Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 74 (1933)
- Issue
- Heft 4 (26.1.1933)
- Date
- 1933-01-26
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 10 Nr. 4 führte zum Weltkriege, und dieser brachte keine Entspannung, sondern eine unerträgliche Verschärfung. Längst ist die Wirtschaft nicht mehr für den Menschen, sondern der Mensch für die Wirtschaft da. Das Sonderschicksal der Juden in diesem Prozesse ist, daß sie den Anschluß weder nach rechts noch nach links finden können. Es wiro den .Juden nichts anderes übrig bleiben, als sich in die neue Zeit einzuordnen und sich dem Kollektivismus zuzuwcnden. Die Schwächsten, das sind die Arbeitnehmer, müssen dabei geschützt und gestützt werden. Es sei nötig, daß die Arbeitnehmer in ihren zuständigen Organisationen sich betätigen, aber darüber hinaus sollten sie mit ihrer zusätzlichen jüdischen Not auch den Weg zu der jüdischen Organisation finden, die speziell ihre jüdischen Interessen zu wahren gewillt und imstande ist. __ Als dritter Redner legte Herr Redakteur e-. Schachn o w i tz eiu kurzes warmes Wort für den Sabbat ein, ohne welchen eine Angestelltenaktion des C.-V. für den orthodoren Teil seiner Mitglieder nicht denkbar sei. Es sei ein Gebot der Selbstachtung für den Juden, unter dem Eindruck der Boykotthetze wenigstens im eigenen Lager, bei Einkäufen und Anstellungen, I u ü e n , insbesondere s a b b a t h a l t e n d e Juden, zu berücksichtigen. In der darauf folgenden lebhaften Diskussion nahmen einige S o z i a l i st e n und K o m m u n i st e n die Gelegenheit wahr, das Allheilmittel ihres Parteiprogrammezu empfehlen. Sie erhielten in dein Schlußwort der Referenten eine gründliche Abfuhr. Erst nach Mitternacht konnte der Vorsitzende, Herr Dr. Marx, die Versammlung mit Dank an die Redner und Gäste schließen. Der eigentliche Wert des Abends bestand darin, daß zum erstenmale jüdische Angestellte auf einer Plattform zu einer Aussprache zusammengoführt wurden. Jubiläum einer hebräischen Buchhandlung. Am 1. Februar dieses Jahres begeht die hebräische Buchhandlung A. I. Hofmann, deren Ruf weit über Frankfurts Grenzen hinausgedrungen ist, die Feier ihres fünfzigjährigen Geschäftsjubiläums. Sie wurde im Jahre 1883 von Abraham H o f m a n n b'itu gegründet und befaßte sich u. a. hauptsächlich mit der Pflege des jüdischen Verlages und Antiquariats. Bon . bekannteren Werken, die dort erschienen sind, nennen wir nur die Kommentare von Direktor Mendel Hirsch zu den Hastoroth. sowie zu den zwölf kleinen Propheten, ferner Ehrmanns Durchs Jahr und die Rofenthaler'fche Schulfibel. Neuerdings gibt die Finna eine deutsche Ilebersehung des Kizzur Schulchan Aruch mit Punktation des hebräischen Tertes verseheck heraus, die bisher in 28 Lieferungen erschienen ist. Im Jahre 1929 lral Herr Jonas Sänger, der Schwiegersohn des Gründers, als Teilhaber in die Firma ein, die er nach dem im Jahre 1926 erfolgten Ableben von Abraham Hofmann gemeinsam mit dessen Witwe weiterführt. Das "Geschäft-lokal^ der Buchhandlung befand sich bis vor kurzem seit dem Tage ihrer Entstehung ununterbrochen im Hause Allerheiligenstraße 87. Vor zwei Monaten siedelte sie nach Vörnest r a ß e 41 in ihre neuen "Räume über. Frau Hannah Rahel Schwach geb. Kraushaar Im blühenden Alter von 28 Jahren ging sie von ihrem Gatten, der sie bis gum letzten Augenblick aufopfernd betreute. Drei Jahre laug trug sie in sich ein schweres Leiden, still und heldenhaft, immer heiter und lebensfroh. Alle, die sie kannten, bewunderten an ihr die Eigenschaften einer echt jüdischen Frau. Fern von ihren Eltern, die in Warschau leben, starb sie wie Rahel, geläutert durch die Leiden, die sie betroffen. Das letzte Jahr ihres schwer geprüften Lebens wurde noch durch das Kind, durch welches die Ehe gesegnet wurde, erhellt und beglückt. Am Mittwoch, den 22. Teweth, wurde sie zu Grabe getragen, begleitet von einer Schar derjenigen, die diese stille jüdische Frau und Mutter gekannt haben. Herr Rabbiner K a r p e l widmete der Heimgegangenen bewegte und tief empfundene Worte der Trauer und schilderte den herben Verlust, den der Gatte, fein Schüler, Herr Bert Schwach, erlitten hat. Möge der schwer geprüfte Gatte Trost aus dem Born der Thora schöpfen und von dort die Kraft holen, das Kind, dem das letzte Wort der Frühoollendeten galt, in ihrem Vorbilde zu erziehen. -rraxin Schaumre Schabbos Stellenvermittlung. Die Schaumre Schabbos Stellenvermittlung, Schwanenftraße 12, richtet an alle Firmen (Kaufleute und Handwerker), die sabbatfreie Stellen zu vergeben haben, diq dringende Bitte um Aufgabe derselben. Bewerber (innen) sowie Lehrlinge können jederzeit empfohlen werden. Persönliche Anfragen an Frau Jenny D. Strauß, Palmstr. 9, Anruf 44773. Erez Jisroel-Aml der Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Unter Bezugnahme auf die au anderer Stelle erfolgten Veröffentlichungen des zentralen Erez Jisrvek- Amts der Agudes Jisroel-Jugendorganisatron bitten wir alle Interessenten für Hachschara aus dem Gebiete des hiesigen Gruppenkreises der A. I. I. O. sich sofort mit uns in Verbindung zu setzen, bezw. einen Fragebogen anzufordern. Zuschriften richte man an das Erez Jisroel-Amt der Agudas Jisroel-Jugendgruppe Frankfurt a. M. 1, Schwancnstraße 12. Aus der Agudas Jisroel-Orksgruppe. Herr Radbinats - Assessor Dr. Schlesinger hat sich freundlicherweise bereit erklärt, in unserer Gruppe, für jüngere Baaler-Battrm einen Gemoro-Schiur mit besonderer Berücksichtigung praktisch-halachischer Fragen zu übernehmen. Anmeldungen an den Vorstand zu Händen des Herrn Rechtsanwalt Martin Katz, Schäfergasse 33, sind erwünscht. Nähere Mitteilungen werden noch bekannt gegeben. Achawa. Zu Ende des abgelaufenen Jahres fand eine Verwaltungsausschußsitzung der Achawa statt. Der erste Vorsitzende, Herr Oberlehrer E. Gut, erstattete einen Bericht über die Tätigkeit des Vereins im abgelaufenen Jahre. Der Verein hat durch den Tod seines zweiten Vorsitzenden, des Hern« Julius Goldschmidt, der dieses Ehrenamt seit Jahrzehnten inne hatte, einen schweren Verlust erlitten. Herr Bankdirektor Emil Simon berichtete über die Fmanzlage. Er gab bekannt, daß zur Ausschüttung der Jahresguoten ein Betrag von 2690.— Mari zur Verfügung stehe. Eine Reihe Bezugsberechtigter haben durch Verzichtleistung auf ihren Anteil dem Vorstand die Möglichkeit gegeben, eine Anzahl Witwen, die ein besonders geringes Einkommen haben, etwas reichlicher zu bedenken. Die Kasse ist von den Herren Julius Kaufmann und Dr. Ernst Kahn geprüft worden. Irgendwelche Beanstandungen haben sich nicht ergeben. An der Höhe der Mitgliedsbeiträge wurde nichts geändert. Für Ehrenmitglieder beträgt der Mindestjahresbeitrag 6 Mark, für aktive Mitglieder 4 Mark. Die aktiven Mitglieder werden dringend gebeten, ihren Beitrag für 1933 ohne weitere Aufforderung auf das Postscheckkonto der Achawa, Pensions- und Hilfskasse israelitischer Lehrer Deutschlands Nr. 47 452 Frankfurt a. M., einzuzahlen. Anfragen beantwortet der Schriftführer der Achawa, Herr Studienrat Walther Rothschild, Hammanstraße 5. Es ist ausschließlich Sache der Leser, die im Jnseralenlril enthaltenen Empfehlungen ritueller Varen oder sonstige Angaben religionsgesetzlichen Charakters auf ihre Zuveclässigkeik zu prüfen. In S e e f e l d (Tirol, 1200 m) haben die Schwestern Scheer (Herrenalb) unter Aussicht des Hamburger Speisevereins im Hotel Hochalm eine Pension eröffnet, die sich seit der Eröffnung einer ausgezeichneten Frequenz aus allen Teilen Deutschlands erfreut. Wer bei ausgezeichneter und preiswerter Verpflegung in der prächtigen Natur des Tiroler Hochgebirges in strahlender Sonne, bei Eis und Schnee, Körper und Seele stärken will, dem sei die Pension Scheer in Seefeld angelegentlich empfohlen. Das Anschaffen von Herrcngarderobc ist wegen des zu beachtenden Kafchrusgesetzes in den letzten Jahren für den Mittelstand zu einer schweren Sorge geworden. Daher ist es sehr anzuerkennen, daß (siehe Inserat) Herr Diplom- Schneidermeister A. I. Neugebauer, Ostendstr. 14, das Seine bazu beiträgt, diese Schwierigkeit zu beheben. In ihrem heutigen Inserat bietet die Schneiderei Neugebauer ihre schon ohnehin sehr preiswert angebotenen Anzüge und Mäntel in Maßkonfektion und Maßarbeit mit noch 10 Prozent Inventur-Ermäßigung an, es ist also Zeit für jeden, den gerade jetzt noch so notwendigen Mantel anzuschafsen. Herr Neugebauer betreibt seine Schneiderei bereits seit dem Jahre 1920. Es hat sich durch seine große Gewissenhaftigkeit in der -Verarbeitung schon häufig ergeben, daß man ihn in Zweifelsfällen zu Rate zog. Angefertigt werden genau so preiswert als Mäntel und Anzüge aller Art auch Barmizrvoh- Anzüge. lieber die Qualität der Arbeit sind erstklassige Referenzen vorhanden. Wer jetzt schon seine Garderobenaufträge für n v 2 erteilt, kann' billiger bedient werden. Für eilige Fälle ist Fertigstellung nach drei Tagen möglich. Ihre Kräfte erhält (und wer braucht heute nicht alle seine Kraft) das seit Jahrzehnten bewährte „Citrovanille" (siehe Inserat), indem es raschwirkend und dabei vollkommen unschädlich, jegliches körperliche Unbehagen Ihnen überwinden hilft. Es ist anzuwenden bei Kopfschmerzen, Migräne, Neuralgien, Nervenschmerzen, Grippe-Erkrankung usw. Auch von religionsgesetzlichem Standpunkt aus ist gegen die Anwendung von „Citrovanille" in jeder Form nichts einzuwenden. Wochenkalender. vom 28. Jan. bis 4. Febr. 1933 vom 1. — 8. Schebat 5693?! »ai» «p L i nb»3» Samstag! 3an- 28 P 13 «nn s?tn xi«i Sonnrag j 29 2 N3 Montag | 30 I 3 133 j Dienstag j 31 4 v; Mittwoch |Frbi 1 5 *5» Donnerstag 2 6 Freitag 3 7 E 3 Samstag i 4 8 n. a N2 Verantwortlich für den allgemeinen Teil und das Feuilleto« S. Schachnowitz, Frankfurt a. M.; Inserate i. B.: S. Scha ch» nowttz, ebenda. — ijür die pädagogische Beilage: Lehrer L. Kaufmann, in Sprendlingen (Kr. Offenbach). — Verlag oes Israelit und Hermon G. m. b. H., Frankfurt a. M. — Druck Sermon Druckerei, Frankfurt a. M. Während des Inventur- Verkaufs bis5Oof0Ermäßigmg, Für meinen zehnjährigen begabten Sohn suche ich bei entsprechendem Gehalt (schöne Kleinstadt mit 120 jüd. Familien) einen akademisch gebildeten LEHRER bester Umgangsformen, der auch T’nach und Gemoroh lehren kann. Offerten unter 161c an die Expedition ds. Blatt. Infolge R thsstandsoersetzung des bisherigen Stelleninhabers soll die Stelle eines Vezirksrabbmers des Rabbinatsbezirks Jchenhausen mit dem Sitz in Ichenhausen durch einen jüngeren, orthodoxen, akademisch gebildeten Rabbiner neu besetzt werden. — Die Anstellung erfolgt gemäß der Beamten- und Besoldungsordnung des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden. — Bewerbungen bitten wir an den Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Jchenhausen zu richten. Jchenhausen, den 23. Januar 1931. Verwaltung der Israelitischen Kultusgemeinde Jchenhausen Julius Krämer, 1. Vorstand. Wir suchen zum 15. 4. 33 für unsere private Volksschule einen jüngeren Lehrer streng orthodox, der möglichst die Anstellungsvrüfung abgelegt und entsvrechende Praxis im Volksfchulunterricht hat. Derselbe mutz gleichzeitig den Dienst als Ehasen und Schachet versehen. Besoldung nach der B. O> des V. B. Is. Gd. Bewerbungen erbeten an Israel. Kultusgemeinde Treuchtlingen 50 Mk. Belohnung! 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