Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 74 (1933)
- Issue
- Heft 49 (7.12.1933)
- Date
- 1933-12-07
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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7. Dezember 1933 Der Israelit Nr. 49 Seite 11 Staüonbsiener, der mit einer Eisenftange die kohlen im Dfen aufrührt und dadurch dem petroleuinqualm eoch eine Menge übelriechender Kohlengase boimischt, daß der Personcnzug erst in einer Stunde eintreffen wird. Seine Stimmung wird dadurch nicht besser. Was soll er nur so lange anfangen! Hinaus ins Freie kann er nicht. In den Grt zurück auch nicht. Ist es ihm doch nur mit Mühe und Kot gelungen, bei dieser Finsternis und im strömenden Regen, den 1 Kilometer vom Dorfe entfernten Lahnhof zu erreichen, ohne in den Straßengraben zu fallen. Die Pfützen allerdings hat er ausgemessen. Seine Füße sind naß, seine Kleider und Stiefel über und über beschmutzt. Durch Türen und Fenster fährt der kalte Wind und verleidet ihm das Sitzen auf derstaubigen Bank. Zum Lesen genügt die Beleuchtung nicht. Was bleibt ihm also übrig? Rachdenken, Zurückdenken, Erinnern. Und da kommt er endlich darauf: Cs ist ja Freitagabend, der Abend, den auch er in seiner Kindheit geschätzt, dann in der Fremde im Tafe oder Kino verbracht und über den er hier später aus reinem Widerspruchsgeist gar häufig gespottet hat. Jetzt wird der Freitagabend von ehemals wieder ln ihm lebendig, und er erinnert sich jeder Einzelheit. Alle Erlebnisse treten einzeln vor ihn hin und fragen ihn: „Weißt du noch?" Weißt du noch, Leo, wie deine verstorbene Mutter dich gebenscht hat? Wie dein Vater mit dem Käppchen auf dem Haupt im Lehnstuhl saß uyd das große Thumisch vor sich hatte? Sichst -du noch seine grauen Locken, die unter dem Mützchen hervorquollen? Hörst du noch deine Schwester, die so schön „Iamnseh" sang? Weißt du noch, was der alte Isle so oft erzählte, wenn er mit seiner Frau noch spät „auf eine Minute" herüberkam, von seiner Jugendzeit auf der Fürther Ieschiwa und von seinem Aufenthalt beim Würzburger Raw? Erinnerst du dich noch der Midraschim, die er so schön wiedergab? Schmeckst du noch den Mohnkuchen deiner seligen Mutter, den sie gewöhnlich aufwartete? Siehst du dort am Ofen die gute alte Urschet, die von Zeit zu Zeit hinausgeht und ein Scheit Holz nachlegt? Hundert solcher Erinnerungen kommen ihn:, und schließlich ist die Stunde doch schnell herumgegangen. Der Zug wird gemeldet. Widerwillig greift Leo nach seinem Koffer und geht auf den Bahnsteig. Der junge Beamte, der an der Sperre die Fahrkarte kontrolliert, schaut dem einzigen Reisenden etwas fester ins Gesicht. „Geh' ich recht? List du es, Leo?" Der blickt überrascht auf und erkennt seinen Schulfreund. „Wie kommst du gerade heute hierher?" fragt dieser. Leo hat nicht mehr Zeit zu näheren Erklärungen, und er ist froh; denn heute hat er ein Gefühl, das ihm bisher fast fremd war, — Sckam vor s i ch selbst. (Schluß folgt.) Magisches hebr. Quadralräkfel. 1. Auflösung des Rätsels aus yiv. 46. Die Buchstaben richtig gesetzt, ergeben in den Reihen: 010 hlapl 7j i jnTi l~nTF|Ti x f i j 1. Eine Sidro Einen biblisch. Judenfeind 3. Einen Talmudlehrer 4. Einen Funktionär für 5. Einen Buchstaben 6. Ein Weihefest 7. Ein Thorabuch 8. Ein Fest Die mittleren Buchstaben von oben nach unten gelesen, ergeben ein Freudenfest. Auflösung des hebr. magischen Quadrakräksels aus Ar. 46. D 27 | “I | p Lüge WA Breit UlpN Netz n | 2 □ | n b Hafen nbv Salz anb Brot _ 3) 127 | 2 [ n | v Gefühl D j 27 | H Regen ] gafB7~'| Ül Richtige Lösungen sandten ein: Rafael Fisch, Bratislava: Erich und Fanny Levy, Berlin: Hermann und Adolf Tayer, Frankfurt a. M.: Josef und Salomon Frank, Fulda; Leo und Marianne Sichel, Nürnberg: Rahli Steinberg, Leipzig; Ella Lekus- Elarsns; Jakob Katz, Nürnberg; Esther und Hanna Donath, Frankfurt a. M.; David und Judith Sohlberg, Basel; H. Zach. Darmstädter, Mannheim; Jacqui und Susi Finkel, Arnheim; Hermann Sonneblick, Frankfurt a. M.; Herbert Rosemann, Berlin; I. H. Tempelhof, Köln; Samuel Weiß, Essen: Ruth Mannes, Schwabach: Golda Kraushaar, Reichelsheim; Moritz Feinstein, Darmstadt; Gerda, Josef und Marianne Oppenheimer, Kitzingen; Suse Adler, Bad Kissingen; Eli und Rafael Simon, Mannheim; Alfred Donath, Uverdon; Arthur Nordmann, Basel; Heinz Kaufmann, Tauberbischofsheim; Siegfried und Dina Dreyfuß, Hersfeld; Betty, Edith und Walter S. Strauß, Baden bei Wien; Fränzi Faust, Fürth; Sara Roth, Borken; Manfred Plaut, Bafel; Raftali, Moritz und Siegfried Wagschal, Berlin: Albert Reumann, Enschede: Aron Weichselbaum, Frankfurt a. M.: Edith und Nathan Earlebach, Frankfurt a. M.; E. und Ph. Pfeffer, Dresden; Helene Lidzbarski, Frankfurt a. M.; Ralph Hallemann, Fürth i. 33.; Mirjam Cohen, Friedrichstadt (Eider); Rahel Merkin, Leipzig: David Wilder, Dresden: Heinz Lion, Fürth: Bella Wolf, Frankfurt a. M.; A. Davidsohn, Tilsit, Rahel Fraenkel, Jerusalem. Die Wörter sind so in die Quadrate einzusetzen, daß sie wagerecht wie senkrecht gleichlautend sind, sie bedeuten; 1) Elektrizität 2) Frieden 3) Fest 4) Ein Ehrentitel. 2. Die Wörter sind so in die Quadrate einzusetzen, daß sie wagerecht wie' senkrecht gleichlautend sind, sie bedeuten: 1) Nalur 2) Zwiebel 3) Jüngling. 3. Die Wörter sind so in die Quadrate einzusetzen, daß sie wagerecht wie senkrecht gleichlautend sind, sie bedeuten: 1) Fleischer 2) Fleisch 3) Taub. .1 l v . .u-o ÜllA'jVil Frankfurter Vereivskalevder. Verein Mekor Lhajim. Freitag abend nach Schul im Hörsaal: Mikro-Vortrag, Herr Studienrat Dr. Weger. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal - Dinim, Herr R.A. Dr. E. Posen — nachmittags 3At Stunde vor Mincho im Vereinslokal Tehillim, Herr Rabbiner H. Meyer. — 4 Uhr im Vereinslokal (ebenso Sonntag morg. 8 Uhr) Gemoro, Herr I- Soffer. — abends 8.15 Uhr im Vereinslokale, Herr Dr. M. Lange. Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, as« »n, Herr S. Schachnowitz. Sonntag 9 Uhr im Vereinslokal: Dmas p», Herrn R. A. Dr. Schlesinger. — nachm. 6 Uhr im Vereinslokale Vortrag des Herrn Robb. Dr. M. L. Vamberger, Mainz über „Die Verbote des Antiochus". (Auch sür Damen). Montag morgen nach Schul (auch Donnerstag): Mischna- Mitgliederlernen, — abends 7 Uhr im Vereinslokal(auck) Mittwoch) Gemoro Herr Ch. Jakobowitz. Dienstag (auch Donnerstag) abends 7 Uhr Gmoro, Herr R.-A.Dr. E. Posen. I Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mifchna. Herr R.-A. Dr. E. Posen. — abends 1/o9 Uhr im Vereinslokal, Gemoro, Herr I. Soffer. Jahrzeilsftiftungen. Dienstag, 12. Dezemb: Therese Stern geb. Plant-Stiftung. Mittwoch, 13. Dezember: Sara Weil geb. Adler-Stiftung. Agudas Jisroel-Orlsgruppe. Das Jaumi Sonntags, 1l—12 Uhr, Montag bis Freitag 12 bis 1 Uhr, Samstag 12*/4 Uhr, Herr Soser, im Vereinslokale des Mekor Chastm, Langestr. Liwjakh Chen. Samstag nach Mincho. 4*/4 Uhr, im Hörsaale Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz. „Tamar, ein Capitol der Verheißung." Jüdische Frauenvereinigung und Agudistische Frauen- Ortsgruppe. Am Montag, den 12. Dezember, abends 8.45 Uhr, wird Herr Dr. Theodor Plaut im Hause von Frau S. Löwenthal, Mauerweg 34, den Vortrag üb-r: „Sich satt essen und gesund bleiben mit wenig Geld" fortsetzen. Gäste, Damen willkommen. Agudas Jisroel-Iugendgruppe <£. V. Hilchaus Erez Jisroel: Der Schtur des Herrn Robb. I. Horooitz findet jeden Mauzoe Schabbos eine Stunde nach Nacht in der Wohnung Fichtestr. 5 statt. Gäste willkommen. Erez Jisroel Arbeitsgemeinschaft: Die Arbeitsgemeinschaft des Herrn Dr. S. Ehrmann findet 14 tägig am Mauzoe Schabbos im Heim Schwanenstr. 12 p. statt. Das nächste Mal am 9. Dezember pünktlich um 20.30 Uhr. Gäste herzlichst willkommen. Die Hirsch-Arbeitsgemeinschaft des Herrn Studienrat Max Munk sind et 14 tägig in der Wohnung, Sandweg 3 um 21 Uhr statt. Hebr. Liederkurs: Am Mittwoch abend findet im Heim um 20.30 Uhr ein hebr. Liederztrkel statt. Dieser bezweckt, weitere Kreise mit dem jüdischen Lied sowie den jüdischen Niggunim bekannt zu machen, (für Herren.) Hebräischer Sprachkurs: Jeden Mittwoch und Donnerstagabend. Vorherige Anmeldung bei Adele Rosenheim, Königswarterstr. 11 erbeten. Stenographiekurs: Am Donnerstagabend beginnt der Kurs unter Leitung des Herrn S. Adler. Der Kurs ist für Anfänger und unentgeltlich. Teilnehmer melden sich am ersten Abend an. Nadeln der Agudas Jisroel Jugendorganisation Deutschlands sind durch die A I. Jugendgruppe Ffm., zum Preise von RM. 0.30 zu beziehen. Bei größerer Bestellung ist Voreinsendung der Häljte des Betrages auf Postscheckkonto 42822 erbeten. Hameaged, Nachrichtenblattt der A. I. I. O. ist soeben erschienen. Die Einzelnummer kostet 10 Pfg., bei Abonnement vierteljährlich 45 Pfg. incl. Porto. Beshamidrasch Oslendstraße. Sabbatmittag 12.30 Uhr Midrasch. Sabbatnachmittag 6.15 Uhr „En Iaakauw". V2 Stunde vor Nacht Bortrag. Ortsgruppe Frankfurt a. M. des Jüdischen Frauenbundes. Donnerstag, 14. Dezember, nachm. 4 Uhr. Kinder» Chanukkahfeier unter Leitung von Frl. Irma Dresdner, Königswarterstr. 26, Arnold Lazarushalle. Donnerstag, 28. Dezember, nachm. 4.30 Uhr, Arbeitssitzung, Hans Handwerkstr. 3. Jüdischer Turnecbund E. V. Am Sonntag, den 17. Dezember nachm. 3.30 Uhr in der S. R. Hirsch-Realschule eine Chanukafeier sür unsere Jugendabteilungen. Für Darbietungen und Bewirtung ist bestens gesorgt. — Abends um 8 30 Uhr findet anschließend für unsere Dainen- und Herrenabteilungen ein gemütl. Beisammensein, statt. Gäste sind herzlich willkommen. Jüdische Veratungsskelle für Mrlfchaffshilse. (Frankfurt a. M., Fahrgaffe 146, Hl., Tel. 26976, Postscheckkonto : „Jüdische Nothilfe 1933" Frankfurt a. M. 29990.) Sprechstunden: für Juristen: Dienstag u. Mittwoch von 15—17 Uhr; für Lehrer: Montag und Donnerstag von 16—18 Uhr; für Künstler: Montag bis Freitag non 12 — 13 Uhr: für Ärzte: Montag und Donnerstag von 11^2—13 Uhr; für Kauflsute und alle anderen Berufe: Montag bis Freitag von 15—18 Uhr. Gebetzeitcn. nwi mw Freitag abend 4.00 Samstag narwn 7.00 Samstag morg. 8.00 Samstag nachm. 1.00 u. 4.00 Samstag abend 6.15 Wochengottesdienst: Morgens 7 00 Nachmittags 4.00 Tefillinlegen am Morgen 7.10 Briefkasten. K. W. fs. 100.— für angegebenen Zweck eingegangen. K. W. in W. Wir halten es nicht für empfehlenswert, spezifisch halachischwissenschaftliche Fragen in einem populären Zeitungsorgan deutscher Sprache zu erörtern. Diese Diskussionen gehören in die hebräische Fachpresse.