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Der Israelit · 1933-12-29 · Heft 52 (29.12.1933) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 52 (29.12.1933)
Date
1933-12-29
Page
– (sequence 11)
Language
German
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29. Dezember 1933 Ser Israelit___ Nr. 52 Seite 11 tragen, die nach bekannten kommunistischen Mustern am liebsten den Arbeitgebern jedes Bestimmungsrecht über ihr Eigentum verweigern möchten. Rapaport, in dessen Pardes die Streitigkeiten begonnen haben, beschwert sich in einem offenen Brief im „Doar Hajom" über den Wa-ad Lcumi, der nach Feststellung des Tatbestandes nicht den Mut gesunden hat, den Falschmeldungen im „Dawar" und „Haarez" entgegenzutreten und die radausüchtigen Arbeiter mit ihren überspannten Forderungen in die Schranken zu weisen. Oer verwaltungsüberschuß der palästitta-Reglenmg: 650.000 Pfund von April bis Oktober. Jerusalem, 13. Dez. Wie amtlich mitgeteilt wird, beträgt der Aeberschutz der Einnahmen der Palästina-Regierung über die Ausgaben in ' den sechs Monaten von April bis Oktober 1933 680 445 Pfund. In den ersten sechs Monaten des Verwaltungsjahres hatte sich ein Ileberschuh von 593 000 Pfund gegenüber einem solchen von 247 000 Pfund in derselben Periode des Vorjahres ergeben. Die Ausgaben in den ersten sechs Monaten des Verwaltungsjahrcs haben gegenüber dem Vorjahre um über 85 000 Pfund zugenommen. Oie „Sabbatruhe" im neuen Aommunalstatut. Jerusalem, 22. Dez. Das vorbereitete Gemeindegesetz, das nun den zuständigen Instanzen zur Begutachtung vorliegt, sieht auch gewisse Bestimmungen über einen wöchentlichen Ruhetag vor. Darüber erfahren wir zunächst folgendes: Die Gefetzesvorlage bietet den Stadträten von Iernfalein, Jaffa, Tei-Awiw und Haifa die Möglichkeit, den Arbeitgebern die Pflicht aufzuerlegen, an einem Tage in der Woche — einerlei welchem — den Betrieb gänzlich zu schließen. Die strenge Durchführung des gewählten Ruhetages von Seiten des Betriebes, befreit diesen von der Zwangsruhe an dem im Gesetze vorgesehenen allgemeinen Ruhetag. Auch Ortsbehörden können solche Hilfsbestimmungen erlassen, wenn sie vom Gros der Bewohner des Bezirkes verlangt werden. Das Gesetz findet keine Anwendung auf kleine Betriebe, wo nur die Eigentümer mit ihrer Famiiienmitglieder beschäftigt sind, ebenso im Restaurant- und Wirtschastsbetrieb und auch nicht in der Landwirtschaft. Für Uebertretungen der von der Behörde genehmigteil Bestimmungen in Sachen der Sabbathruhe sind höhere G e I d st r a s e n und im Wiederholungsfälle auch Ge - f ä n g n i s st r a f e n bis zu drei Monaten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer vorgesehen. viereinhalb Tausend Juden im Oktober nach Palästina eingewandert. Jerusalem, 21. Dez. Wie amtlich mitgeteilt wird, sind im Oktober dieses Jahres 4572 Einwanderer, unter ihnen .4449 Juden, nach Palästina gekoinmen. Von den Einwanderern gehörten 410 der sogenannten Kapitalisten - Kategorie, das heißt dem Kreise der Personell an, die ein Eigenkapital von mindestens 1000 Pfund besitzen. Die Einwanderer, die mit 427 Angehörigen ins Land gekommen sind, haben ein Kapital von etwa einer halben Millioil Pfund initgebracht. 32 Inden, die aus Grund von Touristen-Visen nach Palästina gekommen waren, wurde die Erlaubnis zu dauernder Niederlassung erteilt. 136 Personen wurde die Einreise nach Palästina verweigert. Die Sabbatschutzklausel in den Pachtverträgen des Aationalfonds. Jerusalem, 20. Dez. Die Weltexekutive des Misrachi-Verbandes bringt in einem Kommunique ihre Befriedigung über den erfolgreichen Abschluß der Verhandlungen zwischen dem. Direktorium des Jüdischen Ratiornalfonds und dem Misrachi über die Einführung der Sabbathschutzklausek in die Pachtverträge des Keren Kajemeth zum Ausdruck. Der Misrachi bedauert es zwar, daß solche Angelegenheiten auf heiligem Boden Gegenstand vertraglicher Verpflichtung sein müssen, hofft aber andererseits, daß die Siedler dafür Sorge tragen werden, daß die B s ft r m nt u n g getreulich eingefallen und der Sabbath nicht mehr entweiht werden wird. Misrachi wolle seine Aktion zur Sicherung des Sabbathschutzes auch in anderen Kreisen Palästinas fortsetzen. Rach Einführung der Sabbathschutzklausel werden nunmehr alle Mitglieder der Misrachiorganisation aufgefordert, die Arbeit des Keren Kajemeth zu fördern. Wirtschaftsnachrichten aus Palästina. Jerusalem, 20. Dez. Es soll demnächst in Palästina eine neue große Versicherungsgesellschaft durch führende ausländische Gesellschaften .mit einem Kapital von 150 000 palästinensischen Pfund begründet werden. An dem Grundkapital werden sich die Assicurazioni Generali in Triest und die Anglo Palestine Bank mit je 50 000 Pfund beteiligen. Den Rest werden Einzelaktionäre im Ausland aufnehmen. Dr. Georg Hapern, einer der Direktoren des Iewifh Colonial Trust, soll zum Leiter des Konzerns bestimmt werden. Don den in letzter Zeit in Palästina neugegründeten Unternehmungen sind die Mediterranem Shipping and Trading Co. Ltd. (Gesellschaft für elektrische Kühlanlagen und Installationen) hervorzuheben. Von den im letzten Amtsblatt veröffentlichten 17 neuen offenen Handelsgesellschaften sind 13 von Juden gegründet. Sie umfassen u. a. eine allgemeine Restaurationslizenz für die Levante- Messe, eine rumänisch-palästinensische Handel-agentnr und eine Keksfabrik. Bis Mitte Dezember wurden in Palästina seit Beginn der Aussnhrsaison 843 6l)4 Kisten Citrusfrüchte verladen. Neben Orangen wurden 90 000 Kisten Grape Fruits und 10 600 Kisten Zitronen ausgeführt. Ein seltsamer politischer Aufruf. Jerusalem, 21. Dez. In einer Proklamation an das jüoischc Volk im Lande und in der Gola, die sich mit den Maßnahmen gegen die Einwanderung und gegen die illegal ins Land gekommenen Touristen befaßt, wenden sich führende Persönlichkeiten des Iischuws an die Oefsentlichkeit, wobei Namen wie Oberrabbiner K u k, Chacham U s s i e l und Rabbi Meir Berlin neben den Herren Klausner und Mofsinsohn stehen. In politisch urteilsfähigen Kreisen wird diese Proklamation wegen ihrer, viel zu scharfen, der Mandatarmacht geradezu Wortbruch vorwerfenden Sprache in teiner Weise gebilligt. Mit Ilebertreibungeu wie diejenige, die Razzias auf Touristen feien Zeichen eines „zaristisch-russischen Systems", wird der Wahrheit und den Interessen des jüdischen Volkes nicht gedient und man kann nur seinem tiefen Bedauern Ausdruck geben, daß sich Männer wie Oberrabbiner Kuk, Ussiel und Berlin dazu Hinreißen lassen, sich hier geradezu ins Schlepptau revisionistischer Methoden zu begeben. Insbesondere hätte das Oberrabbinat sich dazu nicht verleiten lassen dürfen. Rücksichtslosigkeiten. Jerusalem, 20. Dez. In die von frommen Juden bewohnte Schechuna „Kirjath Schmuei" entsandte die Behörde ausgerechnet am Sabbath Nachmittag drei Ingenieure, darunter einen jüdischen, um Messuugsarbeiten vorzuuehmeu. Die Bewohner protestierten 'erregt und die Ingenieure wurden gezwungen, die Häuser, in denen sie ihre Arbeiten vornehmen wollten, zu verlassen. In einem anderen orthodoxen Stadtviertel hat man die Wasseroerteilung auf den Sabbath festgesetzt, sodaß die Juden, die nicht zahlen konnten, ohne Wasser blieben. Man sollte es wirklich nicht für all zu schwierig halten, daß die Regierung derartigen unnützen Provokationen untergeordneter Behörden ein Ende macht. Oie Jrijah gegen die Wohnungsnot. T e l - A w i w , 15. Dez. Im Kampfe gegen die Wohnungsspckulation wurde in der letzten Sitzung des Irijah vorgeschlagen, alle Mietverträge bis zum 30. Juli 1935 automatisch zu verlängern. Nach längerer Debatte wurde mit acht Stimmen Mehrheit diese lange Frist zwar abgelohnt, dafür aber beschlossen, daß jeder Mietvertrag nach seinein Ablauf noch weitere vier Monate in Kraft bleibt. Auch diese Maßnahme wird vielen in ihrer Bedrängnis ein wenig Luft schaffen. In der Allenbystraße ist zur Zeit ein großes Postgebäude, die Zeutralpost von Tel-Awiw, im Bau begriffen. Es erregt große Erbitterung und hat schon zu kleinen Unruhen geführt, daß die Bauarbeiten auch am Sabbat im Gange sind, worin eine gewisse Taktlosigkeit der Regierungsbehörden gegenüber der rein-jüdischen totalst erblickt wird. Prozeß wegen 'der Jaffaer Unruhen eröffnet. Jaffa, 19. Dez. Am 18. Dezember wurde vor dem Iaffaer Gericht der Prozeß gegen 16 arabische Führer, die die Unruhen in Jaffa am 27. Oktober angestiftet hatten, eröffnet. Die Angeklagten, denen 10 Rechtsanwälte zur Seite stehen, erklären sich als nicht schuldig. Zur Ucberraschung des Gerichtes beantragte die Verteidigung bald nach Prozcßbeginn, die Verhandlungen an jedem Nachmittag auszusetzen, um Angeklagten, Zeugen und Verteidigern die Möglichkeit zu geben, den G'ttesdienst'während des Ramadan-Fastens zu besuchen. Es besteht der Verdacht, daß damit versucht werden soll, Demonstrationen der Moschee-Besucher zu provozieren. Das Gericht hat sich die Entscheidung über diesen Antrag für den nächsten Tag Vorbehalten. Unter den Angeklagten befindet sich auch der Sekretär des Obersten moslemitischen Rates Jamal A I H u s - feitU, der vom Jerusalemer Gericht wegen .Beteiligung an den Unruhen in Jerusalem zu einem Monat Gefängnis verurteilt worden war. Das Appellgericht hat diese Strafe in den Befehl zum Erlag einer Kaution von hundert Pfund für die Dauer einer einjährigen Bewährungsfrist umgewandelt. Es heißt jedoch, daß Jamal AI Husseini sich weigert, die Kaution zu erlegen, und es vorzieht, ins Gefängnis zu gehen. Syrien. Streiks unö Proteste in Syrien. Damaskus, 15. Dez. Das Echo . der palästinensischen Dcinonstrationen zeigte sich hier, wie schon berichtet, in einer Parlamentsdcbatte, setzte sich dann über auch fort mit einer Demo 11st r a 1 i o n der Frauen. Ihnen schloß sich auch ein Demonstrationszug von Männern nach dem Parlamente an, den aber die Polizei mit bewaffneter Gewalt und mit Hilfe von Militär auscinanbcrjagtc. Aus Aleppo wird ebenfalls über eine starke Gährung Unter den Arabern berichtet. „Die französische Polizei ist überall auf dem Posten und greift rechtzeitig mit größter Energie durch. Australien. Jüdischer Gemeindekonflikt vor dem australischen Parlament. - M e l b o u r n e, 14. Dez. Das australische Parlament befaßte sich in seiner letzten Sitzung drei Stunden lang mit der Frage, ob das Beth Din von North Carlton befugt sei, Lizenzen an Schochtim zu erteilen. Die Regierung des Staates Victoria hafte dem Beth Din diese Befugnis abgesprochcn. Das North Carlton Beth Din wurde von der jüdischeil Orthodoxie, die eine oppositionelle Stellung zum Beth Din in Melbourne einnimmt, eingesetzt. In: Parlament nahm der Berichterstatter Barry, Mitglied der Arbeiterpartei, für das orthodoxe Beth Din Partei und führte aus, das Beth Din in Melbourne fei nicht genügend orthodox und erstrebe außerdem ein Schüchtmonopol, das die Preise für Koscherfleych übermäßig verteuern würde. Das North Carlton Beth Dm wurde bei Ankunft von Reo. Adler aus Neu-Sec!and gebildet. Adler verfugt, ebenso wie Rabbi Brodie, über rabbinische Diplome und ist auch vom Chics Rabbi Dt. I. H. Hertz in London anerkannt. Die.Angelegenheit werd das Parlament noch beschäftigen. Wochenkalender. vom 30. Dcz. 1033 b. 6. Ja,'. 1931 12. - 19. Tebet 5691 ■Bv «n Dez. 30 Q’TU Samstag 12 W Sonmag 31 13 T» Montag 1 MB 1 n» Dienstag Jan 1 2 15 L'tt Mittwoch j 3 16 3 Donnerstag 1 4 17 K3 Freitag 5 18 33 Samstag I 6 19 J3 nsipn mn?

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