Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 74 (1933)
- Issue
- Heft 12 (23.3.1933)
- Date
- 1933-03-23
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Hfäffer dee £andesorgoni|o(ion der Hgudat'JUtoel in Dttttfcfiland, 9. Jahrgang Berlin, 23. März 1933 / 25. Adar 5693 Nummer 3 Schristleitung: WolfS. Jacobson in Berlin, verlagspo st an st alt Frankfurt a. 211. I Oberrabbiner Dr. S. Spitzer-ZubilSumsstiftung des Keren Hathora. Aus Anlaß des 60. Geburtstages öes langjährigcn verdienten Vorsitzenden des deutschen Keren Hathora, Oberrabbiner Dr. Spitzer in Hamburg, hat die Keren Hathora-Zentcale zu 2lnfang vorigen Jahres die Bildung eines Oberrabbiner Dr. Spitzer- Fonds angeregt, für den ein Kapitalbetrag von rnk. so.000 in Aussicht genommen war. Die Keren Hathora- ZcNtcälc ist nun in der erfreulichen Lage, mittcilcn zu können, daß die damals präliminierte Summe ungeachtet der schweren Zeiten, die wir durchleben, erreicht worden ist. Im nachfolgenden geben wir das Schreiben wieder, das ans diesem Anlaß von der Keren Hathora-Zentrale in Wien an den Jubilar gerichtet worden ist. paii van 'pai *pn )ixan ma naa vx nx-ri rnina ao-ns» p-wan n*i n"sno b x i» v d n -i a x -T7 3-in rnna jr'waa »anaaa pnaxan -X"v'^ pa^aa -X"v'^ amasnax x^'iia 'wxn lawian'^a^iyn anna pp bv raaaa mv'll? na«p npn 'a amana“? jnna^ ata a»E? bwa yanaa Vw. löaaa VnV .nazm ai»a nnoi» naiv'? aaasaai mio»n w*na» asn nnin ms1? p-i» ^x v'VQn bw -joai mTS n"a anwy anna pp .ms '.nn it a»"p ppi ixiban *|oxa aaa niaz?^ lanposr in»'?' laaaiy Tan maa niwaV paar ir'warc n^sn 13x1 -nnni nninn pirn naiv'? ^ivs^i nsipna vÄ 'N'v' x^r?» rriinai xaia ni'naa i.iar' rvi pv->i n'vL ^ax nvan aapv ]pi nrnaa p-i naprn nninn naiba a»ba aa *p»n^ uaip psa awsrV a»3a ♦]»x nv '-fj? na ä'p'm»1? v"n xirw "win 'anim : nn^nn pp bw rann awn xainxo» pnx n^ninva «jot üiVip 'an» 'VVN'2 ''SW' 'NZ?N3!?^V"N bxi»!? -NN •a«aaya»9 ^xn «a"xnn nnrr nn xpn Cs darf Herrn Oberrabbinec Dr. Spitzer zur besonderen Genugtuung gereichen, daß sich in diesem Falle in ganz besonders eindringlicher Weise das Wort bewährt hat: -niir» nix» aaiv Die persönliche Hingabe, die der Jubilar zu Gunsten der Thoralehranstalten des Ostens und Westens in seinem Amte bewährte, hat nun zu einer mit G'ttcs itzilfe dauernden Kräftigung des großen Werkes des Keren Hathora geführt. Lage sprechen, Ziffern sprechen! i. Ich sprach: die Tage sollen sprechen! (Ijauw 32, 7.) Eindringlicher und erschütternder als der redegewältigste Wund eines Predigers sprechen diese Tage zu uns. Sie scheuchen uns auf aus der selbstsicheren Ruhe und der selbstverständlichen Gewißheit, denen wir uns, was unsere bürgerliche Stellung als deutsche Juden anlangt, so sorglos Hingaben. Diese Tage sprechen zu uns von der Unbeständigkeit alles Guten und aller Güter, die uns von „draußen" geboten werden, sie weisen uns darum den Weg nach „innen". Dies ist in den letzten Zeiten schon oft ausgesprochen worden, es muß aber Myrer wieder betont werden, immer wieder imfereiir Bewußtsein und unserem Empfinden eingehämmert werden. Tin vertrauen, das auf Menschen baut, , und seien sie die edelsten und wohlwollendsten, ist * ein Bauen auf schwankendein Grund. Alles äußere Lebcnsglück — Käme und Einfluß, Wacht und Wohlstand — ist uns so wenig sicher wie das höchste aller irdischen Güter; Gesundheit! „Das Rad drebt sich in der Welt!" Es gibt, so sprechen diese Tage zu uns, so sprechen sie zu jedem G'tt- und Bibelgläubigen, es gibt nur ein Glück, inneres Glück, das, erhaben über Umstände und Gestaltungen, dem Wenschcn zu allen Zeiten treu bleibt: ein Leben der Pflicht und der Treue! Diese Tage, mit ihren Zuckungen und Erschütterungen, sie müssen im j ü d i s ch e n Menschen, der Auge und Ohr nicht mutwillig verschließt, den einen Wunsch auslösen: „Laß mich leben Dein e m Worte!" Dies „Wort G'tles", so lehrt uns die Ueberlieferung (Schabbos 158b), wird uns nicht nur in der Gegenwarr den rechten Weg weisen, daß wir wieder zu uns selber zurückflnden, es wird uns nicht nur lehren, wie wir unser Ich formen und erziehen —- ~Dbn ir 'n an — es wird uns alles Schwere der Zeit als Wittel zuin höheren Zweck, Golus als Weg zur Geuloh begreifen und bejahen lehren — 'ft ana fpn nr — es wird uns auch aus unserer Heutigkeit, aus der Enge und dem Trübsal der nur um den Tag sich sorgenden Geschäftigkeit und Unrast freimachen, und unfern Blick klar und geöffnet den großen Zielen unseres Volkes und der Menschheit: «nxia3 17 'ft aaa Sind diese Tage gekommen, wo nach des Propheten Wort Hunger über die Menschen gekommen, „nicht Hunger nach Brot und nicht Durst nach Wasser, nein, zu hören die Worte G'ttcs!"? Ist in uns. den Inden Deutschlands, das Sehnen wach geworden nach den ewigen Gütern, nach diesem unverlierbaren Besitz, nach diesem inneren Glück? 'Und wenn dieses Sehnen wuchs und dieses verlangen mächtig wurde, ist Vorsorge getroffen, daß diese Hungrigen satt werden, „daß an diesem Tage nicht die schönen Jungfrauen verschmachten und die Jünglinge vor Durst?" Wenn unsere Jugend, wenn unser Volk den Weg zurück sucht, sind Wegweiser bereit gestellt?!! o vor etwa zehn Jahren gründeten die großen Männer unseres Volkes den Keren Hat o r a h! Cr sollte Heilung bringen vor der Wunde! Ob ihm diese Aufgabe gelungen ist? Dies zu bejahen, wäre vermessen und überheblich! Tin glattes Nein wäre aber Bescheidenheit am falschen Orte! Wir sprechen cs frei und unumwunden aus: Hat unsere Hoffnung, den Keren Hatorah zum zentralen Finanzinstrument für die geistigen Bedürfnisse des thoratreuen jüdischen Volkes zu machen, sich auch nicht verwirklicht — über das Weshalb wollen wir hier nicht sprechen, denn in solchen Notzeiten soll über jüdische Brüder nicht geklagt worden — so konnte der Keren Hatorah in dem ersten Jahrzehnt seines Bestehens doch manche lebenswichtige Anstalt unserer Gemeinschaft vor dem verfall bewahren, konnte er manches Werk schaffen, das gerade jetzt seinen Segen über die.Jugend unseres Volkes ausgießt, manche Iefchiwo retten, manche Talmud Thora gründen, manchen Lerndurstigen wenigstens einen Teil seines Lebensunterhaltes bestreiten und so mithplfen, daß der Brunnen nicht versiegt, der den Durst stillen soll, den Durst nach den Worten G'ttcs! Ueber all unserer Arbeit lag der schwere wirtschaftliche Druck, lag Not und Sorge. Nicht mit den stolzen Ziffern früherer Jahre können wir aufwarien, wenn wir für die Arbeit des deutschen K e r e n H a to r a h i m Jahre 1932 nunmehr Rechenschaft ablegcn. Wir lassen die Ziffern sprechen! Unsere E i n n a h m e n : Bestand 1. l. 52 . . . . Mk. I 457.54 Eingänge b. deutschen K. H. Mk- 56 403.49 Eingänge für Beth Jacob . Mk- 228.— Mk. 40.069.05 Unsere A a s g a den: Leistungen in Deutschland Mk. 24 262.27 ,, für die K. H.-Zentrale Mk. 4 489.58 ,, wegen Beth Jacob - Mk. 210.41 „ an Agudas Iisrocl für K. H.-Zwecke u. Beamte Mk. 5 840— Unkosten .•" Mk. 6 457-45 Bestand am 51. 12. 52 . . Mk. 809-54 Mk- 40 069.05 Das ist ein Rückgang gegenüber unseren Einnahmen im Jahre 1951 um über 40 Prozent! Doppelt herzlich sei denen gedankt, die uns halsen, daj; unser Werk wenigstens in diesem verkleinerten Maßstab weiter geführt werden konnte. 211 - t e n Freunden, die trotz der Ansprüche, die von allen Seiten an sic hcrantralen, unsere 2lrbc.it nicht vergaßen, n e u e n F r e u n d e n , die in kritischster Stunde uns beistanden. Ihnen allen sei innig gedankt! Sie gleichen den „Fürsten, die den Brunnen gegraben, den Edlen dos Volkes, die ihn gehöhlt!" 5. Die Tage sprechen zu uns und wir deutschen Juden werden ihre Sprache hören. Stark wird in allen Kreisen unseres Volkes die Sehnsucht nach unseren unverlierbaren Schätzen werden, die Sehnsucht, „zu schauen G'rtos Schönheit und wellen zu dürfen in Seinem Heiligtum!" Die „Lehre" wird wieder zuin Erbgut der g a nz e n Gemeinschaft Jakobs werden, Thorakenntnis wird nicht der Besitz weniger Auserwählter, sie wird das verlangen und das Glück breitester Schichten des Volkes sein. Wir werden zurückfinden zu den Oucllen, zu den Wurzeln unserer Kraft: jüdisches Wissen, jüdisches Wesen, jüdisches Leben wird wieder das Ziel aller sein. Nicht Weisheit, nicht Kraft, nicht Reichtum wird das Hoffen sein; „G'tt begreifen und erkennen," dieses Glückes wird man sich wieder rühmen wollen. Und wenn die Tage zu uns wieder ln freundlicherer Sprache reden, auch dann, dann gewiß, soll die Lehre der Gegenwart uns unvergessen bleiben: „Laß' 'mich leben Deinem Wort."' Wolf S. Jacobson. Zum Aufruf der Landesorganisation. I. Der Talmud erzählt uns in Chulin 95b: *?ki»w msoa pan Schmncl prüfte durch das Sefer, dh. er sstllng ein Sefer auf und das was ihm dort aus dem Text entgegcntrat, ließ er sich als Weglcitung dienen. Folgen wir dieser Uebung Schmuels, schlagen wir auf das Luch der Bücher. Ja, es ist schon vor uns aufgcschlagen, und aus ihm strahlt uns entgegen jenes große Lofungswott, das im Mittelpunkt der Sidro N3 steht, die wir in diesen Tagen lesen: Enna :i»rr'? ans» pxa pax *?xi awa bx 'ft ->»x'i •aawa 'tznn1? aa1? xin |wxa Q'unn ipx-> aaV ata Und es sprach G'tt zu Moses und Aron im Land Mizraim wie folgt: „Dieser Monat sei Euch Haupt