Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1933-10-04 · Heft 40-41 (4.10.1933) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 40-41 (4.10.1933)
Date
1933-10-04
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2450756-2450795--79922-2537722
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Der Israelit Seite 10 Nr. 40/41 4. Oktober 1933 klärung über die Geheimorganisation Brith Habirjonim. der der Beschuldigte angehwrte. Danach wurde der Brith Habirjonim im November 1931 zu dem Zwecke gegründet, unter der Bevölkerung Unzufriedenheit über die Handhabung der Boden- und Einwanderungsprobleme durch die Regierung zu verbreiten und eine Kampagne gegen die Teilnahme der Juden an der Volkszählung in Palästina einzuleiten. Aus diese Propaganda sei die Aichtbeteiligung von 5020 Personen an der Volkszählung zurückzuführen. Mit dem Mord an Dr. Arloseroff, erklärte Jevin, habe der Brith Habirjonim nichts zu tun. Auch glaube er nicht, daß Stavsky Mitglied des Bundes war, obwohl er sich an der Entfernung einer Flagge vom deutschen Konsulat beteiligt hat. Nachdem der Verteidiger Dr. Cohen den von der Polizei geführten Zeugen eingehend befragt hatte, wurde die Verhandlung aus den 3. Oktober vertagt. Aussagen Jevins über den Brith Habirjonim waren schon in einem früheren Statium der .Untersuchung von Inspektor Shitrit wiedergegeben worden. Inspektor Shitrit berichtete damals über die Verhaftung Jevins, der ihm gegenüber zugegeben habe, dem Brith Habirjonim anzugehören. Doch habe Jevin erklärt, das; diese Vereinigung keine aufrührerischen Ziele verfolge. Sie sei von ihm. Achi Meir und Lichter zur Zeit der Volkszählung begründet worden, um Propaganda gegen die Teilnahme der Juden an der Zählung zu treiben. Terroristische Alte seien von der Gruppe nicht verübt worden. Die revisionistische Partei habe die Bildung des Bundes nicht genehmigt, sondern nur von seiner Existenz Kenntnis gehabt. Sprechsaal. Geehrte Redaktion! Sie berichten in der letzten Nummer Ihrer Zeitung, baß das Rabbinat der Israelitischen Religionsgesellschaft zu den hier vorgenonuncnen Betäubungsversuchen nicht zugezogen worden sei. Wir gestatten istis, hierzu zu bemerken. daß Herr Rabbiner Dr. Hoffmann persönlich den Vorsitzenden der traditionell-gesetzestreuen Rabbinervereinigung, Herrn Rabbiner Dr. Unna, veranlaßt hat, das Rabbinat der Religionsgesellschast einzuladen. Herr Rabbiner Dr. Unna hatte anläßlich seiner Anwesenheit hier mehreren Herren gegenüber bestätigt, daß die Einladung abgesandt sei. Auf nochinalige schriftliche Anfrage erklärt Herr Rabbiner Dr. Unna in seinem Brief vom 24. September wörtlich: „Ich habe am Sonntag (10. September) nachdem ich Ihren Eilbrief erhalten hatte, im Namen unserer Rabbinervereinigung an das Rabbinat der Israelitischen Religionsgesellschast, zu Händen des Herrn Rabbiners Jos. Horovitz, Fichterstaße, geschrieben und unter Angabe von Zeit und Ort der Vorführung formell eingeladen." Sie sehen daraus, daß sowohl bei unserem Rabbinat, sowie auch bei dein Vorsitzenden der Rabbinervereinigung der Wunsch bestand, das Rabbinat der Israelitischen Religionsgesellschast zuzuziehen. Ueber den Verbleib des Brieses ist den Beteiligten nichts bekannt geworden. Wir dürfen Sie bitten, aus Gründen der Gerechtigkeit Ihren Lesern von diesem Vorgang Kenntnis zu geben. Mit vorzüglicher Hochachtung Ritualkommission der Israelitischen Gemeinde E. Gothein Willy Mainz (Wie wir auf Anfrage hören, ist das Schreiben nicht angekommen, muß also verloren gegangen sein. Red.). Vermischtes. Berlin, 29. September. Die Eröffnung des Wintersemesters am R a b b i n e r - S e in ir.at findet s. G. w. am Dienstag, den 34. Oktober, 17 Uhr, statt, die Aufnahmeprüfung vormittags 9 Uhr. Gesuche um Ausnahme sind unter Beifügung des Lebenslaufes und der Zeugnisse über die Vorbildung und religiöse Lebensführung an den derzeitigen Vorsitzenden des Dozentenko'.ligiums, Dr. Moses Auerbach Artilleriestraße 31, zu richten. Hamburg, 3. Oktober. Die Firma B. Harlsb e r g Hamburg teilt uns mit, daß, dem Wunsche vieler Interessenten entsprechend, die direkte Fahrt Hamburg-Haifa mit D. Espana statt am 18. Oktober nunmehr erst am 8. November stattfinden wird. Anmeldungen werden bis Mitte Oktober bei den bekannten Büros erbeten. Wien, 2. Oktober. Das Wintersemester 5694 der Veth Jakob-Le hrerinnenbildnngs an st alt i n Wi e n beginnt am 15. Oktober. Die feierliche Eröffnung findet Montag nachmittag, um 6 Uhr, im Schulhause statt. Beginn des normalen Unterrichts Dienstag den 17. Oktober. Barcelona, 26. September. Hier ist, wie bereits früher gemeldet, ein orthodoxes Minjan entstanden, dem eine Sefer Thora fehlt. Kleine Gemeinden in Deutschland. die noch eine Seser-Thora besitzen und nicht mehr verwenden können, werden gebeten, für das neue Minjan in Spanien das Sefer zur Verfügung zu stellen und es gegebenenfalls der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums e. V., Frankfurt a. M., Rechneigrabenstraße 10, zur Weitersendung zu übergeben. Personalien. Darmstadt, 1, Ott. Seit einigem Wochen bangten wir um das teure Leben von Mirjam Lebermann, der Tochter des weitbekannten, verehrten Jakob Lebermann; am 1. Selichaustag hauchte sie chre reine Seele aus. Mir ihr ist ein edles Wesen dahingegangen, das verstand, das Leid anderer, durch tiefes Mitgefühl zu mildern. Wie sie zu Haufe jederzeit ihrer Mutter als hilfreiche Tochter zur Seite stand, so bewies sie als Lehrerin nicht nur echtes, warmes Interesse für die geistige Entwicklung, sondern auch für die einzelnen Sorgen der ihr anvertrauten Jugend. Durch ihre Bescheidenheit und ihr liebevolles Wesen hatte sie sich alle Herzen gewonnen. Aber ihr höchstes Ziel sah sie darin, in echt jüdischem Geiste zu lehren, und ihr Ideal war, ihr jüdisches Wissen immer mehr zu bereichern. So schied sie von uns, trotz jungen Jahren ein frühvollendetes Leben. Möge n"apn der schwergeprüften Mutter in ihrem herben Leid von Seiner nsm. zuteil werden lassen. Dirstern, 29. Sept. Tiefe - Trauer kam über unsere Gemeinde durch den Heimgang ihres allgemein verehrten und beliebten H. Heß I In einem unübersehbaren Zuge ergriffener Freunde aus allen Kreisen der Bevölkerung wurde er Mittwoch zur letzten Heimstätte geleitet. Dort schilderte Herr Prov.-Rabb. Dr. Grade n w i tz , Hanau in eindrucksvoller Rede den herrlichen, lauteren Charakter dieses seltenen Menschen. Dann widmete Herr Lehrer Levi dem scheidenden Freunde innige Worte des Abschieds. Mögen seine unzähligen Verdienste, von denen in diesen Tagen so viel in Dankbarkeit gesprochen wurde, seinen Kindern und Enkeln beistehen. Möge er auch ein '■> sein für seine geliebte Khillo. -rraxjn Groß-Zimmern. 3. Oft. Herr Lehrer Meier Spier feiert kommenden v'vxna rav s. G. w. das 50 jährige Amts- und Ortsjubiläum in der Israelitischen Kultusgemeinde Groß-Zimmern. Ein halbes Jahrhundert ist es her, daß Lehrer Spier als junger Kandidat, gerade vom Kölner Seminar entlassen, im jugendlichen Alter von 18 Jahren das Amt eines geistigen Führers unserer Gemeinde übernommen hat. Er verstand es, die Traditionen, die er in seinem Elternhause in frühester Jugend empfangen hatte, nicht nur zu bewahren, sondern auch sie aus unsere Gemeindemitglieder zu übertragen. Er war in dieser Zeit der warunserer Gemeinde gewesen, der in Leid und Freud die Herzen unserer Gemeindemitglieder für das Wort G'ttes und die Vorschriften der heiligen Thora empfänglich zu machen wußte. Sein Haus, in dem ihm eins gleichgesinnte Frau als na» nry zur Seite steh, in dem seine Kinder im Geiste des überlieferten Judentums unserer Gemeinde als Vorbild dienen, ist auch heute noch Mittelpunkt nicht nur unserer engeren Kehilloh, sondern auch weiter Kreise des hessischen Judentums. " m» dwvxi nx» w Die Woche. hefped auf den Chofez Chajim in der Agnda. Die hiesigen Agudagruppen veranstalteten am Mittwoch abend, 28. September, eine Trauerkundgebung fiir den Chofez Chajim. Die Gedenkrede hielt B. Rachelsohn, der in großangelegtem Referate aus Cinzelzügen seiner Lebens- und Lehrweise ein Charakterbild des großen Lehrers zeichnete. Er schilderte, wie Chofez Chajim sich gerade mit Vorliebe den Gebieten der rabbinschen Literatur und des religiösen Lebens widmete, dis wohl allbekannt, aber am wenigsten beachtet waren. Einige Episoden aus seinem Leben ließen die in unserer Zeit unerreichte Lauterkeit und menschliche Größe des Heimgegangenen Rabbi deutlich hervortreten. Der Hesped war zugleich ein Mussarvortrag und, an das Muster eines geweihten Lebens anknüpfend, eine würdige Vorbereitung für den Jomkippur. Verein Mekor Chajim C. V., Frankfurt a. 21?. Wir veröffentlichen an anderer Stelle unser r-n-v Programm. Unser x^ixapVin-Lernen findet, wie alljährlich, Dienstag abend 8,30 Uhr in unserem Vereinslokal, Hans Handwerkstraße 18 statt. Mit Rücksicht auf die Zeitverhältnlsfe ist der Teilnehmerbetrag auf nur RM. —.50 festgesetzt worden. Gäste herzlich willkommen. Am Simchas Tauroh veranstalten wir auch in diesem Jahre unseren v»2vri-G'ttesdienst mit mmn zu dem wir Mitglieder und Gäste höflichft einladen. Das Gebet beginnt um 6 Uhr früh im Vereinslokal. Es ist vorgesehen, jeden Teilnehmer aufzurufen. Mit Schabbos jrsm-a beginnt unser Winterlehrplan. Näheres Programm wird an anderer Stelle veröffentlicht. Im Rahmen unseres Mnterprogrammes haben wir einen neuen Ln'^wn-Kurs ausgenommen, der jeweils Schabbos nachmittag % Stunde vor Mincho unter Leitung des Herrn Rabbiner Hermann Meyer stattfindet. Der ^'Nv'-Kurs des Herrn Dr. Marcus Lange wird gleichfalls demnächst wieder ausgenommen und wird Noch Näheres bekannt gegeben. Die Sukkauswoche im Verein Mekor Chajim E. V. 1. Tag (Donnerstag): Nach Schluß der Synagoge im Hörsaal Jahrzeits-Stiftungslernen Emanuel Landau-Stiftung, Nathan Homburger-Stlftung, nachmittags 1 Stunde vor Nacht im Hörfaal „Im Schatten der naiv," Herr Rabbiner Dr. Jof. Breuer, »".iw N2v nach Schul, Dinim Herr R.-A. Dr. Posen; nachmittags 4 Uhr im Bereinslokal: impn) nmnn nxiv Herr Julius Lewin, nachmittags im Anschluß an nmv im Hörfaal r-i!>n - Herr Dozent Julius Ehrentreu. S-o n n ta g »»mn nachmittags 6 Uhr im Vereinslokal: „Der Tag der Weiden" Herr Rabbiner H. Meyer. Dienstag abend Beginn 8.30 Uhr abends im Vereinslokal: xm xnnpir,-Lernen (Unkostenbeitraa Mk. 0.50.) nun nrwv vormittags 6 Uhr im Vereinslokal "nvv^v mit N11NN nx'->p (Es ist vorgesehen, jeden Teilnehmer anfzurusen.) Agudas Jisroel-Iugendgruppe. In den letzten Jahren haben die Simchas Tauroh- Veranstaltungen der Agudoh steigenden Anklang gefunden, so daß die Gruppe auch dieses Mal Mitglieder und Freunde herzlichst einlädt zur Teilnahme um Minjan mit Hakofaus am Simchas Tauroh in der Schwanenstraße 12, um 6.15 Uhr früh. — Allen Teilnehmern ist eine Alijoh gesichert. Am. Nachmittag findet eine öffentliche Veranstaltung nicht statt. Im kommenden Wintersemester findet unser Singkreis wieder statt. Jungens melden sich an bei: I. Auerbach, Sandweg 46 (bei Diamant). Mädels bei Paula Rosner, Thüringerstraße 55. Zeit: Sonntag abend 6 Uhr nach Schul im Heim. Unser Erez-Jisroel-Kreis (Hanar Agudosi) wird mit Beginn des Wintersemesters seine Arbeit neu aufnehmen. Im Interesse einer gedeihlichen Arbeit soll der Kreis jedoch nur Teilnehmer umfassen, die die Absicht haben, in absehbarer Zeit nach Crez Jisroel zu gehen oder eine Hachscharah zu besuchen. Meldungen sind sofort an Markus Königsbuch, Ostendstraße 15 zu pichten. Erich Töplitz *?"T* In den Tagen nach Jom Kippur ging Erich T ö p - litz in jungen Jahren von uns und wurde um Dienstag, den 3. Oktober, auf dem neuen Friedhof der Israelitischen Gemeinde unter großer Beteiligung zur letzten Ruhe gebettet. Ein Mann von großen Gaben, betätigte er sich aus kunsthistorischem Gebiete mit größtem Erfolge. Lange Jahre war er Kustos der Gesellschaft zur Erforsch u n g \ üdischer Kunstdenkmäler und leitete ihre Belange mit Aufopferung, Liebe und Kunstsinn, die ihm die Achtung aller einbrachten. Sohr oft sahen wir ihn auch als Leiter von Schulaufftöllungen in der, S. R. Hirsch-Schule; wie er, obwohl von Haus aus weniger vertraut mit dem positiven Judentum, doch in Frankfurt gefühlsmäßig immer Beziehungen zu den religiösen Kreisen suchte. Töplitz galt als ausgezeichneter Kenner seines Faches und als anerkannter Vertreter der jüdischen Museumskunde. In einem großen Freundeskreise wird sein Name tets mit großer Achtung ausgesprochen werden. Der Wandkalender der Israelitischen Waisenanskalt. Von dem schönen Wandkalender, der hier vor kurzem besprochen wurde, besitzt die Israelitische Waienanstalt noch eine Anzahl von Exemplaren, die Interessenten gegen Vergütung der Selbstkosten gerne zur Verfügung stehen. Wie wir hören, werden in nächstes Zeit viele Familien ihre Wohnungen aufgeben, um sich entweder im Auslande oder im Inlande niederzulassen. Es wird für ’ie besonders wichtig sein, daß ihr Hab und Gut auf orgfältigste Weise an den neuen Bestimmungsort beordert wird. Sie sollten daher besonders darauf bedacht sin, eine durchaus zuverlässige und leistungsfähige Speditionsfirma damit zu betrauen. Wenden Sie sich an Herrn-Paul M. Aron, Frankfurt a. M., Rückertäraße 4 4, welcher Ihnen durch feine Verbindungen mit den besten Firmen der Branche, Ihren Umzug, fei es in der Stadt, im Inlande, im Auslande oder in Uebersee (Palästina, Nord- und Südamerika usw.) am zuverlässigsten und zugleich am preiswertesten vermittelt. Auch jede gewünschte Auskunft und Offerte wird unverbindlich erteilt. (Siehe Inserat.) Familiennachrichten. Geburten: Eine Tochter, Moritz Katzenstein und Frau Sidie geb. Strauß, Berlin N. W 21, 29. 9. 1933. — Eine Tochter, Ludwig Wahrhaftig und Frau Hannah geb. Landau, Darmstadt, Liebigstr. 30. B armiz w oh: Heinrich, Sohn des Herrn Aron Stark-Kostmann, Uhlandstr. 50 p. v'vxia nav, Veth Hamidrasch, Nechneigrabenitr. 121. Verlobte: Leo Teitelbaum, Hannover mit Rosa Engelmeyer, Stuttgart, 11. Tischri 5694. Geburtstag: S. Pollack, Marktbreit, September 1933, 78 Jahre. — Frau Therese Pollack geb. Bein, Marktbreit, September. 1933, 76 Jahre.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.