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Der Israelit · 1932-12-22 · Heft 52 (22.12.1932) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 52 (22.12.1932)
Date
1932-12-22
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Aus\^<z ff at)i Lei) Vierte zum Städte, Persönlichkeiten und Zeschiwaus in Polen und Litauen. Aus der Vierländerfahrt de» Reren Hathora . rm Sommer 1931. ÄZon Oberrabbiner Dr. Joseph Cariebach in Altona?)!. Einz e lhe Lt en. I. Stäb t e. Die Details der Reise, ihrer Stationen und Bedeutsamkeiten dürften durch die Zeitungsberichte bereits in weitesten Kreisen bekannt sein. Und-so kann ich es mir ersparen, noch einmal zu erzählen, wie uns in p r e ß b u.r g , T y rm a u und R e u t r a die ungarische O r t h o ö o x i e machtvoll entgegenirat; wie wir am Fuße der hohen Tatra, mo: ein Raturschauspiel von alpiner Schönheit sich uns darbst, Galizien in der lieben, sympathischen, der kunst- und erinnerungsreichen Stadt, Krakau kennen lernten, .wie uns dann das Judentum von Kongreßpolen in den mächtigen Gemeinden Lublins und Warschaus sich darstellte und wie endlich in den Jeschiwaus von Wir und Ra dun und in dem „Jeruscholajim delitte" in W i l n a, am bekrönenden Abschluß unserer Reise wir/mit der litauischen Welt bekannt würden. In den meisten Städten, in denen die Erinnerung der früheren Gaonimnoch lebendige Tradition' ist, besuchten wir die F riedh ö f e, die durch ihre Lage und Anlage schon besonders eindrucksvoll auf das Gemüt wirken, wo die Steine jener Heroen des Geistes in ihrer Einfachheit.und der . heiligen wübde' nichjüdischer Rlazewaus zur höchsten Andacht und Ehrfurcht stimmen, wir sahen die Synagogen, von denen besonders Krakau, ui$ archiergreifend ' schönen Beispielen geschmückt sind. Wählend cste,än,,den^i.uy'» garischen Gemeinden erst aus. jüngerer Zeit' stämmten und die Patina des Alten fehlte, so wurden sie nach Wilnazu immer monumentaler. Am unvergeßlichsten in ihrem? Eindruck ist dort die Immer wachsende Architektur öbs Al m e nt o rs , der bis' an die Decke heraufwächst uüd hinter dessen betonter Alleinherrschaft alles übrige, selH/der-Graun Häkaudesch, verschwindet.. Diese Synagogen' sprechen, dadurch es so beredt aus,-daß hier die Thora immer mehr aus ihrer Jensentigkeit im Draun Hakäudesch in die Dolksmitie herabgestiegen, aus dem Inneren der Gemeinde selbst ertönt und zu ihr aus Himmelshöhen emporwuchs. In den meisten Gemeinden zeigte man uns auch die, alten K l e k a u d e s ch , die Silberschätze der Synagogen, die aus vielen Jahrhunderten zu. erzählen Siehe Israelit Nr. 50 und 51: ' wußten. Besonders waren wir über die noch ganz unbekannten, oft barocken Kultgegenstände preßburgs und' die ergreifend schönen uralten Embleme der R e m o s ch u I in K r a t a u entzückt. Gra-slern des Chatam Doscr vor Prctzburg. Wir passierten uralte berühmte Stätten der jüdischen Geschichte! T a'r n o w , R o w o g r u d e k, Lida, Biälystok, Slonim u. a. m. Es bedarf wohl nicht erst der Versicherung, daß selbst bei flüchtigstem-Äüfenthalt der bloße Name dieser Städte in uns eine Fülle historischer Erinnerungen auslöste. ü! Empfang der Reisegesellschaft des Keren Hatorah im Garten der Bes Äaakow-Sommerkolonie zu Söbor (Tschechoflovakei). / ' '' ' Aber geradezu lebendige Geschichte waren die schon genannten großen Hauptstationcn unserem Reise. 2lls wir in preßburg in den kreis der Jeschiwahörer traten und einen feierlichen Empfang in den Räumen der Ieschiwa erlebten, — dieM bezeichnender Weise als Staatsrabbinerschule Ferien halten muß und hielt — da erzählten uns dann alle von Rabbi I s a k T i r n a, von A k i b a Eger aus Halberstadt, dem Großvater des berühmten posener Raw, dem Verfasser -der Rlischnas Rabbi 2lkiwa, der nur 12 Tage Aw-Bes-Din dort gewesen, von Reb Iizchok Dukler und Reb 211 e i r Halberst a d t. Vor allem ist die Erinnerung an den E h a - sam Sofer, an seinen Sohn und Enkel, an seinen Schüler Reb Note Wolfs aus Fürth in aller Wunde, man möchte beinahe sagen, das ganze Leben ist überschattet von der Gestalt Wosche Sofers. Alles das versteht sich fast von selbst, preßburg ist in die Nloderne hineingewachsen. Wenn man die beiden Friedhöfe dort kennenlernt, so möchte man beinahe die Schichten wie ein Geologe unterscheiden, wie sich Generation an Generation reiht, jede nachfolgende immer pomphafter wurde, wie aber durch alle Perioden hindurch sich die kulthafte Verehrung des Großen hindurchzieht. wir hatten auch die Freude, den gegenwärtigen Dberrabbiner Rabbi Akiba Schreiber in seinem Gommeraufenthalt zu begrüßen. Oder wenn wir in der Stadt Kasimirs des Großen, in der Königsstadt Krakau, nm «Vor X2i> der allumfassenden Stadt, weilten, dann wurde ganz unvermerkt der R e m o zu einer lebendigen Gestalt, als lebte er heute unter uns. Diese Stadt größter jüdischer Berühmtheit, vön der der Rosch einst schrieb: „sogar die Schlachter und die porscher des Fleisches waren alle Rabbinen und Weise und Schriftsteller", diese Stadt der Duldung, von der deb Remo 'in seinen Tschuwaus sag: „es ist besser hier «trocken Brot zu essen, weil Frieden dabei ist, weil Hierzulande der Haß wider usts nicht so groß ist wie in ändern Ländern," diese Stadt umfängt noch heute jeden mit besonderer Wärme und historischem Reiz. Ihre wunderbar eingerichteien Talmud-Thoras riefen in uns die Zeit des „Bach" m Erinnerung, der schon im Jahre 1551 das ganze Unterrichtswefen vorbildlich gestaltete und öurchführte — daß kein Lehrer mehr als 40 Kinder habe, beim Gemoro-Unterrichb sogar-nie mehr als 25 Schüler vereinigt seien und! jeder Lehrer zwei Assistenten an seiner Seite habe,' daß' der Schüler auch Schreiben, die Volkssprache,- Rechnen und hebräische Grammatik lerne und später eine Prüfung vor drei Inspektoren ablege, ob er zum Gemorolernen fähig sei und sonst einer praktischen Lehre zugesührt werde. Diese Stadthat gewissermaßen die ganze Geschichte der Acharaunim in sich' erlebt. Hier entwickelte Reb I a k a u w p o l l a k den polnischen „Pilpul", hier haben der Rem o, der Lach und der Tas als die poßkim für ganz Israeli ihre Werke geschrieben, hier lebte T a u ß f a u s Jau mtauw, Reb H e s ch e l, der S ch a a g a s A r j e, und wie die Großen alle heißen bis in die Neuzeit hinein, wo Reb Schimon Sfofer die Verbindung von Ungarn

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