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Der Israelit · 1933-08-31 · Heft 35 (31.8.1933) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 35 (31.8.1933)
Date
1933-08-31
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Nr. 35 Der Israelit 31. August 1933 land mit der Resolution abgeschlossen sei. Die weitere Rede Schächtmanns ist eine scharfe Kritik an Weizmann, dem Aktionskomitee und dem Frenchbericht. Die Generaldebatte am Dienstag zeichnet sich durch eine scharfe Rede Dr. Stephen W i s e s gegen Weizmann aus. An die Spitze der Organisation dürfe kein Mann treten, der, wie Weizmann, den Judenstaat auf beiden Seiten des Jordan nicht als Endziel der zionistischen Bewegung ansieht. Die I e w i s h Agency, sagt Wise, sei t o t. Sie müsse von Grund aus neu organisiert werden. Gegen die Linke, die sich in der politischen Arbeit eine Monopolstellung anmaße, müsse er im Namen der Allgemeinen Zionisten Protest einlegen. Eine Erklärung Lord Melchetts. Prag, 28. Aug. Lord Melchett hat in einer Pressekonferenz folgende Erklärung abgegeben: Die deutschen Zeitungen erklären, ich sei mit der Vorbereitung eines neuen Wirtschaftsboykotts gegen Deutschland befaßt. Diese Nachricht ist unzutreffend. Als Juden sind wir genötigt, die stärksten uns zur Verfügung flehenden Waffen — Recht und Moral — gegen Unterdrückung und Verfolgung zu gebrauchen: die Frage der deutschen Juden aber erfordert eine konstruktive Losung, die in Kooperation mit der deutschen Reichsreg^rung vvrgenommen werden matz. Deutschland wird gewiß einsehen, daß es unmöglich ist, eine halbe Million Menschen zu degradieren und sie ihrer Rechte, ja selbst der Lebensmöglichkeit zu berauben. Es gibt bloß eine Lösung dieses Problems und zwar geordnete Auswanderung der jüdischen Jugend nach Palästina. Ich bin bereit, an der Durchführung dieser großen Aufgabe in jeder Weise mitzuarbeiten, und ich appelliere an Deutschland, uns jenes Maß an Gerechtigkeit und Beistand zuteil werden zu lassen, das es uns ermöglicht, mit seiner Hilfe eine Zukunft für die nächste Generation der deutschen Juden zu finden. Es ist absurd, zu behaupten, daß ich, der ich so alte und innige Beziehungen zu Deutschland habe, ein Feind des deutschen Volkes fei, weil ich mich als aktiver Freund der Juden erweise. ' (Es ist aufrerorbentlid) erfreulich, daß sich Lord Melchett eines besseren hat belehren lassen und seine Boykott- Bestrebungen nunmehr selber desavouiert. Red.). weizmann lehnt die Uebernahme des Präsidiums der Zionistischen Organisation ab. Prag, 28. Aug. Eine Delegation der Arbeiterpartei unter Führung von Ben Gurion hatte sich nach Zermatt in der Schweiz zu Dr. Weizmann begeben, um ihn zur Uebernahme des Präsidiums der Zionistischen Organisation zu bewegen. I Die Delegation ist soeben unverrichteter Dinge nach Prag zurückgekehrt. Dr. Weizmann weigert sich entschieden, aus den ihm von der Arbeiterpartei gemachten Vorschlag einzugehen. Trotzdem beabsichtigt Weizmann nicht, sich von der unmittelbaren Arbeit am Aufbau Palästinas zurückzuzishön. Er ist wie er Ben Gurion mitteilte, auch weiterhin bereit, an der Spitze der Aktion zur Seßhaftmachung deutscher Juden in Palästina zu bleiben. Palästina. Zwangssabbatruhe für das jüdische Palästina gefordert. Jerusalem, 27. Aug. Eine Delegation, bestehend aus dem Vorsitzenden des Waad Leumi, Isaak Ben Zwi, dem Bürgermeister von Tel-Awiw, Meir Dizengoss, Oberrabbiner Kuk und den Rabbinern Uziel und Aaronsohn aus Tel-Awiw, überbrachte dem High Commissioner die Forderung nach Erlaß einer Sabbatschutzverorünung für das jüdische Palästina. Durch eine solche Verordnung soll in den jüdischen Gebieten, insbesondere in Tel-Awiw, das Offenhaltsn von Geschäftsläden am Sabbat untersagt werden. Der High Eommissioner brachte seine Sympathie für diesen Vorschlag zum Ausdruck. Enthusiastischer Empfang für den neuen Oberrabbiner der Aguda in Palästina. Jerusalem, 27. Aug. Dem am 28. August in Palästina eingetrossenen neuen Oberrabbiner der Agudas Jisroel, Rabbi Joseph Z w j D u s ch i n s k i, wurde bei der Landung in Jaffa ein enthusiastischer Empfang bereitet. Oberrabbiner Duschinski befand sich in Begleitung von Rabbi Blau und zehn Schülern. In Tel-Awiw, Moza und Jerusalem wurde der neue Oberrabbiner von zahlreichen Delegationen und einer großen Menschenmenge begrüßt. Zahlreiche Begrüßungstelegramme aus der Diaspora waren eingetroffen. (ITA.) Neue Einwanderungserschwerungen. Jerusalem, 25. Aug. Eine neue Tendenz, die jüdische Einwanderung zu erschweren, ist leider nicht zu verkennen. Davon werden auch Touristen, die volle Garantien bieten, daß sie der Oeffenttlchkeit nicht zur Last fallen, nicht verschont. Angehalten, verhaftet und zurüctgeschickt wurden in den letzten Tagen zwei junge Mädchen und eine kurdische Frau mit zwei Töchtern. Das eine Mädchen wurde von ihrem Bräutigam erwartet, um gleich nach ihrer Landung die Hochzeit abzuhalten. Für die kurdische Frau wollte ein in Palästina ansässiger Sohn sorgen. In allerletzter Stunde hielt die Hafenpolizei 17 jüdische Touristen, die aus verschiedenen Teilen Europas kamen, an und nahm sie vorerst in Gewahrsam. Ein jüdischer junger Mann »US Deutschland wurde gestern mit dem: Dampfer „Maria Washington" von Haifa zürückgeschickt. Die Liste ließe sich noch beliebig erweitern. Es ergibt sich daraus eine dringende Mahnung an Auswanderer und Touristen, nicht eher die Reife anzutreten, als bis ihre Papiere vollständig und in allen'Teilen in Ordnung, find. Im Zusammenhang damit wird von der Alijahabteilung der I. A. mitgeteilt, daß Palästinareisende, die in T r i e ft mit Nansen passen ohne italienisches Visum ankommen,- dort von der Polizei vorübergehend sestgehalten werden, bis eine besondere Reiseerlauünis von. Rom eingetroffen ist was oft eine Verzögerung von einer Woche mit sich bringt. Das gilt auch für Inhaber von P a l ä st i n a p ä s f e n. Das italienische Visum ist aus dem Konsulat des Heimatsortes auf Grund der italienischen Schiffskarte leicht und unentgeltlich zu erhalten. In der Sitzung der Jrijah von Tel-Awiw wurde beschlossen, gegen die ganz ungerechtfertigte und lieblose Erschwerung der Einwanderung in einer Zeit, da in Palästina schwerer Mangel an arbeitenden Händen herrscht, scharfen Protest einzulegen. Der Arbeitermangel wird sich in nächster Zeit, da die geplanten Bauten in Angriff genommen werden, noch schmerzlicher bemerkbar machen. Noch diese Woche wird eine Enquete bei den Arbeitgebern vorgenommen werden, um die Zahl der dringend benötigten Arbeiter festzustellen. Die Fest-, stellungen sollen als Material die Forderungen auf Erleichterung der Einwanderung erhärten. Familiemmchrichken. Geburten: Eine Tochter, Dr. Josef Saffra und Frau Jda geb. Reich, Ffm., Uhlandstr. 57. Barmizwoh: Ludwig, Sohn des Herrn Dr. I. Earo. Hamburg, Ifflandstr. 83, axn '& luv. — am Sohn des Herrn Kantors a. D. Moses Kurzweil, Treucht» lingen, arm '2 w tue?. : Vermählung: Alfred Kosiner und Lea geb. Beer, Leipzig, Norderneyerweg 9 a. Silberne Hochzeit: Philipp Lipschitz und Frau Ffm., Herderstr. 33. 1. l., 2. 9. 33. — Samuel Kahn und Frau Frieda geb. Kahn, Rieneck, (Ufr.), 1. <Hept. Geburtstag: Frau Lehrer Stein Wwe.,, Groß- Umstadt, 80 Jahre am 31. 8. 33. ' Briefkasten. I. H*. in «3. Die Aussprache lautet: Pelest e i n. Eirr englisches Pfund war ursprünglich Mk. 20.40, jetzt ca. Mk. 13.50. Das palästinensische bezro. ägyptische Pfund hat einen um 10% höheren Nominalwert. 5.0.50: Die Zeitschrift „Volkshochschule", der der Aufsatz von Prof. Dr. Schlaginhaufen entnommen war/ erscheint wahrscheinlich in Zürich. lDirf|chaffevin zur selbständigen Führung unserer Küchen gesucht. In Frage kommen nur Bewerberinnen, die bereits eine größere Küche jahrelang selbständig geleiter haben und auf streng orthodoxem Standpunkt stehen, föraellflsclves Speisehaus und JUdlscHe E. V. 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Der Hunger hält seinen Einzugi die Kinder zu Entbehrung und Entkräftung verurteilt; Kranke entbehren der primitivsten Stärkung und Pflege. Wenn nichts geschieht. werden die Selbstmorde ^v.stch häufen- Die Hilfsorganisationen arbeiten gründlich, aber viel zu langsam, die örtlichen jüdischen Fürsorgestellen sind der Größe der Not längst nicht gewachsen und es erreicht uns der Notschrei so vieler einzelner Familien, daß wir nicht schweigen können. Wir bitten unsre Leser, soweit stein diskreter Weise rasch und wirksam helfen wollen, uns größere und kleinere Spenden zur Hilfe in einzelnen dringendsten Fällen zur Verfügung zu stellen Wir werden mit der Verteilung drei vertrauenswürdige Persönlichkeiten betrauen und den Spendern genau Rechenschaft ablegen. Frankfurt a. M. Vertag des Israelit und Hermon §. m. b. 11 410999999999999999447399999999799999999977999999999990999914 01000000010418020202020200010100020078010101010101020202002400004800000101020032020202020100000201010120040000000200

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