Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 74 (1933)
- Issue
- Heft 12 (23.3.1933)
- Date
- 1933-03-23
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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-eite 4 Nr. 3 Der Israelit Blätter 23. März 1933 daß sie sich durch sie bewähren, um der Wahrheit willen »71^0 »V2P ->22»"- Die jüdische Wahrheit, .die Wahrheit, die von G'tt stammt und in min und ms» ihren Ausdruck findet, sie wird in unseren Herzen lebendig werden und Rückkahr zu Herzen finden, denen sie bisher verschlossen war. 4. Es fei in diesem Zusammenhang noch auf eines hingewiesen: Der jüdischen Gemeinschaft in ihrem wahrsten und tiefsten Wesen droht mehr Not und Gefahr durch den „Gegner von innen" denn durch den „Feind von außen". Die Feindschaft nichtjüdischer Gewalthaber kann in ihren Auswirkungen, wenn auch gewiß ungewollt, vielleicht den Weg zu innerer und verinnerlichtsr jüdischer Geineinschaft und Einheit bereiten Helsen. Die Gegnerschaft unjüdischer Gewalthaber, die rücksichtslos das Zepter schwingen, sie droht, diese jüdische Gemeinschaft zu zerreißen und zu zerschlagen. Das Judentum kann eher den Feind von außen, als den Gegner von innen überwinden. Der Kampf, der gegen die Judenheit von außen geführt wird, weckt die Hoffnung auf ein geeintes Judentum. Der Kampf aber, der gegen das Judentum von innen geführt wird, gegen feine''uralten Einrichtungen, gegen den geschichtlichen Charakter seiner Genieinschaft und Gemeinde, dieser Kampf kann führen zur Zerreißung der Judenheit. 5. Aber wir hoffen auch hier! Wir hoffen, daß in diesem Kairrpf. daß auch in dieser Gefahr, die von „drinnen" droht, die Krise von der lebendigen Kraft des Judentums überwunden werden wird, die in den wahren Mitgliedern der Judenheit wirkt. Die jüdische Gemeinschaft. die jüdische Gemeinde, sie bleibt sich selbst gemäß, auch wenn man hundertinal versucht, sie zu verweltlichen, ihr ein Gesicht zu geben, das man den anderen! abgeschaut hat. j Die Not von „draußen" werden wir überwinden im Vertrauen auf G'tt; sie wird unsere inneren Kräfte wecken helfen. Und auch die Gefahr von „drinnen" werden wir im Vertrauen auf Ihn zu überwinden wissen, wenn wir einig sind und fest und unverrückbar, und unbeirrbar in reinstem o’»-? de^ unter Ausschaltung jedes persönlichen Interesses und jeder persönlichen Empfindlichkeit den Bund erneuern und festigen, den Bund aller Gleichgesinnten und Gleichgestimmten. Dann steht auch über dieser schweren Zeit, trotz Feindschaft von „draußen" und Gegnerschaft von „drinnen" das Losungswort der kommenden Tage: rm»pa D’a-i» ns 02:2^3. Aus der Bewegung. Halberstadt. Am Montag, den 6. März, fand die Generalversammlung der hiesigen Ortsgruppe der Agudas Iisroel unter Leitung des Vorsitzenden statt. Herr Rabb. Dr. Schlesinger begrüßte die Versammelten und erstattete den Geschäftsbericht für 2 Jahre, für 5691 bis 5692. Der Mitgliederbestand hat sich im Laufe der Berichtsperiode wenig verändert. Die Ortsgruppe hat durch den Tod unseres alloerehrten Vorsitzenden Herrn Rabb. Dr. Auerbach msreinen schweren Verlust erlitten. Während Herr Dr. Schlesinger in bewegten Worten der Verdienste des Verewigten um die Ortsgruppe und um die Gesamtorganisation der Agudoh gedenkt, erheben sich die Anwesenden von ihren Plätzen. Die Ortsgruppe hatte außerdem den Tod von Frau Rabb. Dr. Rosa Auerbach, der Herren Jakob Hecht, Moritz Joseph, Bendet Eisenberg und Jechiel Kreuzmann zu beklagen. Durch Wegzug verloren wir Herrn Lehrer Eschwege.. Die jetzige Mitgliederzahl beträgt 57. Die Tätigkeit der Ortsgruppe bewegte sich in gewohntem Geleise. In den Wintermonaten wurden, gewöhnlich jeden Monat, Vorträge' veranstaltet, deren Themen sich zum Teil aus dem Gebiet aktuell agudistischer Fragen, zum Teil auf dem Gebiet der jüdischen Geschichte bewegten. Vorträge im Jahre 5691: Rabb. Dr. Auerbach: Die Lage der jüdischen Organisationen,- Rabb. Duckest;, Altona: Beziehungen zwischen Halberstadt und Hamburg- Altona im 17. und 18. Jahrhundert mit besonderer Berücksichtigung der Familie Behrend Lehmann: Rabb. Dr. E. Munk, Berlin: Ans dem Jeschiwohleben. Vorträge im Jahre 5692: Rabb. Dr. Auerbach Unsere Lage. Dr. Harry Abt: Unsere Stellung zu einigen Problemen der modernen Pädagogik. Julius Rothschild, Eisenach: Palästina, seine Denkmäler. Funde und Ausgrabungen aus biblischer Zeit, mit Lichtbildern. Rabb. Dr. Auerbach Der preußische Landesverband gesetzestreuer Synagogengemeinden mit besonderer Berücksichtigung des Entwurfs zu einem Gesetz für die Synagogengemeinden in Preußen. Dr. M. L i p - schütz, Leipzig: Agudas Iisroel. eine geschichtliche Notwendigkeit. Rabb. Dr. Schlesinger und Herm. Schwab, Halberftadt: Gedenkreden aus Rabb. Dr. Auerbach V'sj. Reiseeindrücke in Polen. Bisherige Vorträge im Jahre 5693: W. S. Jacobson, Berlin: Das agudistische Weltbild der Gegenwart. Dr. Harry Abt, Berlin: Kastein „Eine jüdische Geschichte". Rabb. Dr. Frankl, Halberstadt: Waad arba Hoarozaus. Dr. B. Cohen. Friedrichstadt: Die heutigen jüdischen Nöte im Lichte der Psychologie. Die Frauengruppe hatte es sich zur Aufgabe gestellt, durch gemeinsame Aussprache und Lektüre sowie durch Vorträge, welche Herr Rabb. Dr. Frankl sreundlichst übernommen hatte, die Ziele unserer Ortsgruppe zu fördern. Durch kleine monatliche Beiträge tragen ihre Mitglieder zur Förderung des Schulwerks in Erez Jisroel (Patenbeitrag) bei. Auf sozialem Gebiet betätigten sie sich durch die Neubearbeitung von Kinderkleidung für Minderbemittelte. — Die finanziellen Leistungen der Ortsgruppe sind die jährlichen Beiträge, von denen Mk. 4.—. an die Landesorganisation und Mk. 1.— an die Zentrale pro Mitglied abgesührt werden. Durch Erhöhung des Normalbeitrages seitens einer Reihe der Mitglieder waren wir trotz der Schwere der Zeit in der Lage, wie bisher auch auswärtige Redner für unsere Vorträge zu gewinnen. — Der Kassenbericht wird von Herrn Königshöser erstattet. Die Bücher sind geprüft und von den beiden Prüfern, Herrn Josef Baer und Herrn Herm. Rosenbaum, für richtig befunden worden. Aus Anregung von Herrn Wolf S. Jacobson ist eine Versicherung zu Ehren unseres verstorbenen Raw eingegangen worden, und zwar auf Mk. 1000.— zu Gunsten des Keren Hatauroh. — Keren Hatauroh- und Rausch Chaudesch-Spenden werden monatlich von Mitgliedern der Ortsgruppe gezahlt. Die Keren Hatauroh-Beiträge und Sammlungen erfreuen sich dank der eifrigen Tätigkeit des Keren Hatauroh-Kommissars. Herrn Lundner, ansehnlicher Ergebnisse. Die Leistungen der Rausch-Chaudesch-Spenden sind allerdings in der Berichtszeit etwas zurückgegangen. Die Landesorganisation fordert zum regeren Gebrauch der Agudoh-Marken auf. — In der an den Geschäftsbericht anknüpfenden Aussprache hält es Herr Hans Hildesheimer für notwendig, mehr Lebett m die Tätigkeit der Ortsgruppe zu bringen. Neben den Vorträgen regt er insbeondere an, auch Presse - r e s e r a t e zu halten. Aus seine Frage, wieviel an die Palästina-Zentrale geleistet worden sei, wird vom Vorstand erwidert, daß das Gesamtergebnis der Rausch- Chaudesch-Spende diesem Zwecke dient und daß die Mitglieder bei den gewöhnlich zweimal im Jahr stattfindenden Aktionen der P. Z. sich durch Spenden beteiligen. Herr Dr. Frankl fragt an, ob nicht Mittel seitens der Ortsgruppe für die Hachjchoroh eines deutschen Agudisten in Mlawa bereit gestellt werden könnten. Herr Schwab unterstützt diesen Vorschlag wärmstens. Vom Vorstand wird eine wohlwollende Prüfung dieses Vorschlags in Aussicht gestellt. — Herr Josef Baer beantragt die Entlastung des Vorstandes. Da sich kein Widerspruch erhebt, ist die Entlastun gerteilt. In der Neuwahl des Vorstandes werden die bisherigen Vorstandsmitglieder durch Akklamation wiedergewählt. — An die Generalversammlung schloß sich der Vortrag des Herrn Rabb. Dr. Cohen, Friedrich stadt, über „Die heutigen jüdischen Nöte im psychologischen Lichte" an. Bratislava. In Humenne, wo der unvergeßliche Oberrabbiner Rabbi Jizchok Friedrich i’™:, der zu den begeistertsten Anhängern der Agudas Iisroel und zu den Begründern der Agudas Jisroel-Landesorganisation in der Slowakei zählte, schon vor Jahren die Gründung einer Aguda-Ortsgruppe in die Wege geleitet hatte, aber seine Absicht wegen seiner Erkrankung und seines allzufrühen Todes nicht verwirklichen konnte, ist neben der bereits bestehenden Jugendgruppe nunmehr auch die Ortsgruppe ins Leben gerufen worden. Dieser Ortsgruppe fällt nach den Verhältnissen in der Gemeinde und in der ganzen religiös stark vernachlässigten Gegend die hohe Aufgabe zu, alle thoratreuen Kräfte organisatorisch zu sammeln und sie zu positiven Taten für die Hebung des orthodoxen Judentums zu vereinigen. Zur Durchführung dieses Programms wurde ein provisorisches Komitee eingesetzt, das aus folgenden Herren besteht: Mor. Ehrenberg (Präses), Ier. Zwi Klein (Vizepräs.). Kalman Groß, Abr. Z. Groß, Chajim Gutter und David Deutsch. Die konstituierende Versammlung findet in den nächsten Tagen statt. In die Leitung der jüngst gegründeten Agudas Jisroel-Jugendgruppe in Jza, die sich mit einem wohlgelungenen Simchas-Thorafest zum erstenmal in der Gemeinde einführte, wurden folgende Herren gewählt: Mosche L. Schabsowitsch, Eh. Z. Woljwovitsch, Abr. Mei- ' rowitsch und M. Jtzkowitsch. Die Agudas Jisroel-Jugendgruppe in Svalava, wo der Zionismus Jahre hindurch feine Verheerungen in der Jugend fast unbehindert vollbringen konnte, hat ihre schwierige religiöse und organisatorische Aufbauarbe.it ebenfalls bereits begonnen. Der Oberrabbiner hat sich mit seiner Jeschiwa und Ehewras Bachurim der Vereinigung angeschlossen. Allgemein werden von dieser gemeinsamen Arbeit die besten Resultate erhofft. In die Leitung der Gruppe wurden gewählt die Herren: R. Awrohom Schapschowitsch (Ehrenpräses), Jgn. Majer (Präses), Oscher Klein (Vizepräs.), CH. Jeh. Lebowitsch (Kassier). Mosche Herschkowitsch (Kontrollor). Selig Gutmanu (Gabaj), Jiz. Eisik Wiesel, Awr. Jak. Meislrk und Mordch. Stern (Vorstand). In Sonic wurde auf Initiative der Herren B. Deutsch und V. Großmann eine bereits 35 Mitglieder zählende Agudas Jisroel-Jugendgruppe gegründet. In dem sofort gemieteten Vereinssaal wird auch schon täglich das „Daf-Jomi" gelernt. Zum Präses wurde Herr Majer Deutsch, Sohn des Oberrabbiners, gewählt. Bratislava. Die Agudas Jisroel-Jugendgruppe in Bratislava veranstaltete letzten m '-*> p"®’* für die Bachurim. die von hier nach den verschiedenen auswärtigen Jeschiwoth reisen, im Rahmen einer Melaweh d'malko-Feier ein gemütliches Abschiedsfest. Wie die Llguda-Jugend es als ihre Pflicht ansieht, in ihrer nunmehr seit zehn Jahren wirkenden „Jeschiwo-Aktion".'sich ihrer auf den Jeschiwoth dem Thoralernen sich widmenden, unterstützungsbedürftigen Altersgenossen durch monatliche Zuwendungen materiell anzunehmen, so betrachtet sie es als ein Gebot der Kameradschaft und der Solidarität, mit den Gesinnungsfreunden in ständigem Kontakt zu bleiben und sie auch moralisch im Kampfe um die Reinheit ihres religiösen Denkens und Fuhlens zu stärken. Diesem Zweck dienen in ganz hervorragender Weise solche Abschiedsseste zu Beginn eines jeden Semesters. Die Zahl der jungen Preßburger, die auf Jeschiwoth lernen, hat erfreulicherweise abermals eine aufsteigende Linie aufzuweisen. Herr Max Weiß, Präses der Jugendgruppe. begrüßte die Erschienenen in einer herzlichen anspornenden Ansprache. Darauf sprach Herr Red. I. I. Braun über die Lebensrichtung der thorabeflissenen Jugend in unserer Zeit. Herr B. Ch. Steiner erfreute die Anwesenden mit einem gut durchdachten Charifusvortrag. Herr A. Z. Kohn gab den jungen Leuten die guten Wünsche und die Grüße der Freunde mit auf den' Weg. Budapest. Am Mittwoch, den 26. Schwat, hielt Herr Wolf S. Jacobson, Berlin, auf Einladung des Tiferes-Bachurim-Bereins vor außerordentlich zahlreichen) Publikum einen Vortrag über „Die geistige Lage der gesetzestreuen Judenheit in der Gegenwart". Obgleich der verehrte Referent über die organisatorische Zusammenfassung der allweltlichen gesetzestreuen Judenheit nur mit starker, durch die Verhältnisse gebotener Reserve sprach, verstand er es dennoch, durch die Wanne und Innigkeit seiner Ausführungen die Zuhörer zu packen und ein farbenreiches Gemälde zu entwerfen. Die verschiedenen geistigen Strömungen der gesetzestreuen Jndenheit der Gegenwart wurden uns deutlich gemacht, Leben und Streben bei Chasfidim und Misnagd'm, in Ost und West geschildert, von Keren-Hathora und Veth- Iacob und ihrer segensreichen Arbeit erzählt. Besonders angenehm wurde das Verständnis des Referenten für die ungarische Orthodoxie und ihre Situation empfunden, und die Worte, die er für ihre historische Leistung im Sein und Werden der Gesamtorthodoxie fand, lösten begeisterte Zustimmun gaus. — Dem Dank an den verehrten Vortragenden gab der Vorsitzende der Tiferes Bachurim, Herr Stern, herzlichsten Ausdruck. D. I. Antwerpen. Der Landesvorstand der belgischen Landesorganisation der Agudas Iisroel hat sich unter Teilnahme sämtlicher am Platze bestehender Unterorganisationen (Zeirim. Bnos, Pirche, Jalde Agudas Iisroel) unter dem Vorsitz von Oberrabbiner Rottenberg neu konstituiert. Außer dem Vorsitzenden gehören ihm an die Herren R. Ratzersdorfer, H. Fischer. I. I. Weiß, E. Schreiber, Ch. Finkelstein. I. Friedmann, H. Rottenberg. M. Czechowall, S. Blasbald, A. Ratzersdorfer, I. Bronner, H. Tader. A. Silberstein, A. Spira. Der neue Landesvorstand veröffentlicht einen Aufruf, der zur kraftvollen Arbeit und zur Organisation neuer Gruppen ausfordert. Das Zentralbüro befindet sich Antwerpen. Van Spangenstr. 6. PosiSchßck'Konten: Landeidirektorium dei Keren Hatprah io DeuUchland Haipbuj-g Nr. 24753 (P. Seh. A- Hamburg). Keren Hatorah-Konumsiariai Frankfurt a. M. Nr. 41666 (P. Sch. A. Frankfurt a.M Keren Hatqrah-Kommifiariat Nürnberg Nr. 18440 (JP. Sch. A. Nürnberg) Keren Hatorab-Kommiaiarfat Köln Nr 50131 (P. Sch. A- Köln) Keren Halorah>KommU*ariat Leipzig Nr. 70147 (P. Sch. A. Leipzig) Keren Hatorah-Komminariai Berlin, P, Sch. A. Berlin Nr, 73P01 L. SalomonY Keren Hatorah-Kommuaariat Breilau, P. Sch. A. Breilau Nr, 60510 für Iwan Möller. Keren Hatorah-Kommiiiariat Hamburg P. Sch. A. Nr. 40?53 für Pr. Jpliui Ba«el Keren Hatorah-Kommiiiariat Kartiruhe Markui Stern. Bankkonto1 Ignaz Ellern,