Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1933-12-14 · Heft 50 (14.12.1933) · page 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 50 (14.12.1933)
Date
1933-12-14
Page
– (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2446951-2450756-2450804--80064-2537855
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

ff uni JLef> zJUastrierfe Keil age zum \ e.dXq Zeschiwokh in der Welk. In Osteuropa. In einer Zeit düsterer Not sehen wir wie hilfesuchend zu den Zentren der jüdischen Kraft hin, das sind die Ieschiw o t h , bic Pflanzstätten der Thora. In diesem Zusammenhänge möchten wir unseren Lesern in Wort und Bild einige Ieschiwoth in Ost und West vorführen. Die älteste und Mutter aller Ieschiwoth der Welt dürfte Woloschin in Litauen (heute Polen) gewesen feilt, aus der alle Rabbinen und Gaonim des vorigen Jahrhunderts hcrvorgegangen sind. Woloschin, ein kleines Städtchen unweit Wilna, war die I e s ch i w a st a d t Litauens, deren Bevölkerung hundert Jahre lang einzig von der Iefchiwa gelebt hatte. Während sonst überall im Osten die kleineren und größeren Ieschiwoth von den Gemeinden unterhalten werden mussten. Diese „Unterhaltung" war auf die primitivste Art geregelt. Gelder hatten die armen Leute nie zur pand, dagegen galt es als Selbstverständlichkeit, daß jede Familie einen oder mehrere Bachurim an je einem Tage in der Woche verköstigte; die Institution des „Tagessens". In Woloschin war dieses System verpönt, der Lächnr mußte unabhängig leben und lernen. Sofern er nicht von Pause aus bemittelt war, erhielt er eine ausreichende Unterstützung von der Iefchiwaverwaltung, mit der er fein (Quartier und feine Pension bezahlen konnte. Gegründet wurde Woloschin als ein Vermächtnis des W i l n a e r G a o n , gewissermaßen als Stützpunkt im Kampfe gegen die Aufklärung von Berlin auf der einen und gegen den damals weniger am Talmudftudium orientierten Chassidismus auf der anderen Seite, durch dessen genialen Schüler Rabbi Chajim W o l o s ch i n c r unt 1,800. Die letzten großen Lehrer der Iefchiwa bis zu ihrer,Schließung im Jahre 1890 waren Rabbi Uaftali Zwi Berlin-und Rabbi Chajim So-/ l o w e i t f ch i k (Brisker) Die Schließung erfolgte auf behördliche Anordnung, wahrscheinlich auf eine Denunziation von jüdischradikaler Seite hin. Angebereien fanden damals immer ein ge- Moderne Bezalel-Menora. Palästina Chanukah-Menora mit tum Symbol des Tempels. neigteg Ohr bei der zaristischen Regierung, die jeder I der in die Höbe zn kommen, mißlangen. Ansammlung von jungen Menschen, politisch miß-. Das Ccbe Wolofchins trat bald die Slaboötraute. Alle Anstrengungen Wolofchins seitdem, wie-Ik o e r Iefchiwa an, die nicht minder geistige Nährmutter der gesamten Diaspora war. Ihr Vater und Leiter, Rabbi Mosche Mordechai Epstein h"L7, ging dieser Tage von uns, nachdem er in vierzigjähriger Tätigkeit an der Spitze feiner Pflanzstätte Generationen von Thoragelehrten her-- angebildct hatte. Slabodko bekam als erste Iefchiwa ihre eigene Prägung durch die Uebernahme der M u ffar m e - thode von Rabbi Israel Salanter'- fchem Geiste. Parallel mit Slabodko bildeten sich auch die großen Thorazcntren in T e I f ch j und in M i r, die, wie unseren Lesern aus wiederholten Schilderungen bekannt ist, zur größten Geltung und Bedeutung gelangt sind. Daneben wirkte und wirkt in gleicher Weife die Iefchiwa des Chofez Chajim in Radin und andere neuentstandene oder zu neuem Leben erwachte Lehrhänfer in Larano w i t f ch i, in N ow o g r u d o k und in Wilna selbst. Speziell in dein polnischen Teile von Litauen, Wilnaer Gegend, zu dem auch Mir und Radin gehören, befinden sich alle Ieschiwoth in solch schreiender Not, das; die großen Führer stetig um ihren Bestand und ihre Zukunft zittern. Ciu tsn mrrty’n hatte vor mehreren Jahren unter Leitung von Lhosez OajimyxT und Rabbi Chajim Oser G r o d z c n s k i in Wilna die Obsorge für diese Lehranstalten übernommen und eg gelang ihm, mit übermenschlicher Anstrengung und unter Aufbietung der ganzen Autorität dieser Gaonim die Lebrhäuscr vor dem Schlintmsten zu bewahren. Jetzt, nach dem Heimgänge Chofez Chajims, hat die drückende Sorge um die Lebrhäuscr zu neuen Maßnahmen geführt. Die Appelle des Chofez Chajim werden erneut in Erinnerung gerufen, es wurde, wie unseren Lesern bekannt, auch beschlossen, eine „Seser Thora des Klall Iisroel" auf den Namen des Chofez Chajim schreiben zu lassen, deren Cinkünfte den Ieschiwoth zufließen. Mögen all diese Anstrengungen den gewünschten Erfolg bringen, daß V'n die (Duellen unserer Kraft nicht austrockncn. (Bezalel-Mufeum). Polen und G a l t z i e n, wo früher an Palästina-Hänge-Menora. Palästina-Menora aus dem 18. Jahrhundert mit Palmen-Berzierung .1.- W

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.