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Der Israelit · 1933-08-10 · Heft 32 (10.8.1933) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 32 (10.8.1933)
Date
1933-08-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
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ll» N!., beit is. m ssoZ Nr. 32 Ein Cßiifralorgan für das orthodoxe Judentum Degrüttdei von Dr. Lehmann in Mainz. es Abonnement ab Juli 1929: Deutschland ILO Marl monatlich; Ausland: Bterteltahrpretse (en sprechend dem deutschen Inlandspreis zuzüglich Kokten des Streifbaud-Versandes) Deutsch-Öfterreich: Schilling 8.—; Amerika 1 Dollar; England 6 sh.; ab 1 Juli Frankreich28 Fr.; Belgien ab 1.7.87. Belgaö. Holland 3fl.; Italien ab 1.1.38.18Lire; Iugo» slavien 65 Din.; Litauen 7.50 Sit.; Rumänien ab 1. 7. 27. 150 Lei; Polen 4 deutsche Toldmark zum Tageskurs oder 7 Zloty: Schweiz 5 Fr.; Tfchecho-Slowakei 35 Kronen; Ungarn Pengö 8 ab 1. Juli 1937; Dänemark, Norwegen und Schwede« 5 Kronen ab 1. August 1938. Einzelnummer dreißig Goldpfennige. Der Israelit erscheint jeden Donnerstag. Inserate 50 Doldpf. für die stebeugesp alten« Nonpareille-Zeile. Abonnenten zahlen bei Stellengesuchen und Familienanzeigen nur 40 Pf. Die 75 mm breite Reklamezeile: letzte Tertseite 3.— Mk., vorletzte Tertseite 3.60 Mk.; Thiffregebühr in Höhe eines dopp. Fernbriefportos. Rabatt nach Tarif. Bei laufende« Jnserataufträgen tarifm. Preiserhöhung, jederz. Vorbehalt. Inferatenannahme durch de« Verlag des Israelit G. m. b. H., Frankfurt a. M., Rechneigrabenstratze 7, Tel. Hansa 31084 fow. durch fämtl. Annoucen-Eeped. d. In» und Auslands. Alleinige Jnferatenann. für Franks. Geschäftsanz.: Jul. Schmidt. Oktendflrabe 83 Tel. 48886. Platzoorschr. ohne Verbindlich!. Zahlungen direkt an den Verlag auf Postscheckkonto Verlag des Israelit und Hermon G m.b.tz., Frankfurt (Main) Nr. 19803.—Außerdem an: Polnparkafse Wien Nr.79805.—Postsparkassenamt Budapest Nr. 18434.— Postscheckkonto Vorschau Nr. 190757. — Postscheckamt Zürich Nr. Vlil 73o4. — Postscheckamt Amsterdam Nr.34889 — Po>richeckamt Prag Nr. 79.080 — Rumänische Kreditbank Bukarest und ibre fämtl. Filialen Der Gerichtsstand für alle aus Abonnements oder aus Inseraten stch ergebenden Zahlungsvervflichtungen ist Frankfurt a. M. Der Kampf gegen bie Golklosenbewegung. Schweizerische Blätter veröffentlichen folgende aus agudistischen Kreisen ihnen zugogangene Zuschrift, deren Erörterung auch innerhalb des jüdischen Kreises von Bedeutung sein dürfte: Selbst wenn den: äußeren Anschein nach im Ringen der Menschen nur physische Gewalt vorherrscht, wird der sorgfältige Beobachter erkennen, daß dennoch allem menschlichen Geschehen geistige Strömungen zugrunde liegen. Roch immer hat es sich in der Geschichte erwiesen, daß die Uebertragung des Kampfes auf das geistige Gebiet.und die Austragung der Gegensätze in diesem Bereich letzten Endes zum Siege der Wahrheit und des Guten führen und den Kampf in erträgliche Formen wandelt. Das gilt auch von der umstürzenden Bewegung der letzten zwanzig Jahre, die man wohl am besten als das Ringen zwischen Zuchtlosigkeit und Autorität charakterisieren kann — sei es auf dem Gebiet der Erziehung, sei es auf dem Gebiet der Tradition oder der sozialen Lebensbeziehung. Rlan geht kaum fehl, wenn man dieses geistige Ringen ganz klar anspricht als die Alternative: Für G'tt oder gegen G'tt. Klan wird so dem Gegner am gerechtesten auch in bezug auf die. Sottlosenbewegung, mit der sich diese Darlegungen befassen möchten. wir möchten zunächst auf das vorzügliche, instruktive Werk von Dr. Konrad Algermissen Hinweisen, in welchem diese Bewegung in ihren letzten,' tiefsten Urgründen geprüft wird, das aber anderseits auch die für uns recht beschämende Erkenntnis bringt, daß der geistige Kampf gegen diese Bewegung,'welche nach unserer Auffassung das Heiligste in lder Seele unserer Kinder berührt, außerordentlich lau und dürftig ist. Das hat verschiedene Ursachen. Erstens hatte die Gottlosenbewegung in Westeuropa zuerst stch nur ganz zaghaft' in verschleierter Form und in dunklen unsichtbaren Gängen vorgcwagt, so daß die Gutgläubigen plötzlich erschreckt vor der Tatsache standen, daß der Kampf gegen G'tt und damit auch die Umwandlung der Kulturgüter ganz bedenkliche Fortschritte gemacht hatten, ohne daß eine einheitliche Front der gutgläubigen und positiv ringest eilen -Menschen sich schon gebildet hatte. Die Bildung einer solchen Einheitsfront aber halten wir für die F o r d e r u n g der S t u n d e. Cs ist an der Zeit, daß all diejenigen, die ihren Kindern und der Welt den Glauben an G'tt erhalten wollen, sich irgendwie zusammenfinden. Das alte Rezept von Aloltke: Getrennt marschie- Verlag des Israeli! und Hermon G.m.b.H. Soeben erschien: JUDENTUM UND UMWELT Sechs Vorträge von RABBINER DR. ELIE MUNK in Ansbach i. B. Preis RM. 1.50 Inhalt Das jüdische Bildungsideal / Judentum. Sozialismus und Nationalismus / Glauben und Wissen in der Gegenwart / Gesellschaftliche Formen und Konflikte / Die Bedeutung der Mizwoth / Probleme der jüdischen Jugenderziehung. Frühererschien: ANGESICHTS DES TODES Hungert nicht auch die Seele?! von DR. M. ASCHER in BEX - LES ~ BAINS Preis in steifer Broschur RM. 2.50 Eine außerordentlich aktuelle Behandlung der derzeitigen Weltkrise vom Standpunkte der jüdisch-religiösen Weltanschauung. Zu beziehen durch jede bessere Buchhandlung sowie direkt vom Verlag zuzüglich Porto (innerhalb Deutschland 30 Pfg.) Verlag des Israelit und Hermon G.m.b.K. Frankfurt am Main Recfmeigrabenslrasse 7. Postscheckkonto Nr. 19802 reu, vereint schlagen, war die bisherige Methode. Jede Religion ging ihre Wege, wenn auch beispielsweise in Deutschland wenigstens ein Austausch von Gedanken und Erfahrungen zwischen der katholischen und protestantischen Kirche besteht. Damit aber ist die Bewegung noch nicht stoßkräftig genug. Es gibt vier Religionen, die sich an diesem Kampf beteiligen müssen, wenn er zum Erfolg führen soll', die katholische, die protestantische und die jüdische Religion sowie der Islam, der gleichfalls durch den Einbruch der Gottlosenbcwegung bedroht wird. Eine solche Einigung würde selbstverständlich keiner Religion zumuten, irgend etwas von ihrer spezifischen Art und von ihrem dogmatischen Inhalt aufzugeben. Wenn man aber als das Wesen jeder Religion, ganz allgemein gesprochen, die Beziehung des Wen sehen zur Unendlichkeit versteht, so wäre schon damit eine Grundlage gegeben, von der aus der Kampf gegen die Gottlosenbewegung begonnen werden könnte. Zwei verschiedene Wege zur Erreichung dieses Zieles bestehen. Der eine Weg bestände darin, daß sich die positiven Weltanschauungen aus einen gemeinsamen plan einigen würden, der die gemeinsame Tätigkeit sozusagen auf einen Verkehr zwischen Büro und Büro beschränken würde, während nach außen jede Religion im Kreis i h r e r Bekenner wirkte. Auf dem anderen Wege könnte diese Gemeinsamkeit auch äußerlich in Erscheinung getreten, dergestalt, daß zwischen den Bekennern der verschiedenen Religionen ein Gedankenaustausch stattfände. Dies hätte selbstverständlich, mit der Vorsicht zu geschehen, die ein solcher versuch verlangt; das allgemeine Ziel müßte jederzeit in den Vordergrund gerückt werden, das Spezielle der einzelnen Bekenntnisse in den Hintergrund treten. Wir verkennen nicht, daß cs dazu äußersten Taktes bedarf. In der Voraussetzung, daß im Prinzip alle Religionen die Rotwendigkeit einer Einigung gegenüber der Gottlosenbewegung erkennen, möchten wir einen positiven Vorschlag machen. Die vier Religionen entsenden eine möglichst geringe Anzahl von Delegierten, um in einer ersten K o n f e r e n z zwischen den oben geschilderten beiden Wöglichkeiten zu wählen. Diese Konferenz dürfte am besten in Genf stattfinden, wo an und für sich der genius loci einer Annäherung einander fremder Elemente dienlich ist. Dabei müßte klar ausgesprochen werden, daß zumindestendie Fäden des Kampfes gegen die Gottlosenbewegung in einer Hand zusammenlaufen müssen, weitste auch die finanzielle Grundlage für eine großzügig angelegte Literatur zu schassen hätte, - Denn eine solche ist wichtiger als das offene Auftreten. Selbstverständlich liegt eine gar nicht genug zu

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