Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 74 (1933)
- Issue
- Heft 4 (26.1.1933)
- Date
- 1933-01-26
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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26. Januar 1933 Briefkasten. O. S. in K. Cs stimmt, die niL» »2 findet obMZ's statt. - ■ >!:. r >>' M. G in K. Wir danken Ihnen! für die Zusendung des Zeitungsblattes, dessen interessanten - Inhalt wir igern wiedergeben. H^ S.. D. sfs. 30.— für Abonnement eingegangen. At. N. in St. Abonnementsgebühr für ein halbes Jahr eingegangen. S. K., Ai. S. und andere. Die Erzählung „Zosbi Salonae" ist von einem Autor unter dem Pseudonym Canon verfaßt/der nicht mit Schachnowitz identisch ist. , Vermischles .: Nürnberg, 20. Jan. Das L a n dH e i in S u l z - bürg i.. Opf.. der Esra-Gruppe Nürnberg e. V. beabsichtigt nebdn der bisher alljährlich vorgenommenew Unterbringung der schulpflichtigen Jugendlichen in diesem Jahre in den . Monaten Juni und Juli auch vorschulpffichtige. Kinder im. Alter von 5 bis 6 Jahren unter Leitung und. Beaufsichtigung von Kindergärtnerinnen im Heim aufzunehmen. Sulzbürg ist mit seiner, hervorragenden landschaftlichen Lage als Höhenl'uftkurort als Erholungsaufenthalt bestens geeignet. Um schon jetzt einen Ueberblick für die zu erwartende Inanspruchnahme zü gewinnen, bitten wir Interessenten/sich an - die- Geschäftsstelle (Dr. Heinrich Klein, Nürnberg, Zufuhrstraße 25) zu wenden. Die in den letzten Monaten durchgeführte Bau ft e i n- Aktion hat zu einem befriedigenden Teilergebnis gcp führt, welches die Vornahme zweckmäßiger Eiybautcn im Heim ermöglichte.. Die Baustein-Aktion wird in.'den/nächsten Monaten fortgesetzt und 'es werden alle jüdischen Kreise gebeten, durch Abnahme von Bausteinen die wichtige hiergeleistete Arbeit auf dem Gebiete jüdisch-sozialer Jugendarbeit zu unterstützen. :/ Kitzingen, 22. Jan. Man schreibt uns: Die zweite Iahrzeit für Frau Rabbiner Judith Adlern-?,—nibs n’YP TiV 1n' ist am Donnerstag, den 6. Schewat. Freunde werden gebeten, zu lernen. '■ Basel, 20. Jan. Sonntag, den 15. Januar, sprach auf Einladung der Agudas' Jisroel-Mädchengcuppe und des Schomre Thora-Jünglingsvereins Herr Lehrer Ru da aus Zürich vor., einem zahlreich erschienenen Publikum über das Thema:',,Schicksalsmomente des jüdischen ' Volkes". Der Redner ging von der Urgeschichte des jüdischen Volkes aus, streifte die entscheidenden Phasen seiner Entwicklung und leitete dann auf . die neuere Zeit über. Eine Zeitlang schien es, als ob das westeuropäische Judentum durch die Emanzipation dem Untergange verfalle, bis es der markanten Persönlichkeit von Samson Raphael Hirsch gelang, eine Synthese zwischen modernem und überlieferten Judentum zu schaffen, eine Lösung, die durch den regen Austausch zwischen Ost und West im letzten Jahrzehnt noch weiterentwickelt wird. Der Vortrag, der im prachtvollen neuen Beth-Hamidrasch stattfand, bedeutete für die genannten . Vereine einen vollen Erfolg. Personalien. Breslau, 13. Jan. Breslaus Juden haben einen schweren Verlust zu beklagen. Einer der Besten, Herr Michael Nelken, ist im Alter von 70 Jahren einem schweren Leiden erlegen. Als Förderer und Vorsteher der Altglogauer Synagoge und als langjähriges Mitglied der 18t. Männervoreinigüng hat dieser -überall .beliebte- Mann unendlich, viel- Gutes, im .Stillen gewirkt. Er hat besonders m den letzten Jahren seine ganze Kraft und Zeit ln 'den Dienst - der Erfüllung von Mizwäus gestellt.-'Von Hanfe mit reichlichem jüdischen Wissen aiisgestattet, widmete er viele.-Zeit, dem Lernen.-Unermüdlich war er,, tätig, ,um anderen Menschen zuhelfen und nichts war ihm zu viel, wenn er nur jüdisches Lernen und jüdisches" Tun ciüch -bei anderen^'durchsetzest konnte. — In seiner Bescheidenheit hatte sich der Dahingegangene jede Trauerrede bei der nmn? verbeten. Indes ließ es sich die Altglogauer Synagoge nicht nehmen, eine Trauerfeier zu veranstalten, bei der Herr Rabbiner Dr. Hamburger in groß angelegter Rede die Persönlichkeit' dÄ' Dahingegangenen zeichnete'und seine Verdienste' hervorhob. Die ganz ungewöhnlich große Beteiligung an der Beisetzung und an der Trauerfeier zeigte, welche Lücke der Dahmgegangene im -jüdischen Leben Breslaus hinterläßt. — Mögen die Angehörigen über den schweren Verlust.Trost finden, und sein Andenken uns allen zum Segen.gereichen, . n'asjnr ..Gloppenlmrg ü Old., 19. Jan. Am 13. Januar wurde hier Moses' Bendir, früher in Ahaus i. Westf., unter großer Beteiligimg,' auch aus seiner früheren Heimat, nach fast vollendetem 72. Lebensjahre zu" Graste getragen. Der Verewigte' war ein aufrechter, strengfrommer Mann,. ein wirklicher wvv »n\ lange Jahre hat er in seiner Heimat das Amt des Vorstehers bekleidet und zugleich ehrenamtlich von Jugend auf die Sch'chitöh versehen, in der er anerkannter Meister war. Er-gehörte zu den verdienten Begründern und langjährigen Vorstandsmitgliedern des „Vereins zur Wahrung religiöfer Jntere srn Westfalens", und wirkte mit .den verewigten Rabbinen Gerson Lange und Moses Morr zur Erhaltung und Hebung des jüdischen Lebens m seiner Heimatprovinz. Als Geschäftsmann sowie als ^zude> .;D e r Israelit erfreute. .er. sich weitgehendster Achtung und Verehrung. Die. letzten Jahre seines Lebens brachte er in unserer Gemeinde zu, wo er gleichfalls' durch Mahnung und Vorbild überaus verdienstlich wirkte. 'Zu der Beerdigung war einegroße. Anzahl von 1 Freunden/ und Verehrern von nah und fern,,herbeigeeilt.,Leben ngß Art des Heimgegangenen wurden vom Landesrabbiner Dr. de'Haas im Hause und am Grabe eingehend gewürdigt. rr:i!Wi' Frankfurter Vereinskalender. Verein Rlekor Lhajim. Freitag abend nach Schul im Hörsaal: Mikrovortrag, Herr Louis Kuhn —> abends 8 Uhr bei Herrn I. Lewin, Uhlandstr. 58 III, Chumisch mit Raschi. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr R.A. Dr. E: Posen — nachmittags 3/4 Stunde vor Mincho im Veretnslokal Herr Dr. W. Hofmann. — 4 Uhr im Dereinslokal (ebenso Sonntag morg. 8 Uhr) Gemoro, Herr I. Soffer. — 8V2 Uhr abends "§v', Herr Dr. M. Lange. ' - Sonntag morgens nach Schul im Hörsaal (ebenso Mittwoch), bik «n, Herr S. Schachnowitz. Sonntag abends 6 Uhr, Vortrag des' Herrn Rabbinatsafsefsor Simon Schwab, Darmstadt, über: „Die midrascht- - sche Sphinx.7« Montag morgen, nach Schuf (auch Donnerstag): Mijchna- Mitgliederlernen, abends 7 Uhr im Verernslokal (auch Mittwoch) Gemoro Herr Rabb. Dr. I. Breuer, abends ' 8l/4 Uhr im Vereinslokal (auch Donnerstag) Gemoro. Herr R.-A. Dr. E. Posen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mifchna. Herr R.-A. Dr. E. Posen,, Sonntag, Dienstag und Mittwoch abends 8.15 Uhr, im Vereinslokal Schaßlernen. Herr Herz Holpern/ ' Iahrzettsstiftungen. . Montag, den 30. Januar : Benny Benjamin-Stiftung. Donnerstag, den 2. Februar: Julius M. Bier-Stiftung. Jüdische Frauenvereinigung und Agudistische Frauengruppe, Ortsgruppe Frankfurt a. IR. Sonntag, den 29. Januar nachm. 6 Uhr im Hörsaal Friedberger Anlage, Dortrag des Herrn Rektor Karl Ochsenmann: Aktuelles aus dem pädagogischen Gebiet. Agudistische Frauenorlsgruppe. Am Montag, den 30. Januar, abends 8,45 Uhr wird Herr Leopold Merzbach im Hause von Frau Siegfried Löwenthal, Maurrweg 34 einen Vortrag halten über: Nachdenkliches zum Zinsproblem. Gäste, Damen, herzlich willkommen. Agudas Iisroel-Jugendgruppe Schwanenstr. 12. Die nächste Zusammenkunft der Arbeitsgemeinschaft „Jüdische Geschichte" unter Leitung von Herrn Redakteur S. Schachnowitz findet Sonntag, den 29. Januar 33 abends 20.30 Uhr im Heim statt. Agudas Jisroel-Orksgruppe. Schiurim des Herrn Herz Holpern; Täglich von 9-12 Uhr: Lernen jeglicher Art. 12—1 Uhr: Das Jomi — Am mv anschließend am Das Jomi agadischer Vortrag. Liwjakh Chen. Samstag nach Mincho, 4.15 Uhr, im Hörsaale Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn S. Schachno Witz, „Bon Pharaonen und Chartumim." , , ’/i!“ Vereinigung Jüdischer Akademiker. j N ä chst'er K 0 n 0 ent: Dienstag, den 31. Januar, 20.45 h. c. t.i im Restaurant H e ß, Börsenplatz. Bbr. Emil Klein referiert über das Thema: Die möderne Gestaltspsychologie. Gäste herzlich willkommen.' “[[[ Gebet^eitett. rr-irri row Freitag abend 4.45 Samstag nastfn 6.55 Samstag morg. 8.00 Samstag nachm. 1.00 ünd 4.00 Samstag abend 6.00 .; Wochengottesdienst: Morgens 6.55 Nachmittags 5.00 ' ( Hörsaal 1.15 T efilliri-Legen am Morgen 6.55 Die lVoche. Eine Seser Thora zum Synagogenjubiläum. Bekanntlich wurde auf Initiative mehrerer -Mitglieder zum 25 jährig,en Jubiläumd er ^Synagoge Frredberger Anlage vor längrcer Zeit mit dem Schreiben einer Seser Thora begonnen die der Synagoge als Jubiläumsgeschenk der Mi'glr'eder überreicht werden soll. Das Aus schreiben des Sefer findet am Sonntag den 29. Ja- Nr. 4 Seite 9 , n u a r und am' ' S 0 n n t a g , d e n 5.' Februar, im Hörsaale Frledbergcr Anlage, vormittags von 10 bis 1 Uhr und nachmittags von von 3 bis 6 Uhr statt. Es ist damit allen Gelegenheit geboten, sich zur angegebenen Zeit , an der nnm nco ru’na ms» zu beteiligen. Der Miniinalpreis für einen Buchstaben ist auf eine Mark festgesetzt, für Jugendliche im Alter von 17 dis 20 Jahren auf 50 Pfennige. Die Iahrzeit von Samson Raphael Hirsch Am Diestag abend, dem Vorabend zum 27. Tewes, dem Iahrzeitstage von S. R. 'Hirsch, fand sich auf Einladung "der Rabb i n e r H i r s ch -^G e's c l l s ch a s t eine große Gemeinde m dem großen ^-aale der Franksnrt- Loge cm. Referent war Herr Rabb. Dr. Josef Breuer, der über das Thema „Zion und Jeruscholajim in der Gedankenwelt Rabbiner Hirschs" sprach. ’ In gehobener Sprache, mit zündender Rhetorik und der Ihm eigenen lntuitlven Art, Prophetenwortevorzukragen und zu deuren, Yrc7t der Redner über eine Stunde das große Auditorium tm Banne. 'Der 'Grundgedaiste des Vortrages war: Zlon ist nicht Land, ist nicht Stadt, bedeutet nicht Zinnen und Mauern, Zion und Jerusalem bezeichnest chas Judentum tu seiner ungeteilten Ganzheit, bedeuten die von Gstt gegebene Thora im Herzpuntte alles jüdischen und Weltenlebens. Wer zu dieseut Zionsideal und dte- >em Ztele ruft, oer arbet'tet an der Crlösung Israels und der Welt. S. R. Hirsch tat - es. Zion und Jerusalem. Wohnsitz der Schechina und Stadt des jüdischen Lebens., tu unser Leben einzubauen, das vra n» tm Goms ouraizuzühren, däs war es, was ihm oorfchwebto, als er seine Schriften niederschrieb, als er seilte GLmcinde gründete, als er den Kampf kämpfte für G'tt und gegen die fremden Götter, welche im 19. Jahrhundert an Seiner Statt auf den Thron gehoben werden werden sollten, a-nsro anV t« D’enn wpbrr 102'- Wer in der über die ganze Welt verbreiteten Hirschgemeinde! in/ diesem Geistelebt, wird ,cs nicht begreifen, wie. es jüdische Menschen geben kann, die sich anschickeu, ein Z i 0 n ohne Z i 0 n zu erbauen. Schüler seines Wollens müssen wir sein, und die Jugend hole sich von ihm den 'Stolz.' die Freude, die Kraft, die Reinheit. Dann hätten wir des Sängers Segen verstanden, der von Zion und Jeruscholajim kommt. . . Int M e k 0 r C h a j i m sprach am Mittwoch morgen im Anschluß an das Mischnah-Lernen, das gerade vom ^nmiy-Opfer handelte, der Dozent über das nnr» rrnni» ' m'ber Hirsch','cheu Äusfassung und AusdeutniiL, die den Meister auch als großen L e b e n s b e j a h e r, als Künder des echten jüdischen Optimismus erscheinen läßt. Wenn wir uns heute an seinem Namen emporranken, so auch zu jenem Vertrauen und der Lebensfreude, wie er sie uns in diesem Psalm gelehrt und anempsohlen hat. zu deiu nn»vu m on nas. Grabsieinsehung für Rabbiner Dr. Raphael Breuer Auf dem Friedhofe zu Äschaffenburg fanb sich am Sonntag vormittag eine andächtige Gemeinde zusammen, um am neugesetzten Grabdenkmal für Rabbiner Dr. Raph. Breuer ^st> eine Feierstunde des Gedenkens zu begehen. Zu der gesamten Aschaffenburger Gemeinde kamen auch noch die Familienangehörigen und Gäste aus Frankfurt a. M. hinzu. Nach einer Ansprache des Herrn Freund für den Vorstand hielten tiefergreifende Gvdenkreden der derzeitige Aschaffenburger Raw, Herr Rabbiner Dr. Bloch und Herr Rabbiner Dr. Josef Breuer-Frankfurt a. M. Es war eine Stuiide der Trauer und der seelischen Erhebung zugleich. Jüdische Angestellke und Wickschaflsnok.' , Luter diesem Titel veranstaltete der Centralvereiu der deutschen Staatsbürger jüdischen G l a u b e n s , Ortsgruppe Frankfurt a. M., am Montag einen Au s fp.r a ch e a b e n d in der Frankfurt-Loge, zu dem eine große Anzahl von Angestellten, und Interessenten ersckiienen waren.. Das' erste Referat hielt Herr Dr. Ernst Plaut-Essen über „Die aeistige Krise der deutschen Juden"/ Er schilderte -kurz die Entwicklung der politischen und wirtschaftlichen Lage in Deutschland bis zum Jahre 1914 und die weiteren Auswirkungen des Zusainmenbcuches bis zur Entstehung der N. S., die in Ennaiigelung richtiger kriegerischer Taten den Kamps nach innen verlegten: gegen die Juden. Düc Antisemitismus habe sich-feit feinem -Entstehen zwei mal gewandelt. In. früheren Zeiten konnte, man durch die Taufe der Verfolgung entgehen,' später kam der Rassea n t i f e m i t i s m 11 s , der von einem Rcligioiiswechsel keine Notiz "nahnu Jetzt sei 'schön dii' neue Wandlung zu bemerken: unter Äerzicht-'auf Rassenkheorie den Juden als reaktionären Vertreter eines überlebten Liberalismus zu bekämpfen. Diese' Abkehr von. der Ratio, der Vernunft als Alleittherrscheriii, mußte nach dem Zeitalter, des ^Materialismus' ulit feinem Häckeltaumel kommen. Cs 'fei aber falsch anzunehmen, daß der Untergang des alten Liberalismus notwendig den Untergang des deutschen Judentums bedingt.^ Wohl klammert sich noch die ältere jüdische Generation" an Diesen Liberalismus, der ihren Ahnen die, Emanzipation gebracht hat. Das Judentum würde sich aber auf die neuen Dinge unkstellen können. Der Zeit, die von allem ^ildividualistischen zum Kollektivismus strebt, bereite dre jüdische Religion, die ja' inimer eine Religion der Gemeinschaft war, kein Hindernis. Der zweite Referent, Herr Ernst Holzer, wühlte sich als Thema die wirtschaftliche Lage der ' ü d i s ch e 11 A n g e st e 11 t e n. Die Wirtschaft ist unser Schicksal, sagte er. Die Uebersteigerung der Wirtschaft