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Der Israelit · 1933-08-24 · Heft 34 (24.8.1933) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 34 (24.8.1933)
Date
1933-08-24
Page
– (sequence 9)
Language
German
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s r q ß i i 24. August 1933 Der 3 ten den Beweis erbracht, daß Las ganze Land zum Wahle aller seiner Einwohner mit Hilfe jüdischer Arbeit, jüdischen Kapitals und 'jüdischer Aufopferung entwickeltwerden könne. Die politischen Grundsätze und Forderungen des Weltverbandes formulierte Dr. Schwarzl hart folgendermaßen: „Treu dein Baseler Programm vom Jahre 1897 erstrebt und fordert der Weltverband die Verwirklichung eines unbedingten und uneingeschränkten Zionismus. Eine realistische, zielbewußte und erzieherische Politik soll uns zur Vrewirklichung unseres historischen Ideals führen. Die Politik unserer Bewegung gegenüber der Mandatarmacht und dem Völkerbunde hat unsere Rechte aus der Balfour-Deklaration, und dem Mandat würdig und entschieden zu verteidigen und eine Kooperation mit der Mandatarmacht anzustreben, welche die volle Verwirklichung dieser Rechte sichert. Wir fordern vom Völkerbund und der Mandatarmacht: sofortige und systematische finanzielle Hilfe zur Verwirklichung ües Mandates und zur Abwendung der gefährdeten Teilen der Judenheit drohenden wirtschaftlichen Katastrophe: Uebergabe von Staatsländereien in Erez Israel für Zwecke der jüdische Kolonisation, Aufhebung der Jmmigrationseinschränkungen und Uebertragung der im Einklang mit den jeweiligen wirtschaftlichen Möglichkeiten Lurchzuführenden Jmmigrationskontrolle des Landes an die Exekutive der Jewifh Agency: Erleichterung der jüdischen Kolonisation und wirtschaftlichen Arbeit in Transjordanien. Die Politik gegenüber den Arabern soll sowohl die notwendigen' Lebens- und Entwicklungsbedingungen des Zionismus und die Wiederherstellung unserer historischen Heimat sichern als auch konkrete Verständigung mit den Arabern würdig und im Einklang mit diesen Lebensinteressen unserer Bewegung suchen. Der Ausbau einer gerechten lokalen Selbstverwaltung soll wohl gefördert werden, jedoch lehnen wir die Einführung einer autonomen, zentralen, gesetzgeberischen Körperschaft derzeit ab." Nach einem Referat des Delegierten Rottenstreich wurde die Debatte eröffnet. Am zweiten Konferenztage referierten die Mitglieder der Zionistischen Exekutive, Prof. Brodetsky und Emanuel N e u - man über die gegenwärtige Situation in der Bewegung und in Palästina, ferner wurden eine Reihe von Referaten gehalten, die die Stellung des Weltverbandes zu den Kongreß fragen behandelten. mache ihre Evakuierung unvermeidlich, und es sei nur natürlich, daß Palästina, das alte Heimatland der Juden, deutschen Juden ein Asyl biete, wo sie in Frieden und Freiheit leben können. Pflicht der britischen Regierung als der vom Völkerbund mit der Errichtung des Jüdischen Nationalheims beauftragten Mandatarmacht sei es, bei der Verwirklichung jedes gesunden Projektes, das auf dis Niederlassung so vieler Juden in Palästina, als das Land nur absorbieren könne, abziele, mitzuwirken. Die Regierung solle daher die Erwerbung von Boden in Palästina zwecks erfolgreicher und rascher Durchführung des Siedlungsplans in jeder Weise erleichtern. Im Gegensatz zu „Daily Herald" lehnt „Evening Standard" das Projekt als phantastisch ab. Das Heilige Land, schreibt das Blatt, könne eine so große Einwanderung unmöglich aufnehmen. Die erst kürzlich beschlossene 2 Millionen Pfund-Anleihe sei zum großen Teil zur Wiederansiedlung von Arabern, die durch jüdische Einwanderung verdrängt wurden, bestimmt. Ein anderer Vorschlag gehe auf Ausdehnung der jüdischen Siedlung auf Transjordanien hinaus. Die Zionisten führten zur Unterstützung ihrer Forderung an. daß gewisse arabische Scheiks infolge wirtschaftlicher Notlage -geneigt seien, ihren Boden zu verkaufen. Die britische Ansicht, behauptet das Blatt, gehe dahin, daß Transjordanien ein rein arabisches Land fein solle. Annahme von Abonnements und Inseraten für den ISRAELIT in Erez-Jisroel: Palestine Economic Service, Tel-Awiw, Grusenbergstraße 35, P. O. B. 844. Jüdische Aerzte aus Deutschland in England. London, 20. August „Jewifh Chronicle" widmet einen Artikel der Lage der in England eingetroffenen jüdischen Aerzte aus Deutschland, deren Zahl das Blatt auf einige Hundert schätzt. Viele von ihnen seien aller Mittel entblößt und könnten ihren Beruf nicht weiter ausüben. Andere bereiteten sich auf dis Nostrifizierungsprüfungen zwecks späterer Praxisausübung in England oder den Dominions vor. Für den bekannten Krebsforscher Dr. Frankel sei am Westminster Hospital -eine Stelle gefunden worden. Rumönien. Briefkasten. A. ZS. in K. Betrag eingegangen und angegebenem Zweck zugeführt. C'. <L., Wetz. Betrag eingegangen und verbucht. D. I. Selbstverständlich entstammen die Einzelheiten der dichterischen Phantasie des Autors, wenn sie auch im wesentlichen auf vorhandenen Aufzeichnungen und Überlieferungen beruhen. — Beihilfen für die von Ihnen genannte Anstalt und andere sind uns selbstverständlich sehr erwünscht, da wir uns freuen bei der Ausführung einer Mizwo Mitwirken zu können. Familiennachrichteu. Geburten: Eine Tochter, Simon Schwab und Frau, Darmstadt. Barmizwoh: Simon Leo, Sohn des Herrn Eit Horenczyk, Ffm., Grüneftr. 36, rrrv-'v -'s tue?, Synagoge Friedberger Anlage — tzvi' Sohn des Herrn Rabb. M. Kirschbaum, Ffm., Eckenheimerldstr. 4, o’üsie? 's ras?, Synagoge Vörnepl. — Rudolf, Sohn des Herrn Herm. Hirsch, Ffm. Schwanenstr. 4, rrxn-'a vav, Synagoge Börnepl. Vermischtes. Berlin. 18. Aug. Infolge der wirtschaftlichen Lage waren in diesem Jahre viele Eltern nicht in der Lage, ihren Kindern eine Erholungsreise zu bieten. Darum richtete das Patenschaftskomitee der Synagogengemeinde Adaß Jisroel sein Hauptaugenmerk darauf, einer großen Anzahl erholungsbedürftiger Kinder den notwendigen Landaufenthalt zu bieten. Dank der Unterstützung des Moriz Lehmann-Fonds und der Hilfe ausländischer Glaubensgenossen gelang es, etwa 265 Kinder zu verschicken,. — In einem Ferienheim in Niederschönhausen, dessen'Kosten zu einen! großen Teil aus denr Moriz Lehmann-Fonds bestritten werden konnten, waren 160 Kinder in 2 Gruppen je 3 Wochen bei vorzüglicher Verpflegung und ausgedehnter Spielmöglichkeit untergebracht, durch die freundliche Vermittlung ües Comttees voor Bijzondsrs Joodfche Belangen, Scheveningen und dem warmen Interesse des Frl. Reinar Spier, konnten 30 Kinder in holländischen Familien liebreiche Gastfreundschaft genießen, dank der Initiative des Herrn Dionysius Grai^ß in Kezmarok sowie der Frau Direktor S. Lichten stein und des Frauenvereins, Poprad, fanden 18 Kinder in der Tatra ausgezeichnete Pflege in dortigen Familien, 12 Kinder folgten einer Einladung nach Kopenhagen, wo sie ebenfalls — organisiert durch Frl. Rosa Samson (Agudas Jisroel), Kopenhagen — in Familien auf das Beste betreut wurden. Ferner haben sich 35 Kinder auf Anregung des Herrn Rabb. Dr. Ochs, Königsberg in einem Heim am Njemen, dessen Kosten von der „Jawne", Zentrale für jüdisches Erziehungswesen in Litauen bestritten wurden, prächtig erholen können. — Stilen Organisationen und (£in$eU Personen, allen Spendern von Geld oder Lebensmitteln fei nochmals der herzlichste Dank unseres Komitees und der vorzüglich erholten Kinder übermittelt. XelMwim, 6. Aug. Herr Nachum P e r l m a n n in Tel-Awiw ersucht uns, mitzuteilen, daß die Herren S. L. de Beer, Benno Cohen, Dr. E. Michaelis, Dr. E. Schereschewsky die Absicht haben, im Herbst eine „unparteiische", „unabhängige" achtklassige Mittelschule für Knaben und Mädchen auf streng religiöser Basis zu errichten. Geeignete Lehrkräfte könnten sich unter Tel- Awiw, P. O. B. 473 zu melden. Die Woche. Rabbi Raftali Herz Holpern zum Abschiedsgruh! Herz Holpern hat sich diese Woche nach Erez Jisroel eingefchifft. Wir könnten es mit tiefem Schmerze registrieren, würden wir es nicht auf der anderen Seite dem verehrten Lehrer von Herzen gönnen, daß er seinen Lebenstraum, im Heiligen Lande zu weilen und vielleicht dauernd seine Wirksamkeit dorthin zu verlegen, nun erfüllt sieht. Der Name Herz Halpern ist ein Programm, Bestandteil des Lernprogrammes des Mekor Chajim, der A. J.-Ortsgruppe und vieler anderer Vereine und privater Lernzirkel. Cr ist seit vielen Jahren der tägliche Leiter des Das j o m i, der Dozent, der immer und für alle zu haben war, so es galt, zu lernen und geistig zu empfangen. Vor knapp dreißig Jahren kam Herr Halpern mit Familie hierher, ein echter litauischer Talmid Ehochom, von einer Bescheidenheit, einem freundlichen Wesen und einer Herzensgüte, die ihm schon nach kurzer Zeit viele Freunde und Schüler zusührten. Seitdem wuchs sich durch das intensive Lernen und Lehren sein Wissen zu einem v"va virnpa und in allen cm nso 'ivivi aus, das frappierend wirkte. Und damit wuchs ouch fein Ansehen im stets steigenden Kreise seiner Schüler und Hörer wie in der ganzen Gemeinde. Der Zeiten Not geht gewiß an der Türe unserer Thoragelehrten nicht vorbei, aber Herr Halpern hätte sich gewiß nicht entschlossen, sein geliebtes und das ihn liebende Frankfurt zu verlassen, wenn er nicht die innere Berufung nach Erez Jisroel empfunden hätte. Ehaluzim dieser Art bedeuten unermeßlichen Gewinn für den ach so nötigen geistigen Aufbau in Erez Jisoel, und wir sind gewiß, Frankreich. Rituelle Verpflegung in Frankreich, Paris, 16. August Zu der vor drei Wochen an dieser Stelle erschienenen Korrespondenz über den in Paris gegründeten Verein „La Chounamit" wird uns von unterrichteter Seite mitgeteilt, daß der Verein keineswegs genau denselben Zweck verfolgt wie der Hamburger Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser, sondern daß er in Frankreich je nach Bedarf Fremdenpensionen fördern will, die vor allem Studenten und Emigranten e-ine gute, billige und streng koschere Verpflegung gewähren. Die Prüfung der Zuverlässigkeit des Kaschruth bleibt jedoch jedem einzelnen Interessenten Vorbehalten. Auskünfte erteilt gerne Herr Rabbiner Langer in Paris, 74 rue de la Tour. England. Stimmen der englischen Presse zum Plan der Ansiedlung von 250 OVO Juden in Palästina. London, 6. August Der Beschluß der amerikanischen Delegation um 18. Zionistenkongreß, einen Antrag auf Sammlung eines Fonds von 25 Millionen Dollar zur Ansiedlung von 250 000 Juden, hauptsächlich solchen ans Deutschland, in Palästina dem bevorstehenden Zionistenkongreß vorzulegen, hat in der englischen Oeffentlichkeit viel Aufmerksamkeit, die sich auch in der Stellungnahme großer Londoner Tageszeitungen zeigt, erregt. „Daily Herald" schreibt, der Plan, 250 000 Juden innerhalb der nächsten vier Jahre in Palästina anzusieüeln, zeuge von Mut und sei aus gesundem Gemeinsinn aufgebaut. Die unerträgliche Lage der jüdischen Minderheit kn Deutschland Der Aampf um den Antisemitismus in Rumänien. Bukarest, 15. August Ausgehend von der Dorfintelligenz, der niederen Geistlichkeit und der Lehrerschaft macht sich in der letzten Zeit, insbesondere in der Moldau und in den Randprovinzen eine stärkere antisemitische Propaganda geltend. Die Präfekten geben sich die größte Mühe, der Bewegung entgegen zu treten und auch der moldauische Metropolit hat eine entsprechende Verwarnung an die Geistlichkeit gerichtet. Die rumänische Negierung dementiert entschieden, daß sie einen gegen die Juden gerichteten Numerus clausus an den Hochschulen zu errichten beabsichtige. Es handele sich einfach um die Ra-umfrage in den Laboratorien, wobei man durchaus nach individuellen, aber in keiner Weife nach konfessionellen Gesichtspunkten vvrgehen werde. Der Unterstaatssekretär im Unterrichtsministerium hat bei Gelegenheit dieses Dementis sich in schärfster Weise gegen den Antisemitismus ausgesprochen, der nichts weiter als eine geistige Epidemie sei, ebensoauch der Führer der radikalen Bauernpartei. Auf der anderen Seite hat es peinliches Aufsehen erregt, daß der Ministerpräsident in einem Rundschreiben an die Generaldirektoren der größeren Jndustrieunternehmungen zwecks Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ersucht hat, bei der Aufnahme von Personal das „Prozentverhältnis zwischen der ethnischen Beoölkerungsmehrheit und den Minderheiten" zu berücksichtigen. Die demokratischen Zeitungen protestieren gegen dieses Rundschreiben, das auch das Organ der Union rumänischer Juden mit dem Hinweis auf die in Rumänien vorhandenen Zehntausende jüdischer Arbeitslosen, denen keinerlei Laufbahn in der Armee oder im Staatsdienst offen stehe, als verfassungswidrig gekennzeichnet. (Weitere Korrespondenzen siehe Seite 13.)

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