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Der Israelit · 1933-08-31 · Heft 35 (31.8.1933) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 35 (31.8.1933)
Date
1933-08-31
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Seite 10 Nr. 35 Der Israelit 31. August 1933 weniger bevölkerten Städten ein Geburtenüberschuß festgestellt wird. In Gemeinden von 10.000 bis 20.000 Einwohnern waren nämlich 629 Geburten gegen 358 Todesfälle, in solchen von 20.000 bis 50.000 644 Geburten gegen 404 Todesfälle, in Städten von 50.000 bis 100.000 (also ausgesprochenen Mittelstädten) 68 Geburten und 45 Todesfälle zu verzeichnen. Dagegen standen in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern 391 Todesfällen nur 281 Geburten gegenüber. Insgesamt wurden in dieser Zeit in der CSR. 1622 Personen jüdischer Nationalität geboren, während 1198 starben. In Böhmen und Mähren herrscht ein ernster Geburtenrückgang, während in der Slowakei und Karpathorußland Ueberschüsse verzeichnet werden können, die allerdings im Rückgang begriffen sind. Die Woche. Ein Barmizwohsabbat im Siechenhaus. Eine Barmizwohfeier im Hause der Alten und Siechen ist gewiß nichts Alltägliches, und so wurde der Barmizwohsabbat auch nicht alltäglich, nicht einmal „allsabbat- . lich" begangen. Die kleine Synagoge des Siechenhauses ist so voll gefüllt, daß die Gäste zum Teile in den Korridoren stehen. Festesglanz herrscht in den schmucken, blitzblanken Räumen. Milde Augustsonne lacht schon am frühen Morgen von den Gärten auf der Ostseite her zum offenen Fenster hinein und vergoldet das Bild. Bar Mrzwoh! Ein Strahl der Verjüngung zieht durch aller Herzen, da Aron, der _ jüngste männliche Insasse, laut und korrekt seinen Abschnitt „vorleient". Es ist das Königsf a p i fei, und kein König ist glücklicher, als der Junge, der strahlend, in neuer Kleidung, rotbäckig und frohgemut, heute Huldigungen entgegennimnit. Mit verhaltenem schönem Chore verklingt der G'ttesüienst. Im Speisssaal ist eine kleine Tafel gedeckt für die Insassen, die Funktionäre, die Gäste und die beständigen Freunde des Hauses. Obenan sitzt der Held des Tages, der kleine^ Aron, dem das alles gilt: die Tafel, die Reden, die Feierlichkeit, das Fest und die Freude. Es ist vielleicht die erste Freude seines Lebens, aber sie wird bestimmend für seine Zukunft sein. Der Verwalter spricht Worte väterlicher Liebe. Der bald achtzigjährige Vorsitzende des Kuratoriums ist eigens gekommen, um seine Grüße zu überbringen. Herr Wolpert, der mit seinen allsabbatlichen Vorträgen dem Hause seine jüdische Seele gibt, darf den Jungen als seinen Schüler und Zögling feiern, nicht minder Herr Rabbiner Korn, der hier als zweiter Hausrabbi wirkt. Mit würzigem Humors hält der um das Haus ebenfalls verdiente Herr Studienrat Kaufmann das Ganze zusammen. Tiefe Worte über das Verhältnis von Körper zu Seele und über die therapeutische Bedeutung der psychischen, besonders religiösen Einwirkung hat der ehrenamtliche Arzt der Anstalt, Dr. Lössler, zu sagen. Andere gelehrte Gäste warten mit einschlägigen Thoraworten auf. Es herrscht gehobene Stimmung. Und das alles gilt ihm, dem schmucken, rotwangigen Jungen da oben, dein man heute keine Krankheit ansieht, dem heute eine eigene Sonne ausgegangen ist. Möge sie Höhensonne der Heilung für seine kranken Organe sein. Vor kurzem erst schrieb der Verwalter aus einem Herzen voll väterlicher Sorge heraus ein Artikelchen unter dem Stichworte: „Wer hilft?" Es betraf diesen Fall, es betraf einen kranken Jungen, dessen Eltern in der Welt heaumirren, und der, so lange es geht, sich des Schutzes in diesem Hause erfreuen wird. S o lange es gehl! Verwalter und Arzt sprechen es mit tiefer Sorge aus. Wer hilft? Es hat sich bis jetzt kein Helfer gemeldet. Vielleicht aber doch! Vielleicht tritt der Sabbat, die Barmizwohseier mit ihrem tiefen Erleben im Herzen eines unglücklichen Kindes als Helfer in der Not auf! Eines ist gewiß: Dieser Sabbat hat einem kranken jüdischen Jungen, den das Leben ausgemustert hat, das Gefühl des Eigenwertes, den Anschluß an das Leben, vor allem an das jüdische religiöse Leben gegeben. Dieser Sabbat leuchtete in das Haus der Seufzer und Sorgen hinein und trug Licht und Freude in die siechen Herzen bis ins letzte Äemach und zu dem letzten Rollstuble hin. Und wir freuten und freuen uns mit ihnen! Aus der Agudas Jisroel-Iugendgruppe. Am Sonntag Abend um 20.30 Uhr hält Herr Rabbinatsassesior Dr. Elieser Posen einen M u s s a r - D o rt r a g im Heim, Schwanenstr. 12. Gäste find herzlich willkommen! Herr Gemeinderabbiner H o r o v i tz wird einen Mussar-Schiur für Jungens geben, der nach Sabbatausgang stattfinden soll. Man wende sich an Willy Neuberger, Hölderlinstr. 2. Die Hirsch-Arbeitsgemeinschaft unter Leitung des Herrn Studienrat Max Munk findet wieder statt am Montag, den 11. Sept. um 20.30 Uhr im Heim. Der nächste Erez Iisroel-Kreis findet Donnerstag um 20.30 Uhr im Heim statt. In der A. S. G. (A gu d i st i s ch e n Sch ü l e r gern e i n s ch a f t) spricht diesmal Albert Brinkmann über „Ideal und Wirklichkeit. Unser Verhältnis zu den Ideen S. R. Hirschs". Schabbos um 17.30 Uhr im Heim. Der hebräische Sprachkurs für Mädchen bis 15 Jahren har wieder begonnen. Er.findet Montags um 17 Uhr unter Leitung von Herrn B. Messerer im Heim statt. Interessenten für Sprachkurse im Hebräischen wollen sich bitte an Fr!. Adele R o s e n h e i m, Königswarterstr. 11 wenden.; Für die Schülergruppen find Elul-Schiurim eingerichtet worden. Anfragen sind zu richten an Markus Königsbuch, Ieschiwah.! Wir weisen aus unser ständiges Frühminjan Schabbos Morgens (mit Kriath Hatorah) hin, das um 7 Uhr im Heim beginnt. Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Die Ortsgruppe Frankfurt a. M. des Zentralvereins ersucht uns unter Hinweis auf die jüngst von uns veröffentlichen arbeitsgerichtlichen Entscheidungen mit Bezug aus die Entlassung jüdischer Arbeitnehmer bekannt zu geben, daß die Zuerst in der Frankfurter Zeitung erschienene Zusammenstellung der Entscheidungssammlung des „Zentraloereins" entnommen sind, die der Verein jederzeit allen Interessenten kostenlos zur Verfügung stellt. Frankfurter Vereinskalender. Verein Alekor Ehajim. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dlnim, Herr R.A. Dr. E. Posen — nachmittags 3k Stunde vor Mincho im Vereinslokal Mikro, Herr Julius Lewin. — 4 Uhr im Vereinslokal (ebenso Sonntag morg. 8 Uhr) Gemoro, Herr I. Soffer- Sonntag und Mittwoch, an« ”n, Herr S. Schachnowitz. Sonntag 9 Uhr im Vereinslokal: orm« p», Herr R. A. Dr. Schlesinger. Montag morgen nach Schul (auch Donnerstag): Mischna- Mitgliederlernen, — abends 7 Uhr im Vereinslokal(auch Mittwoch) Gemoro Herr Rabb. Dr. I. Breuer. Dienstag (auch Donnerstag) abends 6 Uhr Gmoro, Herr R.-A.Dr. E. Posen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna. Herr R.-A. Dr. E. Posen. Jahrzeilsstiftungen. Sonntag, 3. September: Aron Wolf-Stistung. Agudas Jisroel-Orksgruppe. Der Schiur des Herrn Rabbinatsaffefförs Dr. Schlesinger findet Samstag nachmittags von 3.15 — 4.15 Uhr und Donnerstag abends von 8.45—10 Uhr statt. — Es wird rm 'ö» rrir» gelernt. Der urt? wird in der Wohnung des Dozenten, Schwanenstr. 12 II, abgehalten. Lirvjath Ehen. Samstag nach Mincho. 5lJ4 Uhr, im Hörsaale Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz. „Das reine Lager." Agudas Iisroel-Iugend- und Alädchengruppe. Muffar: Herr Gsmsindorabbinor I. Horovitz. Schabbos abend nach Nacht in der Wohnung Frchtestr. 5 Schiurim der Jugendgruppe: Dinim: Dozent Herr B. Rachelsohn. Zeit: Montags 20.30 Uhr in der Wohnung Sandweg 6. Dinim: Dozent Herr Leopold Oppenheimer. Zeit: Mittwochs 21 Uhr in der Wohnung Värsnstr. 12. Tnach: Dozent Herr Louis Kahn. Zeit: Schabbos 10.30 Uhr im Heim. Tnach: Dozent Herr Gerson Schnerb. Zeit: Montags 20.30 Uhr in der Wohnung Kantstr. 4. Gemoro Kesuboth: Dozent Herr Dr. Elieser Posen. Zeit: Sonntags 8—9 Uhr, Montags-und Dienstags 20—21 Uhr in der Wohnung Sandweg 44. Gemoro Kiduschin: Dozent Herr Bokor. Zeit: Montags und Donnerstags 20.30 Uhr im Heim. Schiurim der Mädchengruppe: Pirke Aboth: Dozent Herr Julius Lewin. Zeit: jeden Schabbos vormittags nach Schul im Heim (außer wenn Predigt). Pirke Aboth: Dozent Herr Konrektor A. Hirschberg. Zeit: Samstag 4 Uhr im Heim. Jefchajo: Dozent Herr Studienrat Dr. M. Lange. Zeit: jeden Schabbos nachmittags 16 Uhr in der Wohnung Röderbergweg 36. Dinim: Dozent Herr Konrektor A. Hirschbsrg. Zeit: jeden 2. Montag 6—7 Uhr. Agudistlsche Schülergemeinschaft (A. S. G.). Referate mit anschließender Diskussion. Schabbos Nachmittag 17.30 Uhr im Heim. Hirsch-Arbeitsgemeinschaft. Leiter Herr Studienrat Max Munk. 14täg!g Montags 20.30 Uhr tra Helm. Erez Iisroel-Kreis. Donnerstags 20.30 Uhr im Heim. Hebräische Sprachkurs für Mädchen bis 15 Jahre. Leiter Herr B. Messer. Montags 17 Uhr im Heim. Agudistlsche Frauenorksgruppe. Die erstmalige Fortsetzung des Kursus über Hlrsch's Werke von Herrn Studienrat Munk, wird in dessen Wohnung, Sandweg 3, Montag den 4. September, abends 8.45 Uhr stattfinden. Gäste, Damen, herzlich willkommen. Ortsgruppe Frankfurt a. 2N. des Jüdischen Frauenbundes. Donnerstag, 31. August: vorm. 10 Uhr, Langestr. 3 Arbeitssitzung. Beshamidrasch Ostendstcaße. Sabbatmittag 12.30 Uhr Midrasch. Sabbatnachmittag 6.15 Uhr „En Jaakauw". 1f2 Stunde vor Nacht Vortrag. Jüdischer Turnerbund E. v. Sommerprogramm 1933 Herren: Sonntag vormittag: 10 Uhr Spiel, kleine Ostparkwieso. Dienstag: 7—9 Uhr Sport und Spiel, kleine Ostparkwiese. Donnerstag: 8.30—10 Uhr Turnen (S. R. Hirsch-Schule) Damen: Mittwoch: 8.30—10 Uhr Turnen u. Gymnastik Volksschule, Bärenstr. Knaben: Sonntag: 10 Uhr Spiel, kleine Ostparkwieso. Montag: 6—8 Uhr Leichtathletik und Turnen, S. R. Hirsch-Schule. Dienstag : 5—7 Uhr Sport u. Spiel, kleine Ostparkwiese. Mädchen: 1. Abteilung: Mittwoch, 2-3 Uhr, S. R. Hirsch-Schule; 2. und 3. Abteilung: Mittwoch, 6—8 Uhr, Jsr. Volksschule, Bärenstraße. Neuanmeldung werden am Turnboden gern entgeqengenommen. Gebetzeiten. sxn '2 r>2v Freitag abend 0.40 Samstag 6.45 Samstag morg. 8.00 Samstag nachm. 1.00 und 5.00 Samstag abend 7.55 Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Nachmittags 6.30 Tefillinlegen am Morgen 4.55 Schiurim des Herrn Gemeinderabbinecs. Psochim-Schiur, Sonntag, vormittags 8 30 Uhr, Dienstag und Donnerstag abends 8.30 Uhr. — Der Chauschen Mischpot-Schiur findet jeden Sonntag abend 8.30 Uhr statt. Beide Schiurim in der Wohnung des Herrn Gemeinderabbiners. Luach 5694. Diejenigen unserer Leser, die zum Roschhaschono-Feste die Frankozusendung eines Luach für das Jahr 5694 wünschen, bitten wir, uns ihre Bestellung unter genauer Angabe der Adresse bis spätestens 25. Elul zu übermitteln. Verlag des Israelit u. hermon G. m. b. tz. Glückwunsch- Inserate für rütpn tpx") mm Größe 2 Größe 1 Mark 4.50 Größe 3 Mark 6.- Die Beträge wolle man auf Postscheckkonto Nr. 19 802 überweisen, den Text durch Postkarte einsenden. Texte, die bis zum 16. September in unserem Besitze sind, werden in der Rosch-ha-schono- Nummer. später eiritreffende in der darauffolgenden veröffentlicht. Frankfurt a. 2R. Die flnzeigen-Verwaltung des Israelit Sammelinserat Ablösung für Erez Jisroel. Wer seine Glückwünsche zu Gunsten von Erez Jisroel ab zu lösen und keine Anzeige zu veröffentlichen wünscht, wolle dem nach Belieben festzusetzenden Ablösungsbetrag eine Gebühr von 1.50 Mark für die Veröffentlichung von Namen und Wohnort im Sammelinserat beifügen.

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