Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 74 (1933)
- Issue
- Heft 8 (23.2.1933)
- Date
- 1933-02-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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J,""- - - ’ 23. Februar 1933 Frankfurt a. M.,- den 27. Schebat 569; j, ’ Begründet von Dr. Lehmann in Mainz. Abonnement ab Juli 1928: Deutschland ILO Mark monatlich« Ausland: Mertel, jahrpreise (entsprechend dem deutschen Inlandspreis zuzüglich Kosten des Streifband-Versandes) Deutsch-Österreich: Schilling 8.—; Amerika 1 Dollar; England 6 sh.; ab 1 Juli Frankreich 25 Fr.; Belgien ab 1.7.27. Belga 5. Holland 2 fl.; Italien ab 1.1.28.18 Lire; Ingo» slavien 55 Din.; Litauen 7.50 SH.; Rumänien ab l. 7. 27. 150 Lei; Polen 4 deutsche Gold, mark zum Tageskurs oder 7 Zloty: Schweiz 5 Fr.; Tschecho-Slowakei 25 Kronen; Ungarn Pengo 6 ab 1. Juli 1927; Dänemark 3.50 Krön.; Norwegen 3.60 Krön.; Schweden 3.50 Kro». Einzelnummer vierzig Toldpfennige. Der Israelit erscheint jeden Donnerstag. Inserate 50 Goldpf. für die fiebengesp alten» Nonpareille-Zeile. Abonnenten zahlen bei Stellengesuchen und Familienanzeigen nur 40 Pf. Die 75 mm breite Reklamezetle: letzte Textsette 2.— SRI., vorletzte Textseite 250 Mk.; Chiffregebühr in Höhe eines dopp. Fernbriefportos. Rabatt nach Tarif. Bet laufende« Inserataufträgen tartfm. Preiserhöhung jederz. Vorbehalt. Jnferatenannahme durch de« Verlag des Israelit G. m. b. H., Frankfurt a. M., Rechneigrabenftratze 7, Tel. Hansa 21084 sow. durch sämtl. Annoncen-Exped. d. In» und Auslands. Alleinige Inseraten««». für Frankf. Eefchäftsanz.: Jul. Schmidt, Oftendüraße 83 Tel. 45866. Platzvorschr. ohne Verbindlich!. Zahlungen direkt an den Verlag aus Postscheckkonto Fcankfncc (Natn) Jlc, ts)dJ<4. — Äagscve« ait: Poitsparkasss JStct, Nr.79603.— Poüioarkaffenaint Budapest Nr. 18424. — Postscheckkonto Warschau Nr. 180787. — Postscheckamt Zürich Nr.VM 723t. — Postscheckamt Amsterdam Nr.34889 — Postscheckamt Prag Nr. 79.080 — Rumänische Kreditbank Bukarest und ihre sämtl. Filialen Der Gerichtsstand für alle aus Abonnements oder aus Inseraten stch ergebenden Zahlungsverpstichtungen ist Frankfurt,a. M. Das Selbstbegreifen des modernen Menschen. Jüdische Epigonen der Bibelkritik. Von Oberrabbiner Dr. Laclebach in Altona. (Fortsetzung.) Oder: an den Berg Sinai können, nach Auerbach, die Juden nie gekommen sein, „denn diese wasserlose -Granitwüste ist — und war immer — für eine größere wandernde Masse absolut unzugänglich." Aus der Schilderung der G'ttesoffenbarung gehe nun unzweifelhaft, lsie.j hervor, „das; der Sinai als tätiger vutkan gedacht ist, und Vulkane gibt es auf der Sinai-Halbinsel nirgends.^ Aber selbst wenn man ihn östlich des Akaba- Busens sucht, nahe dem Gebiet der Midianiter, wo erloschene Vulkane sich finden, so müßten wir annehmen, „daß die Israeliten, eben mit knapper Rot den Aeg^ptern entronnen, den riesigen Weg bis zum Sinai zogen (12—14 Tage), und dann, da sie hier ja nur kurze Zeit bleiben konnten, vom Sinai nach kades (ca. 10 Tage), der eigentlichen Ruhestätte.- Ein sehr auffallender Weg!" Also, schließt Auerbach, habe es nie eine Offenbarung am- Sinai für das jüdische Gesamtvolk gegeben. Dafür wird! uns als Ersatz eine Erklärung/des Dekalogs durch Mosche in kades geschenkt! Mit einem Federstrich wird so das zentrale Ereignis, die Grundlage unserer ganzen Geschichte infolge des Vulkan-Fiebers der Libelkritiker weggelöscht. .Jede einigermaßen besonnene Kritik müßte vor solchem Leichtsinn stutzig werden und sich fragen, wie konnte in aller- Welt denn grade dieses Ereignis die ganze Bibel erfüllen? Warum denn solches Spiel mit den -Ortschaften, wö/uns eine Offenbarung zu Kades nicht äveniger verpflichtet chatte als die am Sinai??? Diese Gewaltkonstruktionen und das" ist das Unerhörteste — sollen nun in den Bibeltext hineingelegt werden. Jetzt beginnen die großen. Zauberkünste der B i b e l k r i t i k. Die Texte werden in -ein Prokrustesbett gespannt; was/nicht drin steht, hineinkorrigiert, und was an störenden Elementen darin enthalten ist, weggehackt. Es ist geradezu bewundernswert, mit welcher Meisterschaft diese Kunst gehandhabt wird/ Es solKz. B. der kurze Aufenthalt in Aegypten sich aus den (Quellen ergeben. „Genau besehen, spricht auch die biblische Ueberlieserung in ihrer ursprünglichen, noch nicht in ein späteres Rechnungsschema eingespannten Form, (!) nur von einem solchen Zeitraum: ste erwähnt einen Pharao, der den Josef zmn Dizekönig erhob, und einen „neuen, der Joses nicht VERLAG DES ISRAELIT ü. HERMQH GMBH. In unserem Verlag erschien soeben: EIN LEBENSBILD Nach der Überlieferung dargestellt von Dr. Michael Munk PREIS RM. 2.— Die vorliegende Schrift versucht eine Darstellung von Esra Hasofer auf Grund der alten Quellen. An Hand des gesamten überlieferten Schrifttums, insbesondere aus Talmud und Midrasch, wird ein Lebensbild von Esra, seiner politischen und religiösen Wirksamkeit entworfen. Die Darstellung selbst ist in fortlaufender Erzählung übersichtlich angeordnet, während die wissenschaftlichen Unterlagen in besonderen Fußnoten enthalten sind. Hier wird zum erstenmal, unbekümmert um .alle textkritischen und historischen Entstellungen, die von der Bibelkritik besonders behandelte Epoche um Esra ausschließlich aus dem jüdischen Schrifttum heraus gezeichnet und gewertet. Das Werk hat deshalb nicht nur wissenschaftliches Interesse, sondern bietet jedem, der sich mit dieser Zeit befassen will, vor allem aber für den Religionsunterricht wertvolles Material. Religionslehrer, die ihren Unterricht lebensvoll gestalten wollen, sollten nicht verfehlen, sich das Büchlein anzuschaffen. Zu beziehen durch jede bessere Buchhandlung sowie direkt vom Verlag gegen Voreinsendung des Betrages zuzüglich 15 Pfg. Porto, oder gegen Nachnahme, VERLAG DES ISRAELIT II. FRAKKFURT A. M„ RECHNEIGRABEHSTR. 7 mehr kannte", also seinen Rachsolger, und dieser zweite ist der Pharao der Bedrückung und des Auszuges." Run steht aber doch klar und deutlich im Exodus 5, 25: „es war in diesen Tagen, da starb der König von Aegypten"? Was ist zu tun? Richts leichter, als diesen Vers!os zu werden. Auerbach sagt: „Erst die aus einem anderen, in sich unabhängigen Slosskreise herkommende Mose-Sage läßt auch diesen Pharao noch sterben." Oder: von der Kades-Offenbarung anstelle der vom Sinai weiß die Bibel nichts. Auerbach aber präsentiert uns eine neue Bibel. In dieser steht: „G'tt kam vom Sinai, ging ihnen auf von Seir, erschien vom Berge paran und eilte nach — 111 c r i b a t -- ei b c s." lind er hält es nicht einmal für nötig, uns initzuieilen, daß er den Text willkürlich verändert Hai, um keinen härteren Ausdruck zu gebrauchen. Iosua und sein Buch finden nicht viel Gunst in den 'Augen Auerbachs. Für ihn gilt nur der Bericht von der Landnahine im I. Kapitel des Richterbuches. Da wird nun unglücklicherweise das Kapitel eingeleitct mit den Worten: es war nach dem Tode Iosuas. Aber diese sind — „jüngerer Einschub". Er will uns zugleich weismacheu, daß der Stamm Benjamin damals noch nicht bestand. Run steht in Vers 2! zwei m a l, daß die Söhne Benjamins Jerusalem nicht erobern konnten. Was tut Auerbach? Hokuspokus jokos, ersetzt „Söhne Judas" anstelle der „Söhne Benjamins", und dann ist doch ganz klar, daß der Stamm Benjamin damals nicht existiert hat. Ans Seite 71 wird uns mit großem 'Applomb erzählt, daß nicht der geringste Grund bestände, Wiose den Dekalog abzusprechen, es habe doch sogar Hugo Grcßmann sich für den mosaischen Ursprung ausgesprochen (man denke!) und die zehn Gebote seien von Moses in „Kades" in der Wüste noch vor der Landnahnre den Kindern Israel verkündet worden. Aber bis Seite 149 hat sich die Well geändert. Da wird mir nichts, dir nichts festgcstellt, daß die Israeliten i n a l l e n ä u ß e r c n D i n g e n des Kultes die k a n a a n ä i s ch e R e l i g i o n n b e r n omni e n h ä t t e n , natürlich auch damit „die erdgcbundenen H a u p t f e st c". Und der Sabbat? Ach, aus den Propheten ergebe sich, daß der Sabbat nur eine Vollmondsweihe gewesen sei (!). „Seine Erwähnung im Dekalog widerspricht dem nicht, da hier die Beziehung auf die Sicbcn-Tage-Woche zweifellos jüngere Erweiterung ist". (!!) Mit solchen Ionglicrkünsten, die wir aus der Schule der Bibestritik bis zum Ueberdruß kennen, kann man natürlich alles beweisen. Es ist auch beliebte Methode, zwei Stellen zu konfrontieren, die auf den ersten B V' l. ./ '/■H //•■ 11‘‘ V; J- JA!■’ " . .'/ Z'L; M r : IS'/ ' f.1Bu NB;B' >? i 'L?; •'•BL f/B'. ■ i 'I: ■ Br- $ - . , r §Vj:1 01176632