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Der Israelit · 1933-01-05 · Heft 1 (5.1.1933) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 1 (5.1.1933)
Date
1933-01-05
Page
– (sequence 11)
Language
German
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5. Januc. r 1633 Nr. 1 Seite 11 Der Israelit Personalien. Mainz, 22. Dez. Am nVs?’i ms?, beging in geistiger und körperlicher Frische Herr Jsaac Rosenthal seinen 80. Geburtstag. Die Gemeinde der Israelitischen Religionsgesellschast ließ es sich nicht nehmen, dem Jubilar besonders zu ehren. Nach dem Ausheben der Thora sang »der Chor: sm -p-n. Der Jubilar wurde aufgerufen, und wurde derselbe von vielen Gemeindemitgliedern und Freunden besonders geehrt. Herr Rosenthal, als streng orthodoxes Mitglied der Religionsgesellschaft, ist einer der regelmäßigen Besucher des G'ttesdienftes. Der Jubilar wünschte, wegen des vor einem Jahre erfolgten Todes seiner Frau und des jüngsten Trauerfalles in der Familie, von einer Feier abzusehen. und er verbrachte den Jubiläumstag im Kreise seiner drei Kinder und zwei Enkelkindern. Herp Isaak Rosenthal hatte vor einigen Jahren noch die Schioh, die goldene Hochzeit feiern zu können, damals wurde das Jubelpaar besonders geehrt, indem Herr Reichspräsident von Hindenburg ein Schreiben mit besonderer Widmung und Bild überreichen lieh! V"vi»vr Köln. 2. Jan. Herr Bezirksrabbiner i. R., Dr. L. Weingarten in Bad Ems, vollendet am 3. Januar 1933 sein 70. Lebensjahr. .!v"r?wr? Vensheim, 1. Jan. Am Freitag abend den 16. Dezember 1932 zog Frau Sannchen B e n d h e i m , geb. Bodenheimer in die Welt des ewigen Friedens. Ein vorbildliches Frauenleben hat damit seinen Llbschluß gefunden, das den ganzen Adel, die hohe Würde des jüdischen Weibes in sich verkörperte. Im Alter von 69 Jahren ist sie nicht nur ihrer Familie, sondern allen, die sie kannten, allzufrüh entrissen worden. In Biblis geboren und im frommen Elternhause erzogen, folQte sie 1886 ihrem Gatten nach Vensheim, mit dessen Hilfe es ihr gelang, ein echt jüidfches Haus zu gründen.und segensreich zu wirken. Der Ehe entsproß eine Tochter, die zu einer echt jüdischen edlen und rechtschaffenen Frau erzogen wurde. Im Jahre 1918 verlor sie ihren treuen, über alles geliebten Gatten. Meier Bendheim, und da war es die Tochter, die ihrer geliebten Mutter in selbstloser, aufopfernder Kindesliebe treu zur Seite gestanden. Außergewöhnlich groß war die Zahl derer, die ihr am Montag den 19. Dezeinber das letzte Geleite gaben. An der Bahre sprach Herr Rabbiner Dr. Merzbach, Darmstadt innige Worte des.Schmerzes und des Trostes. Mühlheim a. M., 1. Jan. Am 27. Kislev entschlief hier sanft Frau Reeis Stiefel Ww., geb. Strauß, im Alter von 84 Jahren. Mit ihr ist unser ältestes Gemeindemitglied von uns gegangen. Trotz vielen Kummers, dem sie im Leben erlitten, war ihr Gemüt ungebeugt und aufrecht, ihre 'Emunoh half ihr über vieles Schwere und Bittere hinweg. Solange sie konnte, gehörte sie zu den rührigsten und pünktlichsten Besuchern unseres G'tteshauses. Sie hatte noch die "w vor 14 Tagen in der Schul der Barmizwoh ihres jüngsten Enkels beiwohnen zu können. Auf dem Friedhofe schilderte Herr Lehrer Oppenheimer nochmals ihr Leben und Wirken. Seligenstadt i. H.. 1. Jan. Am 5. Januar feierte der Vorsitzende unserer Gemeinde, Herr Abraham Stein, seinen 7 0. Geburtstag. Außerdem kann er in diesem Jahre auf eine 30jährige Tätigkeit als virn gurückblicken. Durch seine stete Hilfsbereitschaft hat er sich die Sympathie weitester Kreise erworben.!s?"r?i»r? Anterciedenberg, 29. Dez. Am ni>r?"> w p"vs haben wir Frau Rosa G o l d b ach, Gattin des Herrn Salomon Goldbach, zu Grobe getragen. Aus einem arbeitsreichen Leben und einer über 50jährigen Ehe wurde sie nach monatelanger schweren Erkrankung am Mittwoch, den 15. ibrn, abgerufen. Sie sah gute und böse Tage, ertrug schwerstes Leid — den Tod einer erwachsenen Tochter und den Verlust eines hoffnungsreichen Sohnes als Opfer des Krieges —' und trug allen Schmerz gleich ihrem Gatten ergeben in den unerforschlichen Willen von w'v.n Die Beteiligung am Geleite war sehr groß. — Vor dem Trauerhause würdigte Herr Lehrer Kahn aus Geroda die Verdienste der Verklärten und schilderte den herben Schmerz des vereinsamten Gatten und der Kinder. Ein Schwager der Heiingegangenen, Lehrer H e i n e rn a n n in Fulda, gab. tief ergriffen, dem eigenen Schmerz und dem der Familie Ausdruck. rrnxan Tel-Awiw, 26. Dez. Hier verschied Herr Israel P i ep e r b e r g, der mehr als 30 Jahre in Hamm in Westfalen ein orthodoxes jüdisches Haus führte und Och in dem einen Jahre, während dessen ihm noch das Leben in Erez Jisroel gegönnt war, schnell großes Ansehen erworben hatte. •nmxjn Vermischtes. Berlin, 2. Jan. Die am 26. Dezember v. Js. stattgefundene ordentliche Mitgliederversammlung der Loge Linas Hacholim Berlin E. B. in den Sophiensälen stand im Zeichen des Chanukah-Festes. Nach Beendigung des umfangreichen geschäftlichen Teiles wurde das gesellige Beifanunensein mit Gebeten und Lichtanzünden begonnen. Der Präsident der Loge, Leo Stern, überreichte den Ehrenmitgliedern, Prof. Heinrich L o e m e und Rabbiner Dr. Landau die Ehrenurkunde und wies in seiner Ansprache auf die Verdienste dieser beiden Männer hin. — Ein Prolog, verfaßt und vorgetragen von dem 9jährigen Töchterchen des Rabbiners Dr. Landau schilderte trefflich die Eigenart der Vorstandsmitglieder und wurde mit begeistertem Beifall ausgenommen ,auch das „Gewesene", vorgetragen vom kleinen Josi Zimmerspitz, erntete stürmischen Beifall. — Die Kapelle Beschor'nikoss hielt mit ihren verlockenden Klängen die stattliche Zahl der Erschienenen bis zur Polizeistunde zusammen, und die Jugend der Loge schwang unermüdlich das Tanzbein. Berlin, 29. Dez. In einer Stadt Mittelsrankens ließ ein Arzt — wie der „C. V.-Zeitung" mitgeteilt wird — auf der ersten Seite eines von ihm herausgegebenen Wochenblatts in großen Lettern die Schlagzeile drucken: „Meidet jüdische Aerzte und Rechtsanwälte!" Auf Antrag jüdischer Aerzte wurde gegen den Herausgeber des Blattes ein ehrengerichtliches Verfahren eröffnet: er wurde vom ärztlichen Berufsgericht zu einer Geldstrafe von 100 Mark und zum Ersatz der Kosten verurteilt. In den Urteilsgründen heißt es: „Es bedarf keiner besonderen Ausführung, daß die Aufforderung, jüdische Aerzte zu meiden. für den jüdischen Arzt kränkend ist ... Es ist auch klar, daß diese Aufforderung gleichbedeutend ist mit einer Warnung, jüdische Aerzte zu nehmen, und daß manche der Leser zu dem Glauben kommen können, es werde vor den jüdischen Aerzten gewarnt, weil diese als Aerzte minderwertig sind." Ladenburg (Baden), 26. Dez. Am 31. Dezeinber beging die hiesige israelitische Gemeinde das 100jährige Bestehen ihrer Synagoge. Der Zeit entsprechend fand keine besondere Feier statt. Im festlich .ausgestalteten Morgeng'ttesdienst wurde dein Jubiläum Rechnung getragen. Die israelitische Gemeinde des alten Römerstädtchens hat immer wenig Aufhebens nach außen gemacht. Die Erfüllung ihrre Aufgaben waren ihr Selbstverständlichkeit. Das Eemeindeleben entwickelte sich friedlich und segensreich. Davon zeugt auch der nicht alltägliche Umstand, daß der jetzige Vorsteher seit 47 Jahren die Stelle eines Synagogenrats bekleidet und daß in einein Zeitraum von 100 Jahren zwei Lehrer hier amtierten. Seit über 100 Jahren ist die Seelenzahl auf gleicher Höhe geblieben. Alte hebräische Urkunden lassen vielleicht darauf schließen, daß schon in früher Zeit Ladenburg eine Stätte jüdisch-geistigen Lebens war. Auch heute noch ist sich die Gemeinde ihrer Aufgaben voll bewußt. Ihre täglichen Morgen- und Abendg'ttesdienste. der von altersher gepflegte Gemeindegesang, ihr Vereins- und Vortragsleben, ihre Bücherei, ihre sozialen und sonstigen Einrichtungen dürfen als vorbildlich gelten. Die israelitische Gemeinde darf mit Stolz von sich sagen, daß sie unter den Kleingemeinden Badens eine ehrenvolle Stellung einninnnt. Wie ihre innere Etnwicklung vollzogen sich auch die Beziehungen zur nichtjüdischen Umwelt in ruhigen und friedlichen Bahnen. Daß dies auch weiter so bleiben möge, ist wohl der beste Jubiläuinswunsch. Gelnhausen. 1. Januar. Am 3. Chanukah-Abend beging der hiesige, im Jahre 1882 von den Herren A. B. Kneip und Jakob Stern s. A. gegründete Israelitische Frauenverein die Feier seines 59jährigen Bestehens. In herzlichen Worten hieß die 1. Vorsitzende. Frau Bella Meyer, die zahlreich erschienenen Gäste willkommen. Im Verlaufe ihrer Ansprache beglückwünschte sie drei Damen, die dem Verein schon seit 50 Jahren angehören, als Ehrenmitglieder. Es sind dies Frau Max Stern, Frau Marg. Kneip und Frau Caroline Hecht, denen Ehrenurkunden überreicht wurden. Herr Lehrer Lang hielt die weihevolle Festrede, in der er den Werdegang und die Zele des Vereines schilderte. — Bei Gründung des Vereins waltete als 1. Vorsitzende Frau Jette Kneip s. A. vorbildlich ihres Amtes und auch bis zum heutigen Tage wurde und wird der Verein von den jeweiligen Vorstandsdamen in gleicher Weise weitergeführt. — Im Anschluß an die Festrede überbrachte Frl. Krämer. Frankfurt die Glückwünsche des Frauenbundes Frankfurt und des Provinzialverbandes Heyen und Heyen-Nassau. Dann sprachen Herr M. Linick im Rainen der hiesigen Gemeinde und Herr Arthur Mayer im Aufträge der n"rn p"n herzliche Glückwünsche aus. Einige wohlgelungene Darbietungen ernsten sowie heiteren Charakters ließen auch den geselligen Teil des Abends zu seinem Rechte kommen. 'Der Reinertrag der Veranstaltung wird der Winterhilfe der Stadt Gelnhausen zugefllhrt. Virstein, 29. Dez, Die Art und Weise, wie die W i nter Hilfe hier geleitet wird, möge anderen kleinen Geineinden Anregung geben. Um Ersprießliches zu leisten, haben sich der Jüdische Frauenverein und auf dessen Aufforderung der Jüdische Jugendbund Birstein zu gemeinsamer Arbeit zusammengefunden. Was in jüdischen Haushalungen entbehrlich war an Kleidungs-, und Wäschestücken^ Schuhe usw. wurde gesammelt und die Gebefreudigkeit aller brachte einen über alles Erwarten großen Erfolg auch dieses Jahr, wie schon so oft. Nun werden an bestimmten Näh- und Flickabenden die Sachen ausgebessert, wenn cs nötig ist und aus Altem neu Verwendbares umgearbeitet. Mehrere Damen stellen ihre Nähmaschinen zur Verfügung. In einem Privathause wird nun allwöchentlich unter Beteiligung von nahezu allen Frauen tüchtig gearbeitet und unter fachkundiger Anleitung Zweckmäßiges geleistet. Mittlerweile betätigen sich die männlichen Jugendbündler mit Pfundsammlungen. die von den Spendern ermöglicht werden, indem jede Familie 1 Pfund irgendwelchen Inhalts (Kaffee, Mehl, Reis usw.) abgibt/ Nachdem die Sachen geordnet, gebügelt und verpackt'worden sind, geht es ans Versenden 1. an hiesige Reflektanten und 2. an jüdische Frauenvereine der nächsten Großstadt, für uns Frankfurt a. M. Kowno, 1. Jan. Das orthodoxe Schulwerk „Jawne" in Kowno erstellte sich jüngsthin des Besuches von Oberrabbiner Dr. Carleb ach in Baden bei Wien. Die Carlebachs sind wegen ihrer liebevollen Wirksamkeit fyr den Osten speziell in Litauen sehr populär. Mehrere Schulorganisationen hatten sich an der Bahn zum Empfang eingefunden. Am Freitagabend fand auf Veranlassung der „Moriah" ein öffentlicher Vortrag statt, zu dem ein großes Publikum erschienen war. Herr Dr. C. sprach über die Aufgaben der orthodoxen Akademiker im Interesse der wahren Thorakultur. Dein Referate schloß sich eine anregende Diskussion an. Am Samstag mittag sprach der Gast in eindrucksvoller Weise vor den Schülerinnen des jüdischen Mädchengnmnasiums. Am Abend, referierte Herr Dr. C. in 'einer großen Beth Jakow-Bersanunlung über die Aufgaben der jüdischen Frau. Am Sonntag inspizierte er die Schulen und konferierte mit Direktor und Lehrerkollegium über Schulfragen. Die Feierlichkeiten schlossen mit einem großen Bankett im Saale des Mädchengymnasiums ab. — Im Großen Beth Hamidrasch hielt Herr Dr. C. vor einem großen Auditorium ein Referat über die Sabbatprobleine unserer Zeit. Für das öffentliche jüdische Leben in Kowno und in Litauen wird dieser Besuch reiche Früchte tragen. Familievnachrichken. Barmizwoh: Jsi, Sohn des Herrn Hermann Goldberg, Berlin, Artilleriestr. 31, 'iri 's ms?, Synagoge Adaß Jisroel. Frankfurter Üeremskalenoer. Verein Mekor Lhajim. Freitag abend nach Schul im Hörsaal: Mikrovortrag, Herr Rabbiner H. Meyer - abends 8 Uhr bei Herrn I. Lewin, Uhlandstr. 58 III, Chumisch mit Raschi. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim, Herr R.A. Dr. E. Posen — nachmittags 3/4 Stunde vor Mincho im Vereinslokal Herr Dr. W. Hofmann. — 4 Uhr im Vereinslokal (ebenso Sonntag morg. 8 Uhr) Gemoro, Herr I. Soffer. — 8X[2 Uhr abends -'vv', Herr Dr. M. Lange. Sonntag morgens nach Schul im Hörsaal (ebenso Mittwoch), Herr S. Schachnowitz. Sonntag abends Uhr, Vortrag des Herrn Gemeinderabbiner I. Horowitz über: „Opferdienst und Fasten." Montag morgen nach Schul (auch Donnerstag): Mifchna- Mitgliederlernen, abends 7 Uhr im Vereinslokal (auch Mittwoch) Gemoro Herr Rabb. Dr. I. Breuer, abends 8i/4 Uhr im Vereinslokal (auch Donnerstag) Gemoro, Herr R.-A. Dr- E. Posen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna. Herr N.--A. Dr. E. Posen. Sonntag, Dienstag und Mittwoch abends 8.15 Uhr, im Vereinslokal Schaßlernen. Herr Herz Holpern. Iahrzeiksstiflungen. Montag, den 9. Januar: Sara Moos geb. Hirsch-Stiftung. Dienstag, den 10. Januar: Justizrat Dr. Naftalt Hirsch- Stiftung. Donnerstag, den 12. Januar: Aron Moses Schwarzfchild- Stiftung. Jüdische Irauenvereinigung und Agudistische Frauen, gruppe, Ortsgruppe Frankfurt a. M. Am Montag, den 9. Januar abends 8.45 Uhr wird Herr Dr. Theodor Metz, Dozent der Universität Frankfurt am Main, in der Aula der Samson Raphael Hirsch-Schule einen Vortrag halten über: „Die Grundlage der niederländischen Kolonialpolitik in Ostasien (Lichtbilder)." Gäste, Damen und Herren willkommen. — Die gesellige Zusammenkunft der Jüdischen Fruuenvereinigung E. V, Gesang Alice Bogold findet erst am Dienstag, den 17. Januar Patt. Agudas Jisroel-Ortsgruppe. Schiurim des Herrn Herz Halpern: Täglich von 9—12 Uhr: Lernen jeglicher Art. 12—1 Uhr: Daf Jomi — Am ms? anschließend am Daf Jomi agadischer Vortrag. Liwjath Chen. Samstag nach Mincho, 4.15 Uhr, im Hörfaale Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn S. Schachn 0 witz, „Jehuda und Judäa (Auch etwas zum 10. Tewes)." Gebetzeiten. nnw Freitag abend 4.15 Samstag naavn 7.05 Samstag morg. 8.00 Samstag nachm. 1.00 und 4.00 Samstag abend 5.30 Wochengottesdienst: Morgens 7.06 Nachmittags 4.15 Hörsaal 1.15 Tefillin-Legen am Morgen 7.05 Sonntag Fastenbeginn 6.24 nachmittags 4.20 Fastenende 5.27

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