Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 74 (1933)
- Issue
- Heft 12 (23.3.1933)
- Date
- 1933-03-23
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 12 Seite 11 23. März 1933 „Starke" mit der Erinnerung daran zusammen, daß die Mächtigen, die man im Tischri geboren wurden oder kommt von den starken Bächen, -die in diesem Monat besonders mächtig fließen. Der Lul endlich» ebenfalls bei Schelomo genannt, entspricht dem Lheschwan und trägt seinen Damen wohl zum Andenken an die die im Lheschwan aufhörte. Der Decher. Eine Geschichte vom Becher des Clijahu Hanowi. Aus dem QebräifüKih i. Der Fürst Don Isaak Abarbanel wohnte den grössten Teil seiner Lebensjahre in Portugal und Spanien. Durch die Größe seiner Weisheit und die Güte seines Herzens war er bei allen Menschen beliebt. Der Ruf seiner Klugheit und G'ttcsfurcht und der Ruhm seiner Bibelerklärungen drang durch alle Länder. Auch am königlichen Hofe war er hochgeschätzt, so daß der König von Portugal ihn zu seinem Schatzmeister ernannte und ihm volles vertrauen schenkte. Als er später aus Portugal nach Spanien ziehen musste, zählte er auch dort bald zu den ersten und angesehensten Fürsten des Reiches. Und es geschah, als der König von Spanien das schreckliche Gesetz erließ, daß alle Juden aus dem Reiche vertrieben werden sollten, da berief der König den Fürsten Don Isaak Abarbanel und sprach zu ihm: „Ich habe den Befehl erlassen, alle Söhne deines Volkes aus meinem Lande ausznweisen, du aber sollst wissen, daß diese Lestimnmng nicht für dich und deine Familie gilt. Siehe, vor dir liegt das Land, wohne dort in Frieden." Aber da antwortete der Fürst: „Ich kann hier nicht in Frieden wohnen, wenn mein Volk vertrieben ist! Ich will wie ineine anderen jüdischen Brüder in die Verbannung wandern!" Und der Fürst ließ all seine Güter und Besitztümer zurück und zog ins Exil mit den vertriebenen Söhnen seines Volkes. Von all seinem großen Reichtum nahm er nur einen Beutel mit Geld mit und einen goldenen Becher, besetzt mit den edelsten Steinen. Tin kostbarer Becher war es, ein Erbstück seiner Ahnen und hochgeachtet in seinen Augen. Cr benützte ihn niemals .im ganzen Jahre, nur wenn er Sandek bei einer Brismiloh war und in der pesachnacht. Wenn der Sedertisch gedeckt war, füllte er ihn bis zum Rande mit kostbaren! Wein — aber keines Menschen Mund trank aus .ihm — dem Becher des Clijahu Hanowi - . . So verließ der Fürst das Land, in dem seine Väter gewohnt, zog durch Städte und Länder und kam endlich nach Venedig in Italien- Dort wohnte er viele Jahre. Tr lebte von dem Gelde, das er ans Spanien mitgebracht hatte; aber jedes Jahr wurde der Inhalt des Beutels kleiner und als die Zeit herannahte, da der Fürst von dieser Welt scheiden mußte, blieben seine Söhne, an ihrer Spitze sein Sohn Rabbi Iehudah Abarbanel in Armut und Mangel zurück. Dem Rabbi Iehudah hinterließ er als einziges Erbe den goldenen Lecher und diesen hütete R. Iehudah wie seinen Augapfel. Der tzsraetll ll. Lines Tages kam in das Haus des Rabbi Iehüdah Abarbanel ein großer Fürst. Lr sah den kostbaren Becher und er gefiel ihm über alle Maßen und er sprach zu R. Iehudah: „Verkaufe mir diesen Lecher!" Aber R. Iehudah antwortete- „Auch wenn mir mein Herr ein ganzes Haus voll Gold und Silber gäbe, ich würde den Becher niemals verkaufen!" Da ging der Fürst hin und erzählte dem König von' dem wunderbaren Becher. Als der König die Beschreibung des Fürsten hörte, begehrte er sehr mit' eigenen Augen den seltenen Becher zu schauen. Cr ging überraschend in das Haus des R. Iehudah und verlangte den Becher zu sehen, den er dem Fürsten gezeigt habe- R- Iehudah nahm den Becher aus dem Schrank und stellte ihn vor den König. Und als der König die wunderbare Arbeit der herrlichen Zierrate mit den prächtigen Edelsteinen sah, da gelüstete ihn nach der Schönheit des Bechers und er rief: „Was ist der Preis dieses Bechers? .Was verlangst du dafür — bis zur Hälfte des Königreiches soll dir gegeben werden!" Als R. Iehudah diese Worte hörte, erfaßte ihn ein furchtbarer Schrecken und er sprach: „Mein Herr und König! Cs entbrenne nicht dein Zorn über deinen Diener — aber ich kann deinen Wunsch nicht erfüllen.. Dieser Becher kam auf mich als Erbstück von meinem geliebten Vater, — auf ihm tutic der Frieden —. Mein Vater batte ihn von seinem Vater geerbt und auch dieser hatte ihn von seinen Vorvätern empfangen und so ist er ein Crbe von Geschlecht zu Geschlecht seit hunderten von Jahren. Mein Vater trug mir vor seinem Tode auf, dies Vermächtnis gut zu hüten, denn von dem Pr op h c t c n C l i j a h u selbst w u r d e e i n st d i e -- s e r Becher unsrer Familie übergeben! Und deshalb wird er auch genannt: der Lecher des Clijahu Hanowi. Dies vätcrerbc ist in meinen Augen so kostbar wie meine Seele und wenn der König mir alle Schätze der Welt anbieten würde, so könnte ich ihn nicht verkaufen!" Da ergriff den König ein furchtbarer Zorn und er rief: „Iichts soll dir so wertvoll und teuer sein wie der Wille des Königs. Und der Wille des Königs das ist seine Chre. Wenn du mich also ehren willst, so bringe den Becher in die Schatzkammer des Königs. Sieben Tage gebe ich dir Zeit, dich zu bedenken, doch wenn diese sieben Tage verstrichen sind, ohne daß du mir diesen Becher gebracht hast, so werde ich kundtnn ..." Hl. 2lls der König von seinem Hause weggegangen war, blieb R. Iehudah in großer Furcht zurück. Doch bald ermannte er sich wieder und sprach zu sich: „Und ich tue es doch nicht, ich übergebe dieses teure Vermächtnis, den Becher des Clijahu Hanowi nicht in die Hand eines Fremden!" Cr nahm den Becher, stellte ihn in seine Kammer, schloß die Türe ab, warf den Schlüssel auf die Straße u,io rief: „Clijahu Hanowi! Der Becher gehört dir und ich überliefere ihn in deine Hand. Komm, nimm den Schlüssel und tue mit dem Becher nach deinem Belieben!" 2lm siebenten Tag ließ der König den Rabbi Iehudah holen und fragte ihn: „Bringst du mir heute den Becher in meine Schatzkammer?" Da nahm R. Iehudah allen Mut zusammen und antwortete: „Der Schlüssel zu meiner Kammer ist nicht in meiner Hand!" Da befahl der König seinen Dienern: „Gehet in das Haus des R. Iehudah und suchet den Schlüssel in allen Winkeln des Hauses, bis ihr ihn finden werdet!" Da taten die Diener nach dem Willen des Königs. Sie durchsuchten das ganze Haus von innen und außen, aber den Schlüssel fanden sie nicht. Da packte den König ein schrecklicher Zorn und er rief: „So schlaget die Türen ein und zertrümmert die Kammer und nehmt den Becher mit Gewalt!" Die Diener eilten hin und zcrtrüinmcrtcn die Kaimner, aber den Becher fanden sie nicht. 2lls das der König hörte, ergrimmte er noch mehr und er befahl all seine Fürsten und Ratgeber zu sich und sprach: „Ich habe beschlossen, den R. Ichuda Abarbanel und alle Juden, die in meinem Laude wolmen, zu vertreiben, denn sie sind ein bartuäckiqes Volk." Der Befehl ging aus vom König und seinen Räten und das Gesetz wurde gegeben in der Hauptstadt Venedig, alle Inden des Landes auszuweisen. (Fortsetzung folgt.) Die Lösung des Silbenrätsels. Die Wörter heißen: Llumen Isaak Ardje Libanon Ijar Lärmet Der Name des Schriftstellers ist also: Bialik. Es gingen außer den letzthin aufgezählten noch eine richtige Lösung ein von: Lili Goldstein, Luncsoara (Rumänien). Heute folgt nun Das zweite hebräische Preisrätsel. Aus den folgenden sieben Wörtern sind durch Hinzufügen je eines Buchstabens sieben neue Wörter (lauter Substantive) zu bilden. Die neu hinzugekommenen Buchstaben bilden, aneinandergereiht, einen persischen Namen. Die Wörter lauten: r. IW 4. npo 2. t|p 5. P8 3- N2Y 6. -1Q3 7- Ich danke Euch sehr für die eingesandten Silbenrätsel, doch bitte ich Euch, möglichst die Lösung gleich dazu zu schreiben. Ich mußte mir da kürzlich den Kopf zerbrechen über den Namen eines jüdischen Königs, den ich absolut nicht aus den vorhandenen Silben zusammensetzen konnte und endlich kam ich darauf, daß — Achaschwerausch gemeint war! Das war doch schwer zu erraten, nicht? Also schreibt bitte die Lösung dazu, dann muß ich mich nicht so plagen, wenn mal etwa? nicht stimmt! KOSCHER FÜR PESSACH Unentbehrlich heute wie vor 30 Jahren I nDD "ItPD TOMOR Mandelmilch-Pflanzenmargarine enthält keine tierischen Fette. Sie ist fleischig wie milchig verwendbar und unter Fleisch ein köstlicher Brotaufstrich. Mit PALMIN koscher werden die Speisen auch für den empfindlichen Magen bekömmlich. Es ist beim Kochen und Braten von großer Ausgiebigkeit! TOMOR 1V2 10« TJPK. MAI PALMIN KOSCHER