Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 74 (1933)
- Issue
- Heft 29 (20.7.1933)
- Date
- 1933-07-20
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Nr. 29 Der Israelit 20. Juli 1933 Wo aber beginnen? Erklingen da nicht die-mvbVviD-n in ihrem triumphierenden Emporklingen, gleich dem erwachenden Tag und jubelt dort nicht Las °>th vrb dem einziehenden nav entgegen? Ist es nicht das mu -nb ibnr des „Aushebens", das in majestätischer Würde nieder tönte und Las rrba 11122 obiv, der nsm? von mwdas in langsam verhallen- Len Akkorden vorüberzieht? War das nicht eben der beglückende Friedensgruß des nil-rvn tv an ras? ’nsto und klagt nicht dort in schmerzlicher Ergriffenheit das mar- Gebet des uaL rmyn? Klang da nicht die Frühlingsschalmei von 's und Zittert nicht dort in tiefer Wehmut und innerlicher Innigkeit der Ausklang des D’»mn 2«? Und jetzt! in überwältigender Fülle dringen sie zu mir heran, die wauM der ll'rriii a'»'. wer nennt sie alle? Da steigt das ',1 m der mn'bo gewaltig zur Höhe, da steht das vvs i-x *nyn in unbeschreiblicher Hingebung, da ruft das nman ’xxina in hoffnungsvollem Vertrauen, '-na ia schreitet königlich einher; der N112V machtvolles Tönen und verhauchendes Flüstern ist wieder erstanden und der Schrei der m»» durchbricht jählings, erschütternd, läuternd der Töne Fülle. — — Ist das nicht der freudige Klang des bbn am »1210 und hier wieder der weihevolle Ernst des ova-Gebetes und klingt hier nicht der Jubel von rinn nnvva nvvrri b'arr dazwischen? Sind das nicht dort die naim-Lichter im Schein der scheidenden Sonne und zieht nicht die 0212 — wie Sie allein sie sprachen — darüber hin!? Dann wird es stiller — nur noch einzelne Klänge, verlorene Töne entsteigen der Tiefe, woip-Variationen sind es und dann, zuletzt — ein Ton — hinreißend — nachhaltend — unvergeßlich: das nvx iiaii des vnp von nasrn vrri!- Dann ist's zu Ende; erstaunt sehe ich auf! Ich bin am Meeresstrande; rings ist's still — nur das Meer wogt, braust und rauscht wie stets — wie in Ewigkeit. Daß es mir Ihre waiaM in ihrer Schönheit wieder gebracht und daß es sie mit v»rr gekrönt — das will ich ihm nimmer vergessen." Ferien im Liwjath Chen. Die Sabbatvorträge im Liwjath Chen fallen in den Ferienwochen aus. Die Wiederaufnahme der Vorträge wird an dieser Stelle bekanntgegeben. „ Familiennachrichken. Geburtstag: Am 5. August (iana ras?)/ feiert Frau L. Samuel, Kalsruhe, Waldstr. 5, ihren 75. Geburtstag. Geboren: Eins Tochter, Lehrer Jul. Gottschalk und Frau Minna geb. v. d. Walde, Emden Briefkasten. 2. Al. in Str. Mk. 10.— für Spende Nr. 715c eingegangen. K. K. in Ar. Alle Ihre Anregungen sind bei uns schon wiederholt in wirksamster Form gemacht worden. Man darf sich auch bei der Mahnung zur nnon nicht in lauter Anklagen ergehen Wir empfehlen Ihnen den Leitartikel in der jüngsten Nummer zu lesen. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr R.A. Dr. E. Posen — nachmittags ^Stunde vor Minchöim Vereinslokal Mikro, Herr Julius Lewin. — 4 Uhr im Vereinslokal (ebenso Sonntag morg. 8 Uhr) Gemoro, Herr I. Soffer. Eine Stunde vor Nacht, Midrasch, Herr Dr. S. Ehrmann Sonntag 9 Uhr im Vereinslokal: vnna« pa, Herr R. A. Dr. Schlesinger. Sonntag und Mittwoch, tn« >»n, Herr S. Schachnowitz. Montag morgen nach Schul (auch Donnerstag): Mftchna- Mitgliederlernen, — abends 7 Uhr im Vereinslokaftauch Mittwoch) Gemoro Herr Rabb. Dr. I. Breuer. Dienstag (auch Donnerstag) abends 6 Uhr Gmoro, Herr R.-A. Dr. E. Posen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna. Herr R.-A. Dr. E. Posen. Sonntag, Dienstag und Mittwoch abends 8.15 Uhr, im Vereinslokal Schaßlernen. Herr Herz Holpern. Jahrzeitsstiftungen. Samstag, 22. Juli: Jettchen Stern geb. Stern-Stiftung. Dienstag, 25. Juli: Moritz Lewin-Stiftung. Dienstag, 25. Juli: Ludwig Zinkes-Stiftung. Mittwoch, 26. Juli: Gertrud Moses-Stiftung. Mittwoch, 26. Juli: Julius Hirsch-Stiftung. Freitag, 28, Juli: Siegfried Weil-Stistung. Agudas Iisroel-Orksgruppe. Der Schiur des Herrn Rabbinatsaffeffors Dr. Schlesinger findet Samstag nachmittags von 3.15 — 4.15 Uhr und Donnerstag abends von 8.45—10 Uhr statt. — Es wird .tm -oa »naa gelernt. Der iu’p wird in der Wohnung des Dozenten, Schwanenstr. 12 II, abgehalten. Schiurim des Herrn Herz Halpern: Täglich von 9 —12 Uhr: Lernen jeglicher Art. 12—1 Uhr: Das Jomi — Am v2v anschließend an Das Jomi agadischer Vortrag. Agudas Jisroel-Jugend. und Alädchengruppe. Schiurim der Jugendgruppe: Dinim: Dozent Herr B. Rachelsohn. Zeit: Montags 20.30 Uhr in der Wohnung Sandweg 6. Dinim: Dozent Herr Leopold Oppenheimer. Zeit: Mittwochs 21 Uhr in der Wohnung -Värenstr. 12. Tnach: Dozent Herr Louis Kahn. Zeit: Schabbos 10.30 Uhr im Heim. Tnach: Dozent Herr Gerson Schnerb. Zeit: Montags 20.30 Uhr in der Wohnung Kantstr. 4. Gemoro Kesuboth: Dozent Herr Dr. Elieser Posen. Zeit: Sonntags 8—9 Uhr, Montags und Dienstags 20—21 Uhr in der Wohnung Sandweg 44. Gemoro Kiduschin: Dozent Herr Bokor. Zeit: Montags und Donnerstags 20.30 Uhr im Heim. Schiurim der Mädchengruppe: Pirke Aboth: Dozent Herr Julius Lewin. Zeit: jeden Schabbos vormittags nach Schul im Heim (außer wenn Predigt). Pirke Aboth: Dozent Herr Konrektor A. Hirschberg. Zeit: Samstag 4 Uhr im Heim. Ieschajo: Dozent Herr Studienrat Dr. M. Lange. Zeit: jeden Schabbos nachmittags 16 Uhr in der Wohnung Röderbergweg 36. Muffar: Sonntag, den 23. Juli, mittags 12 Uhr Herr Jacob Rosenheim. Dinim: Dozent Herr Konrektor A. Hirschberg. Zeit.' jeden 2. Montag 6—7 Uhr. Aguüistische Schülergemeinschaft (A. S. G.). Referate mit anschließender Diskussion. Schabbos Nachmittag 17.30 Uhr im Heim. Hebräische Sprachkurse. Leiter: Herr V. Messerer. Mittwochs 20.30 Uht im Heim. Unkostenbeitrag —.20 Mk. pro Stunde. Jüdischer Turnerbund E. V. Sommerprogramm 1933 Herren; Sonntag vormittag: 10 Uhr Spiel, kleine Ostparkwiese. Dienstag: 7—9 Uhr Sport und Spiel, kleine Ostparkwiese. Donnerstag: 8.30—10 Uhr Turnen (S. R. Hirsch-Schule) Damen: Mittwoch: 8.30—10 Uhr Turnen u. Gymnastik Volksschule, Bärenstr. Knaben: Sonntag: 10 Uhr Spiel, kleine Ostparkwiese. Montag: 6—8 Uhr Leichtathletik und Turnen, S. R. Hirsch-Schule. Dienstag : 5—7 Uhr Sport u. Spiel, kleine Ostparkwiese. M ä d ch e n : 1. Abteilung: Mittwoch, 2-3 Uhr, S. R. Hirsch-Schule; 2. und 3. Abteilung: Mittwoch, 6—8 Uhr, Isr. Volksschule, Bärenstraße. Neuanmeldung werden am Turnboden gern entgegengenommen. Beshamidrafch Oskendstraße. Sabbatmittag 12.30 Uhr Midrasch. Sabbatnachmittag 6.15 Uhr „En Jaakauw". 1/2 Stunde vor Nacht Vortrag. Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes Frankfurt a. M. Langesiraße 3. Donnerstag, 27. Juli vorm. 10 Uhr Arbettssitzung. Gebetzeiten. 'ZWS D1V2 JUtP Freitag abend 7.40 Samstag 6.30 Samstag morg. 7.45 Samstag nachm. 1.00 und 5.00 Samstag abend 9.20 Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Nachmittags 7.15 Tefillinlegen am Morgen 3.30 Damen- und Herrenwäsche, Strümpfe, Strick- und Kurzwaren kauft man gut und billig bei Wilhelm E d i n g e r, Bergerstraße 152. Das Geschäft ist am aiv am ras? streng geschlossen und sollte insbesondere allen Gesetzestreuen daran liegen, bei gutem und billigem Einkäufe raB?naie? zu berücksichtigen. Die Bremer Jmport-Kaffee-Großrösterei Earl Max Josephs, sicherlich den meisten unserer Leserinnen und Lesern seit Jahren bekannt, versteht es ausgezeichnet, den Wünschen all ihrer Kunden — preislich und geschmacklich — gerecht zu werden. Jeder, der daher eine gute Tasse Bremer Kassee ZU schätzen weiß, sollte sich genannter Firma bedienen. Wir weisen noch besonders auf die heutige Anzeige der Firma hin. Tifchobeaw-Nachk. Von Raymond Retter.*) Nahst Du Dich wieder, Herr und G'tt Und rührst mich an mit Deinem heil'gen Finger! Dein Hauch allein schon stimmt mich feuertrunken! Füllst Du mich ganz wie jetzt, Bin ich nicht selber Dich!!! — In dieser Nacht, mit ihrem schwarzen Schweigen, Da rissest Du, Gewalt'ger, Deinen Tempel ein Und bliesest sie, die ungestümen Väter, Wie Spreu in alle Winde, Sie einzutauchen in der Qualen goldne Quelle, Der Welt ein Spottbild der Verachtung. Und nun, nach fast zweitausendjähriger bestand'ner Prüfung, Rust uns Dein Knecht ein Donnerwort entgegen, Und Israel, das totgeglaubte. Horcht, erwacht, — und spannt die Saiten ... Horch auf, du Welt, wenn Israels gewalt'ge Trommeln wirbeln! Horch auf, du Welt, wenn Israel erwacht, — Wenn Herz und Geist wie mächt'ge Zimbeln öröhnen. Wenn die Barmherzigkeit gewalt'ge Funken schlägt Und Recht und Wahrheit mit Gerechtigkeit verbündet gewaltig ausloht, Und die Versöhnung, Friede, laut wie Wassenklang erschallen Und-Liebesglut zur Menschheit schmettert wie Trompeten, Daß Erd' und Himmel sich entgegenhüpfen, Dann horche auf, du Welt, und rüste dich zum Ende. — *) In der Nacht von Tischobeaw zu Gens . während eines furchtbaren Gewitters am Vorabend des Kongresses des „Weltbundes jüdischer Jugend" im Jahre 5690, gedichtet. (Mit „Dein Knecht" ist Äime Palliere mit feiner vehementen Anklageschrift gegen das französische Judentum gemeint.) Das kostbare Atohelmesserchen. Beim Lesen der Erzählung „Ein Licht aus dem Westen" wurde ich bei der Fortsetzung, die vom M 0 - Hel messerchen Rabbi Nassaus in der Hand des Chatam Sofer handelt, an meinen Lehrer Rabbi Juda Grünwald b-xv Oberrabbiner von Szatmar, Verfasser des min’ jnar lebhaft erinnert. Ich war einer seiner jüngsten Schüler, damals dreizehn Jahre alt. Der gefeierte Rabbi hatte eine Enkelin des Rabbi Mosche Sofer zur Frau. Cs ist mir noch in Erinnerung, wie oft er uns das Mohelmefferchen in kostbarer Holzeinfassung zeigte und dabei bemerkte: „Dieses Mohelmeffer gebe ich nicht für Millionen her, es stammt von Chatam Sofer." Der Griff dieses Messers war in der Tat von einem eigenartigen harten Holz, wie man es hier nicht kennt, und hatte die Größe und die Form eines krummen Holzastes. Das Messerchen selbst, in. normaler Größe, nahm sich im Verhältnis zu dem Griffe sehr klein aus. Das Holz trug noch die Rinde und ringsherum waren die Worte eiugraviert: -i'bN aasa a's?as r\vbv nana Es ist keine Frage, daß es das Holz von der A b ratz a m s e i ch e war, von der in der Novelle erzählt wird, und auf die auch die Aufschrift anspielte. Das Messer dürfte sich noch in der Familie des Chatam Sofer befinden. Akiba Löwy, Kantor in München. Von der Frau für die Frau. Von der Mutter der Veth Jakob-Bewegung- Frau Sarah S ch e n i e r e r , ist ein Band erschienen, der die verschiedenen Essays und Skizzen, mit denen diese Frau durch eine Reihe von Jahren die Frauen und Mädchen ihres Landes geweckt hat, enthalten sind. Den ersten Teil des Buches nehmen eine Biographie der Verfafferin und ein ausführlicher Bericht über Bes Jaakauw und Bnoth Agudas Iisroel, darin insbesondere das Lehrerinnenseminar in Krakau, die diversen Kurse und das S ch u l w e r k des Bech Jaakauw geschildert sind. Es folgen stimmungsvolle Aufsätze über die Feste und hervorragenden Gedenktage des Jahres. Ein eigenes Kapitel ist dem Pflichten leben der jüdischen' Frau gewidmet. Zehn Briefe an die. jüdischen Kinder zeugen von seinem pädagogischem Takte und sind von einem Tone getragen, der den Weg in das Herz des Kindes finden muß. Gute Illustrationen veranschaulichen Schulklassen und Ferienkurse des Bes Jaakauw, besonders die in R a b k a, den Unterricht im Krakauer Seminar, eine B. I.-Schule in Jerusalem, Ausflüge, und Treffen der Bnoth Agudas Iisroel in Polen, Konferenzen und Beratungen, auch eine Sitzung des Orthodoxen Frauenkongresses in Wien aus Anlaß der zweiten Keneffio Gedauloh. Die „Gesammelten Schriften" sind von der Zentrale der Bnoth Agudas Iisroel in Polen im Verlage Bes Jaakauw, Lodz herausgegeben. Im Verlag von Rüben Maß, Berlin, ist ein Verzeichnis von jüdischen Frauen, die zu verschiedenen Zeiten Frauenliteratur, oder andere Schriften moralischen, literarischen oder religiösen Inhalts . verfaßten, Herausgaben oder zum Drucke verhaften. Zusammengestellt ist das Merkchen von A. M. Habermann. Es enthält eine große Reihe wertvoller Urkunden in hebräischer und jüdisch-deutscher Sprache, die den Literaturhistorikern und Bibliographen ein reiches Material liefern. Man begegnet hier Frauennamen aus dem 17. Jahrhundert, aber auch aus letzterer Zeit bis zur Gegenwart. So ist aus Seite 23 auch Schoschana P ersitz, geb. Slatopolski genannt, Begründerin des Qmonutf) 23et,= lags, früher in Moskau-Frankfurt, jetzt in Tel-Awiw. Eine große Reihe von Namen im Register zeigt uns, daß der Anteil der jüdischen Frau an der älteren und neueren hebräischen Literatur gar nicht so gering ist, wie man gemeiniglich annimmt.