Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 74 (1933)
- Issue
- Heft 21 (24.5.1933)
- Date
- 1933-05-24
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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24. Mai 1933 Der I s r a e l. i t Nr. 21 Seite 7 ' meindeinitg lieber,' insbesondere die gesamte Jugend der Gemeindeats -Verrat an der religiösen Wahrheit für indiskutabel hält. 3.: Es ist unwahr, daß eine „Eingabe der Lehrer, Beamten und Angestellten" der Religionsgesellschaft des veröffentlichten oder annähernd ähnlichen, Inhalts dem Vorstände zugegangen ist. Diese „Eingabe" stellt eine freie Erfindung des .Einsenders, also' eine komplette Mystifikation des Fämilienblattes dar. 3. Es ist U N w a h r, daß die „Jugend in ihrer überwiegenden Mehrzahl der Idee Kirschs (cf. dem Selbständigkeitsgedanken) heute ablehnend, ja feindlich gegenüberstehn." Wahr ist vielmehr, daß gerade die Jugend der Gemeinde dem Selbständigkeitsgedanken mit viel schärferer Konsequenz anhängt, als es noch vor zehn Jahren, der Fall war. Nun die phantastischen Schlußfolgerungen aus teilweise wahren Voraussetzungen. Wahr ist, daßdie, Israelitische Religionsgesellschaft von einer ausschließlich finanziellen, mit ideologischen.Fragen völlig außer Zus-a-mmenhang stehenden Krisis ergriffen ist, die durch.den Wegzug vieler Mitglieder aus Deutschland immer bedrohlicher wird. Diese Krisis gefährdet das S ch u l w er k, vor allem die höheren Schulen der Gemeinde. Man könnte also höchstens die Frage erörtern, ob es, um dessen Untergang zu verhindern, möglich. wäre, ein von 'jeder' (Gemeinde losgelöstes orthodoxes S ch ulwerk zu schaffen, das von einem Schuloerein getragen und vom Ausland kräftig'' unterstützt würde. Wir glauben jedoch kaum, daß die gemeinsame finanzielle Kraft der selbständigen wie der gemeindlichen Orthodoxie in Frankfurt hierzu ausreicht. Eben so wenig aber besitzt die als lleus ex machina angerufene „Israelitische Gemeinde" auch nur im entferntesten die Steuerkraft, um neben'ihrem P h i l a n t r.o p i manch noch ein orthodoxes S ch u l w e r k zu übernehmen, so daß schon a u s d i e s e m Grün D e Der ganze Artikel des Hamburger Blattes nichts weiter als eine aus Wunschbildern, Parteihaß und Wirklichkeitssremdheit zusammengesetzte F l u n k er e i'darstellt. Demgegenüber sollte man der Wirklichkeit nüchtern ins Auge, sehen. 1 Noch nie seit 150 Jahren hat es eine Zeit im deutschen Judentum' gegeben, die d^n Liberalismus, die Reform, die Verlestgnull'g der jüdischen Glaubenslehre wie das religionslose R a ssenjüdentum so überwältigend ad absurdum geführt hätte, wie das Erlebnis unserer Tage. Gäbe es heute keine Israelitische Religionsgesellschaft in ihrer den jüdischen Einheitsgedanken — die Einheit des G'tteswillens mit dem G ' t t e s v o t f e — ‘ laut verküstdestden geschichtlichen Größe, so müßte man sie-gründen!- Mur wer blind ist gegen die Macht der reinen religiösen Idee, kann gerade heute aus Nützlichkeitsgründen die Abdankung der unzweideutigen Wahrheit fordern zu gunsten des religiöszwiespältigen,'Treue und Abfall koordinierenden Systems „jüdischer" Körperschastsbildung, wie 'es die „Israelitische Gemeinde"' in ihrer derzeitigen Verfassung verkörpert. ' 1|: Die Religionsgesellschaft wird d i e jüdische Gemeinde Frankfurts, wird'der Zellkern wahren jüdischen Gesamtheitslebens bleiben, auch wenn sie — was G'tt verhüten möge — eines Tages keine Realschule und kein Lyzeum mehr besäße, auch wenn nur ein Minj an aufrechter, zÜr' Souveränität des G'ttesgefetz'es sich bekennender Juden die weiten Räume der Synagoge in der Friedberger Anlage noch bevölkern sollte! . Denn aus diesem Minjan kann der G'tt. der Abraham als Einzigen berief,' und dessen die Ewigkeit ist, immer wieder eine blühende bK-.vri dsi -w hervorzaubern. ‘ ' ' ' ' Wer aber seinen Vätern die Treue bricht, wer die G'tteswahrheit an das Zwittergebilde der liberal-orthodoxen Volksgemeinbe verrät, der verwirkt den Anspruch an die ausgleichende Gerechtigkeit der jüdischen Geschichte. Zu solchem Hochverrat wird, bei allem Mitgefühl mit den --- unter Tausenden — von der Krise betroffenen Beamten, die . „Israelitische Religionsgesellschaft" sich niemals verführen lassen. . ', ■ ■ 1 Erkärung der Lehrerkollegien. Die letzte Nummer des Israelitischen Familienblattes bringt eine Verösfentlichung über die Lage der I. R. G. und die in ihr herrschenden Strömungen. Zur Beleuchtung dient dem anonymen Verfasser ein Schreiben, das als Eingabe der „Lehrer, Beamten und Angestellten der I. R. G." bezeichnet wird. Die Unterzeichneten Lehrerkollegien erklären, daß sie jenem Schreiben völlig sernstehen, seinen Inhalt verurteilen und die daraus gezogenen Folgerungen als den Tatsachen nicht entsprechend, zurückweisen. So selbstverstäüdlich es ist, daß die Verwaltung und die Mitglieder der.'Gemeinde sich ihrer Pflicht gegen ihre Beamten bewußt bleiben, so kann auch die bitterste Not den Beamten, der sich als treues Glied der Gemeinde begreift und ihren heiligen Interessen aus innerster Ueberzeugung dient, nicht bestimmen, durch solche Machenschaften ihren Bestand zu gefährden. Das Lehrerkollegium der Samson Raphael Hirsch-Schule i. A.: Elias, Direktor. ' Das Lehrerkollegium ' der Israelitischen Volksschule!. A. Ochsenmann. Rektor. Agudas Iisroel-Landesorganisalion. Die Landes- und Jugendorganisationen der deutschen Agudas Jisroel richtet aW‘ alle Orts- und Jugendgruppen das Ersuchen, die bei ihnen vorliegenden' Anfragen nach Möglichkeiten-Der, landwirtschaftlichen und handwerklichen Ausbildung^ bezun Berufsumschichtung an sie baldigst weiterzuleiten. Die' Organisation hat Grund zur Annahme,'daß sie einen Teil geeigneter Bewerber an verschiedenen Orten unterbringen kann. Für Familienväter, die sonst keinerlei Existenzmöglichkeit mehr haben, hoffen die L.-O. und J.-O. der A. I., ebenfalls solche Möglichkeiten in begrenztem Maße schassen zu können. .Soweit diese Interessenten über genügende l'andwirtsöhäftljche oder handwerkliche Kenntnisse verfügen, wird' sich'"eine beschleunigte Ansiedlung teilweise durchführen lassen. ' - Die Anmeldungen müssen laut einem beigelegten Fragebogen detailliert: sein. Die Orts- und Jugendgruppen werden gebeten, diese Angelegenheit beschleunigt zu behandeln und uns die Adresse der Persönlichkeit aufzugeüen, die für die-Gruppen in dieser .Sache mit uns korrespondiert. Die Bearbeitung erfolgt durch das Wirtschaftsamt, dem die Kommissionen für Soziales, Berufsumschichtung und Siedlung und E. J.-Amt der Jugendorganisation in entsprechendem Umfange angeschlossen sind. Für die Auswanderung nach Palästina ist nach wie vor die Palästina-Zentrale,. Frankfurt a. M., zuständig. tl1V3V"Lernen im Verein Mekor Chajim. Wie alljährlich, veranstalten wir auch in diesem Jahr unser Lernen in der nv-p-nacht, zu dem wir Mitglieder und Gäste herzlichft einladen. Es werden auch Ansprachen von bewährten Dozenten gehalten. Trotz der unverändert gebliebenen Unkosten haben wir mit Rücksicht auf die Zeitverhältmsse beschlossen, von der Festsetzung eines bestimmten, unseren Unkosten angepaßten Teilnehmerbeitrages Abstand zu nehmen und überlassen es unseren Gästen, uns einen ihnen möglichen Unkostenbeitrag nach freiem Ermessen (mindestens Mk. 0.50) zu geben, wodurch wir es wohl jedem ermöglichen, an unserer beliebten Veranstaltung teilzunehmen. Das Lernen beginnt um 11 Uhr im Vereinslokal Langestr. 18. Anmeldung nicht erforderlich, aber gerne erwünscht! Gesellschaftsreise nach Ere; Jisroel. Die Palästina-Centrale der Agudas Jisroel veranstaltet am 14. Juni 1933 wiederum eine Gesellschaftsreise nach Erez Jisroel. (Hin- und Rückfahrkarte Triest—Jafstr Haifa—Triest III. Kl. 232.— Augengläser jetzt nur noch von MW pii N.Eschwege Bleichstrasse 19 am Peterstor Einziges jüdisches Fachgeschäft na© geschlossen. Korrekte Ausführung aller Rezepte. Telefon 21211 Die Geburt eines Sohnes zeigen an: Jacob Serlui und Frau , Miriam geb. Wolf Amsterdam, tl"3 Nieuwe Keizersfcr. 5t v Die glückliche Geburt eines kräftigen Jungen zeigen in dankbarer Fre.ude an . J.-Gugenheimef und Frau Miry geb. Schueler Prag, Mai 1933 Unser geliebter Väter und Großvater, Bruder und Onkel, Herr - ' :• KALLMANN ROTHSCHILD ' - ' Lehrer-ihüR.' "':. ' ' ' ' '• ist heute nach einem erfolgreichen Leben im Dienste der mm im gesegneten Alter von fast 76 Jahren heimgegangen. Jacob R. Ro-hschild u. Frau Flora, geb. Flörsheim Nathan Adler und Frau Mirjam, geb. Roth child Kallmann Rothschild u. Frau Bertha, geb. Rothschild Leo Rothschild u. Frau Betty, Geb. Flörsheim und die Enkelkinder,' Hamburg-Ansbach, d. 21. Mai 1933 / Horhallee 52. 'Nachtrag zum Heft 193 (Marz 1933). f A Folgende Eintragungen sind zu streichen: S. >6, Altheide, Goldstücker — S 18, Breslau, Lesstiigloge — S. 19. Chemnitz, Sabine Nathan — Dresden, nermafin — Elberfeld, Sucher-Sommer — S. 20, Erlangen, Mensa —.Frankfurt a. M„ Rachelsohn — S 21, G-eßen, Grüntwald — Hannover, Rosenfeid — S. 22, Kassel, Emanuel — Köln, Abr-ibam —1 S 28,r Köln, görsfer — Leipzig,: ©ottlteö - S 25, Partenkirchen Wolfs — S 93, Knocke, Silberstein & Ei-horn — S. 31. Kristlansiadt, Landau — S 36, Ostende, ffrey — S 48, Mensa, Erlangen — S 46.. Köln, Lonnerfiähler — ©I 47, Berlin Arndt — Berlin, Mar Ert — Breslau, Sftofdilo* wtz — S 48, Hamburg, Levts-ihtt — Hamburg, Samuel Kay — Köln, Abraham. B, Neue Eintra gungen: 1. Mondorf, Villa Emy (L. Hemmendfnger) Aufs.: Vertrauens: abb. d B z. F. r. Sv. 2. Morsbronn/Els., Davis Frant, (Ref.: Vertrauens-Rabb. d. B. z F. r. Ep ). Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser e. V., Hamburg 1, I Vornehmes Knabenpensionat in Brüssel In schönster. Lage Brüssels finden Knaben in streng rituell geführtem Pensionat sorgfältigste, liebevolle Erziehung bei bester Verpflegung. 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