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Der Israelit · 1933-04-07 · Heft 14-15 (7.4.1933) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 14-15 (7.4.1933)
Date
1933-04-07
Page
– (sequence 17)
Language
German
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1 A Dsraelif' trierle Beil aqe zum„ Ausstellung jüdischer LuttgegenstSnde im Altonaer Museum. Mit vier Bildern. Mitgeteilt von Herrn Rabb. Dukesz in Altona. Ls ist das Verdienst des kunstsinnigen Direktors, Herrn Professor Lehmann, im Altonaer Museum eine Sammlung jüdischer Kultgc -- rate aufgestellt zu haben, wie sie nur wenige städtische Museen Deutschlands besitzen. In einem verhältnismäßig kleinen Raum sehen wir eine Synagoge mit vollständiger S^nagogeneinrichtung. Diese Synagoge stammt aus Glückstadt, wo im 17. Jahrhundert eine blühende porlugiesengemkinde bestand. Im 18. Jahrhundert zogen viele Portugiesen von dort fort und 1768 erbauten d e u t s che Juden in Glückstadt eine Synagoge, in die sie die portugiesischen Kultgegenstände mit hineinnahmen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts jedoch zogen auch die deutschen Juden von dort weg, die Synagoge wurde zum Abbmchpceis von ZOO Mark verkauft und der Erlös zur Instandsetzung des alten Hst Sedertisch mit alter Haggada im Altonaer Museum. portugiesisch - deutschen Friedhofes verwendet., Die ganze S^nagogeneinrichtung überwies der Käufer dem Altonaer Museum, wo sie Professor Lehmann stilgerecht aufstellte und ergänzen lies;. . Im vorderraum stcht der Draun Hakaudesch, die heilige Lade, ,in der eine Sefer Thora, geschmückt mit silberner Krone, Schild und silberner Hand, sich befindet. Das porauches ist 18O4 gestiftet und darauf ein großes E 7. eingestickt, was eine Ehrung des Schutzherrn, Christian VII., bedeutet, wie dies öfter bei den Portugiesen vorkommt. Darüber hängt eine große Ewige Lampe, von drei uii'MIeiöeten Engeln gehalten, was wohl auch auf einen portugiesischen Brauch hinweist, da in einer deutschen Svnagoge eine derartige Darstellung nicht erlaubt worden wäre. Titelblatt einer alten Haggada im Altonaer Museum. M 3 d'j- ■ Sp-1 « r-rpri fJT Ü3 : iA'fcwwT lv.| ..'-Stto&b* ~ F 2 ftfratn pph nxr.rewa iS, - ctrw<iW,TT' « fsrsi nna x; uun {'spnt pjpmianrttpfcip;wr wdtSti puowhm Va te-Sä * Tsr lik. MW mm mm -■mm ms Rechts vom Draun ist ein Pult mit sämtlichen Brisniiloh-Gegenständen aufgestellt, mit einem Vorhang befestigt, der 1850 gestiftet und nur zum Aushängen anläßlich einer Brismiloh bestimmt war, mit eingesticktem Mohelmesfer. Links V0M Craun stcht die Kl e n o r a h , ein Prunkstück, das seinesgleichen in Deutschland so leicht nicht findet. Sie ist 1.96 Meter hoch, steht auf drei Löwen und schließt oben mit einem Adler ab. Große Kelche, Knäufe und Blüten, in massivem Messind gearbeitet, zieren den unteren Teil des Leuchters. An dem oberen Teil sind auf vier Seiten ein Wappenschild von zwei stehenden Löwen gehalten, von einer Königskrone gedeckt, in dem die erste Chanukabrocho gegossen ist. In der Mitte der Synagoge steht der Almemor mit einer ausgeschlagenen Megiloh und einem Iad. An den Seiten des Almemors sind kunstvoll gearbeitete Thora-Silbergeräte aufgesetzt, Me der Altonaer Portugiesengemeinde entliehen sind. Me Herr Dr. Stierling vom Altonaer Museum mitteilt, weisen die deri eingmvierten Zeichen auf englischen Ursprung aus den Jahren 1755—56 hin. Ferner sind Mehrere Bänke und Letpulte zu beiden Seiten des Almemors ausgestellt, in denen inan Tefillin und Tallis erblickt. Das vorbeterpult ist mit einem alten, schönen bestickten Seidentaltis für den Vorbeter behängt, auf einem anderen Pult liegt aufgeschlagen eine Megillo aus Hirschleder. Einen besonderen Reiz verleihen dieser Ausstellung drei Tische, die alle Kultgeräte des jüdischen Ritus uns veranschaulichen. 1. Ein Freitagabend-Sabbattisch. Daraus die silbernen Leuchter, zwei Berches mit gestickter Berchesdecke, den Kidduschwein und Kidduschbecher. Ferner ein Hawdoloh-Teller mit silberner Bessomimbüchse aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, Wein und Kerze. 2. Der mittlere Tisch mit den Kultgegenständen für die jüdischen Festtage: Ein Gchofar für Rosch- Haschonoh, die vier Pflanzenarten für Sukkauv, mit einer kunstvoll gearbeiteten Csrogbüchse, die, ebenfalls nach Mitteilung des Herrn Dr. Stierling, aus dem Jahre 1840 stammt und niederländische Arbeit ist, wie dies aus dem Iahresbuchstaben und der Gestalt des laufenden Löwen ersichtlich ist. Für Ehanukka ist eine Silbermenorah aus der Altonaer poetu- Kreitagabendtisch im Altonaer Mujeum. giesengemeinde in Baumform zu sehen. Sogar das Trendelchen zum Spielen für die Kinder fehlt nicht. Eine Megillo für das purimfest und eine -Kanne mit Waschbecken für das Händewaschen der Kahanim vor dem Priestersegen an den Festtagen vervollständigen diesen Tisch. 5. Ein Sedertisch, mit der dazu gehörenden großen, zinnernen Soderschüssel, auf der die 12 pla-

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