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Der Israelit · 1933-12-14 · Heft 50 (14.12.1933) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 50 (14.12.1933)
Date
1933-12-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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X cm < 14. Dezember 1933 Frankfurt K. N!., den 26. msiew 5694 Nr. 50 «^•BaaadBIMttaStanMaBMHnMaaMBHaMBnananwaMnMnaBBnnBiaaHaDHBnaHaBMB^k^mnbh. | j| Ein Centralorgan (Or das orthodoxe Judentun flfjSm i? I Bl ©earünbet oon Dr. Pefvmcrnn ht SZHabtiL 1% « i Begründet von Dr. Lehmann ta Mainz. II Äbonnrnient ab Juli 1329: Deutschland 14)0 Mark monatlich; Ausland! Btserel« iahrpreife (en sprechend dem deutschen Inlandspreis zuzüglich Koken des Etretfband-Berkandes) Deutsch-Österreich: Schilling 6.—; Amerika 1.50 Dollar; England 8 sh.: Frankreich 25Fr.; Belgien Betgak. Holland2.50fl.; Italien 18 Lire; Iugo lavien 55 Din.; Litauen 7.50 Lit.; Rumänien 150 Lei; Polen 4 deutsche Told nark zum Tageskurs oder? Zloty; Schweiz 5 Fr.; Tschecho-Slowakei 36 Kronen; Ungarn «engö 6; Dänemark, Norwegen u. Schweden 6 Kror en. Einzelnummer 30 Pfennige. Im Falle von Streiks und höherer Gewalt keine Verpflichtung zur N^^i^hlung von AbonneMetttSgebühvtz». Der Israellk erscheint jeden Donnerstag. Inserate 60 iSoWvl. für die stevengcw alten« Nonpareille-Zeile. Abonnenten zahlen bei Stellengesuchen und Familienanzeigen nur 10 Pf. Die 75 in» breite Reklamezeile: letzte Textseite 2.— Mk., vorletzte Textsette 250 Mk.; Ehiffregebühr in Höhe eines dopp. Fernbriefportos. Rabatt nach Tarif. Bei laufende« Inserataufträgen tartfm. Preiserhöhung jederz. Vorbehalt. Inferatenannahme durch den Verlag des Israelit E. m. b. H., Frankfurt a. M., Rechneigrabenstraße 7, Tel. Hansa 31084 sow. durch sämtl: Annoncen-Exped. d. In- und Auslands. Alleinige Jnferatenann. für Franks. Teschäftsanz.: Jul. Schmidt. Ostendstraße 83 Tel. 48888. Platzvorschr. ohne Verbindlich!. Zahlungen direkt an oen Verlag auf Postscheckkonto Verlag des Israelit und Hermon G-m.b.H., Frankfurt (Main) Nr. 13803.-Außerdem an: Posijparkafle Wien Nr.^Sökb.-Pcstsparkaflenamt Budapest Nr. 18434.—Postscheckkonto Varschau Nr. 130757. — Postscheckamt Zürich Nr. VtU 7354. — Postscheckamt Amsterdam Nr.31883 — Po>r,checkamt Prag Nr. 79.080 — Rumänische Kreditbank Bukarest und ihre sämtl. Filialen Der Gerichtsstand für alle aus Abonnements oder aus Inseraten stch ergebenden Zahlungsverpflichtungen ist Frankfurt a. M._ Zwischen Licht und Leid Zu Chanukah 5694. Dm düsterer, nebelschwerer, kurzer Tag geht zu Lude, versinkt in'der schwarzen Nacht. Lin Lichtlern erstrahlt an der jüdischen Türe, am jüdischen Fenster. Der Nebel steigt und steigt, das Lichtlein strahlt und strahlt; zu dein einen kommt noch eines und noch eines. Thanukah. In dem gewaltigen Kampfspiel zwischen Licht und Leid in der jüdischen Geschichte geht es nicht nach einem einheitlichen Schlachtenplane. Der Schauplatz des Kampfes verschiebt stch stetig und das Glück wechselt. Je nach der Zeit und ihren Wehen tritt, fast nach Bedarf des Tages, der eine oder der andere Lichtpunkt hervor, um, vom Mittelpunkte aus dahin zu leuchten, wo es am dunkelsten ist. v/y 12N2 kV jVi2i rrnpn 12V jm nun» 'i Drei Gaben hat uns D'tt zugedachtz die wir uns aber erst durch fchwere Cciötti erkaufen müssen: Die künftige welt — zu der man erst durch das dunkle Tor des Todes gelangt; die Thora — zu der eine große Mäctyrerceihe den weg zeigt, Erez Israel — das, einmal durch schwere Kämpfe erworben, heute noch Gegenstand unserer Sorge und unseres Kampfes, eine noch unerfüllte Hoffnung ist. Diese dreierlei Leiden wirken nicht immer in gleichem Maße zusammen, sie verteilen sich auf bestimmte Perioden der Geschichte. Tinmal ist es der eine Leidenspunkt, ein anderes Wal der andere, der aus der Skala der Schickungen hervortritt und den jüdischen Kaum ganz ausfüllt. Und dort stößt er auf das Licht, das eigens für dieses Leid angezündet ist. Der Kampf beginnt^ 0Iam! In Zeiten, da man dem Juden den Platz an der Sonne streitig machte, — und wann machte man es ihm nicht? — richtete sich sein Blick nu so sehnsuchtsvoller zur Höhe, von wo aus morgens '''er Sonnenball und abends das Sternenzelt alle Kuchtend umfaßt. Der Poet im bekannten Liede, der, bei der Verteilung der Erde übergangen, den H i m- 111 e l offen findet, könnte ein Symbol für das jüdische Volk sein. Der Jude hatte ja auch immer den Schlüssel, den Hirnmel zu öffnen, die wnnderwirkende Lösung, das eiserne Tor zu sprengen. •nwm nywa?in s'Vv22 V2 Hatte man Israel den Boden unter den. Füßen entzogen, so mußte es sich seine eigene Welt im Geistigen, im G'ttlichen, im Sittlichen schassen, nach oben bauen, von Leitern zum Himmel träumen; indes die anderen Brücken in die weite schlugen. Gegenüber den Hellenisten und Sadduzäern, die nur von ei iter Welt wußten und sprachen, hielt der jüdische Jude zu der Gebetsformel' oViirn isn }»• Aus der Welt der piv' führte ein weg zu K2H 2V1V- -in der inan in gehobenen Stunden schon hinieöen lebte und atmete. * *, * Thora! Die. Leidens- und Liebesprüfungen, die uns die Thora auserlegte und noch auferlegt, ergeben die erschütterndsten und zugleich erhebendsten Kapitel unserer Geschichte. Von diesen spricht das Thanukahlichtlein weit mehr und einprägsamer als von den glorreichen Kämpfen der Makkabäerschar. von deur Glaubensheldentum der „Mutter mit den sieben Kindern" zur Antiochuszeit bis zur Gegenwart; von Rabbi Akiba, der unter der Zange der hadrianischcn Verfolgungen mit einem „Tchoö" glückhaft die H e i m k e h r seiner Seele feiert, bis zn dem kleinen Melamed in der Dachkammer zu Moskau, der von seinen Thoraschülern weg ins Gefängnis gezerrt wird, führt ein einziger weg zwischen Dornen und Steinen zum höchsten Glücke, das einem Menschen!m Ringen um die g'ttliche Wahrheit erblühen kann. Uns, in unserer Zeit und Umgebung — danken wir G'tt dafür — wird der weg zur Thora nicht erschwert. Cher wird unseren Söhnen der Zugang zu den w i s s e n s q u e l I e n derwelt versperrt, die Gassen zu den eigenen Duellen sind ihnen im vollen Umfange freigegeben, sie werden dahin sogar verwiesen. Wollen wir nicht den Fingerzeig G'ttes verstehen und der Weisung mit der eisernen Hand folgen?! Denken wir aber daran, daß anderswo und in materieller Beziehung überall der weg zur Thora nach wie, vor mit pm' gepflastert ist. Die führenden, Gaonlm aus dem Osten sind dahingegangen und haben uns mit ihren hervorragenden Lehranstalten ein heiliges Vermächtnis hinterlassen, das die Sorge -ihres Lebens war und nun unserer Obsorge wartet, wo der B r u n n e n fehlt, kann keine Siedlung entstehen, eine Wahrheit, die -seit Vater Iizchak bis zu den Siedlern im Saron und Cmek von beute, alle erfahren mußten. Auch im Geistigen. Crez Israel! Im jüdischen Tränenschatz der Gegenwart nehmen wohl die Tränen um Trez Israel den ersten Platz ein. Die Heimat winkt, in die Heimat werden wir gewiesen, und die Heimat v e r - s ch l i e ß t s i ch u n s! Ist es indes nur eine einzige und einfache Trez Israel-Frage, die uns beschäftigt und bedrückt? Ts ist ein Komplex von Fragen, die, zusammengefaßt, sich auf drei Punkte konzentrieren: die M a n d a t a r m a ch t an Trez Israels Außentoren, die Araber innerhalb der Mauern; dazu aber die Sorge und der Schmerz um eigene Söhne, die drinnen bauen, und dabei alle Wege zwischen Einst und Jetzt verbauen; am Werke schassen und den Acker bestellen, und dabei geistige Trümmerfelder schaffen und alle Giftpflanzen Europas, dem man den Rücken gekehrt, auf den eigenen Aeckern zur Blüte bringen. wäre es uns gestattet, mit den Augen der Gegenwart alte prophetische Dokumente zu lesen, wir würden in der uns von Iirmejahu aufbewahrten Klage der M u t t c r R a h c l jene drei Sorgcnpunktc erkennen, die dem Mutterauge die heißen Tränen abringen. •D'-rnon '22 vn ynwn 2022 Vip ’fu an erster Stelle; die Klage und der Schmerz um diejenigen aus unserer Mitte, die glauben, am Muttergmbe und an allen anderen Heiligtümern vorbei, unter der Parole o'uo th „Volk gleich Volk und Israel gleich den Völkern" das jüdische nationale Eigenheim aufbauen zu können. '22 In zweiter Reihe weint Mutter Rahel.mit denen, die draußen vor dem Tore harren, an die Pforten klopfen, ohne Einlaß zu finden. 1812' '222 oV'2iK 2'2nnri2i-' 'wieviel weinen und warten '22 v'VMM'wieviel Laufen und Harren und Flehen in den Vorzimmern der Konsulate, im Hangen und Bangen um die Eintrittskarte ins Heim der Mutter. Rm ein ganz neues Wort wurde das vokabularimn unseres Golus bereichert: das Zertifikat. Das Schicksal des Führers: 'Xi2O rrV ,2Bizn pxn ns n*on tüö '2 wurde zum Schicksal seines ganzen Volkes. Auf dem Wege ins Exil —dafür das Dokument im angeführten Kapitel aus Iirmejahu —, fanden die Ausgetriebenen ohne Schwierigkeiten den Weg zum Grabe der Mutter, um dort ihr Leid auszuweincu. Auf dem Wege aus dem C x i I, im Zeitalter des Mandats und des Rationalheimes, tritt Rubels Kindern auf dem Gange zur Mutter der Dämon des Zertifikates in den weg, werden sie vom 222222,2 2222 vnV'der sich wendenden scharfen Klinge unerhörter Verordnungen, zu-- rückgeörängt. '22' Mutter weint! Zuletzt L>'21222« Schließt das Wort das 212» in sich ein, so denkt man unwillkürlich an die künstlich genährte Erbitterung und Erregung unter den

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