der Heimgegangenen. n"ax:n- Schaumre Schabbos Stellenvermittlung. Die Frankfurter Zentralstelle des Reichsverbandes der Schaumre Schabbos Stellenvermittlungen hält ihre Sprechstunden Montag 20—21 Uhr und Mittwoch 11—13 Uhr in der Schwanenstraße 12 pt. ab. — Wir erwarten von Allen, die den Schabbos halten, weitgehendste Unterstützung und bitten vor allem, uns alle freiwerdenden Stellen sofort zu melden. Wir vermitteln auch Aushilfsstellen. Schaumre Schabbos Stellenvermittlung, Schwa-, nenstraße 12 pt. Tel. 47 324. Für eilige Fälle: 45 670 (Michael Grünebaum) und 46 574 (Max Eschwege). Für tüchtigen, streng orthodoxen Metzger und Wurstler, der über mindestens RM. 1000.— verfügt, besteht Niederlassungsmöglichkeit in französischer Universitätsstadt. Evtl. Uebernahme eines kleinen Restaurationsbetriebes. Anfragen sind zu richten an die Schaumre Schabbos Stellenvermittlung, Frankfurt a. M., Schwanenstr. 12, pt. Ton und Wort. Unter diesem Motto wickelte sich unter der bewährten Leitung Max Neumanns im großen, bis auf den letzten Platz gefüllten Saale des großen Saalbaus ein buntes und reichhaltiges Programm ab. Den Abend leitete Neumann mit einer beschwingten Wiedergabe der Leutner'schen Festouvertüre ein. Heinrich Bornslein sang, technisch und stimmlich hervorragend disponiert, die Arie des Brogni aus der Jüdin von Haievy und die Arie des Mephisto aus Bonitus gleichnamiger Oper. Die bekannte und hervorragende Pianistin -Alice Rosenbaum spielte u. a. brillant den Liebestraum in As-Dur von Liszt und den Hexenianz von Powell. Hans Assenh e i m ersang sich mit seinem gepflegten Bariton durch Wiedergabe der Arie des Philipp aus Verdis Don Carlos und dem Carlo des Jages aus Verdis Oper Othello einen großen Erfolg. Theo R a t n e r spielte mit souveräner Gestaltungskraft das Capricio viennois von Kreisler und Tarantella von Miniawsky. Sämtliche Solisten wurden am Flügel hervorragend von Dr. Willy Salomon begleitet. Den Beschluß des ersten Teils bildete eine temperamentvolle Wiedergabe der Introduktion zu Bizets „Carmen". Es ist erfreulich, festzustellen, was Max Neumann aus dem kleinen Orchester musikalisch herausholte. Der zweite Teil brachte ein Buntes Allerlei, für das „der Börsenwilli" (eigentlich Bankdirektor Josef Meier) verantwortlich zeichnete. Sehr erheiternd wirkten Franz Massarek und Sofie Seligmann. Centraiverein dueischer Staatsbürger jüdischen Glaubens. Die Ortsgruppe des Landesverbandes Hessen- Nassau und Hessen des C. V., Frankfurt a. M., veranstaltet am Montag, den 19. Februar, abends 8.15 Uhr, in der Frankfurt-Loge, Eschersheimer Landstr. 27, eine große Versammlung, in welcher Herr Rabbiner Dr. Eschelbacher, Düsseldorf über das Thema: „Das Gebot unserer jüdischen Zukunft" sprechen wird. Unkostenbeitrag 40 Pfg., Jugendliche und Erwerbslose 20 Pfg. Fußball im J. T. B. Am Sonntag trafen sich die zwei neu in den jüdischen Sportkreis eingetretenen Schülermannschaften des J. T. B. Ffm. und R. j. F., Wiesbaden. Das Spiel wurde auf dem Sportplatze des J. T. B. (Riederwaldwiese] ausgetragen. Das Ergebnis 9 : 0 für den J. T. B. entsprach vollkommen dem Können der Mannschaft. — Die besten Spieler waren Grünwald und Klein vom J. T. B., die allein 6 Erfolge erzielen konnten. Durch weitere Tore von Kwiatowsky, Erteschik und Gleizer wurde das Ergebnis auf 9: 0 erhöht. — Nach dem Spiel trafen sich die beiden Mannschaften im Heim des J. T. B. zu einem gemütlichen Beisammensein, das für beide Mannschaften ein harmonischer Abschluß war. Purim-Feier im Iii. Am 3. März, 20.30 Uhr, veranstaltet der „Bund deutsch-jüdischer Jugend „Iii" eine große Purim- Feier mit anschließendem geselligen Teil in sämtlichen Räumen der Frankfurt-Loge, Eschersheimer Landstraße 29. Kapelle Fritz Manfred Kuttner spielt und das Programm, in dem u. a. Kammersänger Benno Z i e g 1 e r , Truds Kanter, Herta Marx, Kurt Rosenbusch, Gruppen vom Sportverein „Schild", und die Tanzschule Jakoby mitwirken, verspricht in jeder Beziehung ganz erstklassig zu werden. Es ist ratsam, sich die Karten im Vorverkauf zu sichren. Die Vorverkaufsstellen sind u. a.: Cafe Falk, Cafe Rothschild, Drogerie Schneemann, Schillerstr. 2, Jugendheim Eschersheimerlandstr. 65, beim Kastellan der Frankfurt-Loge und Zigarrenhaus Jeidel, Sandg 6. Konzert Alter. Von seiner großen Auslandstournee zurückgekehrt, gibt Alter unter Mitwirkung eines unter der Leitung von Max N e u m a n n stehenden gemischten Chores (Knaben und Herren) am Sonntag, den 11. März in der Frankfurt - Loge ein einmaliges Konzert. Näheres wird an dieser Stelle noch bekanntgegeben. — Eintrittskarten schon ab kommenden Mitt- Sabbat-Anfang und Ausgang 0 r t Anfang Uhr | V . Datum Ausgan- Uhr | Min Frankfurt am Main 5 | 20 17. 6 | 35 Berlin 5 15 Febr. 6 [ 03 München 5 30 1934 6 | 19 Köln 5 35 6 | 35 Stuttgart 5 30 2. 6 30 Breslau 5 20 Y7N 5! 53 Nürnberg 5 '25 Vinn 6 20 Hamburg 5 25 6 21 Würzburg 5 30 6 30 VITOL 1W3 die neue unvergleichlich gule METALLPOLITUR In dekorativem Kleide. Zu günstigsten Preisen und Bedingungen liefert Chemische und Seifenfabrik VICTOR-VICTOR, FFM.-FECHENHEIM Unt. Aufsicht d. Israelitischen Ref'qionsges. Frankfurt a. M. Neben der allgemeinen treuhänderischen Praxis übe Ich wie bisher mehe konsultative Tätigkeit als Fachberater für Steueru. Devisenrecht aus HANS MARCUS Frankfurt a. M. / Goethestr. 5 / Telefon 28561 verbilligter Mazzos in bester Qualität zu beschaffen, die wir ausschließlich Minderbemittelten zum Preise von RM 0.41 für das Pfund (in Kartons gestellt zu RM 0 43), in besonderen Fällen etwas billiger, zur Verfügung zu stellen, soweit der dafür vorqesehene Vorrat ausreicht. Anmeldungen sind bis spätestens ZO. Februar an unser Büro, Frankfurt am Main, Rechneigrabensfr.lO, zu richten. Der Kaufpreis ist sofort nach Erhalt unserer Auftragsbestätigung, auf unser Postscheckkonto Frankfurt am Main 9822 einzuzahlen. _ Frankfurt am Main, den 1. Februar 1934.' Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Jadenfums E.VMReG!)neigrabenstr.lOl I FAMILIENVERSORGUNG KINDERVERSICHERUNG ALTERSSCHUTZ durch JEiS* FAMIIIEMSCHÜTS Gemeinnütziger Verein für HIn te rbIi e benenf ü r so rg e der Mitglieder jüdischer Gemeinden e. V. Empfohlen durch: Den Preußischen Landesverband Gesetzestreuer Synagogengemeinden Die Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums, Frankfurt a. M. Den Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten Die Jüdische Gemeinde zu Berlin FAMILIENSCHUTZ Gemeinnütziger Verein für Hinterbliebenenfürsorge der Mitglieder jüdischer Gemeinden e. V. Berlin W 8, Taubenstraße 35 Telefon: Flora A 2 4417J18

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.