Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 75 (1934)
- Issue
- Heft 5 (1.2.1934)
- Date
- 1934-02-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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1. Februar 1934 Der Israelit Nr, 5 Seite 15 Die Woche. Vorträge des Herrn Gemeinderabbiners. Herr Rabbiner Jos. Horo witz wird am Sonntag,, den 18. Februar 1934 (3. Adar], nach Mincho in der Aula der Samson Raphael-Hirsch-Schule, Am Tiergarten 8, einen Vortrag über das Thema „Vernachlässigte Dinim" halten. Einen weiteren Vortrag wird der Herr Rabbiner am 25. Februar 1934 (10. Adar) nach Mincho in der Aula der Samson Raphael Hirsch-Schule, Am Tiergarten 8, über das Thema „Die Stimme der Zeit" halten. Zu beiden Vorträgen haben auch Dameu Zutritt. Vom Liwjath Chen. Der Schabbosvorlrag, der mehrmals infolge von ^as-Fällen außerhalb des Lehrsaales abgehalten werden mußte, wird diesen nac? 4.15 Uhr nachm. wieder im Hörsaale Friedberger Anlage stattfinden. Herr S. Schachnowitz spricht über „Sinai und Horeb". Gäste sind willkommen. Aus dem Jahresbericht des Mekor Chajim, Der auf der jüngsten Generalversammlung des Mekor Chajim erstattete Jahresbericht erstreckt sich auf die Zeit vom 1. Oktober 1932 bis zum 30. September 1933. Es ist ein Bild geistigen Aufblühens und finanziellen Niederganges. Die Schiurim waren alle gut besucht, die größeren Vorträge fanden und finden eine Beteiligung wie nie zuvor. Die Einnahmen des Vereins verminderten sich wesentlich durch Ausbleiben der Spenden und infolge des Wegzuges vieler Mitglieder. Dennoch konnte der Mekor Chajim dank einer Stiftung und auch dank dem Entgegenkommen des Hausbesitzers noch weiter sein Lokal beibehalten und auch seinen anderen Verpflichtungen im Ganzen nachkommen. Infolge des Wegzuges trat auch eine grundlegende Wandlung im Dozentenkollegium ein. Herr Rabb. Dr. Joseph Breuer, der sich für sechs Monate beurlauben ließ, wird beim Gemoroschiur am Montag und Mittwoch abend, bei gleichguter Beteiligung vom Herrn Dozenten Jakobowitz vertreten. Es schieden weiter aus dem Dozentenkollegium durch Wegzug aus die Herren Herz H a 1 p e r n und Dr. Willy Hof mann. Halperns produktive Tätigkeit im Rahmen des Vereins war allbekannt und wird ihm im Berichte Dank ausgesprochen. Der von ihm bislang geleitete Schaßschiur wurde dem langjährigen Dozenten des Mekor Chajim, Herrn I. So ff er, übertragen. Den „Melochim"-Kurs und Mikro-Schiur des Herrn Dr. W. Hofmann am Sabbat nachmittag übernahm Herr Rabb. H. Mayer, der als Dozent in den Verein eintrat. Auch Herrn Julius Lewin, der provisorisch den Mikrovortrag leitete, wird Dank ausgesprochen. Außer den genannten wirken #ls bewährte Dozenten im Vereine die Herren R.-A. Dr. M. Schlesinger, R.-A. Dr. M. Posen, S. Schachnowitz una Dr. M. Lange.' * Unter den im Berichtsjahre heimgegangenen Mitglieder und Freunden des Vereines wird an erster Stelle Markus Hirsch bvi, genannt, der früher lange Jahre Vorsitzender des Vereins war und ihn mit Treue und Hingebung leitete. Der Bericht schließt mit dem Appell an die Mitglieder, nach wie vor an der geistigen Arbelt des Vereins ieilzunehmen und dem Vorstande beizustehen, daß er die heute doppelt schwierigen wirtschaftlichen Probleme, die letzten Endes ja auch Probleme der Thora sind, zu lösen in der Lage ist. Ein kleines Fest des Synagogenchors. Den Knaben im Synagogenchore der Israelitischen Religionsgesellschaft wurde am Sonntag nachmittag eine große ungeahnte Freude zuteil. Aus Anlaß der Barmizwohfeier seines Sohnes, der ebenfalls dem Synagogenchore angehört, lud sie Herr H. Erteschik ins Hotel Ulmann zu einem gemütlichen Beisammensein ein, aus dem sich bald ein regelrechtes schönes Festchen, mit Reden, Gesängen und nicht zuletzt einer köstlichen Bewirtung, wie sie bei Vater Ries nicht anders zu erwarten ist, entwickelte. Zu den Knaben waren auch einige ältere Herren,, besonders aus dem Vorstande des Synagogenchors, erschienen. Aus frischen frohen jugendlichen Kehlen erklangen die herrlichen Synagogenmelodien bis in den späten Abend hinein. Der Vorsitzende des Synagogenchors, Herr Strauß, verlieh der Stimmung und dem Danke der Gäste in einer herzlichen Rede Ausdruck, und ein redegewandtes Mitglied der jungen Sängerschar brachte ein Hoch auf die gastfrohen Wirte aus, mit dem das improvisierte Fest harmonisch sein Ende nahm. Schaumre Schabbos Stellenvermittlung. Die Frankfurter Zentralstelle des Reichsverbandes der Schaumre Schabbos - Stellenvermittlungen hält ihre Sprechstunden Montag 20—21 Uhr und Mittwoch 11—13 Uhr in der Schwanenstr. 12 pt. ab. — Wir erwarten von Allen, die den Schabbos halten, weitgehendste Unterstützung und bitten vor allem, uns alle freiwerdenden Stellen sofort zu melden. Wir vermitteln auch Aushilfsstellen. Schaumre Schabbos Stellenvermittlung, Schwanenstraße 12 pt. Tel. 47324. Für eilige Fälle: 45670 (Michael Grünebaum) und 46574 (Max Eschwege). Verein Wohltätigkeit (Chevroh Gemilaus Chassodim). Der Verein, der am 16. Januar 1934 auf ein 30jähriges Bestehen zurückblicken konnte, hielt am 21. Januar seine diesjährige Generalversammlung ab. In dem abgelaufenen Geschäftsjahre gab der Verein in drei Spenden (darunter Heizmaterial) an seine bedürftigen Mitglieder den Betrag von Mk. 700.— aus. Der an den hohen Feiertagen abgehaltene G'ttesdienst, zu dem die Mitglieder freien Zutritt haben, verlief zur vollsten Zufriedenheit. Die dem Verein Wohltätigkeit angegliederte Freiwillige Sterbekasse hat sich sehr gut entwickelt und konnte trotz des geringen monatlichen Beitrages von Mk. —.60 ein Anwachsen der Kasse verzeichnen. In den Vorstand wurden die Herren: Bernh. Karpf 1. Vors., D. Rosenthal 2. Vors., W. Stern 1. Schriftf., Sal. Strauß 1. Kassierer, sowie S. Hirschberger, S. Künstlicher, S. Grünebaum, L. Steinhauer, Carl Rosenthal, Max Rosenthal, L. Bodenheimer, Z. Wetzler und E Weiß gewählt. Die Tradition des Vereins, Abhaltung von Minjan, G'ttesdienst an den hohen Feiertagen sowie Unterstützung seiner bedürftigen Mitglieder, wird auch weiterhin hochgehalten. — Neuanmeldungen von Mitgliedern (Vierteljahrsbeitrag Mk. 2.—) werden jederzeit gerne entgegengenommen. Kantorenkonzert. Im Rahmen der Veranstaltungen der Gesellschaft für jüdische Volksbildung sangen die Oberkantoren Israel Aller (Tenor), Heinrich Fleischmann (Bariton), Köln, und Naumow Fleischmann, Frankfurt a. M. (Bariton). Sämtliche Sänger verfügen für ihre Stimmlage über ein technisch hervorragend durchgebildetes Organ, gepaart mit reifer Vortragskunst. Neben bekannten Arien von Händel und Mendelssohn-Bartholdy, hörte man verschiedene Erstaufführungen, so den Kadisch von Rawel, V'seeraw lefonecho von Kirschner, Akawjoh ben Mahallalel und Ribaunaschel Aulom von Alter. Sämtliche Kompositionen weichen aber kaum von der überlieferten Chasonusform ab. Zum Schluß hörte man einige chassidische Volkslieder, die wirksam vorgetragen wurden. A. K. Abend jüdischer Frankfurter Komponisten. In der Reihe der künstlerischen Veranstaltungen der Gesellschaft für jüdische Volksbildung fand in der Frankfurt - Loge ein Abend jüdischer, hiesiger Komponisten statt. So kamen u. a. von Bernhard Seckles als Uraufführung zu Gehör: die Fantasieen op. 42, 23, kleine Stücke für Klavier, eine Komposition, die feinste Filigranarbeit und die leichte Hand des Komponisten verriet. Seckles am Flügel war dem Werk sein bester Interpret. Ebenfalls hörte man von Seckles* die Volkspoesieen, die von dem Baritonisten Ernst Wolf hervorragend interpretiert wurden. Als weitere Uraufführung von Seckles hörte man die Musik für Künstler und Laien für zwei Violinen und Violincello op. 40. Die Komposition ist im alten klassischen Stile komponiert. Die hervorragende Geigerin Anni Steige rj-Betzak, Theo Ratner (Violine) und Hans K. Stern (Cello) waren dem Werke liebevolle Interpreten. Ernst Wolf sang die sieben Pierrotlieder von Max Kowalski (komponiert 1908), sieben kleine, nette Genrebildchen, die eines gewissen Humors nicht entbehren. Von dem verstorbenen Ludwig Rottenberg (30 Jahre Kapellmeister an der Oper) hörte man fünf Lieder von Heine. A. K. Frankfurter Rothschild-Bibliothek umbenannt. Die Freiherrl. Carl von Rothschild'sche Bibliothek ist auf Anordnung der städtischen Behörden in „Bibliothek für neuere Sprachen und Musik (Frh. C. v. Rothschild'sche Bibliothek)" umbenannt worden. Der Name des bedeutendsten Förderers der Sprach- und Musikwissenschaft in Frankfurt wird somit nicht mehr in der Hauptbeze'ichnung der seinem Andenken geweihten Stiftung enthalten sein. Die Bibliothek am Hermann Göring-Ufer in Frankfurt ist im Jahre 1887 von Freifrau Louise von Rothschild (gest. 1892) zum Andenken an ihren Vater gegründet und am 23. Januar 1888 der öffentlichen Benutzung übergeben worden. Nach dem Tode der Gründerin wurde die Einrichtung von ihrer Mutter Freifrau Carl v. Rothschild in eine feste Stiftung umgewandelt, deren Statut 1893 die allerhöchste Genehmigung erhielt und der Stiftung die Rechte einer juristischen Preson verlieh. Die Bibliothek selbst siedelte 1894 in das ehemalige Rothschild'sche Familienhaus Untermainkai 15 über und wurde dann durch weilere Bauten im Laufe der nächsten Jahre erheblich erweitert. Die Stiftung, die im Jahre 1913 bereits über 70.000 Bände enthielt, pflegte besonders die Kunst- und Musikwissenschaft, die neuere Philologie, die Volkskunde und vergleichende Sprachwissenschaft. Groß sind auch die Bestände an Rothschild-Literatur. Mehr als die Hälfte der Bibliotheksbestände stammt aus Schenkungen von wissenschaftlichem Wert. Nach dem Tode des Freiherrn Carl von Rothschild waren besonders seine Töchter, Frau Baronin Salomon von Rothschild in Paris, Lady Rothschild in London und Baronin James von Rothschild in Paris an der Erweiterung des Hauses und der Buchbestände beteiligt. Bekanntlich ist vor einiger Zeit in Frankfurt a. M. auch die Rothschild-Allee in Karolinger-Allee umbenannt worden. Eine Bibliographie des jüdischen Buches. Herr Joel Sänger, Frankfurt a. M., gab das erste Heft seiner Biographie des jüdischen Buches für 5694 heraus. Wir finden auf 45 Seiten in enggehaltener Schrift eine ungeheuer reiche Fülle von Buchverzeichnissen auf allen Gebieten der Sabbat-Anfang und Ausgang nn* nnw O r t Anfang Uhr | Min. Datum Ausgang Uhr | Min. Frankfurt am Main 4! 55 3. 6 10 Berlin 4 55 Febr. 5 40 München 5 05 1934 5 58 Köln 5 10 6 10 Stuttgart 5 15 18. 6 10 Breslau 4 50 W2W 5 29 Nürnberg 5 00 Y'mn 5 58 Hamburg 4 : 55 5 55 Würzburg 5 00 6 05 VI T O L IffD die neue unvergleichlich gule METALLPOLITUR in dekorativem Kleide. Zu günstigsten Preisen und Bedingungen liefert Chemische und Seifenfabrik VICTOR-VICTOR, FFM.-FECHENHEIM Unt Aufs eht d. Israelitischen Rel'olonsqes. Frankfurt a. M. Wir sind auch in diesem Jahre in der Lage, ein Quantum in bester Qualität zu beschaffen, die wir ausschließlich Minderbemittelten zum Preise von RM 0.41 für das Pfund (in Kartons gestellt zu RM 0 43), in besonderen Fällen etwas billiger, zur Verfügung zu stellen, soweit der dafür vorgesehene Vorrat ausreicht. Anmeldungen sind bis spätestens 2.0. Februar an unser Büro, Frankfurt am Main, Rechneigrabensfr.lO, zu richten. Der Kaufpreis ist sofort nach Erhalt unserer Auftragsbestätigung, auf unser Postscheckkonto Frankfurt am Main 9822 einzuzahlen. Frankfurt am Main, den 1. Februar 1934. Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums E.V,Rechnelgrabenstr. 10 Vollstreckungsschutz Schuldentilgung Hausverwaltungen H. WEBER s£ Zeil 13,1. Telefon 22803 FAMILIEN VERSORGUNG KINDERVERSICHERUNG ALTERSSCHUTZ durch Gemeinnütziger Verein für Hinterbliebenenfürsorge der Mitglieder jüdischer Gemeinden e. V. Empfohlen durch: Den Preußischen Landesverband Gesetzestreuer Synagogengemeinden Die Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums, Frankfurt a. M. Den Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten Die Jüdische Gemeinde zu Berlin ILIEN SC Gemeinnütziger Verein für Hinterbliebenenfürsorge der Mitglieder jüdischer Gemeinden e. V. Berlin W 8, Taubenstraße 35 Telefon: Flora A 2 4417/18