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Der Israelit · 1933-11-09 · Heft 45 (9.11.1933) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 45 (9.11.1933)
Date
1933-11-09
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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I fc ä am t, 9. November 1933 Frankfurt a. At., den 20. Marcheschwan 5694 Nr. 45 Eio Centralorgan für das «rthodmce Jndentim IlfSSS a YSil fficorünhcf nnn Pphrnrmn In <OTntni »% 1 « Begründet von Dr. Lehmann in Main-. Abannenrent ab Juli 1939: Deutfchlanv 1.39 Mark monatlich: Ausland: Viertel, tallrvreise (enllvreÄsnd dem deutschen Inlandspreis zuzuqlich Kokten des Streifband-Versandes) Deutsch-Österreich: Schilling 8.—; Amerika 1.80 Dollar; England 6 sh.; Frankreich 23Fr.; Belgien Belga5. Holland 2fl.; Italien 18 Lire; Iugoflavien 35 Din.; Litauen 7.50 SU.; Rumänien 180 Lei; Polen.4 deutsche Gold nark zum Tageskurs oder 7 Zloty: Schweiz 6 Fr.; Tschecho-Slowakei 26 Kronen; Ungarn Uenqö 5; Dänemark, Norwegen u. Schweden 5 Kronen. Einzelnummer 30 Pfennige. Im Falle von Streiks und höherer Gewalt keine Verpflichtung zur Rückzahlung von Abonnementsgebühren. g«5 Der Israelit erscheint jeden Donnerstag. Inserate 80 Goldpf. für die stcbengesp alten« Nonpareille-Zeile. Abonnenten zahlen bei Stellengesuchen und Familtenanzetacn nur 10 Pf, Die 78 mm breite Reklamezeile: letzte Textseite 2.— Mk., vorletzte Textsette 880 Mk.; Thiffregebühr in Höhe eines dopp. Fernbriefportos. Rabatt nach Tarif. Bet laufenden Inserataufträgen tarifm. Preiserhöhung jederz. Vorbehalt. Inferatenannahme durch dev Verlag des Israelit G. m. o. Z.,-Frankfurt a. M., Rechneigrabenstraße 7, Tel. Hansa 81084 sow. durch sämtl. Annoncen-Exved. d. In- und Auslands. Alleinige Inseratenann. für Franks. Geschafisanz.: Jul. Schmidt. Ostenditrahe 83 Tel. 48888. Platzvorfchr. ohne Derbtndltchk. Zahlungen direkt an den Verlag auf Postscheckkonto Verlag des Israelit und Hermon G.m.b.H., Frankfurt (Main) Nr. 19303.—Außerdem an: Postsparkasse Wien Nr.79608.—Püftsparlassenamt Budapest Nr. 18434.—Postscheckkonto Varschau Nr. 190787. — Postscheckamt Zürich Nr. VLlI725t. — Postscheckamt Amsterdam Nr.34889 — Postscheckamt Prag Nr. 79.M0 — Rumänische Kreditbank Bukarest und ihre sämtl. Filialen Der Gerichtsstand für alle aus Abonnements oder aus Inseraten stch ergebenden Zahlungsverpflichtungen ist Frankfurt a. M. Die Londoner Hilsskonserenz. Die VOM Joint: Foreign Committee utt6 einigen befreundeten Körperschaften nach London einberufene Konferenz zur Organisation des Hilfswerkes für die deutschen Juden ist programmgemaß nach viertägiger Dauer am letzten Mittwoch Abend geschlossen worden. Zum ersten Male ist es erfreulicherweise gelungen, so ziemlich alle größeren verbände und Gruppen der jüdischen Gesamtheit, soweit ste sich mit der wohlfahrtsarbeit befassen, zu einer gemeinsamen Beratung zu versammeln, weil man von vornherein entschlossen darauf verzichtet harte, irgendwelche jüdisch-politische oder allgemein pclitische Ziele ins Auge zu fassen oder der Rücksicht auf die Propaganda in der jüdischen Gaffe Konzessionen zu machen. So stand <5-ie Konferenz nach dem willen ihrer Linberufer im bewußten Gegensatz zu den nun schon seit Jahrzehnten verfolgten unheilvollen Weltkongreß-Plänen eines Stephen wife, feiner Vorgänger und Rachfolger; ste hatte nicht den Ehrgeiz, Demonstrationen zum Fenster hinaus zu veranstalten, jüdisches Kraftgefühl aufzuputschen oder -eine jüdischpolitische Einheit vorzutäuschen, die nicht existiert. Sie schloß damit aber auch jede Förderung oder Begünstigung der Boykott-Propaganda,. jenes verhängnisvollen politischen Kampfmittels. aus,, das uns leidenschaftlichen Gefühlswallungen-'ohnej,; vernünftige Erwägung der weiteren Konsequenzen die jüdischen Prinzipien ebensosehr kompromittiert wie die wahren jüdischen Interessen. Die Konferenz ist ohne jeden Zwischenfall im Sinne dieses ihres vernünftigen Programms durchgeführt worden. - ' ■ - \ ■' Sie war gut vorbereitet und vorzüglich organisiert, so daß in verhältnismäßig kurzer Zeit viel Arbeit geleistet werden konnte. Reden wurden nur -am Sonntag Vormittag/und Mittwoch Abend in einer Eröffnungs- und Schlußsitzung» dos Plenums der Delegierten gehalten^ während die ganze übrige Zeit der Arbeit der Kommissionen gewidmet war. Abgesehen von dem Büro der; Konferenz, dem die Lösung der organisatorischeU Fragen obläge waren Kommissionen gebildet worden für folgende probleinkreise: "Ansiedlung deutscher Juden in Lrez Israel,- Rnterstützung mittelloser Auswanderer bis zu ihrer produktiviqrung, Seßhastmachung-,-und prodllktivicrung von Auswanderern in anderen Ländern, Hilfe, Berufsumschlchtung und Aufbau in Deutschland selbst, Hilfe für die Angehörigen der akademischen Berufe Ausland, Finanzierungsfragen. Verlag des Israelit und üennon G.m.b.H. Soeben erschien: Licht aus dem Westen Erzählung aus der .Zeit der Ghetto dämmerung von 8. Sch achnowi t z, Preis broschiert RM. 3.—, in gediegenem Leinwandband RM, 4.—. Die Buchausgabe des bei seinem Erscheinen im „Israelit" mit außergewöhnlichem ' Interesse begrüßten -historischen Meisterromanes des Autors liegt nunmehr vor- Sie sollte in keinem jüdischen Hause, in keiner Jugendvereins- oder Schulbibliothek fehlen, denn sie führt Jung und Alt in eine der wichtigen Epochen der jüdischen Geschichte ein und ist geeignet Verehrung und Bewunderung für die großen Meister der jüdischen Lehre in die Herzen der kommenden Generation zu pflanzen. Den Verlag des Werkes für die Länder Österreich, Tschechoslovakei, Jugoslavien und Rumänien haben wir der Agudas Jisroel Jugendgruppe in Bratislava übertragen. Bestellungen aus diesen vier Ländern sind daher ausschließlich an die Agudas Jisroel Jugendgruppe, Bratislava, Postfach HO, zu richten. In allen übrigen Ländern nehmen alle besseren Buchhandlungen Bestellungen entgegen. Der Verlag liefert direkt gegen Voreinsendung des Betrages oder gegen Nachnahme. Verlag des Israeli! und Hermon G.m.D.H. Frankfurt am Main Recfrneigrabenstrasse 7. Postscheckkonto Nr. 19802 Jeder Kommission lag.ein sorgfältig ausgcarbeiteter Berichterstatter-EMÜrf vor, an den sich die reiche Fülle der praktischen Anregungen und der Austausch der Crsghrüngon aus den verschiedenen Ländern anschließen konnte, ohne daß man Gefahr lies, sich ins ijfcrlose zu verlieren. Itzdem wir wegen der Einzelheiten auf den Berichb'im Korrespondenzteil verweisen, möchten wir hier .nstr einige größere Gesichtspunkte hervorheben, die für die deutsche Vosfentlichkoit oder für die orthodoxe Gesamtheit von besonderem Interesse sind. Die Beratungen der Konferenz stützen sich auf die Annahme, das; es gelingen wird, zur Durchführung des,. Hilfswerkes bis zum Frühjahr 1935 mindestens zwei 'Millionen Pfund Sterling bereitzustellen. Es' wir^'.unter den heutigen Umständen ganz gewaltiger Anstrengungen bedürfen, um dieses Ziel zu erreichen, und man sollte die im Rahmen der Konferenz ausgenommene — früher schon auf der agudistischen Konferenz in Brüssel gegebene — Anregung ernstlich ins Auge fassen, die einen prozentualen Steuerzuschlag auf das Steuer- oder Beitragseinkommen aller jüdischen Gemeinden der Welt für die Zwecke des Hilfswerkes vorsteht. Grundsätzlich war man sich darüber einig, daß etwa die Hälfte der verfügbaren Summen dem palästinensischen Siedlnngswcck zu Gunsten der deutschen Juden zuflicßen sollen, wobei das wirtschaftliche Moment unbedingt im Vordergrund stehen und die Förderung kultureller Zwecke zurücktreten muß. Gewisse Gegensätze traten zutage hinsichtlich der Frage, inwieweit die religiösen, kulturellen und sozialen Institutionen der deutschen Iudenheit selbst iN'nerhalb Deutschlands auf finanzielle Stütze größeren Maßstabes Anspruch erheben dürften. Cs gelang den Vertretern der religiösen Iudenheit glücklicherweise, der Auffassung zum Siege zu verhelfen, die an dieser Stelle vor zwei Wochen mit Nachdruck vertreten wurde: daß die Zukunft der großen..Masse der deutschen Juden — bei noch so starker Auswanderung — inDeutfchland liegt, und daß hier vor allem über die Krise hinwcggeholfen werden muß,- die unsre Gemeinden, Schulen, Bildungsanstaltcn und sozialen Einrichtungen bedroht. So sind denn — immer unter der Voraussetzung der Leschaffungsmöglichkeit — für diese Zwecke beträchtliche Summen bewilligt worden, die zunächst bis zum Frühjahr 1-954 den Zusammenbruch des Bestehenden verhüten und die von der Lage gebieterisch geforderten Erweiterungen und Reugrttnöungen ermöglichen sollen. Erwartet wird dabei, daß die deutsche Iudenheit selber in ihrer bisherigen hochgcstcigcricn Aktivität der

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