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Der Israelit · 1933-05-11 · Heft 19 (11.5.1933) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 19 (11.5.1933)
Date
1933-05-11
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Nr. 19 Der Israelit ..11. Mai 1933 tat standen ihr zur Seite und halfen ihr die schwersten > sie zu allen Zeiten die Traditionen ihres vom altjüöi- Schickfalsfchläge geduldig zu ertragen. Sie lebte nur für ihre Angehörigen und Mitmenschen. Keine Mühe war ihr zu groß, kein Opfer zu bedeutend, wenn es sich um das Wohl ihrer Angehörigen oder Mitmenschen handelte Dank der aufopfernden Liebe und Hingebung ihres ein zigen Bruders, Charles N o r d m a n n, Basels und ihrer Schwestern, die mit besonderer Anhänglichkeit und Liebe an ihr hingen und ihr die sorgfältigste Pflege angedeihen ließen, konnte einiges Licht auf ihr düsteres Leben ge leitet werden Auf dem Friedhöfe der Israelitischen Religionsgesell schaft Zürich ehrte Herr Rabbiner Korn fein in war men Worten das Andenken der Verblichenen und hob ihre Verdienste und Tugenden hervor. Herr Dr. D o nath, Dverdon, schilderte den schweren Verlust der Familie und nahm in bewegten Worten Abschied von der Heimgegangenen. Vermischtes. Berlin. 8. Mai. Der Berliner Esre teilt mit: Wir sehen uns leider genötigt, die zugunsten des Esra Lim Mud-Amtes für Lagbeomer festgesetzte Film-Matinee abzusagen. In Anbetracht der Notlage des Limmud- Amtes und des großen Ausfalls, der uns durch das Scheitern der Veranstaltung entsteht, wären wir den Käufern von Eintrittskarten äußerst dankbar, wenn sie evtl, auf Rückerstattung des Betrages Verzicht leisten würden. In diesem Falle würden wir den Betrag dankend als Spende für die Jeschiwo-Kasse verzeichnen Sollte Rückzahlung gewünscht werden, so erbitten wir Mitteilung an: I. Wolf, Berlin N. 24, Krausnickstraße 14. Berlin, 10. Mai. Das Iu g e nö p fl e g e d e z e r - nat der. Jüdischen Gemeinde fordert alle jüdischen Sportleute im ganzen Deutschen Reich, aktive und passive, aus. sich so schnell als möglich unter Angabe ihrer Anschrift bei der obengenannten Stelle, Berlin C 2, Rosenstraße 2/4 zu melden. Wichtig ist es, anzugeben, welchem Verein sie bisher angehört, welche Sportart sie betrieben und welchen Funktionärposten sie bekleidet haben. Berlin, 2. Mai. Im Verlage Rubin Maß, Berlin- Charlottenburg, Pestalozzistr. 15, ist soeben eine Monographie von A. M. Habermann: „Jüdische Frauen als Druckerinnen. Setzerinnen usw." in hebräischer Sprache erschienen. Die Arbeit beginnt mit der ersten jüdischen Setzerin. Cstellina Conat, (Mantua ca. 1477) und zählt 51 jüdische Frauen und außerdem 7 christliche Frauen auf. Dabei werden interessante Einzelheiten erwähnt. Oberhof (Thür.), 7. Mai. Der Verein jüdischer Hotelbesitzer und Restaurateure e. V. weist seine Mtiglieder nochmals auf die bereits durch Einladung bekanntgegebene Versammlung hin. Beginn Montag, 22. Mai, 9 Uhr morgens im Hotel Löwenstein, Bad Ems. Tagesordnung: Die Lage unsres Gewerbes nach Inkraftsetzung des Schächtgefetzes. 2. Propaganda. Weitere Punkte der Tagesordnung werden auf der Versammlung bekanntgegeben. London, 3. Mai. Die Adresse des Büros der Londoner Agudas Iisroel ist: 25 Lower Chapman Street, E. 1. Das Büro steht Gesinnungsgenossen im Auslande in wichtigen Angelegenheiten jederzeit mit Auskunft und Hilfe nach Möglichkeit zur Verfügung. Die Woche. Rabbiner Dr. Jakob Horowitz 60 Jahre alt. Am 30. April beging Herr Gemeinderabbiner Dr. Jakob Horowitz seinen sechzigsten Geburtstag. Herr Rabbiner Dr. Jakob Horowitz, ältester Sohn von Rabbiner Dr. Marcus Horowitz kam 1905, nach gründlicher talmudischer und profaner Ausbildung, als Rabbiner in der Synagoge Bockenheimin den Dienst der Jüdischen Gemeinde. Später dehnte er seine rabbinische Tätigkeit auch auf die Synagoge U n t e r l i n d a u aus und übernahm die Leitung der Religionsschule. Seit 1927 ist er auch Dozent für den Religionsunterricht an der Pädagogischen Akademie. Mehrere Schriften von Dr. Horowitz legen Zeugnis ab von seinem wissenschaftlichen Können, besonders auf dem Gebiete der talmudifchen Forschung und der Exegese. Mit großem Geschichtswissen ausgestattet, ist er auch dabei, die „Frankfurter R a b b i n e n ", die vor vielen Jahren von seinem Vater herausgegeben wurden und seit langem vergriffen sind, in neuer Bearbeitung herauszugeben. Auch andere Werke seines Vaters fanden in ihm den kundigen und liebevollen Herausgeber. Die Tätigkeit, die dieser aller Welt in Liebe und Freundschaft zugekehrte Mann auf dem Gebiete der jüdischen Fürsorge und in allen Zweigen des rrai entfaltet, ist über die Mauern Frankfurts hinaus allzu-bekannt, als daß sie noch einmal geschildert werden müßte. Wir wünschen dem Rabbiner. Lehrer und Menschenfreund Dr. Jakob Horowitz ein weiteres segensreiches Wirken. Jenny Fromm, geh. Moos Nach kurzem Leiden schlummerte Frau Dr. Jenny F r o m m ins ewige Leben hinüber. Aus der allbekannten Familie Moos aus Gailingen stammend, hielt schen Adel durchtränkten Elternhauses hoch: Güte und Milde waren ererbt von ihren Eltern. An der Seite des allseitig bewährten und beliebten, gütigen Menschenfreundes und Arztes, des Herrn Dr. Simon Fromm, wirkte sie in 29jähriger Ehe als eine vorbildliche bm vvx. auf welcher in vollster Bedeutung das Wort gelten durfte nbva ab ns nv> Fürsorge für den geliebten Gatten, lebendiges Interesse für seine Berufsarbeit vereinigten sich mit edler Gastfreundschaft und vornehmer Gesinnung. Ihre Bescheidenheit harmonierte mit einem festen Willen, wenn'es galt. Armen zu helfen und Bedrückte aufzurichten: da war ihrem Wollen und Wirken keine Grenze gezogen und stolz durften wir von ihr sagen ntsns nas* Treue und Liebe gegen die edle Mutter, die Geschwister und'Verwandten waren heiligste Pflicht für sie, die sie freudig und dankbar erfüllte. Mütterliche Fürsorge für ein Pflegekind bestrahlte sonnig ihren Lebensweg, der ihr im altjüdischen Sinne vorgezeichnet war. Ihre kluge, feinsinnige Art verband sich mit idealer Lebensauffassung, in ihrem und des Gatten Hause brannte ein T>an gespeist mit rrr jnv- Dieses Licht wird weiter leuchten und Segen spenden, Trost dem schwergeprüften Gatten und der tieftrauernder Mutter geben. Eine überaus große Menschenmenge erwies der Dahingeschiedenen die letzte Ehre: Herr Rabbiner Dr. H offmann entwarf in herzlichen Worten ein treffendes Bild der allzufrüh Dahingeschiedenen. Ihr Andenken bleibt gesegnet: ihr mar möge und wird uns zur Seite stehen. -n"SLw Das Raphael Jeanette Etklinger'sches Kinderheim in Hofheim. Dieses Erholungsheim für jüdische Kinder am Fuße des Kapellenberges in schönster Lage am Walde ist allbekannt. Die Kinder erhalten bei Bedarf medizinische Bäder, Höhensonne, Liegekuren und stehen ständig unter ärztlicher Aufsicht. Die Verpflegung ist streng rituell und vorzüglich. Auf Wunsch wird in allen Schulfächern, besonders für schwächliche Kinder und Kleinkinder Unterricht erteilt. Auch Erwachsene können, im Mai und Juni zu ermäßigten Preisen, Aufnahme finden. Anmeldungen sind an die Leiterin: Frl. F. Heller, Hosheim, Taunus, Kapellenstr. 12, zu richten. Genesungsheim Oberstedten im Taunus. Das Heim wurde Anfang Mai eröffnet. Nach nunmehr vollendetem Umbau und völliger Renovierung hat es jetzt gemütliche Ein- und Zweibettzimmer mit neuzeitlicher Einrichtung. Das Heim befindet sich in chönster Lage am Walde und hat beste Erfolge bei Erholungskuren aufzuweisen. Die Verpflegung ist vortrefflich und streng rituell. Anmeldungen von Selbstzahlern und Kassenpatienten (keine Kranken) erbeten au Eduard- und Adelheid Ka n n - S t i ft u n g, Frankfurt a. M., Neue Mainzerstr. 68. Die jüdische Bevölkerung in Frankfurt a. M. Der Direktor des Statistischen Amtes, Dr. Busch, 'teilt in seiner neuesten Veröffentlichung aus feinen Forschungen über die Bevölkerungsbewegung in Frankfurt a. M. fest, daß die konfessionelle Zusammensetzung der mittleren Jahresbevölkerung von 533.000 unter Annahme des gleichen Verhältnisses der Austeilung wie zur Zeit der letzten Volkszählung sich folgendermaßen darstsllt: 178.200 Katholiken, 29.300 Juden, 22.500 Angehörige anderer Religionsgemeinschaften und Dissidenten. Bei 198 jüdischen Eheschließungen i. I. 1932 waren 56 Mischehen, also 30,8 Proz. 169 jüdischen Geburten landen 351 Todesfälle gegenüber. Die Zahl der Geburten aus Mischehen betrug 11. Ein Verbot, das nicht neu ist . . . Der Bezirksverein des Deutschen Fleischerverbandes von Hessen und Nassau hielt dieser Tage in Friedberg eine Tagung ab. U. a. wurde ein Antrag der Fleischertnnung Worms angenommen, wonach von der Regierung verlangt wird, daß den jüdischen Metzgern die Schlachtung von Schweinen und der Verkauf von Fleisch- und W u r st w a r e n i e f e r Tiere gänzlich verboten werden. Frankfurter Vereinskalender. Verein Alekor Chajim. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr R.Ä. Dr. E. Posen — nachmittags 3/4 Stunde vor Minchö im Vereinslokal Mikro, Herr Juluis Lewin. — 4 Uhr im Vereinslokal (ebenso Sonntag morg. 8 Uhr) Gemoro, Herr I. Soffer. Eine Stunde vor Nacht, Midrasch. Herr Rechtsanwalt I. Rosenheim. ' Sonntag 9 Uhr im Vereinslokal: oniarr pa, Herr R. A. Dr. Schlesinger. Sonntag und Mittwoch, mx "n, Herr S. Schachnowitz. Montag morgen nach Schul (auch Donnerstag): Mifchna- Mitgliederlernen, abends 7 Uhr im Vereinslokal (auch Mittwoch) Gemoro Herr Rabb/ Dr. I. Breuer. Dienstag (auch Donnerstag) abends 6 Uhr Gemoro, Herr R.-A. Dr. E. Posen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna. Herr R.-A. Dr. E. Posen. Sonntag, Dienstag und Mittwoch abends 8.15 Uhr, im Vereinslokal Schahlernen. Herr Herz Halpern. Die W e i n st o ck 's ch e rituelle Küche gibt gutes Mittag- und Abendessen zu 60 Pfg. ab. Sie befindet sich jetzt Börnestraße 49, 1. Näheres Inserat. „Was jeder Frau Kopfzerbrechen macht!" Zu Beginn eines jeden Frühjahrs beschäftigt die Frau Tag und Nacht der Gedanke, wie sie ihr Heim, der Zeit anpassend, in Frühlingsstimmung versetzen soll. Hierzu gehört nicht nur ein neuer Hut, das neue Kleid, der Schuh, sondern in allererster Linie, die Hauptsache, was diesen Neuanschaffungen erst den richtigen Charm verleiht," das Haar, das Gesicht, die Hände!" Jetzt erst hält der Frühling seinen Einzug in Herz und Seele. Neues Leben und Freude in der Bewunderung durch den Herrn Gemahl und Kinder, daß die liebe Mutter, nach all den sorgenvollen Tagen, nun auch an sich gedacht hat. Die Fragen ihrer Lieben, der Freundinnen und Bekannten, wer sie so schön gemacht hat, nehmen kein Ende! Mit großer Genugtuung erzählt sie es ihnen mit Freude, daß dies das Werk der bekannten Firma Haug u. Reich, die am 1, Mai ihr 25 jähriges Jubiläum feierte, Damenfriseure, in der Kaiserstraße 21/23 im ersten Stock, ist, welche mit ihrer vorbildlichen Haararbeit, der wunderbaren persönlich angepaßten Schönheitspflege und Manicure, dies Alles vollbracht hat. Jahrzeiksstifkungen. Schabbos, den 13. Mai: Lazarus Seckel-Stiftung. Donnerstag, den 18. Mai: Oberkantor Julius Friesländer- Stiftung. Liwjalh Chen. Samstag nach Mincho. Uhr, int Hörsaale Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn S. Sch achnowitz. „Ben Somas vier fragen". (Auch ein Wort zu *iaya :ri>). Agudas Jisroel-Orksgruppe. Der Schiur des Herrn Rabbinatsaffeffors Dr. Schlesinger findet Samstag nachmittags von 3.15 — 4.15 Uhr und Donnerstag abends von 8.45—10 Uhr statt.' — Es wird .rn maa gelernt. Der nis'v wird in der Wohnung des Dozenten, Schwanenftr. 12 II, abgehalten. Schiurim des Herrn Herz Halpern: Täglich von 9—12 Uhr: Lernen jeglicher Art. 12—1 Uhr: Daf Jomi — Am rup anschließend an Daf Jomi agadischer Dortrag. Agudas Jisroel-ZNädchengruppe. Schiurim im Sommerhalbjahr: Schostjm: Dozent Herr Julius Lewin. Zeit: jeden Schabbos vormittags nach Schul im Heim (außer wenn Predigt). Pirke Aboth: Dozent Herr Konrektor A. Hirschberg im Heim, Zeit; Samstag, 4 Uhr. Jefchajo: Dozent Herr Studienrat Dr. M. Lange. Zeit; jeden Schabbos nachmittags 16 Uhr in der Wohnung Röderbergweg 36. Dinim: Dozent Herr Konrektor A. Hirschberg .Zeit: jeden 2. Mittwoch Abend 20.30 Uhr (14 tägig). Agudiskische Frauenorksgruppe. Am Montag, den 15. Mai, abends 8.45 .Uhr, wird Herr Studienrat Max Munk in seiner Wohnung, Sandweg 3, über die „Gesammelten Schriften von Rabbiner S. R. Hirsch" sprechen. Gäste, Damen herzl. willkommen. Jüdischer Turnerbund E. V. Sommerprogramm 1933 Herren: Sonntag: 9—12 Uhr Sport und Spiel kleine Ostparkwiese. Dienstag: 6.30—9 Uhr Sport, Kleine Ostparkwiese. Donnerstag: 8.30—10 Uhr Turnen (Annaschule Rechneigrabenstr.). Jugend: (Zöglinge) Sonntag: 9—12 Uhr Sport und Spiel, kleine Ostparkwiese. Dienstag: 6.30—8 Uhr Sport kl. Ostparkwiefe. Donnerstag: 6—8 Uhr Turnen (Annaschule). Knaben: Dienstag: 5—7 Uhr Sport und Spiel kleine Ostparkwiese. Damen: Mittwoch: 8.30—10 Uhr Turnen Gymnastik S. R. Hirschschule Am Tiergarten. Frauen: Mittwoch: 7.30—8.30 Uhr Gesundheltsgymnastik S. R. Hirschschule Am Tiergarten. Mädchen: Mittwoch: Gymnastik und Turnen (Annaschule.) Abteilung I (bis 8 Jahre 4—5 Uhr). Abteilung II (8—11 Jahre 5—6.16 Uhr). Abteilung III (über 11 Jahre 6.15-7.30 Uhr). Gebetzelten, tax naw Freitag abend 7.25 Samstag 6.30 Samstag morg. 7.45 Samstag nachm. 1.00 und 5.00 Samstag abend 8.55 Wochengottesdienst: Morgens 6.30; Nachmittags 7.15 Tefillinlegen am Morgen 3.30 Schiurim des Herrn Gemeinderabbiners. Der Psochim-Schiur beginnt wieder am Sonntag, den 14. Mai vormittags 8 30 Uhr. — Der Chauschen Mischpot-Schiur findet jeden Sonntag abend im Anschluß an Maariw bismanau statt. Beide Schiurim in der Wohnung des Herrn Gemeinderabbiners.

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