Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 74 (1933)
- Issue
- Heft 31 (3.8.1933)
- Date
- 1933-08-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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3. August 1933 Nr. 31 Frankfurt a. M., den 11. Ab 5693 Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. ..... Abonnement ab Juli 1929: Deutschland ILO Mark monatlich; Ausland: Vterteltahrpreise (en sprechend dem deutschen Inlandspreis zuzüglich Kosten des Streifband-Versandes) Deutsch-Österreich: Schilling, 6.—; Amerika 1 Dollar; England 6 sb.; ab 1 Juli Frankreich 28 Fr.; Belgien ab 1.7.37. Belga 8. Holland 3 fl.; Italien ab 1.1.38.18 Lire; Ingo» slavien 85 Din.; Litauen 7.50 Lit.; Rumänien ab 1. 7. 27. 150 Lei; Polen 4 deutsche Gold« mark;um Tageskurs oder 7 Zloty» Schweiz 8 Fr.: Tschecho-ivlowaket 88 Kronen: Ungarn Pengo 5 ab 1. Juli 1927; Dänemark, Norwegen und Schweden 8 Kronen ab 1, August 193). Einzelnummer dreißig Goldpfennige. Der Israelit erscheint jeden Donnerstag. Inserate 50 Goldpf. für die stebengesp alten« Nonpareille-Zeile. Abonnenten zahlen bet Stellengesuchen und Famtlienanzeigen nur 40 Pf. Die 75 mm breite Reklamezeile: letzte Tertseite 3.— Mk., vorletzte Textsette 3.50 Mk.; Thiffregebühr in Höhe eines dopp. Fernbriefportos. Rabatt nach Tarif. Bet laufenden Jnserataufträgen tarifm. Preiserhöhung jederz. Vorbehalt. Jnseratenannahme durch den Berlag des Israelit B. m. S. S., Frankfurt a. M„ Rechnetgrabenstrqße 7, Tel. Hansa 31084 sow. durch sämtl. Annoncen-Exped. v. In- und Auslands. Alleinige Jnferaienann. für Franks. Geschäftsanz.r Jul. Schmidt, Qftendftraße 83 Tel. 48863. Platzvorfchr. ohne Verbindlich!, Zahlungen direkt an ven Verlag auf Postscheckkonto Verlag des Israelit und Hermon G.m.b.H., Frankfurt (Main) Nr. 19803.—Außerdem an: Postfparkaffe Wien Nr.79605—Postsparkasfenamt Budapest Nr 18434. —Postscheckkonto Warschau Nc. 19»757. - Postscheckamt Zürich Nr. V1U 7254. — Postscheckamt Amsterdam Nr. 34869 - Postscheckamt Prag Nr. 78.n«0 — SUnnänische Kreditbank Bukarest und ihre sämtl. Filialen Der Gerichtsstand für alle aus Abonnements oder aus Inseraten flch ergebenden Zahlungsverpflichtungen ist Frankfurt a. M. Die deutsche Orthodoxie und Erez Zisroel. Non Rabb. Dr. Moses Auerbach in Berlin. Die Katastrophe tor deutschen Iudcnhcit fällt zeitlich zusammen mit einer Krise der altpalästinensischeu Orthodoxie, des sogenannten Iischuw Hajoschon, einer 'Krise von solchem geistigen und zahlenmäßigen Ausmaß, daß manche auch hier von einer Katastrophe sprechen. Wir, die wir in jedem geschichtlichen Ereignis ein Zeichen der g'ttlichen Waltung sehen, müssen dieses Zusammentreffen als eine Aufgabe betrachten, die dem Judentum der Gegenwart gestellt ist. Ob es der deutschen Orthodoxie im alten Heimatlande noch ferner möglich sein wird, an der welthistorisch so bedeutsamen" Synthese von Tauroh- und Allgcmeinkultur weiter zu arbeiten, wie sie es feit einem Jahrhundert nach Zielsetzung ihrer großen Führer bestrebt ist, kann kein Wen sch wissen. Das Nichtwissen soll uns nicht zum Verzicht bringen xb nym V1X' Virr' ■nn* Aber es zwingt uns zur Vorsorge, daß in. G. H. die jüdischen Kulturworto der thoratreuen deutschen Iudenheit, die Frucht einer jahrhundertlangen Arbeit, nicht verloren gehen. Daß in dieser Zelt gerade Erez Iisroel das Land ist, das den zur Auswanderung genötigten deutschen Inden verhältnismäßig am meisten geöffnet ist, ist ein sichtbares Zeichen, daß jeder, der es kann, das Land der Väter aufsuchen soll. Der deutschen Orthodoxie stellt sich hier eine doppelte Aufgabe: die eigene Art iit ihrem wertvollsten Teile weiter zu cutwickeln, unter sozial günstigeren Bedingungen, als ihr das aus kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Gründen in Deutschland möglich war, und der altpalästinensischen Orthodoxie in ihrer gefahrvollen Krise zur Seite zu stehen. Es sei hier ausdrücklich betont, daß die Erhaltung dieser Orthodoxie mit ihrer ganz eigenartigen Uotc. wie sic seit Jahrhunderten geworden ist, eine Notwendigkeit für die Gesamtjudenheit ist. Dieser Iischuw Hajoschon, der für unsere Zeit mit Rainen -wie R. Ehajim Sonnenfeld, R. Iizchok Ierucham Diskin, R. Bär Epstein und n"bn f'2 V’-rsn1? K. So rach Brave rma im, R. Wichel Tukazinski unlöslich verbunden ist, d a r f n i ch t a u f h ö r e n. Dieses ganze Taurohmenschentum, innigst verbunden mit dem Ganzdurchdrungensein von der Heiligkeit des Landes, ist ein wert, den das Judentum nicht missen kann. Es wäre rmanV Var xb jnon rn- Beide Wege, das Rur-Taurohmenschsein in seiner grandiosen Einseitigkeit und die innige Verbindung, von Tanröh und All- Hemoinmenschlichem sind notwendig. Beides muß fein, fo wie jeder jüdische Wann an den Wallfahrtsfesten Verlag des Israeli! und Hermon C.m.b.H. Diese Woche erscheint: JUDENTUM UND UMWELT Sechs Vorträge von RABBINER DR. ELIE MUNK in Ansbach i. B. Preis RM. 1.50 Inhalt Daa jüdische Bilduogsldeal / Judentum. Sozialismus uad Nationalismus / Glauben und Wissen in der Gegenwart j Gesellschaftliche Formen und Konflikte / Die Bedeutung der Mizwoth / Probleme der jüdischen Jugenderziehung, Im klippenreichen reißenden 5trom der Zeit wird unser Judentum, gleich einem emporragenden Felsenriff, ruhelos stürmisch umbrandet. Niemals wird dieser Riff untersinken, allein das Judentum sieht sich genötigt, seine Stellung zu seiner Umwelt zu behaupten, zu verteidigen und zu festigen. In diesem heißen Ringen tut nicht minder als unerschütterlicher Lebenswille eine klare Erkenntnis des eigenen Wesens und der hieraus resultierenden Beziehungen zur Umwelt not. Denn die Waffen, mit denen Israel seinen Daseinskampf austrägt, sind ausschließlich Waffen des Geistes, die darum immer aufs neue geschärft werden müssen. Aus dieser geistigen Auseinandersetzung, die in starkem Willen zur Selbstbehauptung wie 2ur Selbstprüiung bis auf die Wurzeln unseres jüdischen Seins zurückführt, sollen neue Kraft, neues Vertrauen und neuer Idealismus emporblühen. Zu beziehen durch jede bessere Buchhandlung sowie direkt vom Verlag zuzüglich Porto (innerhalb Deutschland 30 Pfg ) Verlag des Israeli! and Hermon G.m.b.H. Franbfurl am Main Reciineigrabenslrassa7. Postscheckkonto Nr, 19802 die ganz G'tt geweihten rr*n mVi» u n d die G'tt geweihten und doch dem geheiligten menschlichen Genuß bestimmten am Altar des Heiligtums rrn opferte. Auf keines darf verzichtet werden, soll im jüdischen Leben nicht eine Lücke klaffen. Was für die Diaspora gilt, hat feine doppelte Berechtigung für das Land 5er Helligkeit, das allem jüdischen Streben durch seine Heiligkeit erst das letzte Mdischfein des Sühlens verleiht. Hier darf keine Eigenart des jüdischen Bejahens fehlen: m bl norm kV Beide Formen des Tanrohjudenlnms zu erhalten, ist Aufgabe der Erziehung. Denn die Erhaltung der Kultur ist von der Iugendbildung bedingt. Schüler und Zeitgenosse des Schöpfers unserer Wischna, R. ffehnda des Fürsten, war R. Ehija, der sein Augenmerk auf die Erziehung der Schuljugend zur Tauroh richtete. Richt der Rlcistcr, der Leiter der großen Wctibta ln Tibcrias und in Zipore, sondern R. Thija, der Lehrer der Kinder, durfte auf sich sagen, er habe dafür gesorgt, daß die Tauroh nicht in Vergessenheit geriet. Hinter der Sorge um den wirtschaftlichen Aufbau der neuen Einwanderung in das heilige Land darf die wichtigste 'Aufgabe, die Erhaltung und E rst a r k u n g d e r T a « r o h k u l t u r, nicht zurücktreten. Es muß in Erez ffisroel zwei Formen des thoratreuen Knabenunterrichts geben, beide auf Grundlage der Tauroh. Die eine ist die des alten fsischnw, ganz dem Taurohlernen gewidmet und neben ihm nur das Elementarste an Schreiben und Rechnen, grundsätzlich nach dem alten Programm der Jerusalemer Talmud Thoraanstalten, wie es etwa in Ez Ehajim seit ff ähren gilt. Sehr, sehr wünschenswert wäre die Hebräische Unterrichtssprache-, doch ist sie nicht ausschlaggebend. Bekanntlich sind aus Ez Ehajim hebräische Schriftsteller hervorgegangen, deren Sprache in keiner Weise von der der Absolventen hebräischer Unterrichtsam stallen znrücksteht. Aber wünschenswert ist es, daß die hebräische Sprache von der gesamten ffudenheit Palästinas als ihre Sprache betrachtet wird. Wichtiger ist. daß der Unterrichtsstoff in m e t h o d i s ch e r Weise gelehrt wird und daß die s ch u I h v g i e » i s ch e n Bedingungen allen Ansprüchen genügen. Diese Talmud Thora-Anstalten sind für solche Kinder bestimmt, deren intellektuelle und seelische Veranlagung sie ihren Erziehern als geeignet erscheinen lassen, sich später einmal ganz dem Taurohstndium zu widmen oder Berufe zu erwählen, die zum überwiegenden Teil ans Tanrohausbildung beruhen. Soweit die ehemaligen Zöglinge solcher 'Anstalten geistige Führerbernfe, wie Rabbinat und Lehramt übernehmen sollen, wird es hochbegabten, am Talmudstudium geschulten ffüngtingen