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Der Israelit · 1933-07-28 · Heft 30 (28.7.1933) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 30 (28.7.1933)
Date
1933-07-28
Page
– (sequence 15)
Language
German
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den fandesocganifation dee ftgudas-Jisroet in Deuifefiland. 9. Jahrgang Berlin, 28. Juli 1933 / 5. Ab 5693 0tf)iiftleitung: wolfS. Jacodson in Berlin» Verlagspostanstalt Frankfurt a. M. l Nummer 7 Zur »Drei Wochen"- Aktion des Keren Hajischuw. Es sind in den letzten Tagen so zahlreiche ' Anfragen bei der Leitung der Palästina-Zentrale eingelausen, daß es wohl angebracht ist, die wesentlichsten derselben, welche auch eine größere Oessentlichkeit interessiert^ in den „Blättern" zu beantworten, wobei es selbstverständlich ist, daß auch nach wie vor, Spezialanfragen einzeln erledigt werden. Unsere Führer hatten gesprochen . . . Schon im Jahre 1898 fasste der „Orthodoxe Rabbinerverband" eine Resolution, welche die- «religiöse Ideologie der zionistischen Organisation bekämpft, gleichzeitig aber ausspricht: „Es ist Pflicht der Orthodoxie, zu der religiösen Angelegenheit ersten Ranges, der Kolonisation Palästinas, Tatkräftig Stellung zu'Nehmen und in dieser Beziehung selbständig 'durch eine Parallelaktion vorzugehen, und dieselbe durch Unterstützung der heimischen Bevölkerung bei Koloniengründung zu betätigen." Ende 1 918 beschloß d i c A g u d a l e i - t u n g eine p a I ä st i n a -- A r b e i t s.k o m m i fsion zu gründen, zu deren Aufgaben u. a. gehörte: a) Die Bildung von Ansiedlergruppen aus zuverlässigen Gesinnungsgenossen, die durch ihre persönliche Arbeit im heiligen Lande für die Erhaltung wahrhaft heiligen jüdischen Lebens zu wirken entschlossen sind, . b) die Sammlung ausreichenden Informationsmaterials in allen das Land betreffenden wirtschaftlichen Angelegenheiten und die Errichtung von Auskunftsbüros zur sachgemäßen Förderung der Auswanderung in den einzelnen Ländern und in Palästina, c) die Veranstaltung laufender Sammlungen für die Zwecke der palästinaarbeit auf breiter Basis. Rabbiner Dr, Salomon Steuer s. A. rief am Sabbat Ehannkah -6697 (1919) seiner Gemeinde zu: „Mehr als je dürfte es in unserer Zeit aus Grund der bestehenden Verhältnisse heilige Pflicht sein, das Heilige Land mit recht vielen aufrichtig treuen Iehudim.zu besiedeln, damit es nicht m zum Tummelplatz G'tt und Thorahöhnender, zügelloser Willkür werde." . m-, 1 9 2 1 w u r d e! d i e. p a'\ ä st i n a - Zentrale der A g u d a s I i s r o e I zur Vertretung kultureller und wirtschaftlicher Interessen der Agudas Iisroel gegründet, 19 2 2 wurde die K e r e n Ha j i f ch ü w Company Limited in London eingetragen. Aus ihren Statuten sei folgendes hervorgehoben: § 2. Die Gesellschaft will am. wirtschaftlichen Aufbau Palästinas im Geisteder jüdischen Tradition arbeiten. Ihre gesamte Tätigkeit muß im.Einklang mit den Bestimmungen des jüdischen Religionsgesetzes stehen, das sie unbeschadet der zwingenden Vorschriften des englischen Rechtes.als geltendes- Recht des jüdischen Volkes anerkennt. Die Gesellschaft ruft das jüdische Volk-zur Mitarbeit auf, von der Ueberzeugung durchdrungen, daß die überwiegende Mehrheit des jüdischen Volkes seinen großen Traditionen Treue wahrt und den wirtschaftlichen Aufbau Palästinas in einer Weife vornehmen will, haß das aufblühende Palästinas zugleich ein religiöses Zentrum für das jüdische Volk wird. Die Gesellschaft steht in enger Verbindung mit der Weltorganisation „Agudas Iisroel". Die Weltorganisation „Agudas Iisroel" hat der Gesellschaft ihre Lösung ihrer wirtschaftlichen Aufgaben in Palästina übertragen. § 3. Die Gesellschaft erstrebt die Anbahnung eines freundschaftlichen Verhältnisses der jüdischen Bevölkerung in Palästina zu der dortigen arabischen Bevölkerung. Gesellschaftsreise der Patästiva-Eenkrale, Die nächste Gesellschaftsreise nach Erez Iisroel findet-.am 16. August ab Triest statt. Die Schiff-karten für Hin-und Rückfahrt kosten R.-M. 230.— in der 3. Klasse. Anmeldungen werden möglichst bald erbeten. Palästina-Centrale der Agudas Iisroel Frankfurt am Main, Schwanenftraße 12. § l'7. Die Gesellschaft will allen Gliedern des jüdischen Volkes die Möglichkeit zur Teilnahme beim Ankauf von Land in Palästina geben. Zu diesem Zweck gründet sie einen üolomsationsfond ans. den für den Landankauf gezeichneten Beträgen.- : § 55. Die Gesellschaft will neben der Kolonisation auch die wirtschaftliche Erschließung des Landes in jeder anderen Richtung fördern. ... Blieben aber einsam! Preisausschreiben. Unter den Einzelsp ndern und Agudas gruppen, welche in der Zeit vom 10. Aw bis 10. Ellul 5693 für den „Keren Hajischuw" zummdest^R.-M 100.— überweisen, findet , eine Verlosung statt. Der Gewinner erhalt eine Schlffskarte Triest- Haifa/Haifa-Triest. Bei einer Beteiligung: von mehr als '20 T eilnehmern werden .•5-..V , Schiffskarten, verlost. ......! Die Zahlungen sind zu leisten an die Palästina - Zentrale der Agudas Iisroel Frankfurt am Main, Postscheckkonto 53900. So gelang es. nur. mit unendlicher Mühe, .winzig Kleines, zu schaffen, 1500 Kinder in II schulen zu erhalten, Boden in M a ch n e Iisroel zu kaufen und dessen Kolonisation zu beginnen, Boden in Ol a m und M a d h a r zu erwerben. Beide Böden sind bis..zur Stunde auf den ’ Rainen der Agudas Iisroel eingetragen. nUoch steht unsere Arbeit in den Anfängen, ob^sie-vollendet werden soll, hängt von der Einsicht, dem Verständnis, und der Opferwilligkeit eines j e d e n e i n z e l neu A g u d i st e n ab. Eine freudig bejahende Einstellung zu Erez Iisroel ist nichts neues in ideologischer Beziehung, wohl aber in p r a k t l s ch e r Hinsicht. wie sieht es mit anderen Erziehungsstätten in Erez Iisroel aus? In Tel-Awiw hat unser Gesinnungsgenosse Josef Fette r vor zwei Wochen einen erschütternden Aufruf veröffentlicht. Dort wurden in einer sogenannten religiösen Schule Kinder veranlaßt, a m Sabbat an Fahrten t c r l z u n e h m e n , eine Scöerfeierwucdein einerSch U l e ans „technischen" Gr ü n d e n a m 7. 2l b e n d p e s s a ch w e r a n st a l t e t! Der größte Teil der Bevölkerung hat bis zur Stunde noch keine Ahnung.davon, daß das ungeschmälerte Bekenntnis zur Thora auch einer b i l d u n g s h u n g r i g e n für einen praktischen Beruf zu erziehenden Jugend tradrerbar ist. wir werden deshalb in kürzester Zeit voraussichtlich zu Beginn des Wintersemesters i m Einverständnis mit unseren G e s i n - n n n g s g e n o s s e n i m Heiligen Lande d^u r ch berufene F a chlente ein auf Ehora im d e re ch erez gegründetes Schul w e r k i n T e l - 21 w i w oder Haifa ein richten. In Verbindung damit wird für diejenigen Kinder, deren Ellern noch nicht nach Erez Iisroel zu emigrieren in der Lage sind, ein Internat eingerichtet. 21 n meld u n g c n für dieses I nt c r na t könne n schon jetzt b e i der Palast i n a - Z e n t r a l e d e r 2l g u d a s Iisroel, Fr a n k f u r t a. M., G ch w a n e n st r. 1 2 e t ä t i g t w e r d e n. Die Ankündigung dieses Schulwerks und Internats hat überall in unseren Gruppen den freudigsten Widerhall gefunden. — Der bereits in Tel-2lwiw eingerichtete ü i n d e r g a r t c n unter Leitung von Frl. B o d e n h e i m e r und Frl. Rofenhcim wird heute schon stark frequentiert. Die finanziellen. Unterlagen zur Errichtung dieses Schulwerks müssen neben den Schulgeldern und der Unterstützung durch zentrale Hilfskomitees für Palästina. zunächst für den Llnfang durch alle in B e t r a ch t ko m m ende n interessierten Kreise geschaffen werden, wir haben dafür einen eigenen Fond „T ho r a im d e r e ch e re z" geschaffen und bitten Ueberweisungcn mit diesem Merkworte auf das Postscheckkonto der Palästina- Zentrale Frankfurt a. M. Ur. 55 999 zu übermitteln. Der 2lnfbau der Schule wird zunächst auf der untersten Stufe beginnen, es wird aber auch schon jetzt Gelegenheit gegeben werden durch die Internatseinrtchtung Knaben und Mädchen, die älter sind, einzuschulen. Unabhängige davon bleibt unser bisheriges Gchulwerk weiterbestehcn; cs ist eine unentbehrliche Uotwendigkeit insbesondere' für den alten Iischnw. was geschieht mit der schulentlassenen I u g e n d? Sie wird zum Teil in' den agudistischen Hachscharahstätten in der Diaspora für Erez Iisroel ansgebildct, um dann nach ihrer Ausbildung sich in Erez Iisroel zu betätigen. Um ein anschauliches Bild von einer solchen Hachscharah zu geben, sei ein Auszug aus einem'Berichte von den aus Deutschland stammenden Ehaluzim in Neustadt wiedergegcben, welche die erste Hachscharahgruppe der 2lguda darstellt, welche in Polen domiziliert ist. — weitere Berichte übet die Hachscharahgruppen in Deutschland, Elsaß, Holland, Jugoslawen, Litauen, England werden fortlaufend' veröffentlicht werden. Der Bericht lautet folgendermaßen: Aguda 1« Neustadt. Um überhaupt einen Bericht über eine agudistische sch reiben -und verstehen zu können, muß man wissen, aus welchen Motiven heraus rmiPDn geschaffen sind und was sie bezwecken sollen. Agudas Iisroel schuf nptwn, weil fie einerseits die ungeheure Bedeutung einer echt jüdischen Kerntruppe in V,N erkannt halle, andererseits die gewaltige Gefahr sah, die V/K von einer freien, nicht agudistischen Besiedlung drohte, die nicht a

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