Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 74 (1933)
- Issue
- Heft 11 (16.3.1933)
- Date
- 1933-03-16
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Der. Israelit 16. März 1933 Nr. 11 Seite 7 lauschte die zahlreiche Zuhörerschaft der geistreichen Rednerin, deren gewandte und reiche Sprache und deren tiefes Wissen! und Verbundensein mit echt jüdischer Kultur und europäischem.Geiste eine so innige Harmonie bilden. daß sie: die berufenste . Gestalterin sein konnte 'für eine Lehrerinnenbildungsanstalt im Osten. In ihr vereinigen sich Erbmassen'igrhßer jüdischer Ahnenreihen des Ostens und Westens — möge der Westen ihr ein Tätigkeitsgebiet aufzeigen und möge sie gerade in Würzburg schöpferisch gestalten in Fortsetzung der Arbeit, die ihr großer Ahne einstmals hier gerade auf dem Gebiete des Unterrichts- und Erziehungswesens begonnen hatte. Hamburg, 'IZ. März. Zur Aufklärung*des Attentats gegen Esriel' C a r l'e b ä ch ist nun so viel bekannt, daß es sich um etwa zwei zwanzigjährige- Jünglinge ausländischer Staatszugehörigkeit handelt/ die noch nicht lange in Hamburg Wohnhaft waren. Ihre Mitgliedschaft zur Kommunistischen Partei ist nicht einwandfrei erwiesen/ festgestellt wurde lediglich, daß sie linksradikalen Organisationen aktiv angehören und daß sich ihr Angriff gegen Carlebach als den „Rußlandhetzer" richtete. Beide sind ins Ausland geflüchtet. Mühlhausen (Elsaß), 5. März. Die „Societe israelite de stricfe observance“ fjat am. Rosch Chaudesch Adar ihr neues Betlokal, rue. des Bonn.es Gens 10, eingeweiht. Das Consistoire du Haut-Rhm war vertreten durch, seinen Präsidenten, Herrn Paul W.urmser, aus Colmar, durch seinen Vicepräsidenten Herrn Oberrabbiner' Ernest Weil, Colmar und die.Mitglieder• des Consistoire Herrn,Dr. med. Ernest Meyer, Mühlhausen und Herrn Emanuel Schwa b, Mühlhausen. Weiter waren vertreten die Gemeinde Mühlhausen und viele andere Organisationen und Ehrengäste. Das Minjan, welches sich zum „Beth Jacob" entwickelt hat, wurde vor ca. 50 Jahren durch Jacques Meyer V'xt, genannt Jekel Meyer, gegründet, als die Orgel in der Synagoge, in Mühlhausen eingeführt wurde. Das bisherige Lokal war längst zu eng und man nmßte sich nach neuen Räumen umsehen, die in Zukunft nach dem Namen des Gründers des Minjan „Beth Jacob" genannt werden. Herr Mathien Meyer, Brurelles, ein Sohn von Jäcues Meyer Vst. und Herr Sam Meyer, Paris, ein Enkel, haben als Derteter der Familie Meyer der Einweihung beigewohnt. Die Feier begann mit der Ankunft der Thorarollen, die von den Rabbinen und Ehrengästen getragen wurden. Nachdem Herr Natan Rein, der Präsident der „8c>ciete de la stricte observance", die Mitglieder des „Beth Jacob" sowie die zur Feier anwesenden Gäste und Delegierten aus Mühlhausen, Colmar, Straßburg, Zürich und Basel begrüßt hatte, ergriff Rabbiner Camille Bloch. Mühlhausen-Dornach, das Wort zur Einwekhungsrede. Es ergriffen noch das Wort Herr Dr. Meyer, Mühlhausen, Herr Baruch Kahn, der Vicepräsident von „Beth Jacob", Herr Rabbiner Deutsch, Bischheim und Herr Oberrabbiner Weil, Colmar, die alle mit ihren schönen Ausführungen der Feier die würdige Stimmung gaben. Für die gesanglichen Leistungen zur Verschönerung der Feier gebührt aller Dank den Kantoren Weiß, Straßburg und Rowinsky, Colmar. Zum Schluß ergriff Herr Mathien Meyer, Bruxelles. das Wort, um im Namen seiner Familie zu danken und seiner Freude Ausdruck zu geben, daß das Werk feines Vaters Jacquis Meyer i-‘xt im „Beth Jacob" weiter lebt. Die Woche. Samson Raphael Hirsch-Schule: Erstaufführung eines Chorwerkes.; Sonntag, den 2. April ds.' Js.. abends 8. Uhr, veranstaltet die Samson Raphstel Hirsch-Schule ein öffentliches Konz'irt' im. Dr. Hochs ' Konservatorium?'' . Zur Aufführun'tz gelangt: „Es war einmal > .em Märchenspiel für dreistimmigen Chor, Söpt'än.uno Altsolo, Orchester und Ärgelbegleitung von"C. 'Ättenhoser.. Da der Konzertsaal des Dr. Hochstchest Konservatoriums relativ klein ist, ist es ratsam, sich umgehend Eintrittskarten zu besorgen. Diese sind zum Preise von Mk. 1.25, 1.— und 0.73 nur im Sekretariat der Schule ab kommenden Sonntag erhältlich. Vorkrag in den agudistischen Iugendgruppen.^ Die Agudas Jisroel-Jugend- und Mädchengruppe, sowie die Agudisilsche Schülergemeinschost veranstalten am kommenden Sonntag, den 19. März, abends 20.15 Uhr, in der Aula der Samson Raphael Hirsch-Schule (Am Tiergarten 8) einen Vortragsabend. Es sprichf Herr Dr. Jsaac Breuer über Agudas Jisroebund dre Gegenwart... Gäste sind willkommen! Rakhan Skeinberger , Am 12. Adar ging im Alter von 79 Jahren Nathan, Steinberger von uns, ein würdiger Greis, der aller Achtung und Wertschätzung genoß. Aus einer ostjüdischen Familie, in der niiävi mv> heimisch waren, entstammend, kam er vor 34 Jahren nach Frankfurta. M. und gehörte zu den ersten Pionieren eines ostjüdischen Gemeindelebens in unserer Stadt. Er war Mitbegründer des Veshamidrafch Tifereth Israel und fungierte dort jahrzehntelang ehrenamtlich als Vorbeter und Vaal Kvre. Bis vor zehn Jahren, da er erkrankte und das Augenlicht zum Teile einbüßte, wirkte er auch als Vorbeter an den Hohen Feiertagen Er ernährte sich ehrlich und redlich von feiner Hände Werk und füllte die freie Zeit mit eifrigem Thorastudium aus. Noch bis zuletzt war er ständiger Besucher des Daf jomi und folgte dem Dozenten, da das Auge das Einsehen in den Folianten nicht mehr ermöglichte, auswendig mit größter Aufmerksamkeit, Alle Freunde und besonders Vorstand und Mitglieder des Vereins „Tifereth Israel" -werden dem Heimgegangenen ein ewiges ehrendes Andenken bewahren// Gemeindeverlrekung der Israelitischen Gemeinde. Sitzung am 1 5. März 1 9 3 3. An'Stelle des verstorbenen Eduard Oppenheim wird, Georg Lewandowski, seines Zeichens Wirtschaftsprüfer. als Vorstandsmitglied und vom Vorstand aus, zum Vorsitzenden von dessen Finanzkommission gewählt.' Ludwig Grün'ebaum und Ludwig Moritz treten neu in den Synagogenoorstand der Synagoge Börneplatz. . ....... ... . / . ........ . Der Haushaltsplan 1933/34 wird auf Antrag der verschiedenen Fraktionsvorsitzenden, in erster Linie des Rechtsanwalt Geiger, zunächst an die gemischte Finanzkommission verwiesen. An Kultus st euer war in demselben ursprünglich ein Zuschlag, von 18 Proz. zur Reichseinkommensteuer, von 30 Proz. zur Vermögenssteuer, beide auf der Grundlage der Veranlagung für das Jahr 1932 vorgesehen. - Als neuen Beschluß unterbreitet der Vorstand jetzt einen Zuschlag von 1 5 Proz. zur Reichsein komme n st e u e r, und von 50 Proz. z u 'r Vermögenssteuer, letztere wird erhoben, sofern keine Reichseinkommensteuer gezahlt wird oder diese unter 50 Proz. bleibt, ferner die Erhebung eines gestaffelten Kirchgeldes. Auch hier wird mit Fug und Recht geltend gemacht, daß man vor Beschlußfassung erst einen näheren Einblick in die Unterlagen haben müsse, um beurteilen zu können, in welcher Höhe Kultussteuer notwendig sei. Auch hierüber wird in Würdigung dieses Einwandes die Beschlußfassung ausgesetzt. - Eine Anregung von Dr. Arnsberg, die Gemeindevertretung möge in kürzester Frist zu einer Aussprache über gewisse allgemeine jüdische Gegenwartsfragen Zusammenkommen, wird vom Vorsitzenden Dr. Merzbach dahin interpretiert, bezw. ergänzt, daß er die Fraktionsvorsitzenden zusammenrufen werde, um zu erwägen, in welcher Art der Anregung stattgegeben werden solle. Einem in der Gründung begriffenen neuen Vereine, der in der Berufsausbildung stehende junge Leute umfaßt, werden mit dem Recht jederzeitigen Widerrufs im Gemeindehaus Königswarterstr. 5 Räume unentgeltlich überlassen. Ein alter Wunsch wird nun Tatsache. Zur Entlastung des bisher mit der Anzeigenwertung und Bearbeitung für das Gemeindeblatt befaßten Steuerabteilung und,— vielleicht — auch zur Steigerung der Einnahmen wird der Vorstand ermächtigt, die Verwaltung des Annoncenteils und/der Eingänge aus/Anzeigen.der'Anzeigenannahme M. Jsaac zu übertragen. Sie erhält 40, Proz. der Eingänge für Annoncen. Von den Logen ist' eine. „Aktion für unser,,Recht auf Arbeit" angeregt worden. Die erste Sitzung, wird unter . Teilnahme der Lögen von mehreren Gemeindevertr'etern /der Jüdischen Wohlfahrtspflege des Arbeitsnachweises, Einzelpersönlichkeitey u. a. demnächst stättfinden. , Bühnenschauturnen der kinderableilungen. Am Sonntag, den 26. März, nachm. 3 Uhr findet in der Herderschule, Wittelsbacherallee das Bühnenschauturnen der Kinderabteilungen statt. Die Mädels und Jungens werden in 14 Nummern ihr turnerisches Können auf verschiedenen Gebieten zeigen, so daß sich das Kommen bestimmt lohnt. Eintrittskarten zum Preise vast Mk. 0.50 UNd 0.75'sind im Cäfe Grünebcmm, bei den' MÜgledern und 'än der Kasse erhältlich. Tagesheim der erwerbslosen jüdischen Iugend. Das/ Tagesheim in der Königswarterstr. 26 pt. ist täglich, mit Ausnahme von Samstag, geöffnet von 2.30 bis 7.30 Uhr (Leitung: Phil. Rochwerg, Rllckertstr. 59, Tel. 45 434). Wir inachen ganz besonders aufmerksam auf die S ch r e i n e r - A n l e r n w e r k st ä t t e, die im Nahmen des „Tagesheims der erwerbslosen jüdischen Jugend" getroffen,.wurde. Die Werkstätte steht unter Leitung eines Fachmanns und vermittelt den Unterricht (Donnerstags' und Sonntags von 3—6 Uhr) kostenlos. Eine beschränkte Anzahl von erwerbslosen jüdischen Jugendlichen kann noch ausgenommen werden. Verein zur Aussteuerung hiesiger israelitischer Bürgerstöchter C. V. Die ordentliche, Mitgliederversammlung dieses Vereins hat am 7. d. M. stattgefunden, in der der Bericht für das Jahr 1932 vorgelegt und genehmigt wurde. Sodann wurde die Verlosung der Aussteuer 1. Klasse aus den Erträgnissen des Jahres 1932 oorgenommen und die Nr. 137 gezogen. Dem Mitgled, das' diese Veteiligungsnummer besitzt, steht das Recht zu, den Betrag als Mitgift einem Mädchen zuzuweisen, das den satzungs^ 'gemäßen Bedingungen entspricht. , Ferner hat der Vorstand beschlossen, 5 Aussteuern 2. Klasse von je Mk. 400.— am 23. Mai ü. I. zur Vergebung zu bringen. Jedes jüdische Mädchen, das den Bedingungen der Satzungen genügt, ist ohne irgend eine Zahlung zur Bewerbung zugelassen. Anmeldungen haben von den Bewerberinnen bezw. ihren Eltern oder Vormündern bis zum 23. April ü. I. bei Herrn Wolfgang Auerbach,. Gervinusstraße 10, vorm. 8—9 Uhr, zu erfolgen. Der Verein lädt hiermit auch zur Erneuerung bezw. Erwerbung der Mitgliedschaft ein. Der Beitrag ist für das Jahr 1933 wieder auf Mk. 9.— festgesetzt, und man bittet, ihn dem Postscheckkonto des Vereins, Nr. 50 338 Ffm..zu überweisen.; Jedes Mitglied erhält mit der Quittung über den Jahresbeitrag seine Beteiligungsnummer für die Verlosung der Aussteuer 1. Klasse für 1933, die in der ordentlichen Mitgliederversammlung des nächsten Jahres erfolgen wird. Exemplare der Satzungen werden auf Verlangen vom Vorstand zugesandt. Agudas Iisroel-Iugendgruppe E. V. Aus Anlaß der Renovierung des Heims der Jngendgruppe bleibt dieses bis auf weiteres geschlossen. Die planmäßigen Schiurim werden einstweilen noch aufrecht erhalten. Jedoch muß der Schiur der Mädchengruppe unter Leitung des Herrn, Konrektor A. Hirschberg aus raumtechnischen Gründen einstweilen ausfallen. Wohlkätigkeilskonzert. Das Konzert am Samstag, den 18. März, in der Frankfurt-Loge fällt wegen der zeitlichen Verhältnisse aus. Das Konzert wird in vier Wochen nachgeholt werden. Bereits gelöste Karten behalten ihre Gültigkeit. Schaumre Schabbos Stellenvermittlung. Die Schaumre Schabbos Stellenvermittlung, Schwanenstraße 12, richtet an alle Firmen (Kaufleute und Handwerker), die sabbatfreie Stellen zu vergeben haben, die dringende Bitte um Aufgabe derselben. Bewerber(innen) sowie Lehrlinge können jederzeit empfohlen werden. Persönliche Anfragen an Frau Jeanette Kaufmann, Obermainanlage 22, Tel. 44472 und Frau Jenny D. Strauß, Palmstr. 9, Anruf 44773. Für Pessach kaufen Sie prachtvolle Geschenke und Gebrauchsgegenstände des Seder in künstlerischer Ausführung und zu sehr billigen Preisen in der Kunstgeck e r b e ft u b e Westheim, Frankfurt a. M./ Elkenbachstraße. 3. Näheres Inserat. Ern,tzeges. rituelles Reinigungsmittel „Hermeli t h". ist jetzt''da, hergestellt, unter ständiger Kontrolle des' Ehern. Läboratoriums vün'Dr. Selig und Dr. Schnerb, Frankfurt a: M. Der Name dieser Herren bürgt für absolutes Kaschrus. .(Siehe, Inserat.) Mit dem 24 000 to. großen M/S „ Bul - c a n i a " nach Haifa. Eine einmalige Gelegenheit, auf einem Ozeandampfer Haifa zu erreichen, bietet die C o s u l i ch Line mit ihrem M/S „ V u l c a n i a " , welches am 5. April 1933 von Neapel abfährt und über Piräus (Athen) am 9. April Haifa erreicht. Die „Vulccmiä"/führt 1.,.Touristen- und 3. Klasse und ist modernst eingerichtet.' Eine besondere rituelle Küche ist an Bord vorhanden. Die italienischen Staatsbahnen gewähren ab der Grenze bis nach Neapel halben Fahrpreis. Auskünfte und Platzbelegung durch.die Agentur der Cosulich Line, Frankfurt a. M.. Kaiserstr. 20 und durch die bedeutenden Reisebüros. / Markender :^<if-fgb^i«>^>r-'SchcMadepfdl>ri|t Alleinvertrieb durch die Firma Neu aufgenommen . ai............ Neu auf genommen Um ****** 3. (Union (Rtexandev, ©crfm OtO. 18 *** *** ****** NVL Landsberger Straße 91 HÜS 7V ll&'J