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Der Israelit · 1933-11-02 · Heft 44 (2.11.1933) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 44 (2.11.1933)
Date
1933-11-02
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 44 Seite 11 2. November 1933 sie -das Grab von Rabbi Jehuda bar Jloi überwölbe. In Safed angelangt, kamen die Notabeln der Stadt uns entgegen und erwiesen unserem Rabbi alle Ehren. Man wies uns ein Haus zur Wohnung an, in dessen Oberstock Rabbi Jossef Karo und auch Rabbi Jizchak Luria ihre Lehrhäuser hatten. Abends versammelten sich die Angesehenen und Gelehrten der Stadt um uns und wir speisten in Weihe und Freude zusammen. Den folgenden Mittwoch verbrachten wir alle mit Thorastudien. Äm Donnerstag erbot sich ein Greis, der sich in der Gegend gut auskannte, uns zu den heiligen Gräbern zu führen. Wir alle nahmen erst ein Tauchbad, um uns für diesen Besuch zu weihen, und zwar in der Mikwoh des Rabbi Luria, wo sich das Wasser durch besondere Kälte auszeichnet. Dann besuchten wir nacheinander die heiligen Gräber, beteten und lernten dort und zündeten Lichter an. Von einem Brunnen, aus dem wir das beste Wasser tranken, das wir je genossen haben, sagte man uns, es sei der Siebenbrunnen von Vater Abraham. Am Grabe von Rabbi Pinchos ben Jair sagte man uns, daß es nicht möglich sei, eine Kuppel über die Grabstätte zu errichten. Jeder, der den Versuch unternahm, starb noch im gleichen Jahre. Unten sei der Boden durchhöhlt, und der unterirdische Gang ziehe sich bis nach Niron, zum Grabe von Rabbi Schimon ben Jochi. Neben den Grabstätten der vielen Tanaim sahen wir auch die Gräber von Rabbi Saadja Gaon, Rabbi Jossef Karo, Alschich, Salomo Alkabaz u. v. a. Äm Purim lasen wir die Megilah im Lehrhause von Rabbi Jossef Karo, in dem sich noch viele Werke und Handschriften von Karo befinden. Wir hielten zwei Tage Purim, weil man im Zweifel ist, ob nicht die Stadtmauer aus den Zeiten von Josua, Sohn Runs herstamme. Freilich lasen wir am Zweiten Tage ohne Veocho. Dann gingen wir nach Miron zum Grabe von Rabbi Schimon ben Jochi. Wir brauchten für den Fußweg von Safed nach Miron drei Stunden. Der Weg ist durch viele Krümmungen über Berg und Tal sehr mühselig. Unterwegs sahen wir unzählige Gräber berühmter Tanaim. Miron selbst ist ein großes Dorf, in dem lauter Jsmaeliten und gar keine Juden wohnen. Das Grab von Rabbi Schimon befindet sich in einem großen Hofe, umgeben von vielen anderen heiligen Gräbern. Auf dem Grabe ist eine Mazewah mit einem Behälter an der Spitze, in dem jede Nacht ein Feuer angezündet wird, das bis Safed sichtbar ist. Reiche Leute pflegten kostbare Gewänder zum Zwecke der Entzündung zu opfern. Im Lehrhause am Grabe lernten wir in tiefster Ergriffenheit aus dem Sohar bis lange nach Mitternacht. Nach zweistündigem Schlafe setzten wir uns wieder mit großem Eifer an unsere Studien und lernten bis der Morgen graute, um mit größter Andacht zu beten. Nach einem kleinen Imbiß wurde das Studium ohne Unterbrechung bis in die tiefe Nacht von Donnerstag hinein fortgesetzt. (Schluß folgt.) Personalien. Berlin, 29. Okt. Herr Kantor H. L e m k y, Berlin, Artilleriestr. 31, begeht am 4. November seinen 8 0. Geburtstag und feiert gleichzeitig das Jubiläum seiner 45jährigen Tätigkeit in der Synagoge Ad aß Israel. Niederstetten, 29. Okt. Vor wenigen Tagen hat Herr Oberlehrer Jsack Oberndörfer mit seiner Familie unsere Gemeinde nach 14jähriger Tätigkeit verlassen, um den wohlverdienten Ruhestand in Frankfurt a. M. zu verbringen. Herr Oberndörfer war Elementarle-hrer, Vorbeter, Vorsitzender des Vorsteheramtes, Gemeinderechner, Rechner des Frauenvereins und Vortragender in den Schiurim. Er ist zu Haufe in allen Räumen des herrlichen Gebäudes unserer Thora und er belehrte seine Gemeinde mit Inbrunst und Begeisterung. Mit vorbildlicher Pünktlichkeit und mit unermüdlichem Eifer erfüllte er seine Pflicht als Lehrer und Vorbeter. Mit größter Genauigkeit führte er die Rechnung der Gemeinde. Dabei sind die Wohltätigkeit, welche er im Verein mit seiner Gattin übt und seine Uneigennützigkeit überragende Kennzeichen seines Charakters. Durch sein glänzendes Vorbild eines streng religiösen Lebenswandels hat Herr Oberlehrer Oberndörfer in unserer Gemeinde jüdisches Leben erhalten und gefördert, denn die einzelnen Gemeindemitglieder waren bestrebt, ihm nachzueifern. Jedes einzelne Gemeindemitglied empfindet den Weggang des' Herrn Oberlehrer Oberndörfer als schweren Verlust für unsere Gemeinde. Die allerbesten Wünsche seiner ihn verehrenden, dankbaren Gemeinde begleiten Herrn Oberlehrer Jsack Oberndörfer und seine Familie nach dem neuen Wohnort. Der Garfdener Raw Garsden. 15. Okt. Garsden bei Memel wurde ihres Oberhauptes, ihres geistigen Vaters beraubt. Diesen Schmerz kann nur der ermessen, der das Wirken dieses Mannes miterlebt hat. Die priesterliche Würde dieses Patriarchen rang Jedem beim ersten Anblick Respekt ab. Sein forschender Blick genügte, um Fehlende ohne weitere Worte zur Pflicht zu mahnen und seinen Reden erweichten die härteste Natur zu Tränen. Welche Freude/in der Memeler Gemeinde, wenn Rebü Schubse zum Srjum-Hagodaul erschien. Es hat sich auch dann der Fernstehendste nicht nehmen lassen, die Tauroh dieses Rabbi zu hören. Zu Riga als Sohn des berühmten Gaon Rebb Mausche Schapiro geboren, lernte er bei seinem Großvater, dem Der I s r a e l i t _ berühmten Rebb Eisil in Slonim und betätigte sich schon im jugendlichen Alter lehrend. Als 22 jährigen sehen wir ihn schon' an der Seite von Rebb Jizchok Elchonon, Rebb Jossef Ber Brisker, Rebb Eli Chajim Meisels, Rebb Naftoli Berlin >"st, bei der einberufenen Rabbinerkonferenz in Petersburg. Wegen seiner Gewandtheit in Din-Tauraus wurde er in allen großen und kleinen Städten Litauens zu Entscheidungen und Schlichtungen berufen. Seine Hauptsorge galt der Talmud Thora. So schickte er immer vierzig seiner Schüler in Jeschiwaus, für deren Unterhalt Rebb Schabfe mit der liebevollen Hilfsbereitschaft der Herren Gebrüder I a w s ch i tz und Waller, Memel, sorgte. Ich erwähne die Namen seiner immer bereitstehender Helfer, da es Rebb Schubse in seinen großangelegten Musfarreden auf der Kanzel in Garsden öfters getan hat. Wer sich ein Bild von jüdischer wahrer Würde machen wollte, brauchte bloß zur Mincho- oder Maariwzeit das Beis-Hamidrosch in Garsden zu betreten. Von zwei Vale-Vatim begleitet, den langen Mantel um die Schultern gehängt, schritt der Rabbi in dieses Heiligtum, wie ein Hohepriester von allen in Ehre und Liebe empfangen. Möge Rabbi Schabfe Ahron Schapiro, der Zeit seines Lebens für Tauroh und Scholaum gearbeitet hat, ein vVv für seine Familie, Gemeinden und Klall Jisroel sein. n"axw A. L. Vermischtes. Hamburg, 29. Okt. Am Sonntag, den 9. Marcheschwan, fand'hier ein Hesped für den Heimgegangenen i>"pix7 n«n psn statt, veranstaltet von dem Verein M e k o r C h a j i m e. V. und der Agudas Jrsroel-Jug e n d g r u p p e Hamburg-Altona. Die Klaussynagoge war gedrängt voll, man sah u. a. fast sämtliche Rabbinen Hamburg-Altonas, die Vertreter der Gemeinden und Verbände. Nach einleitendem Gesang des Herrn Oberkantors Bürger ergriff Herr Rabbiner R a b b i n o w, ein Schüler des verewigten Gaon das Wort zu einer großen Gedenkrede, in der er nicht nur die Person des Chofez Chajim den Hörern vor Augen führte, sondern auch in klaren eindringlichen Worten die gewaltige Bedeutung dieses einzigartigen Menschen für die Gesamtjudenheit schilderte und so uns alle fühlen ließ, was wir an dem mm ym besessen hatten und wie groß unser Verlust ist. Es ist unmöglich, in einem kurzen Bericht all die Gedanken wiederzugeben, die der Redner in mehr als V/> ständiger Rede mit flammender Begeisterung vortrug und die die Zuhörer aufs tiefste ergriffen. Gewiß, der Chofez Chajim hat ein gesegnetes Alter erreicht, aber wenn in heutiger Zeit, in der überall das jüdische. Volk großer Not und Gefahr ausgesetzt ist, ein Zadik von uns geht, dann ist das ein großes Unglück, dann gleicht das jüdische Volk einem Schiff, das in großem Sturm führerlos treibt. Und ein Führer für ganz Jisroel war der bescheidene Greis von Radun, der sich diesen kleinen unscheinbaren Ort zum Wohnsitz gewählt hatte, um hier, aus der Stille heraus zu wirken, den es nicht nach äußeren Ehren gelüstete, der nicht anderes wollte, als das jüdische Volk zur N21PN aufzurusen und würdig zu machen der baldigen Erlösung. Der Redner wandte sich zum Schluß mit einem warmen Appell an alle, die Jeschiwah des Chofez Chajim, die dieser selbst bis nach dem Kriege aus eigenen Mitteln unterhielt, zu stützen und des schrecklichen Elends der russischen Juden nicht zu vergessen und schloß mit einem flammenden Aufruf zur wahren und aufrichtigen Tschuwoh, damit bald die Zeit des Moschiach kommen möge. Mit dem von Oberrabbiner Chajim Brodiv erfaßten El mole Rachamim, vorgetragen durch Oberkantor Bürger, schloß die -eindrucksvolle Gedenkfeier. Hamburg, 1. Nov. Pom Vereine zur Förderung ritueller Speisehäuser in Hamburg werden wir gebeten, mitzuteilen, daß in einer Universitätsstadt (Großstadt) Italiens sich für junge Leute Gelegenheit zum Studium bietet bei billiger ritueller Verköstigung. Näheres Inserat. Breslau, 24. Okt. Veranlaßt durch de Verhältnisse sind in letzter Zeit sine erhebliche Zahl Breslauer Juden nach hinaufgezogen. Unter ihnen befindet sich-der hier allseits verehrte Herr Rabbiner Jrfocher Temer. Während der Jahre seines Breslauer Aufenthaltes hat dieser Talmid Chochem von Rang es verstanden, einen auserlesenen Kreis von Schülern — angesehensten Baalebatim und beste Jugend — um sich zu scharen. Sein geradezu ungewöhnliches mrvpa gepaart mit einer allgemeinen Bildung, machten das Lernen bei Herrn Rabb. Temer zu einem Hochgenuß. So kam es. daß ein großer Kreis Breslauer rrn, Verehrer und Schüler im gastfreien Haufe des Herrn Dr. S. Kober sich vereinigte, um Abschied zu nehmen von Herrn Nabb. Temer. Es war eine selten schöne Feier, bei der anregende rvi und herzliche Worte des Abschieds gewechselt wurden. Viele, viele waren es, die es sich nicht nehmen ließen, bei der Abfahrt am darauffolgenden Montag anwesend zu sein. Möge es Herrn Rabb. Temer vergönnt fein, in Tel- Awiw, wohin er sich zunächst zu seinem Großvater, Rabbi Schaul Silbermann, einem bekannten und hochangesehenev nbegeben hat, sich einen entsprechenden Wirkungskreis zu schaffen. Insbesondere ist zu wünschen, daß die aus Deutschland eingewanderten fca’tn4 recht bald den Weg zu ihm finden mögen. Hamburg. 29. Okt. Unter der Leitung ihres rührigen Vorsitzenden Alexander H e ck f ch e r hat die hiesige Jugendgruppe durch Einrichtung zahlreicher Arbeitsgemeinschaften und Kurse in letzter Zeit viel geleistet. Um nun einmal allen Mitgliedern und Freunden Gelegenheit zu geben, sich gründlich mit allen interessierenden Fragen zu befassen, veranstaltete die Jugendgruppe am Sonntag, dem 2. Marcheschwan, einen Jntensivtag. Dankenswerterweise hatte sich für diesen Tag der Vorsitzende unserer Landessorganisation, Herr Dr. Moses Auerbach, der Jugendgruppe zur Verfügung gestellt, was der Veranstaltung ihr besonderes Gepräge gab. Eingeleitet wurde der Jntensivtag bereits am Schabbos nachmittag durch eine S'udas schlischi-Veranstaltung, auf der Herr Dr. Leo Rothschild einen tiefgründigen Vortrag über den Sinn unserer Gebete hielt. Der Sonntag wurde begonnen mit hinein Schiur aus dem v"n fsn in früher Morgenstunde. Am Nachmittag fanden sich zahlreiche Mitglieder der Jugend- und Mädchengruppe in dem schönen geräumigen Agudaheim ein, um sich mit Herrn Dr. Auerbach über alle sie interessierenden Fragen, besonders hinsichtlich der Stellung der Agudas Jisroel zu Erez Jisroel zu unterhalten. Herr Dr. Auerbach hielt einleitend ein kurzes Referat, in dem er die wichtigsten Gebiete agudistischer Tätigkeit streifte und dem sich eine äußerst rege 2j^ ständige Aussprache anschloß. Am Abend hielt alsdann Herr Dr. Auerbach vor einem großen Auditorium einen Bortrag über das Thema: Agudas Jisroel — Erez Jisroel — Klall Jisroel. Nach einer Schilderung der Aufgabe des jüdischen Menschen, der nicht im Beruf erstarren dürfe, vielmehr diesen nur als Mittel zum Zweck ansehen dürfe, wandte sich Dr. Auerbach dem Erez Jisroel-Problem zu. An Hand von Beispielen zeigte er, wie obwohl ps a-rer rmn wenn auch nur einen der mm ann so doch eine besondere mx» ist/ die Massen, vor allen Dingen die orthodoxen Massen einer größeren Aktion in dieser Richtung erst sehr spät zugängig wurden. Bestrebungen wie die Rabbi Zwi Hirsch Kalischers, der auch einen na7n auf dem rran “in errichten wollte, und dieserhalb mit den Größten seiner Zeit in regem Meinungsaustausch stand und die der P'X 'aain scheiterten letzten Endes am Widerstand bezw. an der Uninteressiertheit der Orthodoxie. So kam es zu dem auf rein nationaler Basis aufgebauten Zionismus Herzls. Erft spät wandte sich die Orthodoxie der Erez Jisroel-Arbeit zu und wenn auch Agudas Jisroel diese Arbeit eigentlich erst in jüngster Zeit intensiv ausgenommen hat, so muß man doch all der großen Männer gedenken, die schon vor Jahrzehnten in stiller Arbeit und unter den größten Schwierigkeiten für die Interessen der Orthodoxie in Erez Jisroel kämpften. Der Misrachi, der von innen heraus versuchen wollte, die zionistische Bewegung zu majorisieren, muhte scheitern. G'tt und sein Gesetz sind unabhängig von Mehrheitsbeschlüssen und können diesen niemals ausgeliefert werden. Wenn es aber auch nicht zu vermeiden sein wird, daß gerade drüben Kämpfe in geistiger Hinsicht geführt werden, sollen wir uns doch des großen Beispiels eines Hillels und Schammais eingedenk fein, die trotz größter Gegensätzlichkeit in halachischen Dingen, persönlich in steter Freundschaft lebten. Nur dann dürfen wir einen Menschen bekämpfen, wenn wir nicht ihn meinen, sondern lediglich die durch ihn vertretene Sache, geistige Kämpfe dürfen niemals zu persönlichen Kämpfen ausarten. Auf die heutige Zeit kommend, warnte dann Dr.' Auerbach davor, sich einseitig auf die Erez Jisroel-Arbeit zu werfen. Solange es nicht möglich ist, alle Juden nach Erez Jisroel zu bringen und man kann zurzeit nicht einmal alle deutschen Juden hinüberbringen, so lange darf mau die Golah nicht vergessen, muh man all diejenigen stützen, die weiterhin in den Ländern des Golus leben müssen und schließlich müssen wir stets daran denken, daß wir auch in Erez Jisroel im Golus leben, solange der Moschiach nicht gekommen ist. Darum gilt es, unsere Arbeit zu teilen, zu sorgen für Erez Jisroel, aber auch die Golah nicht zu vernachlässigen. Die Ausführungen wurden mit großem Beifall ausgenommen. Nachdem Dr. Auerbach noch in einem kurzen Schlußwort einige ihm von Oberrabbiner Dr. Carlebach, Altona gestellten Fragen beantwortet hatte, schloß der Vorsitzende der Jugendgruppe die Veranstaltung. S. Tel-Awiw, 25. Okt. Der bekannte frühere Herausgeber des „Doar Hajom", Jtame ben Awi, der es als Lebensaufgabe betrachtet, durch Anwendung der lateinischen Buchstaben aus die hebräische Sprache zur Popularisierung des Hebräischen beizutrctgen, kündigt die Herausgabe einer hebräischen Wochenschrift in lateinischer Schrift unter dem Namen „Deror" (Freiheit) an. Sie wird politischen, literarischen und wirtschaftlichen Inhalt haben und illustriert sein. Jeder Nummer soll ein Unterrichtsbrief für Hebräisch und ein solcher für Arabisch, beides in lateinischen Buchstaben, beigegeben sein. Jtame ben Awi ist dabei auf die originelle Idee gekommen, das lateinische Alphabet sei eigentlich in Wirklichkeit die althebräische Schrift, die in Palästina vor Esra in Gebrauch gewesen sei. Er nimmt also für seine Reform den Charakter einer Wiederherst-ellung der althebräischen Schrift in Anspruch. Daß es viele Gelehrte geben wird, die ihm Glauben schenken oder daß die ganze Reform überhaupt auch in jüdischen Kreisen irgend welchen Anklang finden wird, glauben wir nicht. In diesem Jahre bleibt der Betrieb des Taunus- Sanatoriums Dr. Goldschmidt, Bad Homburg (Leit. Arzt Dr. Leibowitz) auch im Winter aufrecht erhalten, um dem Wunsche weiter Kreise nachzukommen, das ganze Jahr hindurch ein jüdisches, rituell geführtes, streng klinisch geleitete Haus aufsuchen zu können. (Siehe Inserat.)

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