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Der Israelit · 1933-10-19 · Heft 42 (19.10.1933) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 42 (19.10.1933)
Date
1933-10-19
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Der Israelit Nr. 42 Seite 11 19. Oktober 1933 und Abschaffung verschiedener Mißbräuche". Der P o - lrzeidirektion ging daraus von der ihr Vorgesetzten Behörde der Auftrag zu, „im Sinne des Zeitgeistes und nach den liberalen Grundsätzen der Regierung Bayerns" zu verfügen. Gegen das Vermuten der Beschwerdeführer las nun der Schulklopfer im Beisein eines Polizei beamten und Polizeisoldaten den Befehl der Polizeidirektion öffentlich vor, „daß es künftig keinem verheurateten Juden mehr erlaubt sein sollte, sich an den Halbfeiertagen — Chol hammoed — den Bart ab nehmen zu lassen, noch am Sabbat mit Stiefeln, rundem oder Jägerhut, Gamaschen oder Pantoffeln in der Synagoge zu erscheinen, so bestehe seit undenklichen Zeiten der Brauch in Bamberg." Die beteiligten „Individuen", die sich durch die bisher wiederholt erfolgte Bestrafung von 2 Thalern nicht einschüchtern ließen, erhielten eine beglaubigte Abschrift der Polizeioerordnung. Hierauf wendeten sie sich von neuem an die allerhöchste Stelle. Auch die Vorsteher der Judenschaft, die durch den Trotz der „Neumodischen" verärgert waren, welche immer noch in der „anstößigen Kleidung" in der Synagoge erschienen, ließen sich nicht zum Nachgeben bewegen, und erstatteten auch ihrerseits Bericht der Landesregie- ' rung. „Von den 39 Familien in Bamberg hatten 28 schriftlich zugesagt, daß „sie sich von dem Brauche nicht entfernen wollten", nur 4 erdreisteten sich, die Ruhe des G'ttesdienstes und den Frieden in der Gemeinde zu stören. Der Katholik geht auch in der größten Sonnenhitze, beim stärksten Regen mit den öffentlichen Prozessionen, ohne sein Haupt zu bedecken; der evangelische Glaubensgenosse nähert sich nur in schwarzer Kleidung dem heiligen Abendmahle. Beide finden es unanständig, in der Kirche mit bedecktem Haupte zu erscheinen. Wenn es nun einem superklugen Protestanten einfiele, mit einer bunten Jacke, Pelzhaube, Schlafmütze und Stiefeln zum Tische des Herrn oder einem katholischen Helldenker mit bedecktem Haupte in der Kirche oder mit Prozessionen zu laufen könnte es wohl auffallen, wenn man einen solchen Unbescheidenen vielleicht auf eine weniger sanfte Weise in die Schranken der Ordnung zurückweisen würde? — Und warum soll es bei den jüdischen Glaubensgenossen anders sein?" Die königliche Stadtpolizeidirektion erließ nachfolgende Verfügung: „Die Polizeidirektion habe so wenig zu gestatten, daß der Oberrabbiner sich mehr als seine Religionssatzungen ihm eir.räumen, anmaße; aber auch eben so wenig zuzugeben, daß die Synagoge in ihren von der Wahrheit anerkannten und herkömmlichen Gebräuchen gestört und die Achtung, welche jeder g'ttesdienstlichen Versammlung auch rücksichtlich ihres eingeführten Ritus in allen Beziehungen gebührt, nicht durch einzelne Jndivduen beeinträchtigt wurde, denen es, wenn sie difsentieren wollten, unbenommen sei, sich davon auszuschließen, die ungestraft es jedoch nicht versuchen dürsten, den von der Kirchengesellschaft angenommenen und vom Staate tolerierten Grundsätzen durch anstößige Handlungen zu begegnen." -- Ob nun Ruhe durch Polizeiaufsicht eintrat, läßt sich kaum erwarten. Eine Propagandanummer des Warschauer «Jiddischen Togblaktes". Die Propaganda gehörte bislang nicht zu den stärksten Seiten des orthodoxen Judentums. Polen mit seinen geietzestreuen breiten Massen, seinen gesetzestreuen Arbeitern, seiner starken thoratreuen Jugendbewegung und seiner orthodoxen Frauenbewegung (Beth- Jakow) weiß sich heute auch der modernsten Propagandamittel vortrefflich zu bedienen. Das Organ des orthodoxen Judentums in Polen, das einzige orthodoxe Tageblatt, „Das Jüdische Tvgblatt" in Warschau, erreicht in seinem politischen wie belletristischen Teile, nicht minder im Nachrichtendienste ein Niveau, das auch dem Nichtorthodoxen, ja sogar dem Gegner der Orthodoxie höchste Achtung abringt. Ein rühriger Redaktionsstab setzt sich aus tüchtigen erfahrenen Männern in der jüdischen Oeffentlichkeit und im Zeitungsfache zusammen. Besonders hervorgehoben zu werden verdient die Berichterstattung aus Erez Jisroel, die stets über das Neueste und Wichtigste im alten wie im neuen Jischuw die Leser informiert. Dieser Tage ist eine P r o p a g a n d a n u m m e r von 39 Seiten erschienen, in der sich fast alle gefetzesireuen jüdischen Namen von Ruf und Bedeutung in Ost und West ein Rendezvous geben. Alle aktuellen Fragen des jüdischen Lebens kommen unter verschiedenen Gesichtspunkten zur Sprache und eine Fülle von feuilleloniftischen Beiträgen umgeben das Ganze wie ein duftender Blumengarten. Hier spiegeln sich Kraft und Arbeit und Aufopferung für die jüdische Sache wider, in einem Maße und in einer Form, wie man sie im neuzeitlichen östlichen Judentum noch nicht erlebt hat. Auch dem Westjuden wird diese umfangreiche Sanunelnummer viel bieten. Sie ist zu beziehen bei der Redaktion „Das Jüdische Togblatt", Warschau, Leszno 40. Verantwortlich für den allgemeinen Teil und das Feuilletor <3. Schack nowitz, Frankfurt a. M.; Inserate i. B.: S. S ch ach - nowitz, ebenda. — Für die pädagogische Beilage: Lehrer L. Kaufmann, in Sprendlingen (Kr. Offenbach). — Verlaß oesSsraelit und Hermon G. m. b. H., Frankfurt a. M. — Druü SEaSStrJu: 5 Hermon Druckerei, Frankfurt a. M> SiS; jtSJ- Sprechsaal. Älädchenfürsorge. Geehrte.Redaktion! Ueberall ist die Rot groß, leider wird das noch nicht von allen genügend eingesehen. Kommt man u. a. einmal nach Zürich und wirst einen Blick in das Flüchtlingsheim, steht man, was für arme würdige Leute da Hilfe suchen. Jeden von uns kann dieses bittere Los treffen. Sehr schlimm ist es mit den Mädchen, für die am wenigsten gesorgt wird. Jedes sucht sich einen Unterschlupf und möchte eine ihm angemessene Tätigkeit entfalten. Wo wird das geboten? Ja, wir haben jüdische Institutionen, Kinderheime, Altersheime, auch Krankenhäuser, aber da heißt es gewöhnlich: „Wir muffen gelernte Leute haben." Schon oft hatten wir im Leben den Beweis, daß Praxis vor Theorie geht und man sollte nützliche Kräfte heranziehen, wo. man sie findet, besonders wenn es einheimische Kräfte sind, die mit den lokalen Verhältnissen und der Eigenart der Menschen vertraut sind. ' B. R. in R. (Bemerkung der Redaktion: Es geht nicht klar hervor, ob die verehrte Einsenderin Berufsangestellte wie Krankenschwestern, Kindergärtnerinnen usw. meint oder freiwillige Helferinnen. Im ersteren Falle kann naturgemäß nur fachlich ausgebildetes Personal in Betracht kommen, im letzteren Fall wird es stets eine Frage des Bedarfes fein. Daß sonst für jüdische alleinstehende Mädchen, die draußen ihren Erwerb suchen müssen, mittels geeigneter Institutionen wie Stellenvermittlung, Mädchenheime, Beratungsstellen besser gesorgt werden muß, darüber sind wir uns wohl alle einig.) Personalien. Einführung des neuen Rabbiners. Halbersiadk, 15. Okt. Am Schabbos o’nx: fand in unserer festlich erleuchteten Synagoge die Amtseinführung des einstimmig zum Rabbiner gewählten Herrn Rabbiner Hirsch Auerbach statt. Mit ihm besteigt zum vierten Male ein Nachkomme des großen im den Rabbinatsfitz unserer Gemeinde. Der 1. Vorsteher, Herr Bankier Silberberg, gab in innigen, tief bewegten Worten der Bedeutung der Stunde Ausdruck. Er gedachte zunächst des großen, Heimgegangenen Vaters r'xr, der mit glühendem Eifer, unermüdlich kraftvoller Energie, innigster Liebe für das Wohl der Gemeinde und des gesamten gesetzestreuen Judentums gewirkt hat. Anknüpfend an die Worte der Sidroh 'Mi "p&* 'w ni,i ow!» •jbnn xin 'ri richtete Herr Silberberg an Herrn Rabbiner Auerbach die Bitte, das patriarchalische Erbe zu verwalten, der Gemeinde, insbesondere der Jugend, ein Führer zu sein. Herr Rabbiner Auerbach betrat hierauf in ehrfurchtsvoller Scheu mit den Worten "m bv die feit l1/, Jahren verwaiste Kanzel, dankte der Gemeinde für das entgegengebrachte Vertrauen, erflehte im rror feiner großen Ahnen Kraft und Stärke zur Erfüllung seiner Aufgabe. In längerer, schöner und formvollendeter Rede entwickelte Herr Rabbiner Auerbach das Programm feiner künftigen Tätigkeit. In der richtigen Erkenntnis der zeitgemäßen Erfordernisse skizzierte er die dringenden Ausgaben der Gegenwart. Doppelt und dreifach gilt heute in der Zeit des ökonomischen Chaos, der seelischen und wirtschaftlichen Rot das Wort unserer Weisen x>m nmra sei stark in dem Erkennen der Aufgabe, f»K ann» bleibe fest in der Ueberwindung der Hindernisse; denn leben bedeutet: das Zeitliche mit Ueberrrdischem erfüllen. Eindringlich ermahnte Herr Rabbiner Auerbach zum festen Zusammenhalten. Das Band der Zusammengehörigkeit muß uns heute fester denn je umschlingen. In unserer thoratreuen Gemeinschaft liegt die Wurzel unserer Kraft. Sie weckt Vertrauen, läßt den Weg aus Verirrung und Verwirrung wiederfinden, führt zu lichten Höhen, schützt vor Verzweiflung. — Die Feier war umrahmt von Gesängen des unter Leitung des Oberkantors Berliner stehenden Synagogenchors. L. Nottingham, 4. Okt. Die hiesige Lokalpresse feiert eine führende Persönlichkeit der hiesigen jüdischen Gemeinde, Mrs. Carry Weinberg, die Witwe des unvergeßlichen Mr. Meir Weinberg anläßlich ihres Geburtstags in überaus warmen, anerkennenden Artikeln. Mrs. Weinberg, die alle menschlichen und jüdischen Tugenden mit einer feinen, künstlerischen Kultur vereint, entfaltet seit Jahren eine weitreichende Tätigkeit auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege und der Volkspädagogik. Insbesondere hat sie in Nottingham eine Wohlfahrtsgesellschaft gegründet, die überaus segensreich wirkt, sowie den jüdischen Mädchenklub, der eine erfolgreiche Erziehungstätigkeit an den jungen Mädchen aus allen Kreisen der Bevölkerung entfaltet. Mrs. Weinberg wirkt feit Jahren als Friedensrichterin und repräsentiert die jüdische Gemeinschaft auch in dieser Hinsicht aufs würdigste in der staatlichen null gesellschaftlichen' Oefsentlichkeit. Aurich (Ostfriesl.), 10. Okt. Am wsia beging in seltener Frische des Geistes und Körpers Fräulein Minna Wallheimer von hier ihren 7 0. Geburtstag. Die Jubilarin ist feit mehr denn 40 Jahren 1. Vorsitzende des hiesigen Mädchenvereins avaiy traVn und hat darin Segensreiches geschaffen, weshalb ihr auch vor zwei Jahren in Anerkennung ihrer Verdienste eine Ehrenurkunde überreicht wurde. In allen Wohlfahrtsangelogenheiten steht sie an erster Stelle. Ihre selbstlose, sich für lan vib'va aufopfernde Tätigkeit, ihr bescheidenes und vornehmes Wesen haben ihr die Sympathie nicht nur unserer Gemeinde, sondern auch weiter Kreise außerhalb derselben gesichert. •;w D’-wsi nsn 15 Vermischtes. Berlin, 11. Okt. Der Städtische Nachrichtendienst der Stadt Berlin' veröffentlicht ein längeres Communique, das sich gegen die Absicht der Jüdischen Gemeinde in Berlin wendet, den seit 1874 bestehenden großen jüdischen Friedhof in Weißensee um 17 Hektar zu erweitern. Der Plan sei zwar von dem Palizeivizepräsidenten Weiß im Jahre 1929 genehmigt worden, widerspreche jedoch aufs stärkste den Interessen der Stadtgemeinde Weißensee, so daß die erteilte Genehmigung widerrufen werden müsse. Es wird behauptet, die Jüdische Gemeinde habe das Gelände seinerzeit mit der ausdrücklichen Auflage erworben, es binnen 50 Jahren nicht zu Begräbniszwecken zu verwerten. Diese Tatsache sei dem Polizeivizepräsidenten bei der seinerzeitigen Genehmigung nicht bekannt gewesen. Berlin, 15. Okt. Die Leitung des Kulturbundes Deutscher Juden, Berlin, hat die bekannte jüdische Buchhandlung Kedem, Berlin-Charlottenburg, Dahlmannstraße 8, beauftragt, sich im Nahmen des Kulturbundes für das jüdische Buch einzusetzen und daher eine ständige Buch- Ausstellung bei sämtlichen Veranstaltungen dieses Bundes zu arrangieren. Die genannte Buchhandlung wird in dieser Buch-Ausstellung die wichtigsten Erscheinungen der jüdischen Literatur auf allen Gebieten zur Schau bringen. Sie bereitet auch einen umfangreichen Katalog vor/ der alle jüdischen Publikationen der letzten Jahre enthalten wird. Hamburg. 8. Okt. In der Agudas Jisroel-Frauengruppe Hamburg-Altona finden im Winterhalbjahr 1933/34 folgende regelmäßige Veranstaltungen statt: 1. Geschichtskursus: Herr B. S. Jacobson spricht „Vom Schicksal und Werk unseres Volkes im Mittelalter". Wöchentlich, Mauzoe Schabbos 20.30 Uhr, Hallerstr. 45. Beginn 21. Okt. ds. Js. 2. Arbeitsgemeinschaft: Chumesch mit Erklärern (für Fortgeschrittene) Montag, 19.15 bis 20.30 Uhr. Klosterallee 28, p. bei Frau Dr. Heckscher. 3. Chumesch-Kurs I.: Dienstag von 17—18 Uhr bei Frl. Helene Flörsheim, Parkallee 15. 4. Chumesch-Kursus II: Dienstag Abend von 20.30—22 Uhr bei Frau Jenny Vaer, Hansastr. 63. 5. Lesegemeinschaft l: Lektüre moderner Schriften jüdischen Inhalts. 14tagig. Beginn: Montag, den 23. Oktober Hallerstr. 45. Leitung Frau Betty Weingarten. 6. Lesegemeinschaft II: Nach Vereinbarung. 7. Einführungskursus für Nenhebräisch: Sonntag vorm. 10.30—12 Uhr. Leitung: Frl. Helene Flörsheim, Parkallee 15. Beginn: 22. Okt. 8. Nenhebräisch für Fortgeschrittene: Nach Vereinbarung. 9. Englische Konversation und Hebungen: In Gemeinschaft der Mädchengruppe. Zeit nach Vereinbarung. Leitung Frau Violet Weinberger, Hallerstr. 45. 10. Uebungen in englischer Umgangssprache: Nach Vereinbarung. 11. Handarbeitszirkel: Dienstag, 16.30—18.30 Uhr Kielortallee 16. Leitung: Frau Adele Hirsch. — Die in gemeinsamer Tätigkeit hergestellten Handarbeiten werden einmal jährlich ausgestellt und verlost, bezw. verkauft. Der. Erlös fließt wohltätigen Zwecken zu. 12. Nähnachmittag: Anfertigung von Kindergarderoben. Wäsche, Wollsachen usw. unter sachkundiger Leitung. (Frau Clara Jacobson und Frau Emma Polack) Dienstag 16—17.30 Uhr, Hallerstr. 45. 13. Gymnastik: Für Frauen, Mädchen und Kinder zu ermäßigten Honorarsätzen für die Gruppe. Leitung und Anmeldung bei Frl. Klara Neustadt, Werderstr. 43. Die Arbeit der „Pfundhilse" ist inzwischen ununterbrochen fortgesetzt worden. Sie ist notwendiger als je, und wir bitten alle Mitglieder und Freunde, sie nach besten .Kräften zu unterützen. — Im Laufe des Winters werde wir uns einmal monatlich in unserem Heim zu geselligem Beisammensein einsinden. Presse-Referate und Berichte über jüdische Angelegenheiten geben jeweils das Thma für die Aussprache des Abends.'Die erste Zusammenkunft, am Dienstag, den 7. November, abends 20.15 Uhr Hallerstr. 45 werden wir mit der diesjährigen General-Versammlung verbinden. in deren Mittelpunkt ein Referat von Frl. Studienrätin Lilli Freimann stehen soll. Leipzig, 5. Okt. Die „Leipziger Neueste Nachrichten" vom 5. Oktober berichten: „Der jüdische Privatlehrer Jakob Jakobowitz war von der Polizei überrascht worden, als er mit seiner Frau Hühner schachtete. Es handelte sich ohne weiteres um einen Nitnalschlachtakt, denn Jakobowitz hatte besondere Sicherungsmaßnahmen gegen Ueberraschungen getroffen, und als er gleichwohl von der Polizei überrumpelt wurde, hatte er ein Käppchen auf und warf schleunigst das Messer fort. ' Er hatte den Tieren ohne Betäubung die Luftröhren durchschnitten und erst nach dein Ausbluten den Kopf völlig vom Rumpfe entfernt. Jetzt hatte sich Jakobowitz mit seiner Frau vor dem Leipziger Amtsgericht 'wogen Vorgehens gegen 8 1 Abs. 1 dos Reichsgosetzes über das Schlachten von Tieren vom 21. 4. 33 zu verantworten. Er bestritt, daß es sich um eine rituelle Schächtung gehandelt habe, es fei nur feinem Ungeschick zuzuschreibön, wenn er einmal einen Hühnerkopf nicht gleich völlig abgeschlagen habe. Die Beweisaufnahme führte allerdings zu einem anderen Ergebnis. Das Gericht war der Meinung, daß ein außerordentlich grober Verstoß vorliege und ging deshalb auch weit über die Mindeststrafe hinaus. Im Sinne der Anklage wurde Jakobowitz zu vier Monaten Gefängnis verurteilt, seine Frau kam mit 50 Mark Geldstrafe davon."

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