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Der Israelit · 1933-09-20 · Heft 38 (20.9.1933) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 38 (20.9.1933)
Date
1933-09-20
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 38 Gcitc 9 Töchter, die mit angesehenen Gelehrten verheiratet sind. Der älteste Schwiegersohn, früherer Rabbiner in Mi-, chalisk, wohnt in Erez Israel, der zweite Schwiegersohn, Rabbi Mendel Sack, wirkt als Rasch Jeschiwoh in Radin. Unter seinen Enkeln und Urenkeln befinden sich Rabbiner und vielversprechende Thorajünger. . Trauerkundgebungen finden im ganzen Lande statt. Trauertag und Arbeitsruhe in Palästina. Jerusalem, 18. Sept. Die ITA. meldet aus Jerusalem,' Der 17. September, der Tag der Beerdigung des Ehvfez Ehajim, wurde von den O b e rr ab b.i n ern Ku k und Duschinsky als Trauertag proklamiert. Es wurde allgemeine Arbeitseinstellung verkündet und die Verrichtung besonderer Trauergebete in allen Synagogen angeordnet. Rein Cherem auf deutsche Waren. Warschau., 17. Sept. Der „Verbanü polnischer Rabbiner" mar von verschiedenen einflußreichen Seiten ersucht worden, im Einklang mit dem Vorgehen eines der amerikanischen Rabbinerverbände ebenfalls ein religiöses Verbot gegen den Handel mit Deutschland zu erlassen, um auf diese Weise eine Wiederherstellung der Rechte der deutschen Juden zu erzwingen. Dieser Idee sind jedoch hervorragende Mitglieder des Rabbinerverbandes, insbesondere der Präsident des Rabbinifchen Rates der Agudas I ls r o el, , Rabbi, Ehajim Ojer Grodzenski in Wilna, mit Nachdruck entgegengetreten, so daß die Verkündung des Verbotes, die . am nächsten Sonntag erfolgen sollte, unterbleibt. In. der glei-- chen Angelegenheit weilte im Aufträge der deutschen Landesorganisation der „Agudas Jisroel" Herr Rabbiner Dr. M. Hildesheimer aus Berlin gestern und vorgestern in Warschau und bemühte sich, der Warschauer Gemeindeverwaltung und dem Rabbinat die Unzweckmäßigkeit der. Boykottpropaganda nachzuweisen. (Siehe hierzu unsren vorwöchentlichen Artikel: „Mißbrauch religiöser Formen zu politischen Zwecken." Red.). Rutzland. Antireligiöse Kampagne in Sowjetrußland anläßlich der jüdischen Feiertage. . ‘ Moskau, 13. Sept. Der oberste Rat der Handwerker-Kooperative für die Sowjetunion hat beschlossen, anläßlich der bevorstehenden hohen jüdischen Feiertage eine umfangreiche antireligiöse Kampagne üürchzuführen. Es sollen in diesen Tagen überall Handwerkerversammlungen veranstaltet werden, in denen Fragen der Verbesserung der technischen Produktion und der gewerblichen Kooperative besprochen sowie der Kampf gegen das „religiöse und chauvinistische Gift" proklamiert werden sollen. Am ersten Tag des jüdischen Neujahrsfestes sollen die Versammlungen in den einzelnen Ortschaften beginnen, ihnen sollen Kresversamnllungen und Delegiertenversämmlungen für ganze Republiken folgen: Diesö' sind für den Versöhnüngskag angesetzt, Die Tageszeitung „Emeß" bemerkt hierzu, daß' sich die ehemaligen jüdischen, religiösen Funktionäre mehr als jemals unter die' Handwerker und Mitglieder'der Pro-i duktivgenossenschaften mengen. Man müsse daher die Zehntausende jüdischer Handwerker und Genossenschafts-- Mitglieder über das wahre Wesen dieser Leute aufklären. In Moskau steht, die Durchführung der antireligiösen Kampagne anläßlich er jüdischen Feiertage unter der unmittelbaren Lenkung, des städtischen Komitees der kommunistischen Partei/ . Es wurde ein. Programm aufgestellt, demzufolge in allen Betrieben mit eine.r größeren Zahl jüdischer ‘ Arbeiter., antireligiöse, Vortrage?und Diskussionen zunächst für jede Belegschaft besonders und sodann in allgemeinen Betriebsversammlungen abgehalten werden sollen. Gleichzeitig wird eine großzügige antireligiöse Propaganda von Mann zu Mann durchgeführt. An den Tagen der hohen jüdischen Feste werden Exkursionen ins antireligiöse Museum veranstaltet. In sämtlichen zehn Bezirken der Stadt werden 'Massenfeiern mit antireligiösem Programm abgehalten. Zu Köl Nidre sind Massenversammlungen in'den beiden größten Sälen der Stadt vorgesehen. ' Ferner soll für die massenhafte Verbreitung einer besonderen 'antireligiösen'Proklamation und antireligiöser. Literatur gesorgt werden. England. Die Palästina-Cinwanderungsquote für das nächste Halbjahr. London, 15. Sept. Am 15. September sprachen die Mitglieder der Exekutive der , Iewish Agency, Prof. S. Brodetzki, Ben Gurion und I. Grünbaum im Ü/olonial Office vor und erörterten in einer zweistündigen Unterredung die vom letzten Zionistenkongreß erhobenen Forderungen betreffend die Einwanderung nach Palästina. Die Vertreter der Jewish Agency haben bei dieser Gelegenheit, wie die ITA. erfährt, nachdrücklich die Genehmigung der von der Jewish Agency angeforderten Ausgabe von 24 700 Arb e i te re i nwand erun gszertifi - taten für das kommende Halbjahr verlangt. Jüdische Auswanderer aus Deutschland in England. London, 11. Sept. Vor kurzem wurden von einem Londoner Polizeigericht drei Juden aus Deutschland zu je drei Monaten Gefängnis und > nachfolgender Landesverweisung verurteilt, weil sie ohne formelle Einwanderungserlauünis nach England gekommen waren. Gegen dieses Urteil wurde nunmehr Berufung eingelegt. Der Präsident des Jewish Board os Deputies, Neville Las k l, und der Präsident der Anglo-Jewish Association, Leonard G. Montef i o r e, haben die Bürgschaft für die verurteilten Flüchtlinge übernommen. Neville Laski gab die Erklärung ab. daß kein jüdischer Flüchtling aus Deutschland der öffentlichen Wohlfahrt zur Last fallen würde. Die jüdischen Einwanderer würden selbst für ihren Unterhalt sorgen und die jüdischen Organisationen übernähmen hierfür volle Garantie. Palästina. Jüdische Vertreter bei der Trauerfeier für Rönig Feisal in Haifa.; Haifa, 14. Sept. Am 14. September traf mit dem britischen Kriegsschiff Despatch der Leichnam des vor kurzem in Bern verstorbenen Königs vom Irak Feisal in Haifa ein. Durch die schwarzbeflaggten Straßen wurde der Sarg zum Flugplatz gebracht, um mittels Aeroplan nach Bagdad überführt zu werden, wo am 15. September das Begräbnis stattsindet. An der offiziellen Trauerfeier in Haifa Nahmen High Commission er Sir Arthur W am chope -und Vertreter aller Behörden teil. Von jüdischen Körperschaften waren die Jewish Agency, der Waad Lenmi, die Agudath Iisrael und die Jüdische Gemeinde Haifa vertreten. Gute Saison in Safed. Safed, 10. Sept. 'Die Werbeaktion für das obere Galiläa hat insofern güte Früchte getragen, als die Zahl der Sommerfrischler, Ausflügler und Kurgäste in 'Safed und Umgegend dieses Jahr sehr stark' zü genommen hat. .'Alle Hotels , und Gasthöfe wareü'voll' besetzt." Nun sind mit'Sommerende die Straßen von Safed wieder verödet. Von einem definitiv e'n, Ausbau der Stadt, einer größeren' Ansieölung und'einer richtigen Ausnutzung ihrer vielfachen Möglichkeiten ist noch wenig zu spüren. Die Sefardische Gemeinde in Safed hat Rabbi Josef David Antebi zum Chacham und Oberrabbiner der Sefardlmgemeinde gewählt. Chacham Anteln ist. ein Safedee Kind und lebte seit dem Weltkrieg im Exil in Beirut. Nun darf er als geistiges Oberhaupt in seine Heimatgemeinde einziehen. Deutsche Juden in Erez Israel. Jerusalem, 10. Sept. Die Aktion zur Ansiedlung der deutschen Juden wird mit 'großer Energie betrieben. An Versammlungen, Beratungen, Appellen, Bekanntmachungen und Plänen fehlt es gerade nicht. Wenn es mit der effektiven Versorgung der Leute langsam geht, so liegt das an den vielen Schwierigkeiten, die auf dem Wege einer großzügigen produktiven Hilfe sich türmen und wegzuschaffen sind. Im Büro für die'Deutschlandhilfe in Jerusalem melden sich 'täglich etwa 40—50 Olim (das Wort „Flüchtlinge" wird Hier nicht gebraucht) mit der Bitte um Arbeitsvermittlung. Nur wenige unter ihnen besitzen ein Vermögen von über tausend Pfund, die meisten sind aber 20. September,1933 _. _Der Israelit Der Chofez Ehajim hinterließ zwei Söhne und zwei Berufsarbeiter oder im Besitze einer akademischen Bildung. In der ersten Gruppe von Bauarbeitern, die diese Woche in Jerusalem ihre Arbeit antrat, sind zwei Facharbeter und sechs ungelernte Arbeiter. Als Schlosser, Schreiner und Anstreicher betätigen sich in Jerusalem vierzig deutsche Juden. Groß ist die Zahl der Rechtsanwälte und Aerzte, die sich auf einfache manuelle Arbeit umstellten oder umstellen wollen. Nach den offiziellen Daten befinden sich zur Zeit in Jerusalem annähernd 1000 Olim aus Deutschland. Die Mehrzahl weilt aber in Tel-Awiw, wo auch die Zentrale für Arbeitsvermittlung in den Kolonien ihren Sitz hat. Unter den zahlreichen jungen Mädchen, die aus Deutschland gekommen sind, haben die meisten, soweit Jerusalem in Betracht kommt, Anstellungen in Haushaltungen erhalten, andere ernähren sich als Schneiderinnen, Putzmacherinnen usw. Anstellungen in Handelsgeschäften und Büros erhielten nur solche, die die Landessprachen (Englisch und Hebräisch) beherrschen. Aus diesem Grunde ist der Zulaus der jungen Männer und Mädchen aus Deutschland zu den Hebräischen Kursen, die hier in ausreichendem Maße und unentgeltlich geleitet werden,.sehr groß. - Drei Gruppen deutscher Einwanderer begaben sich dieser Tage nach Risch on, Chederah und R e - ch o b o t h zur Arbeit. In anderen Siedlungen und Kwuzoth fanden in den letzten Tagen 600 Olim Unterkunft und Arbeit. 3» Sprechsaal. Vom Esra. Emen Zusatz zu unserer Notiz in der letzten Nummer des „Israelit", der leider dort nicht zum Abdruck gelangte. bringen wir hier in erweiterter Fassung: 1. Die kulturellen Differenzen hätten die Scheidung nicht herbeigeführt, wenn nicht absolute Einheitlichkeit gerade für die Struktur eines jüdischen Crziohungs bundes erforderlich wäre. 2. Selbst diese Differenzen bestehen vornehmlich zwischen Teilen des Berliner Westens und einzelnen Führern der anderen ansgeschiedenen Gruppen, während' für die anderen Gruppen im Wesentlichen ihr Zusammengehen mit t dem Misrachi nahestehenden Organisationen »ratzgeblich war, dessen jüdisch-kulturelle Emstelung wir ablehnen. Personalien. Bensheim, 17. September. Am gestrigen den 16. September, waren es 25 Jahre, seitdem unser allverehrter Herr Lehrer Müller seine Stelle als Lehrer und Kantor angetretcn hat. Die hiesige Gemeinde lies; es sich nicht nehmen, den Zeitverhältnissen angemessen, eine schlichte, aber sehr erhebende Synagogenfoier zu veranstalten, zu welcher auch Herr Rabbiner Dr. Merzb ach-Darmstadt erschienen , war. . . . . ' . Nach dem Einheben der TorairoUe eröffnete Herr Kantor Bi ege leisen die Feier mit dem Gesang P'IL- Sodann dankte im . Namen des Vorstandes Herr'..Jakob Wölf dem Jubilar für all seine'Mühe und'Treue im Dienste der Gemeinde unter Ueberrcichung eines Ehrengeschenkes. Nach eineiy weiteren erhebenden Eesancp des" Herrn Biegeleisen bestieg Herr Rabbiner Ar. Merz b ach das RedncrMt, um den Jubilar'zu feiern, erläuternd uüd betonend, wie ein Lehrer lehrend- und führend' sein mutz für .Jung und Alt. Möge es dem Jubilar vergönnt fein, wo antpyi ,*n?n w zum Segen der Gemeinde zu wirken und möchte die Rede des Herrn Rabbiner in die Herzen Aller eindeingen, datz wir ausharron und avm feststehen mögen vor dem Allmächtigen und vor der ganzen Umwelt. Vermischtes. Hamburg, 18. September. , Die Agudas Jisroel- Frauengruppe Hamburg-Altona veranstaltet am mwnis? (Samstag, 23. September) abends 6.30 Uhr int Heim Hallerstratze 45 einen Vortragsabend, an dem Herr B. S. Jacobson über das Thema „Zur Vorbereitung auf er’- spricht. (Machsor mitbringen). Gäste — Damen — herzlich willkommen. Verantwortlich für den allgemeinen Teil und das Feuilleton <D. S ch a ch n o w i tz, Frankfurt a. M.; Inserate i. B.: S. Schachno w t tz/ebenda. - Für die vadaaoatsche Beilage: Lehrer L. Kaufmann, in Sprendlingen (Kr. Offenbach). — Verlag oes Israelit und Hermon ®. m. b. H., Frankfurt a. M. — Druck Hermon Druckerei. Frankfurt a. M.

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