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Der Israelit · 1933-10-04 · Heft 40-41 (4.10.1933) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 40-41 (4.10.1933)
Date
1933-10-04
Page
– (sequence 13)
Language
German
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^usV^cff un<f JLet>e Olluslrierte Beilage zum„3sraelif Hachscharah. Hachscharah tffc eines der Morte) die bk neue Zeit. Her jüdischen Jugend gebracht hat. Cs bedeutet Umstellung und Umschichtung, innere Umwandlung, eine Konzentration der körperlichen und geistigen Kräfte auf die Bodenkultur) zumeist aber Vordere itllng fär E r e z Israel. Mar bis dahin die Hachscharah ein Monopol der Zionisten, so hat mit der Entstehung und Entwicklung der „Agudas Iisroel" der H a ch sch a rah gedanke auch in den gesetzestreuen und streng orthodoxen Kreisen starken realen Loden gefunden. Auf der anderen Seite hat die Idee der Landstedlung (stehe Groß-Gaglow) auch unter den sog. liberalen Juden, die der Orthodoxie so fern stehen wie dem Zionismus) ihre Annehmer gefunden. So entstanden Versuchsfarmen für Gartenbau und Landwirtschaft allenthalben, in Oft und in West, die, so verschieden sie in ihrer Struktur sind, doch das eine Mel haben, den jüdischen jungen Menschen aus der Großstadt heraus für die Landwirtschaft zu gewinnen. Einige dieser Versuche mögen hier in Wort und Bild gezeigt werden. i. Line Hachscharah der Agud a s Iisroel in Homburg. ■ An der Grenze zwischen Gonzenheim und Homburg, wo sichdas weltbekannte Dr. G o l d s ch in i d t' <s ch e Taunuss-a n a t o r i u m aus dem lieblichen Grün zwischen Gärten und Wiesen hervorstreckt, hat die Frankfurter Agudaj u g e n d eine kleine Versuchsfarm ausgemacht, die wenn auch noch in den Anfangsstadien, doch schon ihre Früchte zeigt, zunächst an den jungen Menschen selbst, die, aus dem akademischen Leben oder von der Ieschiwah kommend, hier mit der Mutter Erde schon ganz verwachsen scheinen, Man kann die jungen Leute schon in aller Frühe bei.der Arbeit antreffen, wie sie bei der langsam steigenden Sonne die Blumenbeete begießen, mit dem Spaten tief und wuchtig in den Boden graben, die Obstbäume betreuen, die Hecken beschneiden, den Wie¬ Auf der Hachscharahfarm der Frankfurter Agudagruppe bei Homburg v v. H. Die Chawerim bet der Arbeit. Groß Gaglow, ein Gärtnerhaus. sengrund von den letzten grünen Resten säubern und ihn in Ackerland umgraben. Ganze Reihen von bunten Blumen, Geranien und Astern zeugen von licbcvollster pflege. Mit Stolz zeigen sie auf die große .Strecke schwarzer Erde, die sie unter Leitung eines ausgebildetcn Gärtners für die kommenden Wintersaaten urbar gemacht werden. Es ist hier in den wenigen Wochen bereits gute fleißige Arbeit geleistet worden. Die großen unbebauten Flächen sowie die ausgedehnten Zier- und Rutzanlagen im Garten des Sanatoriums bieten ihnen die Möglichkeit, alle Gartenbauarbeitcn von Grund auf kennen zu lernen. Sie müssen Wege anlegen und unterhalten; sie lernen jäten, Beete anlegen, dann Gemüse säen und aus dem Saatstand pflanzen. Ls werden Aeste beschnitten und Rasen gemäht, Mistbeete angelegt, Komposthausen gesetzt. Auch haben die jungen Leute die gesamte Baumkultur gründlich zu erlernen. Reber die getane Arbeit wird genau Protokoll geführt, und in den theoretischen Stunden wiederholt der Gärtner noch einmal alles, begründet und erklär,. Reben den Gartenbauarbeitcn ist in einem benachbarten Betriebe den Thaluzim Gelegenheit geboten, das Melken, Tränken der Kälber, Füttern, Statt säubern usw. zu erlernen. DreEhaluzim stehen morgens um Y* 6 Uhr auf, um nach dem Beten und Frühstücken 7 Uhr die Arbeit zu beginnen. In der Mittagspause wird nach dem Essen D i n i m gelernt, abends lernen sic Mischna und Gmoro. Zweimal in der Woche gibts Hebräischen Sprachkurs, einmal einen Diskussionsabend. Schabbos wird außerdem die S i d r a mit Rasch i und, wenn technisch möglich, Tnach (die Haftoroh) gelernt. Alle natürlichen Schwierigkeiten und Widerstände werden mit der Kraft der Jugend und der Hoffnung aus eine bessere Zukunft aus dem Boden der Väter leicht überwunden. Cs herrscht Mut und Frohsinn in dieser kleinen grünen duftigen Welt. Das Leben ist einfach, zweckmäßig und ländlich. Drei Mädchen, von gleichen Idealen beseelt, die neben den sechs jungen Männern in Feld und Garten arbeiten, führen den „Haushalt". Reben dem Raume für die Arbeitsgeräte gibt es ein Wohn- und Speisezimmer, in dem ein Tisch mit treu« einfachen Gedecken noch gerade Platz hat. Im anschließenden „Schlafsaal" stehen sechs Feldbetten *\ '-l FF' 'Sr

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