Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 74 (1933)
- Issue
- Heft 4 (26.1.1933)
- Date
- 1933-01-26
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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26. Januar 1933 in sich eine kommunistische Mission. Jeder kann „am besten" mit den Agenten der GPll. verhandeln, unterwegs aus den Bahnhöfen. Sie haben das früher mit den Agenten der zaristischen Behörden auch gekonnt. Jüdisches? Vielleicht soll das alles fein, was jüdische Voraussetzung für einen autonomen Staat ist. Sonst sind einige dieser jüdischen Ukrainer ordentlich „assimiliert". Gewissermaßen en passant (so als ob's eben nichts wäre . - .) hält der Verfasser des Buches nachstehende Feststellung für wertvoll: „In Botschkarjowo ist alles so billig, viel billiger als in der Ukraine. Gebratene Ferkeln und frische Semmeln kann man um einen Pappenstiel erstehen. Man mutz sich unbedingt einen Proviantvorrat kaufen." (Seite 93.) Kleinigkeiten? Für die Sowjets sind aber gerade Kleinigkeiten außerordentlich bedeutungsvoll! Im Vorwort liest man noch einige (nunmehr sehr entschieden überholte) Zahlenangaben und Berichte über das jüdische Siedlungswesen in Rußland. Daß obendrein darauf hingewiesen wird, diese statistischen Angaben den: Buche Hellers „Der Untergang des Judentums" entnommen zu haben — fei nur der Kuriosität halber erwähnt. Das im allgemeinen unterhaltsame Buch wird dadurch nicht im mindesten in eine wissenschaftliche Sphäre gehoben. Es ist und bleibt eine russisch-politische Reklame mit einer belletristischen Maske. I. Raphael. (Purimspiel „Hamen".) Gerade rechtzeitig vor dem diesjährigen Purimfest erscheint eine Neuausgabe des beliebten Purimspiels „Haman" des Dichters Moritz Scherbe!. Mit seinem Drei-Akter „Haman". hat Moritz Scherbe!, dessen 100. Geburtstag vor kurzem in allen jüdischen Zeitungen gefeiert wurde, ein humorvolles Pnrimfpiel geschaffen, das durch seine Leichtverständlichkeit und schöne Versform besonders bei der Jugend Anklang gefunden hat und in jüdischen Schulen und Vereinen gern aufgeführt wird. Die Aufführungsrechte sind anläßlich des 100. Geburtstages von Moritz Scherbe! durch den Enkel (Scherbel-Ver'lag, Berlin-Charlottenburg 4) freigegeben worden, sodatz die Aufführung überall gebührenfrei erfolgen kann. Das Textbuch des „Haman" ist hübsch ausgestattet: es kostet nur Rmk. l.—. Das Purimspiel von Moritz Scherbe! kann sowohl als Purimgeschenl wie auch für die Ausführung bestens empfohlen werden. Ainderecke. Qet Gcenzstreit. Wieder einmal war Pharao Ramfes gezwungen, Krieger nach der südlichen Grenze zu entsenden. Boten der Grenzwächter waren vor ihm erschienen, mit der Bitte um Unterstützung, da schon wieder eine Horde der Kuschiten über die Grenze Aegyptens eingedrungen sei. Nie gab es doch Frieden mit diesen Söhnen kuschs! Sie waren reich und mächtig, denn sie lieferten das Gold und Elfenbein nach Aegypten, das die Pharaonen zu ihren herrlichen Schmuckstücken brauchten und unersättlich waren diese schwarzen kuschiim! Immer wieder machten sie räuberische Ueberfälle auf ägyptisches Gebiet und erkannten die Grenzen nicht an! Ungern entsandte der Pharao seine Krieger in dieser sturmbewegten Zeit. Es war eben große Unruhe im Lande wegen dieser aufrührerischen Hebräer und ihrem zeichenkundigen Führer, der sogar den Uil, den mächtigen Uil in Blut hatte verzaubern können. Schon strömten zwar die Wasser der Flüsse wieder wie vorher, doch noch lag die Angst in den Gliedern aller und man zitterte vor der neuen Plage des furchtbaren Moses. Aber die frechen Angriffe der Kuschiten forderten doch zur Gegenwehr heraus. So zog eine Abteilung bester ägyptischer Bogenschützen den Uil aufwärts bis zu den ersten Stromschnellen, in deren Uähe die umstrittene Grenze verlies. In allen kleinen Rieöerlassungeu längs des Uils trafen sie die Einwohner in furchtbarer Aufregung an. Sie konnten sich alle das Wunder des blutigen Uils nicht erklären, wagten aber doch nicht, jemanden aus der vornehmen Kaste der Krieger danach zu fragen. Nur in der Städt No-Amon (Theben) machten die Krieger Halt und erstatteten dem dortigen Obersten Bericht aus der unterägyptischen Hauptstadt. Sie erzählten ihm auch die schrecklichen Ereignisse, die sich dort abgespielt hatten, von dem Auftreten der beiden ebräischen Brüder, von ihren Wunöerzeichen und ihren weiteren Drohungen. „Wenn Pharao das Volk der Ibrim nicht entläßt," schlossen sie ihren Bericht, „so wollen die Söhne Amrams über das ganze Gebiet Ul izrajims unzählige Frösche bringen!" „Davor mögen uns alle Götter behüten!" antwortete der Oberste der Stadt Uo. Die Krieger marschierten weiter, näherten sich der Insel Elephantine, verließen dann den Lauf des Uils und erreichten endlich die Zelte der Grenzwächter. Diese empfingen sie mit freudigem Zuruf. Ihre Kraft war durch den Kampf schon sehr geschwächt und für den nächsten Tag erwarteten sie wieder einen Uebersall der Kuschiten, dem sie allein nicht hätten standhalten können. Aber am folgenden Morgen wurden die Krieger nicht durch das gewohnte Signal zum Aufbruch geweckt. Etwas anderes schreckte sie plötzlich hoch aus ( ihrem Schlafe: sie spürten ein feuchtes Ding auf ihren Lagerstätten,.das hüpfte und schlüpfte in den Zelten — zum Gruseln war es — wie Geister aus der Welt der Götter — plötzlich schrie ein Krieger auf: „Das sind die Frösche, die dieser Mosche prophezeite!" Ja, das waren die Frösche und selbst in diese südlichste Gegend Aegyptens hatte er sie hingezaubert. Angeekelt eilte alles aus den Zelten heraus, aber draußen war es nicht besser, das ganze Land wimmelte von Fröschen! Doch was war das? Wie sonderbar? Hier konnte man sich nicht retten vor diesen entsetzlichen Fröschen und da drüben, kaum 10 Ellen weiter, war keines dieser scheußlichen Tiere zu sehen! Staunend gingen die Wächter näher, sie wußten die Sache nicht zu deuten. Doch plötzlich stieg dem Anführer der Krieger ein klärender Gedanke auf und er rief: „Wißt Ihr noch, was jener Mann Mosche dem Pharao androhte? Aus dem ganzen Gebiet Mizrainis werde es von Fröschen wimmeln. Und seht, so traf es ein, dies hier ist die Grenze des ägyptischen Gebietes. Nun werden auch die Söhne Kuschs erkennen, wo die Grenze zieht, denn der G'tt der Ibrim hat den Streit entschieden!" vergeblich warteten die Krieger auf den Angriff der Kuschiten. Auch deren Späher hatten es schon erkundet, welche Bewandtnis es mit den Fröschen hatte, die dort drüben bei den Acgyptccn die ganze Erde bedeckten. Deutlich konnte man die Grenze der beiden Gebiete unterscheiden und diesem Urteil des richtenden G'ttes mußten auch die Söhne Kuschs sich unterwerfen. Ihre Abgesandten kamen als Boten des Friedens in die Zelte der Aegypter und der Streit um die Grenze war durch diesen Frieöensschluß beendet. Am Ml. Von Jehuda Halevi. Dieses Lied dichtete Jehuda Halevi, als er auf seiner Reise nach Palästina wehen Herzens in Aegypten bleiben mutz. Am Nil i gedenkt er der Wunder, die dort einst für Israel geschehen und noch glühender ersaßt ihn die Sehnsucht nach Erez Israel... G'tt, Deine Wunder flüstert Geschlecht dem Geschlecht Die Väter künden sie den Kindern unverfälscht. Der Stronr ist Zeuge; denn er ward zu Blut Ohn' Zauberei und Zauberkunst Mit Deinem Namen nur, durch Mosche, Ahawn Und durch den Stab, der zu der Schlange ward — Sei Hilfe auch dem Knecht, der ans Dich baut, Ersehnt den Tag, da er die wunderbaren Stätten schaut. Der Starke und der Schwache. Dem Dubner Magid nacherzählt. vor vielen, vielen Jahren zogen cimnal zwei arme Wanderer über Land. Sie waren ein sehr ungleiches paar, der eine war furchtbar stark, ein Niese von Gestalt. Der andere dagegen war -eilt unscheinbares schmächtiges Männchen mit schlotternden Gliedern, der große Mühe hatte, mit seinem kraftvollen Begleiter Schritt zu halten. Dieser nahm auch wenig Rücksicht Nr. 4 Seite 15 auf den kleinen Schwachen und obwohl er sich manche Handreichung von ihm tun ließ, sah er sehr verächtlich aus ihn herab und verspottete ihn immerzu. ,Du Schlemihl," sagte er, „mit deinen wackelnden Beinen und deinem krummen Rücken. Muskeln hast du wohl überhaupt keine und wenn man dich anrührt, fällst du schon um. Du bringst es doch sicher zu gar nichts in deinem Leben!" Der arme Schwächling mußte solche höhnenden Reden über sich ergehen lassen, er ballte die Hand in der Tasche und murmelte: „Warte nur, warte nur, einmal kommt auch der Tag, an dem ich über dich triumphieren werde!" Eines Tages näherten sie sich einer großen Stadt, der gerade viel Volk zuströmte. Sie erkundigten sich bei einem vorübergebenden, wgs sich in der Stadt wohl Besonderes ereignen werde. Der Gefragte antwortete: „Das kann ich euch sagen. In dieser Stadt will morgen der Schwergewichtsmeister des Landes seine Leistungen zeigen und auch der größte Arzt der Welt will vor allen Leuten seine Kunst beweisen. Kommt nur mit und seht euch auch das Schauspiel an." Die beiden Wanderer gingen der Stadt zu. 'Als sie ans Tor kamen, riefen die Torwächter: „Seht, da kommen gerade die Richtigen, wie wir sie suchten! An diesen sotten unsre Meister ihr Können erproben! Du, Starker, sollst mit dem Meister des Kampfes ringen und den kleinen buckligen Schwächling da soll der Wunderarzt heilen!" Und so geschah es. Am folgenden Morgen trat zuerst vor versammeltem Volke der Schwergewichtsmeister in die Mitte. Er maß den Riesen, der sich auf seine Kraft so viel eingebildet hatte, mit einem Blicke, versetzte ihm einen einzigen Stoß und schon sank der Prahler kraftlos zu Boden. Run begann der Wunderdoktor seine Arbeit. Er strich dem schwachen Männchen einmal sachte über den Rücken, schon wurde ec gerade, ec rieb eine Salbe über die Augen, schon schauten sie hell und klar in die Welt und nun gab er ihm noch einige Tropfen Medizin — da reckte und streckte sich der schmächtige Körper und plötzlich stand da ein kräftiger und starker Mann anstelle des schmächtigen Kleinen. Jubelnd begrüßte ihn alles Volk, während der geschlagene Riese verachtet und gedemütigt zum Tore hinkte. Und nun, wißt Ihr auch, was der Dubner Magid mit diesem Gleichnis sagen wollte? Der starke eingebildete Riese, das ist Pharao, der sich für unüberwindlich hielt und für den Mächtigsten der Erde. Aber eines Tages mußte er seinen Stolz büßen und der kleine, mißachtete Schwächling, das unterdrückte Volk Israel konnte über ihn triumphieren. Das schwache und verachtete Sklavenvolk wurde von G'tt ausecwählt und mit Hilfe dieses mächtigsten Wundertäters ward cs zum starken Volke, mächtig und groß! Auflösung der Ehanukoh-Aufgabe. Diesmal gab es eine ganze Reihe tüchtiger Löser, die viele Worte aus den Buchstaben des Wortes rwim zu bilden vermochten. Die besten Lösungen sandten: Ruth Steiner, Berlin (mit 23 gültigen Wörtern), Maier Frant, Berlin (20 Wörter), Marlin Salomon, Bayreuth - (16 Wörter), Rofemann, Berlin (16 Wörter), A. Davidsohn, Rastenburg (12 Wörter). Ben Bamberger, Frankfnrt-M. (12 Wörter). Für alle diejenigen, die die Lösung versuchten und denen es nicht gelang, viele Wörter zu finden, setze ich hier eine kleine Auswahl hin: (Gaumen) 7jN- (Angel) ,-PzN 'ND -N3N -NiN 'fN -in (,td) 'm? 'P3 .(Andacht) rm? (nb) nis 'jnia 'N3 npj '«“D3 »rrn »m 'Nv »pn -)U PN.(zurechtweifen) nsin .<Pharao Nccho) 'Ni (gegenüber) Hebräisches Rätsel. Zuerst bedentet's einen Feind, einen Dränger, Doch machst dn's um einen Buchstaben länger, Ist ein duftend Gewürz, auch zur Heilung verwandt Das häufig vorkam im Ostjordanland. Setzt nun du ein Zeichen als Kopf vornedran, Ergibts einen altorientalischen Mann. Und fügst du noch einen Buchstab' zum Schluß, Jsts ein Land mit einem berühmten Fluß. Wer dieses Rätsel und die kn den nächsten Nummern folgenden zwei Aufgaben löst, erhält einen Preis. Solltüll mehrere Eillsender alle drei Rätsel erraten, entscheidet das Los.