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Der Israelit · 1933-10-04 · Heft 40-41 (4.10.1933) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 40-41 (4.10.1933)
Date
1933-10-04
Page
– (sequence 19)
Language
German
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4. Oktober 1933 Der Israelit Nr. 40/41 Seite 19 den die Dbstbäume Ihren reichen Segen, nachdem schon früher die Felder ihren Ertrag abgeliefert haben. Und dann kornmt auch das Fest der Freude und des Dankes, das herrliche Sukkosfest. Cs könnte auch das Fest der Erfüllung genannt werden! Bringt es doch Seelenruhe den am heiligen Iomkippur zurückgekehrten Sündern, Lohn den fleißigen Bebauern des Lodens und wenigstens einen Vorgeschmack der künftigen Erlösung den G'ttesfürchtigen, die zu dieser Zeit die alljährliche Vorlesung der Thora vollenden, des G'ttesgesetzes, das die finstersten Goluswege erleuchtet. Und auch den Kindern erfüllt das Fest manchen kindlichen Wunsch. So rechnete der elfjährige Lli schon Wochen vor Sukkos darauf, daß fein lieber Vater an einem der Zwischentage morgens auf dem Heimwege von der Synagoge zu ihm sprechen werde: - „Kind, du bist jeden Tag so pünktlich zu Slichos gegangen; nun werden wir heute nach dem Mittagessen einen schönen Spaziergang machen." „So pünktlich zu den Slichos!" — Viele Jahre später, als der Vater schon zum ewigen Frieden eingegangen und der Sohn längst zum Manne gereift war, dachte dieser noch mit tiefer Rührung daran, wie jener in den Slichostagen an jedem Morgen leise in das Zimmer vor des Knaben Bett getreten war und geflüstert hatte: „Kind, mein Lieber, mein Guter, es ist Zeit," besorgt, das Bübchen ja nicht zu jäh aus dem Schlafe zu wecken. Dabei hatte sich der Knabe manchmal absichtlich schlafend gestellt, um die Kosenamen zu hören, die der gütige Vater ihm in seiner unendlichen Liebe ins Dhc lispelte. Also ging es eines Tages nach dem Mittagessen fort aus dem Städtchen in eines der Dörfer der Umgebung, wo befreundete jüdische Familien wohnten. Rach einer genußreichen Wanderung durch Gärten, Wiesen und Baumfelder wurde am frühen Rachmittag das Ziel erreicht. „Wir brauchen gar nicht tief ins Dorf zu gehen, denn Salme, den wir heute aufsuchen wollen, wohnt in einem der ersten Häuschen," sprach der Vater. „Warum gehn wir gerade zu Salme?" fragte Eli. „Weil du die Wundersukkoh sehen sollst," war die Antwort. „Die Wundersukkoh? Was ist das?" „Du brauchst dich nur ein paar Minuten zu gedulden. Dann wirst du schon sehen, welche Ucberraschungen es dort gibt." Der Knabe war nicht wenig gespannt. Cr kannte wohl Salme als einen alten Händler, der oft an Markttagen die Eltern besuchte, stundenlang auf dem „Kanapee" ausruhtc und dann am Rachmillagskaffee teilnahm, aber nicht als Wunde r m a n n. Was mochte der Vater da wohl meinen? Man betrat Salmes Grundstück durch den Hintergarten, der an den Hof grenzte. Dieser wurde links von der Scheune, rechts vom Stall und vorn vom Wohnhaus umgeben. An diesem lehnte eine aus allerhand alten Brettern kunstlos gezimmerte türlose Lude. „Was ist das?" fragte (Eli. „Schau einmal nach oben, da wirst du's schon merken." „Ach, die Sukkoh," ries der Knabe, der erst jetzt einige belaubte Zweige bemerkte, die über die schief gegen die Hauswand ansteigende Decke emporragten. Die Hinterwand war etwas erhöht, damit das Laub nicht abgleiten konnte. Schon wollte sich Eli darüber wundern, daß die „Wundersukkoh" so wenig Wundervolles aufwies, als aus der Hintertür des Hauses ein alter Mann kam. Ls war Salme, der seine Gäste mit herzlichem „Scholaum alechem" begrüßte und sie einlud, mit in die Sukkoh zu kommen. Man trat in einen engen Hausflur, von dem aus eine schmale Tür unmittelbar in die Hütte führte. Als Salme sie öffnete, blieb Lli vor Staunen wortlos stehen. Seine Augen weiteten sich, und seine Blicke wanderten von den Wänden zur Decke und von ihr wieder zu den Wänden. Das Laub war vollkommen gleichmäßig verteilt. Ganz kunstvoll verschlungene Hagebuttenketten liefen in parallelen Reihen den Wänden entlang, und zwischen ihnen hingen die letzten Rosen des Jahres, die mit ihrem Duft den kleinen Raum erfüllten, nebst vielen vergoldeten und versilberten Rüssen an langen Fäden. Die Mitte zierte die Schabboslampe, umgeben von einem „Mögen Dowid." Die Wände waren mit bunten Tüchern ausgeschlagen, die sicher ein ehrwürdiges Alter besaßen und an die Farbenpracht des Morgenlandes erinnerten. Hin den Tisch standen einige Stühle und ein bequemer Lehnsessel. „Das ist wirklich fein," entfuhr es den Lippen des erstaunten Knaben, der infolge der wenig verheißenden Außenseite sich nicht viel von der „Wunderhütte" versprochen hatte. Salme schmunzelte. Ec griff seitwärts und verschob, ohne von seinem Platze aufzustehen, unter der Wandverkleidung eine unsichtbare Klappe. Aus dem so geöffneten Cckschränkchcn holte er eine Flasche Likör, Gläser und Zigarren hervor. „Das ist für die Großen," rief er lachend dem Kinde zu. Dann griff er etwas tiefer nach unten in den Eckschrank und entnahm einem zweiten Fache Gebäck und eine Flasche mit Birnenmost. „Das ist für den Kleinen." „Daß du nur aber ja nichts übrig läßt," fuhr er fort, indem er mit dem Finger scherzhaft drohte. Eli war beglückt. Durch den Spaziergang bäte er Durst bekommen, und den süßen Most ließ er sich köstlich schmecken, indes die Männer sich unterhielten und behaglich Rauchwolken zur Decke sandten. Endlich fragte der Vater: „Aber wo ist denn Ihre Frau?" Als Antwort erschien sie gerade in der Tür. 2luf dem freundlichen Gesicht ein liebes Lächeln und in den fleißigen, ausgearbeiteten Händen ein Tablett mit Kaffee und frischem Obstkuchen. Die Gäste ließen sich nicht lang nötigen, und die gastfreundlichen Eheleute freuten sich darüber. Und als die gute Frau sah, daß öee Knabe etwas verlogen seine Hände anschaute, die von der geleisteten 2lrbcit etwas klebrig geworden waren, schob sie an der zweiten Ecke die auch schräg verlaufende Wandverkleidung zurück. Es zeigte sich dahinter ein zinnernes Gicßfäßchcn, wie man cs früher in jedem Hause zu Retilas Iodajim benutzte, und ein weißes Handtuch. „Wieder ein Wunder," sagte der Knabe, und alle lachten. Moschiach ist da. sAus dem Aufsatz einer Neunjährigen.) Der kleine Fritz sah zum ersten Mal, wie Lulos geschüttelt wurde. Er dachte, es wäre schön und nahm sich vor, es den Großen nachzumachen. Nach dem Kidusch schlüpfte er ins Badezimmer und nahm das Lulof aus dem Wasser. Weil er es aber nicht abgeschüttelt hatte, fielen die Wassertropfen auf die Erde. Da meinte er. es weinte und fragte mitleidig: „Warum weinst du?" Das Lulof gab aber keine Antwort. Als Fritz nachts im Bette lag, sah er im Traume einen Mann vor sich stehen. Voll Angst wollte Fritz davonlaufen, aber der Mann hielt ihn zurück, indem er sagte: „Rufe deine Eltern!" Fritz tat es. Als die Eltern da waren, fing der Fremde mit tiefer Stimme zu reden an: „Ich bin Moschiach und habe Euch nur geprüft. Ihr habt die Probe bestanden. So prüfe ich alle Juden, ob es Zeit ist, daß ich komme!" Freudig baten ihn die Eltern, das Frühstück mit ihnen einzunehmen. Da willigte Moschiach gerne ein und so atzen sie zusammen. Dann ging Moschiach weiter und prüfte die anderen Inden. Fritzens Eltern aber packten schon ihre Sachen, denn Moschiach hatte ihnen gesagt, daß alle Juden die Probe bestanden hatten. Da fuhren sie alle noch Jerusalem und dort baute Moschiach den drillen Tempel und das Volk jubelte und weinte vor Freude. Ina Hirschberg (9 Jahre alt). H@MiX LebenSver$icherung^ge$ellschaf PHÖNIX in Wien gegr. 1882. Vertragsgesellschaft der Agudas Jisroel Weltorganisation Versicherungsbestand 1,7 Milliarden Goldmark Zweitgrößte private Lebensversicherwags- Gesellschaft des europäischen Kontinents Arbeitsgebiet 19 Staaten ein bedeutsamer Risikoausgleich! Dhekiloa für das Deutsche Reich: München, Giselasir. 21, Berlin W 9 Hermann Goringstr. 2/3 Adler-Apotheke Inh. Hermann &ussbaum Trierische Gasse 16 Anfertigung sämtl. Kassenrezepte Tel. 25262 Kostenloser Eilbotendienst I I Dgcpn pal. gesell. Rasiercreme ohne Messer® gebrauchsfertig, seit 20 Jahren Im Gebrauch, entfernt den stärksten Bart in wenigen Minuten. Preis per große Tube Mk. 1.25 Nach Einsendung von 50 Pfg. erhalten Sie Probetube. Günstige Bedingungen für Händler. Patent-Rasiercreme Fabrik,Hamburg 13 Koopstrasse 28 Postscheckkonto 4969 Die modisch gekleidete Dame kauft ihre Stoffe im SEI DEN-PA RA Dl ES IINNNNIIMIINNINN»>U»UM»NM»IIIIIIIMNINNNNNNNNI»NMNNNINNNINNNINIIIIIINIIIM»UN»»I»NIIIM«I!N>MII»»II»»IIII Frankfurt a. 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