Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 74 (1933)
- Issue
- Heft 27 (6.7.1933)
- Date
- 1933-07-06
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Nr. 5 liehe Feier 6er alten Rlauadim. (5s muß von vornherein feststehen, daß es für das wahre jüdische Volk keine Kompromisse geben kann mit der Idee des Zionismus, der die Gegebenheit des Volkskörpers nicht sehen will, und der glaubst einen natürlichen Klcrll schassen zu können, ohne daß zuvor der bewußte gegeben ist. Jene Empörer, mit und ohne Wissen,. die wähnen, mit ihrem nationalistischen Spuk einen Golem, den sie jüdische Ration nennen, aus die Beine zu stellen, daß er lause- und lebendig sei, Körper ohne Seele, Knisso Loorez ohne Waamad har stnai, Ausbruch ohne Bundesläde, der Weg durch das philisterland. Wir aber wissen: lau sokum, welau Wehl Und es kann auch kein Kompromiß geben zwischen uns und der Gespaltenheit der misrachistischen „Idee", die glaubt vereinigen zu können die Gesetzestreue zu Hause und das Allerweltsvolksleben auf der Straße, in der Vesfcntlichkeit, die nicht sehen will, wie die Tauroh sich immer ängstlicher zurückziehen muß, wie die Jugend den Zwiespalt zwischen dem Draußen und dem Drinnen nicht ertragen kann. Das Leben des Volkes der Tauroh! Aber über diesem neuen Ruf darf Agudas Iisroel nicht vergessen, daß sie das Volk ist, und daß sie für alle die Aienscheu die Verantwortung trägt, die G'tt in das jüdische Schicksal einbezieht, daß die andere Ausgabe heißt Eroberung der ungegliederten jüdischen Klassen für das Gesetz. Gerade von dem Form gewordenen und dadurch sichtbar gewordenen Willen zum Gesetz aus wird es leichter sein, die Außenstehenden in den bewußten und natürlichen Klall einzugliedern, wenn zugleich mit denk ungeschwächten Willen zur eigenartigen Gestaltung des Volkslebens und dem damit verbundenen Kampf gegen Zionismus und Alisrachismus klar bleibt, daß der Kampf gegen die Idee allein geht, niemals gegen die Menschen, unsere Brüder und zukünftigen Genossen, von dieser weiten Schau auf die Gesamtheit aller durch das Schicksal jüdischen Menschen her erwächst der Aguda das Recht, eigene Ideen über das Verhältnis der Mandatarmacht und zu den das Land mitborvohnenden AraKrrii zu entwickeln. Die Pflicht, sich Gedanken darüber zu machen, entsteht ohnedies mit dem Moment irgendwelcher aus die Zukunft berechneter Siedlungsarbeit. Auch die „außenpolitische" Haltung der Aguda muß sich aus ihrem Grundzrel ergeben. Deshalb keine nationalistischen Aspirationen. Bejahung des binationalen Staates. Jedoch Wahruitg des angemessenen jüdischen Lebensraumes, wobei, wieder mit dem Blick auf die ganze Summe jüdischer Menschen, nach außen eine einheitliche Stellungnahme aller Juden erwünscht ist. Im übrigen liegt die Front im Innern in der Gestaltung des Volkslebens nach dem Gesetz und in der Eroberung aller Glieder des gegebenen Klall Iisroel für den bewußten und natürlichen klall Iisroel. Agudistische Delegiertentagung in Baden. In Baden bei Wien fand vergangenen Sonntag die diesjährige Delegiertentagung des Landesverbandes agudistischer Jugendvereine O e st e r r e i ch s bei zahlreicher Beteiligung vieler Gruppen (manche waren durch das Nögenwetter am Erscheinen verhindert) statt. Nach der Eröffnung durch den Präsidenten, Herrn Siegmund Stern, der unserer schwerleidenden Glaubensbrüder in Deutschland und der im letzten Jahre verblichenen Großen in Iisroel gedachte, wurde das Tagespräsidium, bestehend aus den Herren: Generalsekretär David Türkl, Theo Klein, Armin Goldschmidt und Leser Rosenberger, gewählt. Unter den anwesenden Gästen bemerkte man den Präsidenten der Badener Kultusgemeinde, Herrn Anton Stern, die angesehensten Baale-Batim der Kehillo und einen Vertreter der slowakischen Aguda-Jugend. Herr David Bondy hielt ein mit großem Beifall aufgenommenes Referat über „Unser Kampf gegen die Gottlosenbewegung", in welchem er, nach einem historischen Rückblick, auf den Zwiespalt hinwies, der sich aus der einseitigen Betonung des Nationalismus ergibt. Wie der Sozialismus, so ist auch der Nationalismus eine große Gefahr für jede Religion. Es gibt keine „Neutralität" der Religion gegenüber. Wer nicht für sie ist, ist gegen sie. Gemeinsam könnten die religiösen Richtungen aller Konfessionen gegen das zersetzende Gottlosentum kämpfen. Der Zionismus mit seiner übersteigerten und alleinigen Betonung der Nationalität bedeutet die größte Gefahr für das religiöse Judentum. Den Generalbericht erstattete Herr Siegmund Stern. Die wirtschaftlichen Verhältnisse haben die Tätigkeit des Landesverbandes stark eingeschnürt, zum Der Israelit Blätter anderen Teil ist die mangelnde Aktivität mancher Gruppen an den bisherigen geringen Erfolgen schuld. Jetzt heißt es, sich neuerlich zu engster gemeinsamer Aufbauarbeit zusammenzüjchließen und das aufgestellte Arbeitsprogramm in Bälde zu verwirklichen. Eine „Haschlomoh-Azmis"-Bewegung muß durch die Herzen aller gehen und von den Gruppen tatkrästigst gefördert werden. Herr Generalsekretär David Türkl referierte über „Agudas Iisroel und Erez Iisroel". Von der grundsätzlichen Einstellung der Orthodoxie zu Erez Iisroel ausgehend, beleuchtete der Referent die derzeitige politische, wirtschaftliche und religiös-kulturelle Lage, erläuterte die Einwanderungs- und Cxistenzmöglichkeiten und rollte ein Bild der bisherigen Leistungen der Aguda in und für Erez Iisroel auf. Nicht genug entschieden kann der von den Zionisten jetzt verbreiteten Anschauung entgegengetreten werden, die aus den. jetzigen Leiden unserer Gaubensbrüder einen „Beweis" für ihre „Heilsiehre" ziehen und an diesen Leiden ihr Süppchen kochen wollen. Die organisierte Orthodoxie, führt einen erbitterten Kamps gegen die zionistischen Instanzen und die nicht minder zionistische Jewish Agency, die einen Numerus nullus für die Einwanderung religiöser Juden nach Erez Iisroel praktizieren, obwohl gerade die religiösen Juden in erster Linie ein Anrecht auf das vom Allmächtigen dem jüdischen Volke vermachte Heilige Land haben, und die mit allen billigen und unbilligen Mitteln ein religiöses Gemeinschafts- und Einzelleben verhindern, indem sie nicht nur selbst Chilul Schabbos und schwerste Neligionsverletzuttgen dulden und fördern, sondern indem sie auch die öffentlich-rechtliche Anerkennung selbständiger religiöser Gemeinden durch die englische Regierung zu Hintertreiben verstehen. Ihnen gilt daher unser Kampf. Ohne den alten religiösen Jischuw in Erez Iisroel wäre das ganze stolze Aufbauwerk der Zionisten überhaupt nicht möglich gewesen. Der Referent beantragt zum Schlüsse die beiden am Ende unseres Berichtes abgedruckten Resolutionen, die mit Begeisterung einstimmig angenommen werden. Im Anschluß an die Tagung hielt Sr. Ehrw? Herr Oberrabbiner Dr. H. Carleb ach einen ausgezeichneten, feinsinnigen Vortrag „Gedanken über Mustar" an die versammelte Jugend und die zahlreich anwesenden Badner Vaale-Vatim. Oberrabbiner Dr. Carlebach erläuterte das Wesen des Mussar und die verschiedenen Mussar-Strömungen, die, von Rabbi Iisroel S a l a n - t e r f. Z. l. ausgehend, heute noch in Litauen intensiv gepflegt werden und forderte die Anwesenden auf, sich selbst mit Mussarlernen mehr als bisher zu beschäftigen und in die gedankenreiche, herzreinigende und erhebende Mussarwelt einzudringen. Wir veröffentlichen nachstehend die vom Delegiertentag beschlossenen Resolutionen: I. Die am Sonntag, den 18. Juni 1933, in Baden bei Wien auf einer Landestagung versammelten Vertreter der jüdisch-religiösen Jugend Oesterreichs erheben leidenschaftlichen Protest gegen die Art der Verteilung der Zertifikate für die Einwanderung nach Palästina durch die Palästina-Aemter der Jewish Agency. Während auf der einen Seite die Jewish Agency für sich die Rechte einer Vertetung des gesamten jüdischen Volkes in Anspruch nimmt, werden von ihr auf der anderen Seite die religiösen Juden auf das schwerste benachteiligt und durch ihre Taktik verhindert sie die Einwanderung religiöser Juden und damit auch den Ausbau - des heiligen Landes in religiöfeln Geiste, getreu der Ueberlieferung und Tradition. Die religiöse Judenheit erblickt in Erez Iisroel das Land, das vom Allmächtigen dem jüdischen Volke für ewige Zeiten geschenkt wurde und sie hält den Ausbau Palästinas nur im Sinne der Tradition und Ueberlieferung für möglch. Die religiöse Judenheit wünscht ein friedliches Einvernehmen mit der eingeborenen Bevölkerung Palästinas. Von diesem Grundsatz ausgehend, fordert die religiöse Judenheit von der Mandatarmacht und von dem Völkerbund, daß sie endlich den berechtigten Wünschen der religiösen Judenheit Gehör schenken und daß sie durch Gewährung von Zertifikaten an die Agudas Jisroel die Einwanderung von religiösen Juden nach dem gelobten Lande ermöglichen. U. Die am Sonntag, den 18. Juni 1933, in Baden bei Wien aus einer Landestagung versammelten Vertreter der jüdisch-religiösen Jugend Öestererichs erklären, daß die durch zionistische Instanzen betriebene Verhinderung einer öffentlich-rechtlichen Anerkennung selbständiger religiöser Gemeinden in Palästna, schwere Gewissenskonflikte für die gesamte religiöse Judenheit heraufbeschwören und betrachten die diesbezügliche Stellungnahme der zionistischen Instanzen als eine schwere Versündigung gegen den Geist des Judentums und seiner Thora. Nach unseren Grundsätzen muß jedes Tun und jedes Lassen eines jeden jüdischen Menschen in erster Linie von dem Thoragesetz bestimmt sein. Es kann nicht angehen, daß religiöse Juden gezwungen werden, einer Gemeinschaft anzugehören, die dieses religiöse Grundgesetze in allm ihren Handlungen mißachtet. W-r fordern daher neuerlich von der englischen Regierung und von dem Völkerbund, daß sie endlich eine öffentlich-rechtliche Anerkennung selbständiger gesetzestreuer Gemeinden in Palästina ermöglichen und daH. endlich jener mittelalterliche Zwang aufhöre, der unsere religiösen Glaubensbrüder Tag für Tag in die schwersten Gewissenskonflikte verwickelt. -:- , 6. Juli 1933 1 Spendenliste der paläslina-Zeptrale der Agudas Iisroel Frankfurt . um TRain, Postscheckkonto 53900 Asm. (Fortsetzung der Spendenliste aus Nr. 4 der „Blätter".) Keren Erez Iisroel. (Schulwerkfond. Höchst: dch. Lehrer Kahn 18.20. Hofheim: dch. Lehrer Höchster 29. Horb: Rabb. Dr. Schweizer 5. - Hüttengesätz: I. H. 8. Jchenhausen: dch. I. Gradmann 60. Jhringey: Frl. Lina Weil 8, dch. Lehrer Kahn v. Frau Else Kahn 10.50, Erich Kahn 1, zus. 11.50 Kasbach: Israelitische Kultusgemeinde 117.50. Karlsruhe.- Samml. dch. Rabb. Muhalski: Ruth Weil und Liese Heinemann 12.60, Julius Reutlinger 7.20, Gerda Ladenburg 5, Klara Schönwalter 4.80, Syuagogenspende 1, zus. 30.50, Kindersammlung von Martha, Trude und Bruno Stern 13.22, Professor Dr. Samson Breuer 10.— Kassel: NN. 26, Berthold Katz für 6 Monate R. CH. Sp. 30, D. Ullmann 4. Kitzingen: dch. Hermann Schönfärber 81, Samml. bei Hochzeit Daniel Schönfärber mit Frl. Martha Kaufmann, Brückenau 20, zus. 101, dch. Rabb. Dr. Wohlgemuth, Samml. v. Frau Meta Selig in Zeilitzheim 7. Kl. Krotzenburg: NN. 6. Köln: dch. Rabb. Dr. Carlebach 24.21. Königsbach: Helene Dreifuß 3. Königshofen: Samml. durch Walter Zeilberger und Normann Blechner 73.20. Krumbach: dch. Frau Dolce Oettinger 52, Frau R. Adler 5. Külsheim: dch. Sally Scheuer: v. Meier Kahn W. 4, Zerline ~ Brückheimer 2.25, Terese Brückheimer 1, Regine Naumann 3, Molchen Scheuer 1.50, Jettchen Hahn 2.50, TtatJjilbe Baum 1, versch. Spenden 8.70, NN. 4.50, Samuel Scheuer 2, Beruh. Hahn 0.50, Sam. Scheuer 0.50, Moses Brückheimer 0.20, Albert Stern 0.30, Max Brückheimer 0.20, M. Naumann 1, Sam. Scheuer 0.50, Mofes Brückheimer 1, Max Brückheimer 2, Siegfried Hahn 2, NN. 0.70, versch. Spenden 12.50, NN. 2, NN. 3.55 zus. 57.40. Ladenburg: Fritz Hirsch 10. Leer: Lehrer Popper 7.60. Leipzig: dch. Dr. O. Dzialowskr: Sammlung der Kinder: Flamm 2.63, Kanarek 3, Geschw. Dzialowski 6.35, Lilll und Goldi Berger, Daniel und Dora Gothels zus. 11.55, Ruth Kroch 5, Adolf Storch 3.50, Zwick 3.07, Regina Jgelseld 4.16, Lea Rosner 3.98, Ruth Sender 3.15, Abraham Bernstein 6.98, Manfred Reis 3.51, Elfriede Sender 1.90, Geschw. Ettlinger 4.88, Geschw. Oppenheimer 14.10, Geschw. Merkin 15, Kinder Dzialoszinski 3.17, Leo Stümmler 5.60, Simon Offner 1.50, Ruth Offner 1, Geschw. Dzialosczinskl 10.41, Efr. und M. Krautner 3.10, Dina Nathansen 1.31, Adi Krieser 4,, Prinz 2.50, ZUs. 135.35, dch. Dr. O. Dzialowski R. Eh. Sp. 118.80, dch. Agudas Jisroel-Jugendgruppe 102.75, Merkin 6. Lohr: F. Hirsch 7. Mainz: dch. Rabb. Dr. Bamberger Samml. der Chewra Kadischa bei der Sudo 14, dch. Leo Moritz v. Dr. Kallmann 15. Malsch: May Heß 2. Mannheim: I. Dreyfuß 3, Rabb. Dr. Unna 5, dch. Dr.. Buttenwieser Spenden Mannheim Ludwigshafen 32. Marburg: dch. Rabb. Dr. Cohn v. Frau Joh. R. Kirchhain 3, Synagogen-Spende 2, v. Dr. Bl. 1, NN. 5, NN. 5, zus. 16. Marktbreit: dch. Hauptlehrer Simon Brückheimer: von I. Sänger 2, Gebr. Sänger 3, Goldbach 1, Ungen. 6.70, I. Rosenseld 4, Heß 3, Dachauer 4, NN. 0.30, M. Rosenberg 1, Familie Sonn 5, Familie Rosenberg 4, Ungen. 5, Adler 5, Brückheimer 2.20, R. Oppenheimer 1, D. Wurzmann 5, Goldbach 3, Mach. Haschekel 21.31, Purim-Samml. 12.50, Schulbüchse 11.11 zus. 100.12. Melsungen: Israel. Gemeinde 4.65. Mergentheim: Albert Adler 1. Mosbach: Israel. Gemeindekasse 5, dch. Rabb. Greilsheimer: v. Frau Frieda Israel in Strümpfelbrunn 2.60, Heinrich Israel II Strümpfelbrunn 2 zus. 4.60. München: A. Schindler 5, dch. Jakob Kahn: o. Stiefel 5, Em. Adler 3, Ehrentreu 1, Berta Frankel 2, Pappenheim 1, Rosenbusch 3, zus. 15, Felix Feuchtwanger 15, Arthur de Beer R. CH. Sp. 12, Dipl.-Jng. Will). Stern 1.80. Nachod: Rabb. Hugo Stransky 3. Neckarbischofsheim: aus Israel. Gemeinde 6.12. Nentershausen: dch. Lehrer M. Katz 16. Niederstetten: dch. Oberlehrer Oberndorfer 10 und 3, aus Israel. Gemeinde 90, zus. 103. Nördlingen: dch. Lehrer Strauß: aus Gemeinde 30. Nürnberg: dch. NN. 34, dch. Moritz Klugmann v. NN. 4, dch. A. Dachauer 8.65, v. Horwitz 10.20, insgef. 22.85, dch. Markus Gelernter Samml. r>. Max Jeidel und Albert Bronner v. Ardia-Werke A. G. 10, M. und I. Gutmann 10, David Katz 5, Jakob Wolf 3, zus. 28, dch. Dr. Gustav Münz v. Fritz Goldschmidt 20, Dr. G. Münz 5, zus. 25. Oberseemen: Willy Goldschmidt 1. (Fortsetzung der Spenden in nächster 7lr. der „Blätter".)