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Der Israelit · 1933-05-24 · Heft 21 (24.5.1933) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 21 (24.5.1933)
Date
1933-05-24
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Der Israelit Nr. 21 Seite 11 24. Mai 1933 Korrespondenzen * Mricbten. ENUlKKd. Englische Bischöfe zur Judenfragc. London, 18. Mai. In B : r in i n g h a m fand eine große interkonfessionelle Versammlung statt, in der alle ch r i st I i ch e n Bekenntnisse Englands sowie.die Heilsarmee offiziell vertreten waren. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand eine Ansprache des anglikanischen Bischofs von Birmingham, Dr. E. W. Barne ß. Den Vorsitz führte der Bürgermeister von Birmingham. Bischof Barneß erklärte, er habe den Bürgermeister gebeten, diese Versammlung einzuberufen, damit öffentlich der in England allgemein herrschenden Ansicht Ausdruck gegeben werden könne, daß jede Diskriminierung von Angehörigen der jüdischen Rasse in sozaler oder pvlitischer Hinsicht dem Geiste und den Grundsätzen der christlichen Glaubens zuwiderlaufe. Er hege große Bewunderung für das deutsche Volks das so wertvolle Beiträge zur abendländischen Kultur geliefert habe. Ebenso sei er dessen eingedenk, daß die Juden glanzvolle Mitarbeit an der allgemeinen Kultur geleistet haben. Die Juden hätten sich als gute Europäer erwiesen, deshalb könne an die gegenwärtige deutsche Regierung die berechtigte Forderung gestellt werden, die Juden in Deutschland nicht zurückzusetzen. Gleichzeitig mit dieser Forde- - rung rücke er entschieden von gewissen Vorfällen in Lon-; don ab, in denen Jrregeführte ihre Feindseligkeit gegenüber dem Hitler-Regime kundgetan hätten. Man müsse sich damit begnügen, an die aus Deutschland nicht verschwundene bessere Einsicht zu appellieren. Der römisch-katholische Erzbischof von Birmingham, Dr. T. L. Williams, erklärte, bei der Beurteilung der Lage müsse man berücksichtigen, daß man einerseits auf Zeitungsberichte angewiesen sei, andererseits als formeller Grund für die Zurücksetzung der Juden in Deutschland geltend gemacht werde, sie seien Kommunisten. Ungeachtet dieser beiden Vorbehalte aber schließe er sich aus ganzem Herzen dem Protest gegen die Zurücksetzung der Juden an. Als Christ könne er nicht die Theorie akzeptieren, daß Menschen wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Rasse ihrer Rechte beraubt werden sollen, als Christ wende er sich durchaus gegen eine derartige Verfolgung. Prof. H. G. Wood äußerte die Meinung, daß gerechtere und großherzigere Politik-gegenüber Deutschland nach dem Kriege hätte vermutlich die Abhaltung dieser Versammlung überflüssig gemacht. Sir Charles Grant Robertson, Vizekanzler der Universität Birmingham, erklärte, die großen nationalen Ziele des Programms der Hitler-Bewegung seien erreichbar auch ohne die Zurücksetzung von Juden aus dem einzigen Grunde, weil sie Juden sind, sie seien erreichbar ohne diese entstellenden Begleiterscheinungen, gegen die die Teilnehmer dieser Versanunlung als Christen' Einspruch zu erheben wünschen. Als letzter Redner sprach der Oberrabbiner von Bir-! mrngham, Dr. 21. Cohen, der insbesondere das 2lrn.ument einer angeblichen Verbindung von Judentum und Kommunismus bekämpfte und darauf hinwies, daß die Zahl der jüdischen Beelen in Deutschland, einschließlich der Kinder, bloß 600.000 beträgt. Tiefste Besorgnis müsse bas Schicksal der irdischen Kinder erwecken, die in einer Atmosphäre von Haß und Mißtrauen auswachsen. Aehnlich verlief die unter dem Vorsitz des Bischofs von Bradford, Dr. Bunt, in Bradford abgehaltene Versammlung. In einer, einstimmig angenommenen Resolution wird au das Gewissen des deutschen Volkes und an den Gemeinsam seiner Führer der Appell gerichtet, für alle Bewohner Deutschlands, Juden und Nichtjuden, Gewissensfreiheit und Gleichheit der Rechte auf wirtschaftlichem, bürgerlichem und politischem Gebiet wiederherznstellen. Einheitsfront des englischen Judentums in der Hilfsaktion für deutsche Juden. London, 18. Mai. Die Zusammenfassung aller Hilfsaktionen zugunsten der deutschen Juden in England ist nach längeren Verhandlungen zustande gekommen. Als Hauptinstrumcnt der Hilfsarbeit wurde in London der „Britische Zentralsonds für die deutsche Judenheit" gegründet, dessen Präsidium Lord Reading, Dr. Weizmann, Lionel de Rothschild, Chiefrabbi Dr. I. H. Hertz und Nahum Sokolow übernommen haben. In der Verlautbarung über die Gründung des Fonds wird gleichzeitig mitgeteilt, daß die Durchführung der geplanten großen Einheitssammlung demnächst durch ein Komitee in Angriff genommen werden wird, an. dessen Spitze Anthony de Rothschild steht und dessen übrige Mitglieder Simon Marks, Edward Varon und Philip S. Waley find. Die infolge der Zurücksetzung der Juden in Deutschland über die Judenheit hereingebrochene Krise, so heißt es in der Verlautbarung, erfordere den Zusammenschluß aller britischen Juden in der Hilfsarbeit für'ihre deutschen Vrü-i der. Es fei beabsichtigt, ein Exekutivkomitee und einen Rat einzusetzen, ebenso andere zentrale und lokale Komitees, um alle Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft Großbritanniens zu erfassen. In der kommenden Woche soll der Ausruf des Zentralkomitees gleichzeitig mit der ersten Spendenliste veröffentlicht werden. - Der Sitz des Zentralfonds wird sich im jüdischen Gemeindezentrum in Woburn-Hvuse befinden. Zn Sekretären wurden die! Herren L. Bakstansky und M. Stephani) bestellt. j Kslüstins. | Jüdische Aerzte in Palästina. | Jerusalem, 16. Mai.! Mit Hinblick aus die Abwanderung vieler jüdischer : Akademiker aus Deutschland, von denen manche ihren Weg nach Palästina nehmm, wird es interessieren, daß inach dem der Jahreskonserenz der jüdischen Aerzte Palästinas, die soeben in Tel-Awiw nbgchotten wurde, oergelegtcn Berichte, die Zahl der Anfang 1933 in Palästina niedergelassenen Acrzte mit 626 angegeben wird. Aon diesen waren 452 Jriden; 36 jüdische Aerzte übten keine Praxis aus, 62 waren bei der jüdische» A rbei t e rt r a n t e n t a s s e (Kupath Ctzolim), 36 bei der S) a - d a s s a h , 76 bei anderen Jnstitmioneu angestellt. Dein Gefundheitsdepartem.ent der Regierung gehören bloß 7 jüdische Aerzte an. In T e l - A w i w praktizieren 192 -jüdische A e t z t e. Aus der genannten Konferenz wurde beschlossen, den geplanten W e I t k o n g r e h j ü d i s ch e r Si o r zte , auf j dem ein Weltve r b and j ü d i s ch c r A e r z t e ge-! gründet werden sott, sobald als möglich nach Palästina einzuberufen. Dem Vorbereitungskonritee gehören Ber- , rrewr aller Länder an.; Die V e r e i n i g u n g der arabische n A e r z t e j in Haifa hat der Negierung ein Memorandum übcri sandt, in dem sie ein R i e d e r I a s s u n g s - u n d ZP r a x i s v e r b o t für jiidifche und andere ausländische i Aerzte fordert. Eine leere Demonstration, aber bezeichnend! , Schwierige finanzielle Lage des Haisaer Technikums. Jerusalem, 16. Mai. Das hebräische Technikum in Haifa befindet sich, wie auf einer soeben in Haifa abgehaltencn Versammlung der Gesellschaft der Freunde des Technikums mitgeteilt wurde, in schwieriger finanzieller Lage. Von dem Jahchesbudget von 6000 Pfund ist vorläufig nur die Halste gedeckt. Falls es nicht gelingt, den noch ansstehenden Betrag von 3000 Pfund aufzubringen, wird die Fortführung des Instituts ernsthaft gefährdet sein. Die Mitglieder des Lehrkörpers haben seit einem halben Jahre ihre Gehälter nicht mehr bezogen. Am Haifaer Technikum sind derzeit 120 ordentliche Hörer eingeschrieben, die Abendklassen zählen 80 Schüler, die dem Technikum angeschlossene Handelsschule hat 60 Schüler. FamMermachrtchlev. Barmizwoh: Efraim (Harry), Sohn des Herrn Hermann Löwy, Leipzig, Waldstr. 41, rrvr w Synagoge v'w 'fv, Otto Schillltr. und jetzt den 2 leüigen Anzug L°°°, 50.* Sporianzüge mit 2 Hosen und Mütze . . 75.-- Knickerbocker.15.- ich verarbeite nach wie vor nur la Qualitäten und garantiere für tadellosen Sitz und für streng "I ILO-Verarbeitung auch meinerKonfektionsarbeit VJ Feine Herrenschneiderei Röderbergweg 19 Tel. 45375 SdföaFMmg und Shisganf Ort Anfang Uhr laut«. Datum Aus Uhr gang Mtn. Frankfurt a. M. 7 40 27. 9 15 Berlin 7 30 Mar 9 08 München 7 15 1933 8 48 Köln 7 45 9 30 Stuttgart 7 30 2. 9 10 Breslau 7- 30 ]T»0 8 45 Nürnberg 7 30 win 9 00 Hamburg 8 00 9 35 Würzburg 7 30 9 10 pillll!!lllllllllllllllllllllllllllllllllllllilllllllllllllll!llillllll!llllllllll!lllllllll||||||||||||||||||||||||||||||!ll!lll|||||||||||||j||||||lill||||||||||||||||^ | Pelzaufbewahrung § Maßanfertigung und Umarbeitungen > W jetzt zu billigsten Sommer-Preisen W I TH. 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