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Der Israelit · 1933-12-21 · Heft 51 (21.12.1933) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 51 (21.12.1933)
Date
1933-12-21
Page
– (sequence 11)
Language
German
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21^-Dezember 1933 Der Israelit Nr. 51 Seite 11 jedes einzelnen der in Betracht kommenden Länder: Aegypten, Palästina, Transjordanien, Syrien, Irak und Arabien. Zahlreiche Anmerkungen und Quellennachweise sowie eine reiche Literaturübersicht bilden den Schluß. Jahren Nationalsozialist und macht daraus kein Hehl, behalten hier ihren Wert. Der völlige Subjektivismus Um so mehr ist anzuerkennen, daß er nicht nur dort, des Einzelnen wird nur durch die Unterordnung des Jnwo es sich um die Wertung von Persönlichkeiten wie bei-. dividuums unter Geschick und Sinn der „Gattung" verspielsweise Einstein handelt, sondern auch bei der mieden (264). Diese und ähnliche Wendungen rechtferti- Der steigenden Zahl derer, die die Entwicklung des jü- Behandlung aktueller und ans Politische angrenzender - gen die Ankündigung auf dem Umschlag, es handle sich bischen Nationalheims, einer kleinen Insel in einem ara-, Probleme wie der Rassentheorie und der Eugenik, sich um den „einzigartigen Ausdruck der metaphysischen bischen Meer, in atemloser Spannung miterleben, ist das von aller einseitigen Parteilichkeit fernzuhalten weiß. Merkwürdigerweise ist eine neue Schrift des Verfassers, in der er seine rassenbiologischen Grundsätze u. a. auch auf die Behandlung der Judenfrage anwendete, der Beschlagnahme verfallen. Das vorliegende Werk wird weiter seinen Weg machen und eine Quelle reicher Anregung und ehrlichen Erkenntnisstrebens bleiben. Tephilloih meen fchemone esre. Von Abraham Habermann. Berlin. 569 3. Verlag? Schocke.n. 57 Seiten. Das Werk ist die Edition von vier Handschriften der Leipziger Stadtbibliothek und stellt Ergänzungen oder Auszüge der Schemone Esre dar. Das erste Gebet ist eine in Art der Piutim ergänzte Schemone Esre für Wochsntagö, die aus der Zeit des Kampfes über die Beschäftigung mit Philosophie stammt und wahrscheinlich in Spanien oder Südfrankreich entstanden sein dürfte. Der Name des Verfassers ist nicht bekannt, das Gebet Buch Kahns ein unentbehrliches Handbuch für das wirk liche Verständnis der Dinge und Ereignisse. M. Formae cultus Mosaici cum ceteris religiooibus orientis antiqui comparatae. Von Franciscus Tao. Kortleitner, Innsbruck 1933, Vereinsbuchhandlung 4320. Preis M 7.50. Um sich mit diesem auf Grund reichsten Wissens und mit hervorragender Hingabe gearbeitetem Buche („Vergleich der mosaischen Kultformen, mit denen der anderen Religionen des alten Orients") ehrlich auseinanderzusetzen, bedürfte es einer dogmatischen Auseinandersetzung, welche den Rahmen einer Rezension sprengen würde. Der Verfasser, ein Priester des Prämonstratenferordens, hält sich in wundervoller Strenge lückenlos an die Normen, welche die katholische Kirche für die Vibelexegese wiederholt ausgesprochen hat. Uns trennt von ihm der Glaube an die Verbalinspiration. Dabei jedoch sind wir mit dem Verfasser vollkommen einig, daß eine reiche Anzahl von Kultformen beriets vor der Sinai-Offenbarung in der Ahnenfamilie des Volkes Israel vorhanden und gepflegt waren. Vielleicht könnte der Verfasser bei einer neuen Auflage bei der Besprechung des Sabbats daraus Hinweisen, daß im Dekalog (Ex. XX, 9) der Sabbat, da das Wort m i t dem Artikel erwähnt wird, als bekannt vorausgesetzt ist. Wir glauben ferner, daß Verfasser auf einer sehr wichtigen, vielverheihenden Spur (vergl. insbesondere S. 334 die Ausführungen über die Noachiden, ferner S. 234 ff.), sich befindet, wenn er Kultähnlichkeiten bei vielen alten Völkern als Depravationsproüukte einer Uroffenbarung, einer aus dieser Uroffenbarung sich ableitenden Kultnorm auffaßt. Der Midrasch gibt wertvolle Fingerzeige nach dieser Richtung, so insbesondere die auch vom Verfasser besprochene Erscheinung der Anlehnung von Personennamen mit dem Namen der G'ttheit als Beginn einer Depravation, schon im Zeitalter. muel Halevi verfaßt, des Enofch, gewissermaßen als einen Einschlag kainiti- Dem Werk ist eine ausführliche Beschreibung der verscher Entartung. össentlichten Gebete wie eine Geschichte der Schemone In dem oben gezeichneten Rahmen befleißigt sich der . esre beigefügt. A. Verfasser einer vorbildlich vornehmen ObjeNwttät Hier- :JBas |f( gz°n Br.'». Sorfflraj. durch und durch die zahlreichen Noten und Exkurse ge- 1039 Lonkamvsrlaa winnt das Buch geradezu einen enzyklopädischen Cha- . r. y n iag. rakter. Es macht der Kirche des Verfassers Ehre, gibt > Ausgangspunkt und Ziel des Buches müßten uns aber auch dem jüdischen Forscher eine Fülle von Aufsympathisch sein. Kultur ist dem Verfasser Sammelname schlüssen und Anregungen. Die in dem Buche gewönnefür die höchsten Menschheitsideale wie Religion, Volk, neu Resultate gereichen aber auch der jüdischen Religion zum Stolze. Wenn wir auch, wie oben erwähnt, in den Wegmarken mit dem Verfasser nicht einig sind, so ergreift es doch gewaltig, wie Verfasser, namentlich in seinen wunderbaren Schlußausführungen, das foharitifche Problem des mrin'r 712p berührt und darstellt. Das ist Ewigkeitssehnsucht des deutschen Menschen unserer Zeit" in jeder, auch außerphilosophischer Hinsicht. Becks Buch ist charakteristisch für das Einmünden einer eben von den Schlacken des Materialismus losgekommenen, auch nicht mehr individualistischen Wissenschaft (Dacque, Unger) in ein bedenkliches Gegenextrem, einen Gattungs- Mystizismus, der uns das Leben genug erschwert. Und das ist schade. Denn im Kampfe gegen den Materialismus hätte auch unsere „Gattung" ihr schöpferisches Lebensziel gesehen. B. Cohen. Die Einwanderung Israels in Kanaan. Von Friedrich S ch m i d t k e , Privatdozent an der Universität Breslau. Breslau. 1933. F r a n ck e u. Borgmeyer, kl. 4". XI + 184. Die kirchliche Druckerlaubnis, mit der diese Schrift erschienen ist, bürgt für Abkehr vom abenteuerlichen Radikalismus der sonstigen Vibelwissenschaft; aber tnan ist überrascht, wieviel Geringachtung des mafforetifchen Textes auch dann noch übrig bleibt. Schmidtke hat einen nicht vollständig erhalten. Es wird vermutlich auch nie > Teil der in Betracht kommenden Oertlichkeiten durch als Gemeindegebet gedient haben; dazu ist es viel zu persönlich gehalten. Das zweite Gebet ist ein nicht gerade sehr kurzer Auszug aus der Schemone Esre, dem noch eine längere Einleitung, nach Art unserer „reschus lischliach zibbur" an den Jomim Nauroim, vorausgeht. Nach Habermann (S. 55) ist dieses Gebet von einem deutschen oder nordfranzösischen Juden des 14. Jahrhunderts verfaßt worden. Das. dritte Gebet ist ein Ms. der Vodleiana und stellt einen Auszug aus der Schemone esre in der Art dar, daß jede einzelne Berocho verkürzt wird. Das Ende jeder Zeile ist abwechselnd Zijaun und Jeruscholajim. Das Gebet ist seiner Fassung nach wahrscheinlich im'10. Jahrhundert in Aegypten entstanden. Das vierte Gebet ist in der Art des uns bekannten „hawinenu" und dem Akrostichon nach von einem Sa- Augenschein kenengelernt, erreicht aber nicht die Anschaulichkeit Obermeyers und S. Kleins, deren Zurateziehung ihm nur genutzt hätte. Auch in der schwierigen Sagaz- und Habiri-Frage hätten doch jüdische Vorarbeiten nicht unbeachtet bleben dürfen, so Lerner und Marcus, die übereinstimmend Habiri und Milkil mit Chevor und Mattel identifizieren, wogegen die von Schm, erwähnten Fehden zwischen CH. und M. kein Beweis wären, da solche auch zwischen jüdischen Teilstämmen nicht unmöglich waren. — 70 „Seelen" brachte Jakob nach Aegypten, mehr nicht. Beachtet man das, so ninnnt es nicht wunder, daß auch während der Knechtschaftsjahre „Hebräer" in Kanaan waren; — nämlich die Nachkomlen der um das Patriarchenhaus gescharten Personen (Gen. 12, 4). Unhaltbar sind Schmidtkes Kombinationen über Eber-Aber (44). Die Schwierigkeit der Zeitensetzung der Beschneidung und der übrigen Ereignisse vor Jericho (73) ergibt sich einfach daraus, daß die Wunder-Atmosphäre des Ganzen beiseite gelassen wird. Trotz allsdsm legen wir das Schmidtko'scho Buch nicht ohne die anerkennende und zugleich schmerzliche Feststellung aus der Hand, daß hier die Urkunde unserer Landnahme mit mehr Willen zur historischen Wertung behandelt erscheint, als in den neueren Elaboraten vvn H. Torczyner und Elias Auerbach. Und da die allen diesen Forschern gemeinsame Voraussetzung, daß wir von einer kulturlosen Horde stammen, heute zum politischen Dogma unserer zur Zeit erbittertsten Gegner ge- Klasse, Staat und Recht. Und sie alle sieht er im Ge-;r, , t .. , , n HrwÄit'L G°1üU der °°°lu,i°vMi!ch°» Bib-ls-rlchung fch°n°k noch °n -in M?n,chhelkide°l. i>°s er lttb, und ->uf°d-sse,!!chl°Skr»stg-s Argument gegen ihr- Wissenschaft,ich- Be- Erfüllung er zuversichtlich hofft. Leider aber bringt das Buch dann sowohl in seiner eine Perspektive von weltkulturgeschichtlicher Bedeutung, j Anlage als auch in seinen Gedanken vieles, was nur Der Bering gab dem W-rk- -inwürdige äußere Farm, mit Knpsschiitteln gelesen werden kann, ja zu starken/ A-'-d° t An!°"g >sd Da b°r h° t -- g r°d be, d°n P K. i Md-rspruch Heraus,ordert. Daß der Versa ser auch schon ^-°pl>°'°"buch°rn, b°> denen wm nicht m g,-ich-,n Maße rechtigung sich bei den Gerechtdenkenden auswirkt. Diese Gerechtigkeit hätten wir aber' zuerst von einem kirchlich approbierten Forscher erhofft, für den G'ttesfurcht aller Philosophie. Von Bernhard B a v i n k. Fünfte neubearbeitete und erweiterte Auslage. Leipzig. 1 933. S. H i r z l - V e r l a g. Die Tatsache, daß ein umfangreiches, 650 Seiten umfassendes Buch, dessen Lektüre angestrengte Denktätigkeit erfordert, in fünfter Auflage erscheint, besagt schon, daß es sich hier um eine wirklichen Bedürfnissen sntgö bei der Thora auf Textmassora jedes Buchstaben Ergebnisse und Probleme der Naturwissenschaften. Eine L . d e Wett m der ^°uvUa«?°°m Verstand un?°°m!Jos. 21 zwischen Vers 88 und 36) verpflichtet find. O'i »->>"».« nich! ^ch^ne Einigung g°gebe.tt aber dann hätte der Tenor aereckt werde lei nur nebenbei aelaat Darin bat er öes ^"zen tMn ehrerbietiger fein muffen, wie wir ihn ödUtu m »2. mmStt Ich^7°r2>s,^ b«! Schmidtke «E-n-i-nst «Atz « m s° °mf°ch sigt werde. Aber bedenklicher ist der circulus Ditiofus, r~^aript^errs ~at|a<^en öeI\, anfängliche ben er lick in dem Sode leistet- Volk Relioion und Bil- Schrecken der kenaanitischen Könige spater zeitweilig düng sind nicht soentscheidend"für ben ® er »^1 "ß, keine Anlässe zu Textkritik und Gedankenkritik Menschheit wie die bewußte Züchtung (!) und Erziehung ’ ‘ „ . ^hen. im Sinne des Menschheitsideales." Wie soll denn derj Voranzeige. ~ , Aufstieg der Menschheit angestrebt werden, wenn die (Bin neuer Moses-Roman. Senh°!lImh??eviCrSfSfHm5r "LÄlK 1 des Gefühls. Volk und Religion beiseite-| ' Demnächst erscheint im V e r i t a s - V e r l a g , Bonn PitirnhÄ?« x? j?fn’ geschoben utib bie Bildung als Regulator ausgeschaltet unter dem Namen „Der Götterfeind" ein neuer M o. SEÄSS L ÖU rf)aT5f n I rÖ? Überhaupt ist der organische Charakter der Kulsesroman von Hans' Eschelbach. Hans Efchelyasien ^veife oie r^eoenoigreir einer ourcyaus m-ltur in dem etwas oberflächlich anmutenden und nach tzacki ein Katbolik bat leine Emäblerkunü seit 5labmebndividuellen Wertung der Dinge mit einer so mustergul-. Ttichworten enzyklopädisch angelegten Buch zu wenig zur ten zur Gestaltung biblischen Stoffes mit gutem Erfolge tigen Obie üvitat und Wahrheitsliebe bei der Darstellung? Geltung gekommen Zuletzt noch eine Feststellung, die verwendet Vor dreißch Jahren M Makkaverbmb! VaNinwnnmenMi?-,'^ j nirf)t ais Empfindlichkeit ausgelegt werden darf: In dem bäer-Roman „Der Vokksverächter" erschienen. Der neue verbände, wie Bamnks monumentales Buch. Daher j 177 Seiten umfassenden Buch über Kultur ist des Mofesroman ist Niederschlag lahrzehntelangor Bertiekommt es, daß auch seder denkende gesetzestreue Jude. Judentums mit keinem Worte gedacht, auch nicht in dem jung in das Leben und dis ^Persönlichkeit des g'ttlichen der sich um die Auseinandersetzung mit der Wissenschaft Kapitel über Religion, in welchem sonst alles abgehan-. Gesetzgebers Spricht die Darstellung auch nicht in allen -m Smne ferner eigenen religiösen Weltanschauung bemirö; Von Buddha über Griechentum, Eleatentum,! Teilen den an Thora uiid M dra ch orientierten Juden muht .n diesem Buche erne reiche Quelle der Belehrung Christentum, Shintoismus, Islam, Rousseau, Kant, Scho-!an so e ÄS Testa und Bef^digung sinden wird,..geschadet ^er Tatsache,! penhauer, Nietzsche, Tolstoi und vieles "andere. , , ment" zum „Problem" in Schule und Kirche werderr Ist das nun Gefühlskultur oder Menschhestsideal? konnte, wie auch ein Nichtjude intuitiv in Moses den Dr. E. g'ttgesandten Gesetzgeber erleben kann, dessen Mission 1 ' I alter der Menschheit ein. Der Verfasser hatte auf Reiserr Beck, S. 207: „Die Beurteilung naturwissenschaftlicher, durch Aegypten und Palästina alle Eindrücke auf sich . „ , Theorien vom theologischen Standpunkte ist ebenso un-' einwirken lassen, die ihm für diese Aufgabe wertvoll Von den Grundtatsachen der Chemie und Physik über - zulässig wie die Einmengung einer Wissenschaft in einen schienen. Neben der biblischen Zeichnung verwendet er Warme- und Llchttheorie geht es bis zum Fixsternsystem, jhx nicht zustehenden Bereich." Danach bleibt in unserem jauch manche talmudische Tradition, aber auch Sagen und und von der lebenden Zelle zu den höchsten Problemen Blatte, das alles vom „theologischen Standpunkte" aus. Legenden, die nicht auf jüdischem Boden gewachsen sind, der Kulturphilosophie. Daoei werden die e r k e n n t - beurteilt, wenig zu sagen. Interessant auch daselbst: „So! wie auch freie Dichtung, um uns den Willensriesen in ^!F^9 ^oretl sch eu Probleme, über me der Natur-, kann der Stand der naturwissenschaftlichen ErkenntnisseJeiner ganzen Größe vor Augen zu führen. Der Verfasser wistenschaftler auch heute noch m. der Regel souverän hmj für den Stand der Philosophie keine Bedeutung haben,"! hegt die Hoffnung, daß über die reine Kunstwirkung wegsieht, in tlefstem Ernste erfaßt und nirgends wird!— und an vielen Stellen die Minderüewertung öes Ob-, hinaus fein Buch auch Trost und Erhebung zu spenden einer Schwierigkeit aus dem Wege gegangen. > jektiven gegenüber dem Schöpferischen. Also nicht ein-j im Stande sein werde, und ein Einblick in die Aus- Der Verfasser ist, was heutzutage nicht uninteressant mal naturwissenschaftliche Tatsachen haben entscheidenden j Hängebogen belehrt uns, daß diese Hoffnung nicht zir sein mag, nicht von heute und gestern, sondern seit vielen Wert. Weder Offenbarung noch natürliche Erkenntnis weit gespannt ist. daß der Verfasser keineswegs religiös in unserem Sinne Ist, sondern vielmehr durchaus auf kritischem Standpunkt gegenüber der Bibel und aller positiven Religion steht. Aber er gibt die Tatsachen unbefangen und in größter Wahrheitsliebe an, bevormundet den Leser nicht, und erlaubt diesem dadurch, sich selber ein Urteil zu bilden. Es werden nacheinander in vier großen Kapiteln behandelt: Kraft und Stoff, Weltall und Erde, Materie und Leben, Natur und Mensch.

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